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Mondnacht: 25 Essays, die Antworten suchen auf unser Zögern und Versagen in der Klimakrise

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    Wir haben nicht mehr viel Zeit, das Steuer herumzureißen. Sieben Jahre. Zehn vielleicht noch. Wir sind die erste Generation, die die Klimakrise schon live miterlebt. Und wir sind die letzte, die noch auf die Bremse treten kann. Wobei: Das ist schon wieder das falsche Bild. Das Auto wird diesmal keine dominierende Rolle mehr spielen können. Auch wenn das so explizit in diesem Essay-Band nicht ausgesprochen wird.

    25 Essays von Politiker/-innen, Wissenschaftler/-innen und Aktivist/innen haben Chris Verfuß und Felix Erdmann für diesen Band gesammelt, darunter durchaus auch aus verschiedenen politischen Lagern: Linke, SPD, Grüne, FDP.Dafür keinen aus dem konservativen politischen Lager, das die Hauptverantwortung dafür trägt, dass die Warnungen der Wissenschaft 50 Jahre lang kleingeredet und beiseite geschoben wurden und der Umbau Deutschlands zu einem klimaneutralen Land die letzten 16 Jahre völlig ausgebremst wurde.

    Manches wird all jenen, die sich seit Jahren ernsthaft mit der Klimakrise beschäftigen, nicht neu sein – auch wenn es immer wieder erschüttert, wenn die Zahlen und Jahresdaten auf den Tisch kommen und der lange, lange Vorlauf all der Klimakonferenzen, die von den mächtigen Regierungen in dieser Welt immer wieder zum Scheitern gebracht wurden, ergebnislos endeten.

    Jeder dachte nur an sich und seine Wirtschaft und die Erkenntnis wurde nie politisch akzeptiert, dass dieser Weg, den die Weltgemeinschaft seit 200 Jahren eingeschlagen hat, in die Katastrophe führt, sich selbst regelrecht verschlingt, weil er sämtliche Ressourcen verbraucht, die diese Erde zu bieten hat, und auch noch das Klima zum Kippen bringt, ohne das es die menschliche Zivilisation nie gegeben hätte.

    Der Erde sind wir egal

    Der Erde ist das egal. Die wird noch Millionen Jahre um die Sonne kreisen. Und der Natur wird es auch egal sein. Sie hat schon mehrere Massensterben erlebt und hinterher alles neu angefangen und neue Vielfalt hervorgebracht. Es sind unsere eigenen Lebensgrundlagen, die wir zerstören.

    Aber vielleicht gehört auch etwas dazu, was weder 1972 bei der Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums“ noch 1992 bei der großen Konferenz in Rio de Janeiro als Kern des Problems verstanden wurde, was aber mehrere Autor/-innen in ihren Essays erstmals deutlich ansprechen: Dass die Hauptursache für alle unsere heutigen Krisen das Wachstumsdenken der kapitalistischen Wirtschaftsweise ist, ihre Unersättlichkeit und die Unerbittlichkeit, keine Wachstumsgrenzen zu akzeptieren.

    Was zwangsläufig dazu führt, dass wir längst schon sämtliche Ressourcen des Planeten übernutzen, und das schon mit fatalen Folgen – dem Verlust riesiger Wälder, die in den heißen Jahren der Gegenwart gleich auf riesigen Flächen verbrennen, dem massiven Verlust von fruchtbaren Böden durch Dersertifizierung, dem Verlust wichtiger Trinkwasserreservoire …

    Längst sind gerade im globalen Süden Kriege im Gang, die man letztlich alle auf den Klimawandel zurückführen kann – sie begannen mit Missernten und Dürrejahren, mit dem Streit um fruchtbare Böden, Trinkwasser und Flüsse. Die Bürgerkriege waren meist nur der letzte Auslöser für die Flucht von Millionen Menschen, von denen nur die wenigsten den Weg bis nach Europa schaffen.

