Das tapfere Leben der Katharina von Siena in einer von Machtgier zerfressenen Zeit

Seit einiger Zeit sammelt der St. Benno Verlag Titel über bekannte und nicht so bekannte Frauengestalten der christlichen Geschichte in einer Reihe von Romanbiografien. Das darf auch ruhig mal in die jüdische Geschichte zurückreichen wie bei Abigail. Mit Katharina von Siena geht es jetzt ins Italien des 14. Jahrhunderts.

Erschienen ist Eleonore Dehnerdts Romanbiografie „Katharina von Siena. Das Mädchen aus Fontebranda“ erstmals 2004 im Brunnen Verlag in Gießen. Aber bis heute gibt es nur wenige lesbare Biografien über die 1347 in Siena geborene Caterina Benincasa. Die meisten Bücher, die sich ihr widmen, beschäftigen sich mit ihren Schriften, ihrer Mystik, interpretieren ihre Briefe oder inszenieren christliche „Begegnungen“ mit der Frau, die sich nicht scheute, die Herrscher und Päpste ihrer Zeit zur Raison zu rufen.

Und da wird es eigentlich erst spannend. Denn um Katharina als Heilige im Lauf der Zeit richtig kirchenkompatibel zu machen, wurde aus den überlieferten Schriften viel Persönliches entfernt und die meisten Biografien sind in einem gewollt frommen Ton geschrieben. Das merkt Eleonore Dehnerdt im Nachwort besonders an. Denn diese Überarbeitungen (die ja bekanntlich auch die Bibel erlebte), machen die historischen Gestalten, ihr Handeln, Denken und Fühlen fast ungreifbar. Wer versucht, das Leben dieser derart auf Frömmigkeit geglätteten Personen zu erzählen, muss Vieles rekonstruieren, muss auch die Geschichtsforschung bemühen und eine Gestalt schaffen, die wirklich in ihre Zeit passt.

Und die Zeit war finster. Italien war ein Flickenteppich der Herrschaftsinteressen. Die Päpste kämpften mit genauso brutaler Gewalt um Herrschaft und Besitz wie die italienischen Fürsten, der französische König und die adeligen Dynastien der damals noch reichen und blühenden Städte in der Toskana: Florenz, Pisa, Siena. Städte, die noch heute faszinieren, auch wenn gerade Siena eher deshalb beeindruckt, weil die Entwicklung dieser Stadt, die damals so groß war wie Paris, im 14. Jahrhundert, zum Zeitpunkt ihrer größten Blüte, praktisch eingefroren wurde.

Ende, Finito, Aus.

Und in ihrem farbenreichen Bilderbogen erzählt Eleonore Dehnerdt eben nicht nur über Berufung, Leiden und Botschaft der jungen Katharina, die sich schon mit sechs Jahren berufen fühlte und mit 33 Jahren und nach schweren körperlichen Leiden starb, sie erzählt auch einen Großteil dessen, was seinerzeit die Blüte vieler toskanischer Städte zum Erliegen brachte. Denn ohne die Grausamkeit der Zeit ist nicht wirklich zu verstehen, wie eine Gestalt wie die Katharinas eine derartige Wirkung entfalten konnte und ihre Botschaft durchaus wie ein Strohhalm wirkte in einer Welt, in der Rauben, Morden, Plündern und allgemeine Verarmung zum Alltag der Menschen gehörten. Nicht nur zwei große Pestepidemien fielen in die Lebenszeit Katharinas (die meisten ihrer Geschwister starben daran), sondern auch das Aufkommen der Condottieri, der professionellen Söldner, die ihre Dienste jedem anboten, der dafür zahlte. Und mit John Hawkwood war der erste und brutalste von ihnen zu Katharinas Zeiten aktiv.

Doch was passiert, wenn die kaiserliche Zentralgewalt am Boden liegt, die französischen Könige ihre eigenen Päpste küren und sich selbst die Kardinäle benehmen wie Schlächtermeister? Es ist auch die Zeit, in der die italienischen Städte um ihre Selbstbestimmung kämpften – und auch in blutigen Gemetzeln gegeneinander. All das erzählt die Autorin mit. Denn es gehört zum Leben der kleinen Mantelatin, die sich selbst quälte und kasteite, um in direkten Kontakt zu Gott zu kommen. Ein Wort wie Mystikerin ist schnell dahergesagt. Aber eine Zeit, die hohe moralische Maßstäbe lebt, bringt auch keine Mystiker hervor. Spätere Generationen haben die Rolle dieser Frauen und Männer immer verklärt. Noch heute werden sie gern wie Frömmler in einem märchenhaften Mittelalterambiente gemalt.

