Am schmalen Rande eines wüsten Abgrunds: Die klugen Texte des LVZ-Kritikers Heinrich Wiegand

Es war das goldene Zeitalter der Leipziger Zeitungen. Es war 15 Jahre lang. Dann wurden die braunen Knechte an die Macht gehievt in Deutschland - und sie brauchten genau zwei Monate, um alles zu zertrampeln, was in diesem Land und in der einst so lebendigen Bürgerstadt Leipzig lebendig, klug und kritisch war. Und reihenweise verlor Leipzig seine klugen Journalisten. Heinrich Wiegand war einer von ihnen.

Mit dem von Klaus Pezold zusammengestellten Buch aus Zeitungsbeiträgen, die Wiegand zwischen 1924 und 1933 veröffentlichte, vervollständigt der Lehmstedt Verlag seine Reihe mit Büchern, in denen die seinerzeit sprach- und heimatlos Gemachten wieder ans Tageslicht kommen. Auch Kästner und Reimann gehören hierher, die beide lieber versucht haben, das finstere Reich in seinem Inneren zu überleben. Ohne Blessuren ging das nicht ab.

Wesentlich härter traf es Hans Natonek, der bei der „Neuen Leipziger Zeitung“ das hochkarätige Feuilleton zu verantworten hatte und nach der unfreiwilligen Ausreise in die USA nie wieder an die Prägnanz seiner Leipziger Zeit anknüpfen konnte. Gerade in den Briefen an seinen Sohn Wolfgang wird deutlich, wie sehr ihm der geistige Tummelplatz Leipzig fehlte. Denn gute Autoren blühen in einer Zeitungslandschaft nur auf, wenn auch die Zeitungen danach sind. Und sich gegenseitig anspornen. Davon wissen die heutigen Leipziger, die mit Fastfood und Boulevard aufgewachsen und zufrieden sind, nichts. Manche ein wenig. Auch was 1990 aufzublühen begann als neue, vielfältigere Landschaft, wurde 1991 komplett plattgemacht, insolviert oder einverleibt. Nicht nur die Leipziger sind genügsam geworden.Und während Natonek bei der NLZ Leuten wie Kästner und Lene Voigt einen Ort gab, an dem sie lebendig sein durften, fand Heinrich Wiegand, 1895 geboren, nach einer kurzen Karriere als Lehrer diese Chance bei der Leipziger Volkszeitung. Die damals wirklich noch die Zeitung der SPD war und in der damaligen Tauchaer Straße produziert wurde, dort, wo die Leipziger SPD heute noch ihr Haus hat. In einem seiner letzten Texte schildert Wiegand, wie er im März 1933 in der Tauchaer Straße stand und zusah, wie drin die SA-Bengel vandalierten. Die Leipziger SPD-Führung hatte nach dem Verbot der LVZ am 3. März tatsächlich gehofft, die Zeitung könne nach dem 15. März wieder erscheinen. Am 5. März waren die letzten offiziellen Reichstagswahlen. Bei denen die in die Steigbügel gehobenen Nationalsozialisten gern ohne Konkurrenz gewinnen wollten. Die Kommunisten hatte man schon verboten und eingesperrt.

Mehr zum Thema:

Briefe übern Großen Teich: Der Briefwechsel von Hans und Wolfgang Natonek
Mit einer neuen Reihe erfreut der …

Höchste Zeit für diese Wiederentdeckung: Hans Natonek – Im Geräusch der Zeit
Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern …

Spurensuche im Jahr 1933: Leipzig wird braun
Wer mit dem Streichholz in die Finsternis …

Spurensuche mit Utz Rachowki: Beide Sommer, drei Essays und eine Annäherung von Walter Schmitz
Das Vogtland ist seine Heimat …

Fernes Erinnern: Die nachgelassenen Texte Lene Voigts aus ihrer Zeit in Bremen, Lübeck, München, Dösen …
Über die diversen Umbauten in der …

Hans Reimann gesammelt, der dritte Band: Dummheit ist unverzeihisch
Bilder lügen. Manchmal. Bilder haben …

Kästner in Leipzig, Teil 1: Ein Buch spürt dem Rätsel nach
Es gibt keine Erich-Kästner-Straße in Leipzig …

Am 18. Februar hatte Wiegand selbst noch einmal einen mutigen Text über den „Taumel in Berlin“ geschrieben und die Leser des „Kulturwille“ zur Wahl der SPD am 5. März aufgerufen. Einer seiner klugen politischen Texte, in dem er er auch schon die Sprache des Dritten Reiches hinterfragt, wie es wenig später Viktor Klemperer in seinem Tagebuch tun würde. Auch seine Analysen des Erstarkens der NSDAP sind selbst für die Zeit klug und differenziert.

