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Essay

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Timm Stütz: Adalbert. Foto: Ralf Julke

Adalbert: Die Essays und kleinen Geschichten von Timm Stütz über seinen Großonkel, Zeesboote, Kriegszustände und andere Welt-Reisen

Verlage wie der Engelsdorfer Verlag sind kleine Schatzkisten. Hier landen Autoren und Bücher, die in die Verkaufsstrategien der großen Verlage einfach nicht hineinpassen. Manchmal einfach, weil sie nicht berühmt genug sind, nie Teil der Mainstream-Erzählungen geworden sind, mit denen Medien sich und ihren Lesern die Zeit und das Land erzählen. Und natürlich fragt man sich […]

Wo ist eigentlich die Heimat zu Hause? Gedanken zum schwierigen Heimatbegriff

„Wir müssen den Begriff Heimat positiv umdeuten und so definieren, dass er offen und vielfältig ist. Und, dass er ausdrückt, dass Menschen selbst entscheiden können, wie sie leben, glauben und lieben wollen. Das wäre ein Gewinn für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Die Reaktionen auf diesen Tweet von Bundesinnenministerin Nancy Faeser am 17. Mai ließen nicht lange […]

Ingolf U. Dalferth: Die Krise der öffentlichen Vernunft. Foto: Ralf Julke

Die Krise der öffentlichen Vernunft: Ingolf U. Dalferths Versuch, die fragilen Grundlagen unserer Demokratie auszuloten

Es ist ein spannendes Buch – auch in seinem Scheitern. Dabei steckt es schon im ersten Satz von Ingolf U. Dalferth in seinem Vorwort, in dem er auf die „merkwürdigen Züge theologischer Staats- und Gesellschaftsreflexion“ eingeht, die immer wieder versucht, die verschiedenen Formen politischer Herrschaft „theologisch zu legitimieren“. Dalferth ist selbst Theologe. Was er freilich […]

Gregor Gysi: Was Politiker nicht sagen. Foto: Ralf Julke

Was Politiker nicht sagen: Gregor Gysis spitzzüngiger Ausflug in die Welt der Politik und der Sprache der Politiker

Wahrscheinlich ist Gregor Gysi tatsächlich der einzige Bundespolitiker derzeit, der so ein Buch hätte schreiben können. Nicht nur, weil er als Politiker nichts mehr zu verlieren hat, kein Amt und auch keinen künftigen Top-Job bei irgendeinem Großunternehmen, das sich mit alten Top-Politikern den Aufsichtsrat verschönert. Und schon gar keine Wahl. Auch in der Bundestagswahl 2021 […]

Bernd-Lutz Lange: Freie Spitzen. Foto: Ralf Julke

Freie Spitzen: Bernd-Lutz Langes große Reise durch den politischen Witz des einstigen Ostblocks

Als Bernd-Lutz Lange im Herbst 2021 sein jüngstes Buch veröffentlichte, konnte auch er nicht ahnen, dass ein vom russischen Imperialismus besoffener Natschalnik im Februar 2022 das Nachbarland Ukraine mit einem Vernichtungskrieg überziehen würde. Ein Krieg, der auch Langes „Freie Spitzen“ mit anderen Augen lesen lässt. Es ist ein Buch, wie es nur ein Kabarettist schreiben […]

Dagrun Hintze: Ostkontakt. Foto: Ralf Julke

Ostkontakt: Dagrun Hintze wagt sich tatsächlich an ein echtes deutsch-deutsches Date

Ein Theaterprojekt in Halle war der Auslöser, der die Theaterautorin Dagrun Hintze, 1971 in Lübeck geboren, dazu animierte, dieses Buch zu schreiben, eins der wenigen Bücher, das die deutsch-deutsche Sprachlosigkeit thematisiert – und zwar aus westdeutscher Sicht. Zwei Tage vor dem Theaterworkshop in Halle war erst der Anschlag auf die Synagoge in Halle erfolgt. Die […]

Nora Bossong: Die Geschmeidigen. Foto: Ralf Julke

Die Geschmeidigen: Nora Bossong porträtiert die neue Generation in politischer Verantwortung

Was hat Douglas Coupland da nur angerichtet, als er 1991 seinen Roman „Generation X“ vorlegte. Seitdem türmen sich die Romane und Sachbücher, die versuchen, einzelnen Generationen ein Gesicht zu geben. Manche sind regelrecht zur Phrase geworden wie die „Babyboomer“-Generation, die im Grunde mit Couplands Generation X identisch ist. Das scheint völlig vergessen zu sein. Oder […]

Krisen und kein Ende: Wohin driftet der Westen eigentlich?

