Nora Gomringers beherzter Ausflug in unsere Welt der Masken, Larven, Täuschungen und der verschwundenen Frauen

Es ist nur eine Trilogie? Das ist ja schrecklich! Ungeheuerlich! Wie kann sie nur! – Aber sie kann. Sie kann es wirklich. Das hat Nora Gomringer von Papa und Mama gelernt und selbst gewirkt mit emsiger Geduld, viel Fleiß und kühner Treuherzigkeit. Das hier ist das dritte Buch ihrer „Trilogie der Oberflächen und Unsichtbarkeiten“. Man könnte auch sagen: der Maskeraden unserer Zeit.

Denn wir verstecken uns. Wir spielen ständig Theater, verwandeln die Welt in einen Zirkus und sind ziemlich selten bei uns. Dafür ziemlich oft geistesabwesend, weil unser Geist besoffen durch Universen der Einbildung torkelt. Stockbesoffen. Berauscht. Aber nicht vom Leben.

Nur: Nora wird dabei weder melancholisch noch hysterisch, nicht wehleidig oder gar betroffenheitslyrisch. Warum auch? Hat man denn im 20. Jahrhundert wirklich nichts gelernt? Die Meisten wohl wirklich nicht. Die Verkleidung ist so schön: In waidwunder Betroffenheit zu jammern, wie garstig die Welt doch ist.

Schuld sind immer die Anderen. So kann man sich durchschlawinern, muss nicht allzu ehrlich sein mit sich, übt seine Rolle und tut beleidigt, wenn einer die Rolle jämmerlich findet. Oder den Bühnenauftritt. Oder gar fragt, was bei all dem schönen Schein noch der richtige Mensch darin ist. Egal, ob Männlein oder Weibchen.

Wer die „Monster Poems“ las und hörte, der war schon geneigt, nachzufragen, was die Kognitionswissenschaftler dazu zu sagen. Die haben viel dazu zu sagen. Aber auf die hört ja keiner, schon gar nicht die Produzenten dessen, was man so gern „Traumfabrik“ nennt, was aber nichts ist als die Produktion falscher Idole, Heldentaten, Mythen für eine Welt von Narren, Laiendarstellern und Fremdgeführten, Verführten und Ein-Gebildeten. Denn die Produktion der bunten Träume sorgt dafür, dass sich Millionen kleine, ungeübte Gehirne versuchen, in eine dieser glitzernden Rollen zu verwandeln. Und versuchen, ihr Leben in eine Show zu verwandeln. In „Morbus“ ging das weiter. Denn all diese Ängste, die durch unseren Alltag wabern, angefeuert von Zirkusclowns und Claqueuren, sind ja nicht wirklich unsere Ängste. Auch wenn wir drin baden, als wären es unsere, und uns jagen lassen.

Herde Mensch.

So profan schreibt und sagt es Nora Gomringer natürlich nicht. Auch wenn sie kess ist, souverän und von sarkastischer Freundlichkeit: Sie vergisst nicht, dass es auch uns selbst immer betrifft. In diesem Fall sie als Frau. Was schon eine Rolle ist. Das vergessen auch Frauen gern, weil man immer vergisst, wie man gemacht, geformt und in etwas verwandelt wurde. Wir Menschen sind so. Wir brauchen Eindeutigkeiten. Und vergessen, dass alle Eindeutigkeiten Konstrukte sind. Viele von uns werden panisch, wenn ihnen etwas Nicht-ganz-Eindeutiges zugemutet wird. Frauen, die sich nicht wie Weibchen verhalten, die sich nicht als Sexobjekt ins Dirndl schnüren oder in die Jungfernrolle schlüpfen, wenn das mit dem Girlie nicht mehr funktioniert.

„Moden“ sind zwar nicht nur weiblich. Es kommen auch ein paar Ausflüge ins Männerreich vor, am markantesten beim Thema Uniform. Da ist es unübersehbar. Da gilt Gottfried Keller: „Kleider machen Leute“. Und manchmal entsteht auch erst etwas Wahrnehmbares, wenn ein Kerl in eine Uniform schlüpft: Brust raus, Bauch rein. Schau an: ein strammer Kerl. Da gilt der Anschein für den Kerl. Inwendig kann es ein hohler Sack sein, ein Trottel ohne Prinzipien. Ode mit Prinzipien, was oft noch schlimmer ist. Man ahnt es schon. Eigentlich beschäftigt sich die weltreisende Dichterin mit der Maskerade unserer Zeit und wie sehr wir die Welt allein durch Äußerlichkeiten wahrnehmen. Frauen und Mädchen erst recht. Da muss Nora Gomringer gar kein großes Epos über Schleier und Burkas schreiben. Nur ein kleines Gedicht über die Verwandlung eines Mädchens, das eben noch vor allem durch den üblichen Rock erkennbar war als junge Frau – und dann: verschwindet sie einfach.

So liebevoll kann man beschreiben, was in den Köpfen dummer alter Männer vor sich geht, die sich gar nicht mehr beruhigen können im Reden über Frauen, die in ihre Wahrnehmungsmuster nicht passen. Das fällt auf sie zurück. Aber das merkt nur eine, die so aufmerksam hinschaut und sieht, was da passiert. In den vorherigen Besprechungen haben wir Noras Vater Eugen Gomringer erwähnt. Das lag so nahe. Aber in diesem Band weist Nora auf ihre Mutter Nortrud hin, von der sie – wie sie mit Schalk im Auge meint – wohl das „schöne Gehirn“ habe.