Immer wieder tauchten in seinen Texten auch schon davor solche bildhaften Analysen auf. 1931 etwa der Text „Von den Ewig-Gestrigen oder Der Stahlhelm als Kopfersatz“ über ein großes Reservistentreffen und den Sprachmulch, den die ewigen Soldaten selbst für ihre halbdunklen Feste verwendeten. Manchmal erinnert sein Stil sogar an Kisch – in seinen Miniaturen zum Beispiel, in denen er das Berliner Nachtleben schildert, die Leipziger Kleinmesse oder das Comeback der Automatenrestaurants. Dabei war das gar nicht sein Metier.

Eigentlich hatte er bei der LVZ als Musikkritiker angedockt – was allein schon dazu führte, dass er über all die Premieren und Inszenierungen berichtete, die auch heute noch zur Leipziger Erinnerung gehören. Denn nicht nur im Gewandhaus war er regelmäßig unterwegs, auch in den Opern- und Theaterpremieren war er zu finden. Er beschrieb – in mehreren Artikeln – den inszenierten Skandal um die Brecht/Weillsche „Mahagonny“-Oper. Und das Verblüffende: Man fühlt sich an heutige Skandale und Skandälchen erinnert, in denen ein dutzend Leute Remmidemmi machen und am nächsten Tag in der Zeitung steht, das Publikum habe getobt. Oder ähnliches. Und es wird damit dann Politik gemacht. Weil’s in der Zeitung stand. In DER Zeitung.

In mehreren Artikeln wird Wiegand bissig, wenn er auf das Medienhaus „im Peterssteinweg“ zu sprechen kommt. Da saß damals die Redaktion der „Leipziger Neuesten Nachtrichten“, des konservativen Leipziger Massenblattes. Eines Blattes, das durchaus auch sein Teil dazu tat, in Leipzig die politische Stimmung anzuheizen. Gerade in der Kulturszene. Schon in frühen Theaterkritiken von 1924 erwähnt Wiegand das im Publikum hörbare Zischeln gegen „die Juden“. Wenig später schildert er es in einer kleinen Miniatur noch einmal pointiert, in der ein älterer Herr den Verweis aus der Straßenbahn riskiert, weil er ohne Anlass versucht, die Mitfahrenden in ein Lamento über „die Chudn“ hineinzuziehen.
Mit offenen Sinnen beobachtet Wiegand, was sich da zusammenbraut, wie das alles auf ein von Untertanengeist beseeltes Reich zusteuert, in dem es für kritische Köpfe und menschliche Ehrlichkeit keinen Platz mehr gibt. Umso erstaunlicher, wie er dennoch Konzerte und Premieren besucht und beschreibt. Nebenbei bespricht er Bücher und entdeckt dabei besonders Hesse und Kafka für sich und die Leser. Sieht gerade bei Kafka die Nöte des modernen Menschen genau und beeindruckend erzählt. Mit Hesse tritt er in direkten Kontakt. So hat er, als er nach dem 5. März eiligst das Land verlässt, wenigstens erst einmal einen Fluchtpunkt im Haus des Dichters, an dem er auch bewundert, dass der sich vom deutschen Militarismus nie vereinnahmen ließ. Pläne, weiter nach Brasilien zu fliehen, zerschlagen sich.

Am 28. Januar 1934 stirbt er überraschend. Aber die Krankheit trug er wohl in sich.

Und weil der Lehmstedt Verlag so punktgenau produziert, darf dieses Buch heute zu Heinrich Wiegands Todestag besprochen werden. Mit der Herausgabe der journalistischen Texte Wiegands (der immerhin regelmäßig in Hesse-Büchern gewürdigt wird als einer seiner intensivsten Briefpartner) wird der einstige LVZ-Autor wieder einem Publikum zugänglich gemacht, das Stil und Geist zu schätzen weiß. Gleichzeitig wird eine Leipziger Kulturepoche sichtbar, die auch in der Geschichte dieser Stadt einmalig war, in der nicht nur die Berühmtheiten von anderswo alle regelmäßig in die Messestadt kamen, sondern die Stadt selbst Berühmtheiten hervorbrachte, die man heute in dieser Dichte und Prägnanz lange sucht.

Bestellen Sie dieses Buch versandkostenfrei im Online-Shop – gern auch als Geschenk verpackt.