Aber dieses Mittelalter an der Schwelle zur Neuzeit war weder friedlich noch märchenhaft.

Und in Manchem erinnert es erstaunlich an die Gegenwart. „Ach, Katharina, die Kirchenführer haben doch den gleichen oder vielleicht noch größeren Willen zur Macht. Und Macht lässt sich nun einmal nur mit Gewalt erzwingen“, lässt die Autorin Katharinas Begleiter Neri di Landoccio Pagliaresi sagen. Und sie lässt auch die Karriere des Kardinals Robert von Genf nicht weg, der 1378 – noch zu Katharinas Lebzeiten – zum Gegenpapst gewählt wurde, ein Mann, der für das „Blutbad von Cesena“ verantwortlich war: 4.000 Bürger dieser Stadt, die es gewagt hatten, dem blutigen Kardinal Widerstand zu leisten, hatte er – nachdem er friedlichen Zugang bekommen hatte – von seinen Söldnern niedermetzeln lassen. Die komplette Stadtbevölkerung, schreibt Dehnerdt.

Das ist die Zeit, in der die Menschen die klaren, von Frieden und Liebe sprechenden Worte der jungen Nonne aus Siena natürlich mit offenen Ohren aufnahmen, selbst gewählte Stadtmagistrate luden sie ein, um die Konflikte zu schlichten, die zwischen Reichen und Armen, alten Adelsfamilien (wie in Siena „Die Neun“) und rebellierenden Bürgern zu schlichten. Denn welche moralischen Instanzen gelten eigentlich noch, wenn sich Fürsten, Könige, Kardinäle und Päpste die Hände blutig machen und Recht und Gesetz mit Füßen treten?

Man ahnt, welches Licht von dieser kleinen Person ausgegangen sein muss, die sich nicht scheute, den Bettlern ihren Mantel zu geben, die Aussätzigen zu besuchen und zu pflegen oder die Verurteilten zu trösten. Letzteres geradezu wagemutig in einer Zeit, als jede menschliche Regung als parteiisch betrachtet wurde und der haltlos gewordene Mob bereit war, auch die Unschuldigen dem Henker auszuliefern.

Man beginnt beim Lesen schon auf ganz sonderbare Weise über unsere Gegenwart nachzudenken, die das Wilde, Blutrünstige, das im 14. Jahrhundert in all seiner rücksichtslosen Gewalt aufbrach, nur kaschiert, unter der Decke hält wie ein wildes Tier, dem boshafte Politiker aber immer wieder einen Fleischbrocken hinwerfen nach dem Motto: „Ich weiß, dass ihr da seid. Und wenn ich in der Klemme stecke, dann rufe ich euch.“ Man ist geneigt, an Macchiavelli zu denken, aber der lebte erst 100 Jahre später, quasi am Ende des brutalen Zeitalters, das wir heute die Renaissance nennen. Er war Zeitgenosse Savonarolas, quasi dem religiösen Gegenentwurf zu Katharina von Siena – wo sie bedingungslose Liebe, Friedfertigkeit und Vertrauen predigte, forderte Savonarola bedingungslose Unterwerfung und die härteste Verfolgung aller Laster und Verirrungen. Und damit ähnelte er den wilden Fundamentalisten von heute.

Aber wie gesagt: Das war 100 Jahre später.

Trotzdem ist natürlich eine derartige Lebensgeschichte der Katharina von Siena eine sehr phantasievolle Annäherung. Das Geburtshaus der mutigen Frau kann man übrigens heute noch besichtigen – es wurde als Gedenkstätte eingerichtet. Und man sollte es sich zumindest mal auf Wikipedia anschauen, sonst hat man bei Eleonore Dehnerdts Schilderung tatsächlich das Gefühl, Katharina sei in einem recht bescheidenen Wollfärberhof aufgewachsen. Aber die Benincasas waren tatsächlich eine verarmte Adelsfamilie und das Haus wirkt selbst nach heutigen Maßstäben wie ein kleiner Palast. Und so ein klein wenig nagt auch die Unruhe beim Lesen: Kann es sein, dass es in der Familie von Jacobo Benincasa und seiner Frau Lappa (Lapa) vielleicht doch nicht ganz so ländlich beschaulich zuging, wie geschildert, sondern wesentlich politischer und moralisch strenger?