Hat wirklich nicht jeder. So ein Gehirn, das ans Denken und Umkrempeln gewöhnt ist, ans Benutzwerden sowieso. Benutzen Sie Ihr Gehirn noch? Das möchte man ja gern alle Tage fragen, mit so viel oberflächlichen Menschen bekommt man es zu tun, die einem mit dem stocksteifen Ernst altgewordener Nichtdenker alleweil erklären, wie die Welt ist. Aber eine wie Nora weiß, dass es diese Welt gar nicht gibt. Alles ist Maskerade, Camouflage. Fast Jede und fast Jeder versuchen etwas zu scheinen, was sie nicht sind. Bis hin zu jener Nimmersatten, die vorm überquellenden Kleiderschrank steht und schreit, sie habe nichts, aber auch gar nichts zum Anziehen. Während fern im Osten ein dünnes kleines Mädchen jeden Tag billige neue Klamotten näht.

Woher das kommt, Nora weiß es. Sie begegnet ja dieser großen Frauen-mach-Maschine tagtäglich. Es ist allgegenwärtig. Der ganze Zugriff auf den Ausputz der Frauen ist ein einziger, schreiender Zirkus. Und zum Ruhm kommen nur jene Mermaids, die sich ganz dem Bild und den Erwartungen fügen – kindlich, naiv, männeranhimmelnd.

Wer kluge Frauen mit schönen Gehirnen liebt, der wird diese Gedichte lieben, der wird sich abends nach Ladenschluss keine Bierflasche öffnen, sondern die beigelegte CD in den Recorder schieben und sich freuen, dass es diese eine unverfrorene Nora gibt. Denn wenn sie die weibliche Maskerade so spöttisch auseinandernimmt, nimmt sie tatsächlich die männlichen Wunschbilder auseinander. Die falschen männlichen Wunschbilder. Man möchte ja nur noch herumlaufen und die Leuchtwerbung in der Stadt mit riesigen roten Lettern beschmieren: DIESES FRAUENBILD IST VERLOGEN! SOLCHE FRAUEN WÜNSCHEN SICH NUR BEKLOPPTE SAUFKÖPPE!

Denn auch für Männer ist das fatal, die gern ein denkendes Geschöpf an ihrer Seite haben, keine Geisha, Prinzessin oder bunt bemalte Trophäe. Aber diese klug gebliebenen Geschöpfe sind selten. Die meisten Mädchen lassen sich dumm machen und einschüchtern und ins Handtaschenformat falten. Brav wie sie sind. Der Frust kommt dann erst später, wenn sie alt sind und merken, dass die ganze Sache ein fauler Zauber war. Eine falsche Wegweisung. Denn wenn kleine Menschen heranwachsen, sind sie verführbar. Dann nehmen sie bereitwillig die Rollen an, die ihnen angeboten und zum Vorbild gemacht werden. Da spielen die Mary Poppins’ dieser Welt eine Rolle, diese lieben, strengen, regelbesessenen Nannys, die den zu Erziehenden eine riesengroße Hoffnung machen. Und Kinderherzen stehlen. Man hängt sein Herz ja früh an Menschen und weiß nicht, warum das so ist und was die damit anstellen. Und dann gehen sie fort, haben ihre Erziehungs-Aufgabe erledigt – und es bleibt ein großes Loch, die Ahnung einer gestohlenen Kindheit. Man wäre doch nur zu gern in ihrer Obhut geblieben, in ihrer großen Tasche.

„Poppins’ tiefe Tasche“ ist das wohl berührendste Gedicht in diesem Band, weil es so beiläufig verrät, woher das Alles kommt und warum hinter den drei Gedichtbänden über „Oberflächen und Unsichtbarkeiten“ auch ein tiefes Verletztsein steckt. Das nicht heilen will, auch wenn es bei Nora Gomringer immer ganz schnippisch daherkommt. Denn wie erwähnt: ihr schönes Gehirn hat sie von Mama. Und wer gelernt hat zu sehen, wie Verführungen funktionieren, Manns- und Weibsbilder gemacht werden, wie Menschen gefügig werden, wenn sie in die angebotenen Kleider und Masken schlüpfen, der kann nicht mehr in die verwunschene Trugwelt zurück. Der weiß, dass nicht nur der Kaiser keine Kleider trägt, schon gar keine neuen. Der sieht auch, dass in vielen Kleidern gar nichts drinsteckt.

Es ist vielleicht der größte Abgrund unserer Zeit: diese Abwesenheit so vieler modisch Gekleideter von sich selbst. Sie sind nicht da. Man kann mit ihnen reden, bekommt aber nur Bühnentexte. Dahinter: ein großes, freundlich angemaltes Nichts.

Die Trilogie ist komplett.

Am heutigen Sonntag, 26. März, um 11 Uhr, verirrt sich Nora Gomringer tatsächlich in die LVZ-Autorenarena auf der Neuen Messe. Ob das mal gutgeht?

Nora Gomringer Moden, Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2017, 18 Euro.

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