    Der fatale Wachstumsglaube

    Und die Reaktion der „Weltgemeinschaft“ auf all die immer konkreter werdenden Warnungen der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels erzählen eben davon, dass die Verantwortlichen nicht mal begriffen, dass es um den Kern unseres heutigen Wohlstandsdenkens geht, um den Wachstumsglauben und die immer mehr schwindende Fähigkeit, unsere Zukunft in Alternativen zu denken.

    Der Philosoph Gert Scobel geht in seinem Essay „Krisen im Nichtentwicklungsland“ besonders auf diese unsere Unfähigkeit ein, uns aus den Denkschablonen der Wachstumsgesellschaft zu befreien, die geradezu unfähig ist, ihr eigenes Handeln anders zu denken – und deshalb auch unfähig, die nächste Zukunft gedanklich zu antizipieren und schon vorsorgend unser Denken und Verhalten zu ändern.

    Sein Essay wird dabei geradezu zu einer posthumen Würdigung für den Journalisten Roger Willemsen, dessen letztes Buch – „Wer wir waren“ – Fragment geblieben ist. Aber genau da hat er diese Frage intensiv behandelt: Sind wir überhaupt noch fähig, uns selbst ohne rosarote Brille zu sehen und die Folgen unseres Tuns auch nur für die nächste Zukunft zu begreifen?

    Und zwar so, dass wir dann, wenn wir diese nächste Zukunft erreichen, nicht zurückblicken müssen und uns sagen müssen: Was waren wir doch für faule, übersättigte Drecksäcke und verantwortungslose Banausen?

    Das Herrschaftsdenken über die Natur

    Ein Thema, das auch im Essay der Amerikanistin Gesa Mackenthun im Zentrum steht, dem eigentlich zentralen Essay in diesem Band. Denn sie erklärt tatsächlich, warum das ganze Buch gespickt ist mit Landschafts- und Naturgedichten der deutschen Dichtung vom Barock bis kurz vorm Ersten Weltkrieg.

    Denn die Gedichte reflektieren das, was in den Essays thematisiert wird, zeigen noch einmal, wie intensiv unsere Beziehung zur lebendigen Natur ist und dass die Klassiker und Romantiker tatsächlich schon ein gutes Gespür dafür hatten, dass nicht nur eine neue Zeit vor ihren Augen anbrach, sondern auch ein fatales Denken und ein fataler Umgang mit der lebendigen Natur die Herrschaft übernahm.

    Die romantische Sehnsucht nach dem Wald entstand genau in diesem Moment, als die intensive Beziehung des Menschen zu einer als übermächtig empfundenen Natur verloren ging und an ihre Stelle ein Machbarkeits- und Beherrschbarkeitsdenken trat, das bis heute all unsere gesellschaftlichen Bereiche durchdringt.

    Übrigens auch mindestens zwei Essays in diesem Band, in denen die beiden Autoren noch immer den felsenfesten Glauben vertreten, dass der Mensch die sich aufhäufenden Krisen mit technischem Knowhow in den Griff bekommen könnte. Besser als die Natur könnte man sagen. Diese Arroganz ist noch immer da.

    Und sie wird die notwendigen Veränderungen in den nächsten Jahren sehr schwer machen. Denn diese Leute sitzen an Schaltstellen, sitzen in Beratungsgremien, haben ganze Verbände und Lobby-Institute hinter sich und werden eines ganz bestimmt nicht wollen: Dass ihnen die Macht über unsere Naturressourcen aus der Hand genommen wird.

    Das fällt den im Machbarkeitsdenken Aufgewachsenen nämlich am allerschwersten: der Rückzug. Der Verzicht darauf, die Dinge weiterhin so lösen zu wollen, wie sie es seit 200, 300 Jahren gelernt haben. Hat doch bis jetzt funktioniert? Warum nicht noch länger?

    Die unersättlichen Wohlstandsbälger

    Man bekommt also durchaus auch verstörende „Antworten auf die Klimakrise“ in diesem Band. Es ist kein Rezeptbuch geworden, kein Trostbüchlein für alle, die hoffen, dass jetzt endlich der Groschen fällt. Die Warnungen sind unüberlesbar. Aber auch die klugen Einsichten, wie sehr unser heutiges Dilemma mit dem Selbstverständnis der Wachstumsgesellschaft zusammenhängt.