Man ahnt, wie die Autorin mit sehr viel Liebe zum Detail versucht, diesen Wollfärberhaushalt mit Leben zu erfüllen, die handelnden Personen zu Persönlichkeiten zu machen. Nicht alles ist aus den Briefen und Schriften Katharinas rekonstruierbar. Aber die Landschaften, Städte und Verhältnisse, die Dehnerdt beschreibt, haben zumindest für sich, ein glaubhaftes Tableau für diese Zeit zu sein. Die wesentlichen Personen sind historisch verbürgt – genauso wie Katharinas Reisen, Schlichtungen und Mahnungen an die Mächtigen. Ebenso die zerstörerische Art, wie die junge Frau versuchte, sich ganz in die Verfügung Gottes zu stellen und seine Worte zu hören. Was man zumindest ansatzweise versteht – denn woher soll man in solchen tief religiösen Zeiten, da keine moralische Instanz mehr funktioniert, eigentlich die richtigen Worte und Weisungen finden, wenn nicht in dem Versuch, durch Visionen und Gebete die Stimme Gottes zu erfahren?

Und – nicht ganz unwichtig dabei: Welche Autorität wurde überhaupt noch akzeptiert, wenn Willkür selbst in Verwaltungen und Gerichten das Normale waren?

Dass dann freilich aus den Texten, die auch heute noch (oder wieder) in mehreren Bänden verfügbar sind, die Stimme einer aufrechten Frau spricht, die aus der Botschaft Christi klare moralische Positionen formuliert und auch den Mächtigen keine Ausnahme dabei zugesteht, verblüfft noch heute. Denn solche Stimmen sind auch heute selten. Mit zynischen Argumenten wird begründet, warum Manipulation und Lüge vonnöten sind, um Macht zu erlangen (oder zu behalten), moralische Werte werden abgewogen, als würden sie für die einen, die Bevorzugten, gelten, und für die anderen nur in Teilen oder gar nicht. Die gesamte Flüchtlingsdebatte in Deutschland zeugt von dieser arroganten Verlogenheit.

Und man dürfte sich sicher sein: Wäre Katharina von Siena heute in Deutschland unterwegs, sie würde den Mächtigen genauso deutliche Briefe schreiben. Ob die sie freilich lesen oder gar darauf reagieren würden (wie es die Mächtigen zu Katharinas Zeit taten), darf bezweifelt werden. Denn die Besetzer der Macht haben auch gelernt, wie leicht sich Öffentlichkeit manipulieren und erpressen lässt. Der ganze faule Eiertanz um NSA und NSU und Verfassungsschutz beweist es.

Vielleicht würde Katharina heutzutage auch kein Gelübde mehr ablegen und unterm Dach der Kirche Schutz suchen, sondern lieber einen Blog aufmachen und dort der Welt ihre Meinung sagen. Das Mädchen aus Piesa wählte einen Weg, der für sie in ihrer Zeit möglich war. Und auch wenn man da und dort so kleine Zweifel hat, ob Eleonore Dehnerdt tatsächlich die richtige Motivation gefunden hat und den Werdegang dieser klugen, klaren Frau so beschreibt, wie er gewesen sein muss, ist es ein mit Liebe und leuchtenden Farben geschriebenes Buch über eine Zeit, die wir heute gern auf vielfache Weise verklären und dabei vergessen, wie sehr uns die Menschen dieses blutigen Zeitalters ähneln. Und wie leicht es fällt, das bisschen Zivilisation zu zerstören, das wir heute darüber geschichtet haben.

So betrachtet auch ein auf freundliche Weise mahnendes Buch.

Eleonore Dehnerdt „Katharina von Siena, St. Benno Verlag, Leipzig 2015, 12,95 Euro.

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