Während diese Zeilen entstehen, geht die Münchner Sicherheitskonferenz 2022 zu Ende – das seit 1963 existente Format findet diesmal ohne offizielle Delegation aus Russland statt. Und angesichts einer mächtigen Zusammenballung russischen Militärs nahe der Grenze zur Ukraine scheint der für die meisten von uns so selbstverständliche Zustand des Friedens in Europa fragil wie nie. Jenseits […]

Chris Verfuß, Felix Erdmann (Hrsg.): Mondnacht. Fünf vor Zwölf. Cover: Trabanten Verlag

Mondnacht: 25 Essays, die Antworten suchen auf unser Zögern und Versagen in der Klimakrise

Wir haben nicht mehr viel Zeit, das Steuer herumzureißen. Sieben Jahre. Zehn vielleicht noch. Wir sind die erste Generation, die die Klimakrise schon live miterlebt. Und wir sind die letzte, die noch auf die Bremse treten kann. Wobei: Das ist schon wieder das falsche Bild. Das Auto wird diesmal keine dominierende Rolle mehr spielen können. Auch wenn das so explizit in diesem Essay-Band nicht ausgesprochen wird.

Francis Bacon: Über die Dreistigkeit, über den Argwohn und über die Prahlerei. Foto: Ralf Julke

Über die Dreistigkeit, über den Argwohn und über die Prahlerei: Bacons gesammelte Essays mit Gille-Collagen neu aufgelegt

Man könnte es glattweg als eine kleine Hommage an die scheidende Rektorin der Universität Leipzig Beate Schücking lesen, was der Verlag Faber & Faber hier vorgelegt hat. Denn diese Essays des berühmten englischen Staatsmanns, Philosophen und Wegbereiters der Empirie Francis Bacon gab 1940 erstmals der Anglist und Shakespeare-Forscher Levin Ludwig Schücking heraus. Übersetzt hat sie übrigens dessen Ehefrau Elisabeth Schücking.

Peter Mattmann-Allamand: Deglobalisierung. Foto: Ralf Julke

Deglobalisierung: Ein Versuch zu verstehen, warum Globalisierung und Wachstumszwang auch unsere Demokratie zerstören

Es ist schon so: Wahrscheinlich ist unsere Gegenwart tatsächlich so komplex, dass viele wichtige Debatten und Streitgespräche nicht mehr stattfinden. Und ein paar Heilige Kühe gibt es ja auch noch. Über die sich selbst Parteien zerstreiten können, die sonst eigentlich nicht zimperlich sind. Was den Allgemeinmediziner und einstigen Mandatsträger der Grünen Partei in der Schweiz, Peter Mattmann-Allamand, bis heute umtreibt.

Wolfgang Seidel: Die Braut des Holländers. Foto: Ralf Julke

Die Braut des Holländers: Ein gewaltiges Plädoyer für die Frauen in 29 Opern

Ist das jetzt nur ein Faible? Natürlich nicht. Auch wenn es einen wie den Münchener Autor Wolfgang Seidel natürlich auch wegen der Frauen, der begnadeten Sängerinnen in die Oper zieht. Aber was er mit diesem Buch macht, ist dennoch ein Novum. Denn einfach ums schöne Aufzählen der berühmten Frauengestalten in der Oper geht es ihm gar nicht. Denn nichts erzählt derart eindrucksvoll vom Zustand der Gesellschaft wie die Rolle der Frau. Auch und gerade auf der Bühne. Ohne Frauen und ihre Liebe ist Oper undenkbar.