    Denn zu der gehört eben nicht nur, dass sie unfähig ist zum Rückzug und zum Verzicht – nur so am Rande: Die richtig fetten Verzichts-Diskussionen werden wir alle noch bekommen. Denn diese Gesellschaft hat Wohlstandsbälger hervorgebracht, die vor allem eines gelernt haben: dass es von allem immer mehr und zu jeder Zeit geben muss.

    Und zwar sofort. Menschen, denen nicht einmal mehr bewusst ist, was für eine Kaskade an Energie- und Ressourcenverbrauch ihre unablässigen Wünsche und Erwartungen auslösen, wie ihr gigantischer Ökologischer Fußabdruck einfach dadurch entsteht, dass sie nie aufhören können, immerfort eine neue Bespaßung zu verlangen.

    Das Jahr ohne Sonne

    Aber genau dieses Selbstverständnis einer gepamperten Gesellschaft hat noch eine andere Folge, die Gesa Mackenthun sehr schön herausarbeitet, indem sie sich quasi genau an den Punkt begibt, an dem unsere heutige Gesellschaft mit einer gewaltigen Besitz-Umverteilung begann.

    Und dieser Punkt war eine kleine Katastrophe, das „Jahr ohne Sonne“ 1816, in dem aber auch zwei bis heute wirksame literarische Werke entstanden, die das höchst fatale Denken dieser neuen Zeit grandios auf den Punkt bringen: George Gordon Lord Byrons „Darkness“ und Mary Shelleys „Frankenstein“. Beide entstanden mitten in diesem „Jahr ohne Sonne“ in einem Haus in der Schweiz, wo die dort gestrandete kleine Gruppe von Engländern die Zeit damit verbrachte, sich mit literarischen Ideen zu unterhalten.

    Also so ein bisschen wie in Boccaccios „Dekamerone“. Nur dass es Byron und Shelley tatsächlich gab und ihre Werke bis heute gelesen werden. Und auch genossen, egal, wie fatalistisch sie sind. Und gerade Mary Shelley sah die Folgen des sich zuerst in England entfesselnden Kapitalismus so deutlich voraus wie keine andere Autorin, kein anderer Autor in dieser Zeit.

    In „The Last Man“ von 1826 kritisiert sie sehr genau, welche menschlichen Eigenschaften diese neue Gesellschaft vor allem entfesselt: „Mary Shelley fügt ihrer Kritik an Egoismus, Empathiemangel und Oberflächlichkeit anhand einer Figur in ‚The Last Man‘ noch die Kritik an einem naiven Fortschrittsoptimismus hinzu.“

    Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Ignorieren aller Warnungen vor der Klimaerhitzung, dem Artensterben, neuen Pandemien, Bürgerkriegen und absehbaren Ressourcenkrisen geht eigentlich immer einher mit einem zutiefst naiven Fortschrittsoptimismus. Der wiederum eine weitere schlechte Eigenschaft hat: Er ist unfähig, die Folgen seines eigenen Tuns zu verstehen und sich als ersetzbar zu betrachten.

    Alternativlosigkeit und Untergangsmythen

    Daher kommen ja diese nicht mal nur naiven Aussagen von Margaret Thatcher („There Is No Alternative.“) oder Angela Merkel: „Alternativlos“.

    Schade eigentlich. Aber das Wirken dieser beiden Frauen wird einmal nicht sehr positiven Niederschlag in den Geschichtsbüchern finden, die hoffentlich künftige Generationen noch schreiben können. Denn sie haben die Zerstörung der Welt befeuert, indem sie „die Wirtschaft“ über die Gesellschaft und die Bedürfnisse der Menschen stellten.

    Sie haben dazu beigetragen, das alternativlose Wachstumsdenken in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Der amerikanische Historiker Francis Fukuyama hat ja seinen Slogan vom „Ende der Geschichte“ inzwischen bereut. Denn Geschichte endet nicht. Und sie kennt auch keine Alternativlosigkeit.

