Andere Namen: Der durchaus skeptische Blick Christine Pfammatters auf die schöne bunt gemalte Welt

Viktor Kalinke überrascht seine Leser immer wieder mit Einbänden. Diesmal ist es etwas Rotes, was da über den Umschlag des Buches von Christina Pfammatter wallt. Es erinnert an was, ist vielleicht auch ein Bildausschnitt. Und führt doch irgendwie in die Irre. Was schade ist. Denn die junge Dame aus der Schweiz beschäftigt sich ernsthaft mit der Welt.
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„Zuviel Sonne“ hieß das erste Buch der studierten Philosophin, Literaturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin, 2008 ebenfalls im Leipziger Literaturverlag erschienen, damals noch unter dem Label erata. Sie hat den Laughlin-Band für den Literaturverlag übersetzt. Eine kleine Wahlverwandtschaft, die kritische Haltung zu ihrer (und damit unserer) Zivilisation vereint die beiden. Und der nüchterne Blick auf das eigene Leben und Erleben.

Das begegnet dem Leser auch in den kurzen Texten der Schweizerin, die in Berlin lebt, grenzüberschreitend sowieso. Denn auch Schweizern wird ihre Bergwelt manchmal zu eng. Die Formen, die Christine Pfammatter für ihre Texte wählt, sind unterschiedlich – manches ist eine kurze Novelle, manches ein kleiner Reiseessay, mal liest es sich wie ein Tagebucheintrag, mal ist es ein Dialog zwischen Gleichgesinnten oder einer mit dem Philosophen Zeno, mal sind es kurze Geschichten, in denen sie Begegnungen, Erlebnisse, unterwegs Gefundenes aufschreibt. Manchmal nutzt sie die kurze Form aber auch, um über ihre eigene Arbeit nachzudenken, das Schreiben.Wer das tut, weiß sich ja schon im Narrenpark der Gesellschaft. Nicht nur in der Schweiz begegnet man Leuten, die den Künstler nicht nur verachten, sondern Kunstschaffen auch nicht als Beruf betrachten. Der Vorwurf schwingt immer wieder mit, wenn das Schreiben oder gar die Weltsicht von Autoren öffentlich debattiert werden. Dann ist, wer das Schreiben ernst nimmt, sofort in der Defensive und bekommt das frische Gefühl, am geldwerten Fleiß der anderen nur zu partizipieren.

Aber das Anderssein gehört dazu. Und vielleicht auch die Frage: Schreiben alle Autoren tatsächlich an einem einzigen großen Buch? – Die nachdenklichen auf jeden Fall. Sie nehmen die Welt, so wie sie von Menschen gemacht ist, nicht als gegeben. Sie schauen und fragen. Unkonventionell oft. Sie hinterfragen die Rolle von Frau und Mann. Und wenn eine wie Christine Pfammatter hinauf in die Berge fährt, kann man sicher sein: Sie sieht, was sie nicht sehen soll. Sie weiß um unsere romantischen Bilder von Bergbauern, Almen und weitem Blick über Stadel und Stall. Und sie weiß um die genauso gefälligen Bilder von Bergsportlern, Almhüttenbesuchern und dem bunten Gewimmel der Hänge, wenn die neuen Reichen dieser Welt (zu denen die Europäer ja gehören) hinauffahren in den Schnee, um ein gepflegtes Freizeitbedürfnis auszufüllen.

Selbst Teil einer Warenwelt. Die grimmigen Bauern sind zu grimmigen Skilehrern und Bergführern geworden. Und in den Geschäften türmen sich die aus Fernost importierten Waren. „Warum aber kaufst du diesen tönernen Kürbis, diesen Halloween-Schmuck, diese Girlanden aus Pappe, wenn draussen der Herbst ein farbiges Fest veranstaltet …“ – Fragen stellt sie. Und erzählt. Von Eva und Adam zum Beispiel und Evas kompliziertem Verhältnis zu Gott, an dem sie – erstaunlich – ganz ähnliche Fehler entdeckt wie an ihrem Adam. Und sie entdeckt noch mehr: Wie sich Liebe verändert, wenn man erst einmal anfängt, den ganzen Adam zu entdecken. Und da wird’s schwierig. Denn das kann sie ja nur, weil sie vom Baum der Erkenntnis aß, den Gott ihnen verboten hatte. Aber warum, ist Evas durchaus konsequente Frage, hat Gott dann den Baum mitten ins Paradies gestellt und extra verboten, davon zu essen?