Am schmalen Rande
eines wüsten Abgrunds

Heinrich Wiegand, Lehmstedt Verlag 2012, 24,90 Euro

Hans Reimann muss noch einmal erwähnt werden, denn in seinem „Der Drache“ begann Wiegand seine Karriere als Journalist. Dieser Auswahlband bereichert jetzt eine Bibliothek mit den wiederentdeckten Texten dieser Autoren, die allesamt auch daran erinnern, was die von Wiegand beschriebenen „Bankrotteure“ und „Heil bei Hitler“-Sucher tatsächlich bekämpften, verabscheuten, hassten mit Inbrunst: Selbstbewusstsein, Stil, Phantasie, Witz und Freiheit. Und man findet bei ihm eine unüberlesbare Abscheu gegen Schaumschlägerei, Kadavergehorsam und Leutnantsallüren, sich prostituierende Professoren und den ganz Courths-Mahler-Aufguss, aus dem der Schmalzstil der nationalen Presse bestand. Ein Stil, den man bei den Nationalisten bis heute findet – bis hin zum verlogenen Mütterchen am Herd. „Impressionen von Deutschlands Schande“ heißt dieser Text vom Juni 1932, in dem er analysiert, wie die „Väter der Lüge“ arbeiten und die Dummen fangen.

Ein Text, der sich auch 80 Jahre später wieder genauso beängstigend liest. Und wenn es nur der kleine Satz von Annette Kolb ist, den er zitiert: „Wenn einer sagt: ‚Ich bin kein Nazi, aber …‘, dann ist er schon einer.“ Das ist nicht weg. Dagegen hilft nur Bildung und Aufklärung. Lesen sowieso.


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Dienstag, der 7. April 2020: Einmal Chemnitz und zurück
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNachdem ein Bewohner der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig die hygienischen Zustände in der Einrichtung kritisiert hatte, wurde er nach Chemnitz verlegt. Nun ist er offenbar zurück in Dölzig. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen klärt unterdessen darüber auf, wo und mit wem man sich außerhalb der Wohnung bewegen darf. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Sächsische Studierendenvertretung fordert ein „Solidarsemester“
Universität Leipzig, Seminargebäude. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen hat am Montag, den 6. April, die Vorlesungszeit begonnen. Weil die Hochschulen wegen der Coronakrise aber geschlossen sind, stehen Studierende und Lehrende vor großen Herausforderungen. Ein bundesweites Bündnis, an dem sich auch die sächsische Studierendenvertretung beteiligt, hat deshalb einen umfangreichen Forderungskatalog veröffentlicht. Vieles, was darin steht, fordern auch Linke, SPD und Grüne im sächsischen Landtag.
Freizeitaktivitäten in Coronazeiten: 15 Kilometer Umkreis laut OVG Bautzen
Das alles bestimmende Thema der letzten Wochen - als Graffiti in Leipzig verewigt. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSeit Wochen drehen sich nun die Debatten um die Frage, was die sächsische Staatsregierung in ihrer erst als Allgemeinverfügung und seit dem 31. März als Verordnung verfassten Ausgangsbeschränkung mit dem „Wohnbereich“ gemeint haben könnte, in welchem man sich zu Spaziergängen, Sport oder Ausflügen bis mindestens zum 20. April 2020 aufhalten müsse. Was die Staatsregierung in ihrer Krisenmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus tunlichst vermied, tat heute das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen. Bei der Entscheidung eines Eilantrages eines Dresdners benannte das OVG eine Kilometerzahl für die Bewegung zu Freizeitzwecken in Sachsen. Und klärte zudem die Begleitung von Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören.
Ob Beiersdorf sächsische Fördermittel für das neue Werk bekommt, ist noch offen
Traditionsmarke „Florena“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür Leipzig wird es eine neue Unternehmensansiedlung mit 280 Arbeitsplätzen im Leipziger Norden, wenn Beiersdorf dort seine neue Florena-Fabrik baut. Für Waldheim wird es ein echter Verlust. Ob Beiersdorf für den 220 Millionen Euro teuren Neubau im Leipziger Norden auch sächsisches Fördergeld bekommt, ist noch nicht entschieden, teilt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta und Nico Brünler (Die Linke) mit.
Linksfraktion fordert Überbrückungszahlungen für Leipzigs Honorarkräfte
Musikschule „Johann Sebastian Bach“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie vielen zusammengeschusterten Hilfsprogramme in der Coronakrise machen etwas sichtbar, was sonst völlig der Wahrnehmung der fest angestellten Öffentlichkeit entzogen ist: Sie zeigen, wie löcherig die Absicherungen für Solo-Selbstständige und Honorarkräfte tatsächlich ist und wie sehr gerade sie durch die Sparorgien der letzten Jahrzehnte in ihren Honoraren gedrückt wurden. Und jetzt, wo gerade sie schnelle Unterstützung brauchen, sind sie völlig aus dem Blick der Politik verschwunden. Das betrifft auch Honorarkräfte der Stadt Leipzig, sagt Marco Götze.
Nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen: „Wir sollten uns stark an Südkorea orientieren“
Prof. Dr. Markus Scholz. Foto: Universität Leipzig

