Artikel zum Schlagwort Gedichte

Bemerkenswert anrührende Gedichte aus Leipzig

Johanna Schwedes‘ Lebensgedichte aus einer Welt mit Sonne, Sternen und vorwurfsvoll hustenden Krähen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig ist eine poetische Stadt. Nicht auf Ebene der Stadtpolitik. Da hat selbst ein Verleger als Kulturbürgermeister nicht viel Aufmerksamkeit gezeigt für die Autoren in der Stadt. Sind ja alle nicht berühmt, tauchen im Preisrummel der deutschen Literaturpreise nicht auf. Und im Westen werden sie nicht gehypt. Ergebnis: Sie schreiben exzellente Texte. Und die erscheinen fast ausschließlich in kleinen, aber sehr ambitionierten Verlagen. Weiterlesen

Ray Zwie Backs Blaue Stunden

Die poetischen Klein-Briefe eines aufmerksamen Stadt-Spaziergängers an eine Unbekannte

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich ist Wolfgang Krause Zwieback ein Dichter. Auch wenn man geneigt ist, ihn in eine besondere Kategorie von Dichtern zu stecken: den vielbegabten, spazieren gehenden und schauenden Dichter. Er hat mit Gedichten schon Performance gemacht, als die Poetry Slams noch nicht mal erfunden waren. Denn eines hat er immer gewusst: Worte erzeugen faszinierende Bilder. Man muss nur damit malen können. Weiterlesen

Barock als Vorbild, Gegenwart als Stoff

Eine Poesiesammlung aus den subversiven Welten der Bühnen, Slams und Wider-Sprüche

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAb und zu gibt es solche großen, mächtig gewaltigen Sammelbände zur zeitgenössischen Lyrik, in denen kenntnisreiche Herausgeber alles sammeln, von dem sie der Meinung sind, dass es das Beste vom Besten der aktuellen Lyrik ist. Manche Herausgeber sind noch mutiger und versuchen sich am Standardwerk für die komplette deutsche Lyrik. Und so, wie Nora Gomringer und Martin Beyer Luft holen, versuchen sie es auch. Weiterlesen

Wenn Dichter um den Schreibtisch hüpfen

„Poesiealbum neu“ – Erstaunlich viele Antworten auf die Frage nach dem Glücklichsein als Mensch

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Für alle LeserGülden liegt es da, als wäre das neue „Poesiealbum neu“ ein Schatz, den es zu finden gilt. Dabei ist es ein Schatz. Ein richtiger. Nicht der alptraumhafte der Nibelungen, nicht das Metall der Gier, das ganze Völker verrückt und zu Bestien macht. Und irgendwann kommt man beim Durchstreifen dieser über 80 versammelten Gedichte natürlich auf so einen Gedanken wie den: Kann es sein, dass Dichter mehr wissen über unser Menschsein? Weiterlesen

Ein erstaunlich vertrauter Dichter aus Amerika

W.S. Merwins Gedichte über die frappierende Stärke einer erinnerten Vergangenheit

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Für FreikäuferMan staunt eigentlich eher über die Nummer, die dieser Gedichtband aus dem Leipziger Literaturverlag bekommen hat: Es ist Band 84 der Reihe „Neue Lyrik“, die Verleger Viktor Kalinke einst selbst mit Band 1 eröffnete. Seither ist es aber eine richtige Bibliothek mit hochkarätiger Lyrik aus aller Welt geworden. Zweisprachig. Dem Leser wird auch bei William S. Merwin das Original nicht vorenthalten. Weiterlesen

Sonett als Lebensbegleiter

Bertram Reinecke zeigt sich als gesammelter Meister der schönen strengen Form

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Für FreikäuferIm Aphaia Verlag in München gibt es eine sehr ansprechende, sehr liebevoll gesetzte Heftreihe. „Mitlesebuch“ nennt sie sich und bringt die Texte spannender Gegenwartsautoren in kleiner Auflage, erfrischend illustriert und – wie in diesem Fall – auch kenntnisreich kommentiert. Das macht der Leipziger Dichter Bertram Reinecke gleich selbst. Denn kein anderer Leipziger Lyriker betrachtet derart konsequent Lyrik als Kunst-Werk. Weiterlesen