    Denn – um auf Willemsen zurückzukommen: Wir wissen nicht, wie die Sache ausgeht. Wir können es bestenfalls antizipieren, indem wir die Folgen unseres heutigen Tuns ernst nehmen und uns wenigstens vorzustellen versuchen, wie das enden könnte. Noch besser ist natürlich, wenn wir daraus auch eine Änderung unseres Verhaltens machen – und zwar jetzt.

    Denn das ist die tatsächliche Alternative in jeder Geschichte: Jetzt schon – bevor die fatalen Folgen alle eingetreten sind – unser Verhalten zu ändern und damit Verantwortung zu übernehmen für die Kinder und Enkel. Und für alles, was sonst noch möglich wäre, wenn die Menschheit jetzt nicht in einem irrsinnigen Ego-Denken alle Grundlagen zerstört, auf denen künftige Generationen noch leben könnten.

    Und Mackenthun kommt ziemlich logisch auch zu dem Punkt, an dem sie den Grund dafür ausmacht, warum diese unsere westliche Gesellschaft derart in Panik geraten ist, statt die Sache cool und vernünftig wieder in Ordnung zu bringen. Und warum die riesigen Medienkonzerne des Westens kaum noch etwas anderes produzieren als gewaltige Dystopien, Weltuntergänge am laufenden Band.

    Denn tatsächlich kann sich eine so vom Wachstum besessene Gesellschaft keine Alternative zu sich selbst vorstellen. Jede Alternative interpretiert sie als Untergang. Deswegen kennt sie nur ein Ende: eines mit Schrecken und Vernichtung der Welt. Denn außer ihr kann und darf es nichts geben. Das ist – ganz wie in einer richtigen Religion – geradezu verboten zu denken.

    Der Katastrophismus der Eliten

    Aber Mackenthun stellt noch etwas fest: Dieses Untergangsdenken ist das Denken der herrschenden Eliten, die es nur gibt, weil diese Gesellschaft so ist. „Langfristig gewachsen scheint aber eher die von gewalttätigen Dystopien saturierte Zukunftsimagination des Westens, der, wie Frederic Jameson schrieb, eher in der Lage ist, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus in seiner jetzigen Form.

    Der gewalttätige Katastrophismus vieler Weltuntergangfiktionen (insbesondere Filme) seien eine ‚faule fiktionale Trope‘ – so der Autor Cory Doctorow (‚a lazy trope of fiction‘). Die Angst an der Wurzel der Desasterfiktionen basiere auf einem ‚belief in the inhumanity of neighbors who are poorer and browner than us‘. Doctorow benutzt den Begriff der Elitenpanik (‚elite panic‘) für diese ideologische Haltung.“

    Und das hat Folgen für das politische Handeln: „Die Panikfiktionen der Privilegierten tragen ihren Anteil an der Langsamkeit, mit der die Bereitschaft für Veränderung wächst …“

    Wobei die meisten Essays in diesem Band eben nicht die Panik beschreiben und auch mit Katastrophenszenarien nicht viel anfangen können, auch wenn diese Katastrophen vorhersehbar sind, wenn die Temperaturen weiter steigen. Jeder IPCC-Bericht zeigt das inzwischen detailliert auf.

    Und auch die in Paris vereinbarten 1,5 Grad maximale Temperaturerhöhung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter werden kein „schönes Wetter“ ergeben, sondern massive Wetterextreme. Und dabei weiß man, dass selbst die als zweites Limit genannten 2 Grad kaum zu schaffen sein werden mit dem derzeitigen Verweigerungsmodus.

    Wenn ein ganzer Lebensstil infrage steht

    Manche Beiträge beschäftigen sich scheinbar kritisch mit den überzogenen Erwartungen an die Energiewende. Auch so eine Methode, im Weiterso zu verharren, statt einfach loszulegen und auch das Denken in den Köpfen der Menschen zu verändern. Denn natürlich werden wir die Wende nicht hinbekommen, wenn wir nicht alle unser Verhalten ändern und auch weniger verbrauchen – an Konsumgütern und Energie, an Platz und Mobilität.