Foto: Universität Leipzig

Für alle LeserIn Leipzig ist die Epidemie zum Erliegen gekommen, auch die Werte für Sachsen und Deutschland lassen hoffen. Die Nettobasisproduktionsrate sinkt, die Maßnahmen der vergangenen Wochen zeigen Wirkung. Das sind Ergebnisse der Berechnung von Prof. Dr. Markus Scholz vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig.
Grüne schlagen temporäre Fahrradstraßen, Öffnung der Radläden und freie Fahrt in der City vor
Radfahrer auf dem Burgplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit dem Radverkehr hat es Leipzigs Verwaltung nicht so. Das merkt auch jeder, der derzeit aufgrund von Corona seine Wege in der Stadt mit dem Fahrrad zurücklegen will. Radwege sind mit Baustellen zugebaut, Umleitungen nicht ausgeschildert. An Hauptverkehrsstraßen fehlen sichere Überwege. Und die Chance, Leipzig gerade in dieser Zeit ein wenig fahrradfreundlicher zu machen, sitzt Leipzigs Verkehrsdezernat einfach aus. Nun machen die Grünen ein paar berechtigte Vorschläge.
Sportdezernat: Leipzigs Verwaltung hat RB Leipzig kein Verkaufsangebot für das Schwimmstadiongrundstück gemacht
Der Parkplatz auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKaum einen Monat liegen die Leipziger Oberbürgermeisterwahl und der knappe Wahlsieg von Burkhard Jung zurück. Fast vergessen ist schon, dass CDU und LVZ auch versucht hatten, den Verkauf eines Grundstücks am Sportforum an RB Leipzig zu instrumentalisieren. Dabei wurde dann eine Zusage konstruiert, die die Verwaltung gar nicht gegeben hatte. Das alarmierte auch die Freibeuter-Fraktion, die sehr genau wissen wollte, was da tatsächlich abgesprochen worden war.
Geburten wegen Corona ohne Begleitperson: Petiton appelliert an Stadt und Krankenhäuser
Petition an OBM Jung gegen das Verbot von Begleitpersonen bei Geburten. Screenshot change.org

Screenshot change.org

Für alle LeserSeit mehreren Wochen schon gilt in Leipzigs Krankenhäusern der Besucherstopp. Bisher ausgenommen waren Geburten. Nun allerdings wird es Partner/-innen verwehrt, bei der Entbindung dabei zu sein. Zu groß sei das Risiko. Betroffene richten sich mit einer Petition an Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie die Leitungen der Geburtenkliniken des Universitätsklinikums Leipzig und des St.-Georg-Klinikums und St. Elisabeth-Krankenhaus.
Aktuell sind 58 Eisenbahnbrücken in Sachsen dringend sanierungsbedürftig
Die alte Bahnbrücke an der Cunnersdorfer Straße. Foto: Deutsche Bahn

Foto: Deutsche Bahn

Für alle LeserDie Eisenbahnbrücken sind für den sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP) so eine Art Sport geworden. Jedes Jahr fragt er bei der Bundesregierung nach, wie es um die Eisenbahnbrücken in Deutschland steht. Da stecken dann auch die sächsischen Brücken mit drin. Aus denen macht der um Aufmerksamkeit ringende Abgeordnete dann jedes Mal so eine Art kleine Alarmmeldung.
Belastungsprobe Corona: Wie gehen Ärzte und Pfleger mit dem Druck um?
Prof. Stengler. Foto: Christian Hüller

Foto: Christian Hüller

Für alle LeserSeit nunmehr knapp drei Wochen ist das öffentliche Leben, wie wir es kennen, massiv eingeschränkt. Die Krise ist für alle eine Belastung - auf dem einen oder anderen Wege. Isolation und fehlender sozialer Kontakt werden zur Belastungsprobe für die Psyche vieler Menschen. In den Krankenhäusern und Kliniken sieht man sich vor ganz anderen Herausforderungen. Unter welchem Druck stehen Ärzte und Pfleger/-innen? Wir haben mit Prof. Dr. med. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Parkklinikum Leipzig, gesprochen.
Die Bodenständigen: Der Blick der staunenden Soziologin auf die Mitte unserer Gesellschaft
Barbara Thériault: Die Bodenständigen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir haben ja an dieser Stelle schon etliche Bücher besprochen, deren Autor/-innen sich mit der viel beschworenen „Mitte“ beschäftigen – von der „Schweigenden Mitte“ bis zur „Enthemmten Mitte“. Jede/-r hat auf seine oder ihre Weise versucht, überhaupt erst einmal zu definieren, was sich hinter dieser schwammigen Masse eigentlich verbergen soll. Aber oft führt das geradezu in den Nebel. Anders als Barbara Thériaults ganz reale Erkundungen da, wo die Menschen tatsächlich leben. In Erfurt zum Beispiel.
Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.