Petra Kipphoff: Max Beckmann. Der Maler als Schreiber. Foto: Ralf Julke

Max Beckmann: Eine feinfühlige Annäherung an den schreibenden Maler

Das Besondere an dem 1884 in Leipzig geborenen Maler Max Beckmann ist, dass er kaum wie ein anderer Künstler über sein Werk reflektiert hat und neben seinem künstlerischen Werk auch eine Menge Tagebücher, Briefe und öffentliche Statements verfasst hat. Kein Wunder, dass sich Petra Kipphoff angeregt sah, sich diesem Wort-Werk des Künstlers zu nähern, essayistisch, tastend. Denn: Kann man Künstlern überhaupt ein einziges Wort glauben?

Eric Hattke, Michael Kraske (Hrsg.): Demokratie braucht Rückgrat. Foto: Ralf Julke

Demokratie braucht Rückgrat: Essays zum durchaus reparaturbedürftigen Zustand unserer Gesellschaft

Ist die Demokratie nur eine Staatsform für reiche Wohlstandsgesellschaften? Wird sie im Krisenfall geradezu zwangsläufig zum Fraß für Populisten und Autokraten? Eine nicht ganz abwegige Frage in einer Zeit, in der sich mancher wie in der Endzeit der Weimarer Republik fühlt und rechtsradikale und populistische Parteien wieder im Aufwind scheinen. Immer mehr Buchtitel beschäftigen sich zwangsläufig mit der Frage, wie gefährdet unsere Demokratie tatsächlich ist. Also wieder ein Haltung-zeigen-Buch?

Clemens Meyer: Stäube. Foto: Ralf Julke

Stäube: Drei neue Erzählungen von Clemens Meyer und ein Essay mit angekündigter Fortsetzung

So etwas liest man am Ende eines Buches gern: „(Wird fortgesetzt)“. Bei Clemens Meyer sowieso, der nun schon sein zweites Buch bei Faber & Faber veröffentlicht hat nach „Nacht im Bioskop“ von 2020. Diesmal mit drei Erzählungen, die eigentlich eher zur Kurzgeschichte tendieren. Und über Kurzgeschichten macht er sich in dem Essay Gedanken, den er dann quasi nach einer eindrucksvollen Fotostrecke von Bertram Kober noch dazugetan hat: „Wozu Literatur?“

Anders Indset: Das infizierte Denken. Foto: Ralf Julke

Das infizierte Denken: Warum unsere Absolutheiten uns daran hindern, eine enkelgerechte Welt auch nur zu denken

Auf Seite 225 fällt dann das schöne Wort „Herdenstupidität“. Willkommen in einer Welt, die 50 Jahre lang den falschen Traum geträumt hat, den Traum einer falschen Sicherheit. Und die nun merkt, dass sich Berge von ungelösten Problemen aufgetürmt haben. Und nicht nur der Philosoph und „Managementvordenker“ Anders Indset wundert sich darüber, dass die meisten Leute sichtlich unfähig sind, einen Weg aus dieser Sackgasse heraus überhaupt zu denken.

Matthias Horx: Die Hoffnung nach der Krise. Foto: Ralf Julke

Die Hoffnung nach der Krise: Matthias Horx erzählt, wie Veränderung mitten in der großen Krise beginnt

Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wagte sich der Journalist, Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx mit einem Buch an die Öffentlichkeit, in dem er seine Leser/-innen mitnahm in „Die Zukunft nach Corona“. Und bekam entsprechend auch deftige Reaktionen aus der Leserschaft. Eine zitiert er im Nachwort. Denn dass nach Corona auch nur das Geringste anders werden könnte, bezweifeln ziemlich viele Leute.

Michael Hametner: Deutsche Wechseljahre. Foto: Ralf Julke

Deutsche Wechseljahre: Michael Hametner nimmt die Folgen von 30 Jahren Ignoranz in Kunst und Literatur unter die Lupe

Im Angesicht der aktuellen Weltprobleme sind die deutsch-deutschen Befindlichkeiten natürlich eher nur eine Fußnote, ein winziger Nebenschauplatz mit viel Gekränktheit. Aber das (teilweise) Misslingen der Deutschen Einheit erzählt eben auch vom Misslingen der europäischen Einheit. Und das wird sogar sichtbar, wenn Michael Hametner nur die zwei Felder untersucht, auf denen er journalistisch tätig ist: Literatur und bildende Kunst.

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