    Es geht nicht einfach nur um den Ersatz von Kohle, Atom und Erdöl durch Wind, Sonne und Wasserstoff. Das wird nicht genügen und wäre ein Weiterso mit enormem Ressourcenverbrauch, der trotzdem weiter zur Zerstörung der Welt beitragen wird.

    „Gibt es überhaupt noch irgendetwas zur Klimakrise zu sagen?“, fragt Sirius von Ende Gelände in seinem Essay. Und Leonie Bemer und Carla Reemtsma von Fridays For Future fragen ebenso zu Recht: „Planlos in die Klimakrise?!“

    Dabei sind wir nicht planlos. Planlos sind all jene, die beim Immer-So-Weiter bleiben wollen und jahrzehntelang den Lobbyisten aus der Fossil-Industrie allein zugehört und jeden Protest für illegitim erklärt haben. Und damit auch jedes Denken, eine andere Welt, die viel menschengerechter wäre, überhaupt nur vorstellbar zu machen. So wie Niko Paech in seinem Essay „Von der Nachhaltigkeitssimulation zur Postwachstumsökonomie“.

    Und das geht an die Moral, wie die Philosophin Frederike Neuber feststellt: „Wenn das alle so machen würden.“

    Natürlich.

    Was passiert, wenn wir beginnen zu handeln?

    Jetzt sitzen wir im Schlamassel, weil die meisten einfach so weitermachen, wie sie glauben, dass es normal ist und ihnen zusteht. Ohne Rücksicht auf den Rest der Welt und die Folgen ihres Tuns. Aber was passiert, wenn immer mehr Menschen anders handeln und diese Art des Lebens verlassen? Also einfach in ihrem Lebensumfeld Druck ausüben, damit die Zwänge einer völlig enthemmten Konsumgesellschaft aufhören?

    Oder die dann handeln wie die Kletteraktivistin Cécile Lecomte, die genauso zu Wort kommt wie John von Düffel, der die Generationengerechtigkeit thematisiert, und Rudi Erlacher, der untersucht, warum die letzten 30 Jahre derart verloren wurden beim Schaffen der Energiewende.

    Oft findet man die Antworten auf die Fragen, die der eine stellt, in den Beiträgen der anderen Autor/-innen. Manche erzählen auch – wie John von Düffel – davon, wann sie ihr Aha-Erlebnis hatten und begannen, aktiv zu werden. Denn ohne das geht es nicht, nicht ohne eine gehörige Portion demokratischer Widerständigkeit.

    Die Daten zur Klimageschichte der Erde und der Menschheit begleiten beim Lesen. Am Ende mit einer kleinen Hoffnung, dass wir die Sache jetzt doch noch anpacken und unseren Kindern und Enkeln eben keine völlig verwüstete Erde hinterlassen, sondern einen Planeten, der sich wieder erholen kann.

    Auch wenn das dann einige hundert, vielleicht auch tausend Jahre dauern wird. Denn das, was wir angerichtet haben in den letzten 200 Jahren, hat Langzeitfolgen. „Fünf vor Zwölf“, sagt der Buchtitel. Manche Autoren schreiben auch von „fünf nach Zwölf“.

    Aber Julian Zuber von GermanZero bringt es auf den Punkt, wenn er seinen Alltag beschreibt und die dämliche Phrase unserer faulsten Politiker nicht mehr aushalten mag: „Ohne Russland und China geht es nicht.“

    Da spricht sich die ganze Feigheit von Leuten aus, die nicht den Mut haben, selbst zu beginnen. Aber nur wenn wir selbst beginnen, ändert sich etwas. Erst im Kleinen, dann im Größeren. Und damit ändern sich Regeln und Denkweisen.

    Zuber: „Kurz gesagt: Wer gegen das Pariser Klimaabkommen handelt, versteht die eigenen Kerninteressen nicht.“ Das haben sogar schon große Teile der Wirtschaft begriffen. Nur wer sich ändert, kann bleiben. Darum geht es. Nur ist die Zeit, uns zu ändern, verdammt knapp geworden. Der Wecker tickt. Es wird verdammt knapp.

    Chris Verfuß, Felix Erdmann (Hrsg.) Mondnacht, Trabanten Verlag, Berlin 2021, 24 Euro.

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