Ein Stück erinnerte Zensur, ein Archivfund und ein Neuanfang mit Musik

Wie das Leipziger Liederbuch nach 30 Jahren endlich das Licht der Welt erblickte

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Für alle LeserEs gibt eine Menge Bücher, die vor 1989 im Osten nicht erscheinen durften. Simone Barck und Siegfried Lokatis berichten in ihrem Buch „Zensurspiele“ über die berühmtesten Fälle. Die meisten Fälle freilich erlangten nie Berühmtheit, denn sie blieben schon vorher in jenem Grauraum hängen, in dem große und kleine Funktionäre ihren Missmut deutlich machten. So ein Fall ist auch Ralph Grünebergers „Leipziger Liederbuch“. Weiterlesen

Der vertraute Blick der DichterInnen aufs Blühende um uns herum

Ein ganzes Poesiealbum für Liebhaber von Wald, Wiese und Sauerampfer

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferDeutsche Dichter lieben Pflanzen: Wälder, die da schweigend stehen, Blümchen, die da grüßen, Lindenbäume vor dem Tore. Daran hat sich nichts geändert. Trotz industrialisierter Landwirtschaft, Klimawandel und immer längeren Roten Listen. Vielleicht sogar gerade deshalb. Denn Dichter haben zumindest ein Gespür dafür, was da alles verloren geht. Weiterlesen

Ein Gedichtband mit Murren, Gurren und ein paar berechtigten Spitzen

Mit „Taubenblicke“ erzählt Grit Kurth vom Lieben, Verlieren und Betroffensein

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Für alle LeserIn ihrem Novellenbuch „Seelenbruder“, der 2014 im Einbuch Verlag erschien, hatte Grit Kurth auch schon ein paar Gedichte beigegeben. Sie schienen nicht ganz dazu zu passen, gaben aber schon einen Hinweis darauf, dass da noch mehr sein könnte. Der Wunsch zum Beispiel, sich mit Gedichten ganz persönlich zur Lage der Welt zu äußern. Und sich selbst zu verorten „in diesen prosaischen Zeiten“. Weiterlesen

Die Sache mit Umschlungensein, Liebesfleiß und dem harmoniesüchtigen Herrn Leibniz

Stabilierte Saitenlage: Peter Gosses ganz und gar nicht sentimentale Gedichte von der Liebe

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferDass der Leipziger Lyriker Peter Gosse seinen Lesern gern Nüsse zum Knacken aufgibt, das zeigt schon der Titel, den er seinem Band mit Liebesgedichten gegeben hat: „Stabilierte Saitenlage“. Ein kleiner Seitenhieb auf den „bewunderten Mit-Leipziger“ Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen 300. Todestag 2016 gefeiert wurde, und dessen „prästabilisierte Harmonie“. Weiterlesen

Mehr als ein Geburtstagsbuch

Wie der Leipziger Dichter Andreas Reimann mit ironischem Sinn durchs museale Weimar spaziert

Foto: Ralf Julke

Wer einen wie den Leipziger Dichter Andreas Reimann einlädt, der kann sicher sein, dass er danach einen richtigen, vollgültigen und spitzbübischen Gedichtband bekommt. Die Dresdner haben es getan. Die Weimarer haben es nicht getan. Was schon verblüfft. Haben sie aus ihrer Geschichte also doch nichts gelernt? Sie haben trotzdem einen Gedichtband bekommen: Poeten-Museum. Weiterlesen

Raus aus dem Eisfach

Jutta Pillats Gedichte übers Lebenlernen nach der Zeit des kalten Schweigens

Jutta Pillat: Die aus der Kälte kommen. Foto: Ralf Julke

Der Titel hat etwas für sich, auch wenn Jutta Pillat nun nicht wirklich die Dichterin ist, der das Beschreiben kalter Zeiten und Zustände liegt. Dazu ist sie zu warmherzig, liebt das Leben zu sehr und schaut auch die Menschen, denen sie begegnet, mit viel zu neugierigem Blick an. Und sie neigt auch nicht dazu, aufzugeben und zu barmen. Weiterlesen