Jeder Einkauf wird ein Besuch „Im Krisengebiet“. Die Warenwelt ist trügerisch, unter den bunten Einheitsfrüchten ahnt man nur die Pestizide. Die Dinge in ihrer Massenfertigung haben aufgehört, noch gesund zu sein und zu schmecken. „Diese Lebkuchen hier sehen perfekt aus, aber sie sind reine Täuschung. Eine Fata Morgana. Spätestens beim dritten Biss beschleicht dich ein seltsames Gefühl: Der Geschmack, einem Betrug auf den Leim gegangen zu sein.“
Städte verlieren ihr Gesicht, weil die Geschäftsstraßen sich überall immer mehr angleichen. Das färbt auch auf die Menschen ab. Die aufgeblasenen, goldglitzernden Menschen sind nur noch Oberfläche. „Sollen sich die Leute doch vom Asphalt abheben. Aber wenn sie aussahen, als würden sie von einem Hofstaat träumen, der ein Verschnitt aus Bordell und Diktatur ist, muss man die Flucht ergreifen.“ („Die Stadt“)

In einem kleinen Text („Verdrängung“) rechnet sie auch mit den Journalisten ab, die in literarischen Kritiken gleich mal behaupten, Schreiben werde „aus Verzweiflung geboren, aus Elend und Schmerz. … Nur so könne Literatur entstehen.“ Da fühlt sie sich natürlich auf den Arm genommen. „Die Strafe, welche er spürt, wird vorsorglich verhängt.“

Das Buch also hätte durchaus einen Umschlag verdient mit einer dieser heutigen Malls drauf, in denen der Talmi fürs Volk verkauft wird, oder mit einem dieser bunten Einkaufsregale, in denen die aufgepeppten Fabriknahrungsmittel liegen. Hier reist eine Dichterin durch Europa und ist noch erstaunt, erschrocken, frustriert, wenn sie uns da so leben sieht in bunter Aufgeblasenheit, falschen Erwartungen und aufgepustet wie Fabrikbrötchen. Sie schaut und ist oft einfach froh, wieder davonzukommen. Denn hinter der bunten Fassade nagt der Zahn der Zeit. Doch so lange man drüber nachdenken kann – und das tut sie gern – bleibt der leere Reichtum auf Distanz. Über Glück denkt sie nach und das Märchen vom Fortschritt. Oder lässt ihre Heldinnen nachdenken in kleinen, pointenlosen Geschichten. Auch zu Weihnachten werden die eigentlichen Wünsche nicht erfüllt.

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Andere Namen
Christine Pfammatter, Leipziger Literaturverlag 2012, 19,95 Euro

Und manchmal schlüpft sie in eine Rolle, die eigentlich keiner mehr spielen will heutzutage: die Rolle von Karl, den schon seine Mutter nicht wahrnahm, als trüge er eine Tarnkappe. Und irgendwann kommt tatsächlich eine, die ihn mühsam dazu bringt, sich tatsächlich gemeint zu fühlen. „So bin auch ich noch Mensch geworden“, sagt Karl in „Von der Wiege bis zum Grab“. Das ist tatsächlich ein Geschenk. Und immer wieder kommt Christine Pfammatter genau an diesen Punkt zurück, der augenscheinlich eine ganze Gesellschaft in Atem hält. Nur suchen die Meisten wohl ihr Glück dort, wo es 9,99 Euro kostet und so tut, als könne man’s nach Hause tragen.

Der Umschlag des Buches hätte also auch gut der eines Kassa-Buches sein können. Mit Spalten für Soll und Haben. Oder eine vom Regen verwehte Einkaufsliste mit all den Dingen, die man in der schönen neuen Einkaufswelt nirgendwo bekommen kann.


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