Ein Mädchen übt den Handstand

Warum die einen Engel sehen, die anderen Wolken und kaum jemand die unerhörte Leichtigkeit des Seins

Foto: Ralf Julke

Das Bild hat Symbolkraft: Ein Mädchen geht in den Handstand, ist noch nicht ganz ausbalanciert. Spielerisch sieht es aus, selbstbewusst, herausfordernd. „Handstand“ hat der Hallenser Künstler Uwe Pfeifer die 2011 entstandene Lithografie genannt. Und die Leipziger Dichterin Jutta Pillat war so fasziniert von diesem kleinen Kunstwerk, dass sie unbedingt einen Gedichtband draus machen wollte. Weiterlesen

Die Gedicht-Jazz-Reise von Nora Gomringer und Philipp Scholz auf einer Scheibe

Gedichte sind Musik und Heimat ist der Strohhalm für die Ahnungslosen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKann man Gedichte zelebrieren wie ein Jazz-Konzert? Kann man. Alles kein Problem. Dass sich Nora Gomringer nicht scheut, mit Musikern zusammen ins Studio zu gehen, hat sie zum Beispiel 2013 gezeigt, als sie mit dem Dresdner Wortart Ensemble eine Scheibe Lyrik einspielte. Eigentlich auch das schon ein hörbarer Beweis: gute Lyrik ist Jazz. Theater sowieso. Und bei Gomringer: unterhaltsames Spracherlebnis. Weiterlesen

Ein neues Poesiealbum neu für nachdenkliche Zeitgenossen

Wissenschaft ist keine Glaubenssache und Fausts Dilemma ist der Horror unserer Zeit

Foto: Ralf Julke

Das Thema liegt so rum in der Weltgeschichte. Man stolpert drüber. Manchmal steckt es die Reinemachefrau hinter den Vorhang, damit es keiner sieht. Denn die Herren im Nobelkabinett sind ja wieder damit beschäftigt, die Religion als Glücksbringer für eine heilsame Zukunft anzupreisen. Glaube siegt, oder so ähnlich. Aber selbst Dichter wissen es besser. Weiterlesen

Was die Mode streng verhüllt

Nora Gomringers beherzter Ausflug in unsere Welt der Masken, Larven, Täuschungen und der verschwundenen Frauen

Foto: Ralf Julke

Es ist nur eine Trilogie? Das ist ja schrecklich! Ungeheuerlich! Wie kann sie nur! – Aber sie kann. Sie kann es wirklich. Das hat Nora Gomringer von Papa und Mama gelernt und selbst gewirkt mit emsiger Geduld, viel Fleiß und kühner Treuherzigkeit. Das hier ist das dritte Buch ihrer „Trilogie der Oberflächen und Unsichtbarkeiten“. Man könnte auch sagen: der Maskeraden unserer Zeit. Weiterlesen

In einer Welt, in der Menschen ohne Moral bestimmen, was Moral ist

Erstaunlich vertraute Töne von jungen Dichtern aus dem Ostseeraum

Foto: Ralf Julke

Der Untertitel stimmt – und führt doch erst einmal in die Irre. Denn so ein wenig erwartet man bei „Gedichten aus dem Ostseeraum“ eine Anthologie von jungen deutschen Dichtern aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Von denen hat man wirklich lange nichts gehört. Aber in diesem Fall ist das Ganze viel größer gedacht. Weiterlesen

Ein neues Heft für lesende Menschen

Über Tugenden, die keine sind, und Sünden, die uns erst lebendig machen

Foto: Ralf Julke

Besonders üppig ist die sächsische Literaturförderung nicht. Ein paar Festivals, ein paar wenige Zeitschriften und Vereine, das war’s dann eigentlich schon, was die Kulturstiftung des Freistaats unterstützt. Die seit 2007 erscheinende Reihe „Poesiealbum neu“ gehört nicht dazu. Und trotzdem schafft es ein ambitioniertes Heft ums andere ans Licht der noch lesenden Öffentlichkeit. Weiterlesen