Essay

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Die atheistische Gesellschaft und ihre Kirche: Ist der Atheismus schuld an der Zerrissenheit unserer Gesellschaft?

Was zerlegt eigentlich gerade unsere Gesellschaft? Was gibt eigentlich den radikalen und rücksichtslosen Kräften so einen Auftrieb? Liegt es daran, dass die Menschen nicht mehr in die Kirche gehen? Fehlt ihnen dadurch ein moralisches Korsett, das ihnen eine atheistische Gesellschaft nicht mehr geben kann? Es ist keine unbegründete Frage, die sich der junge sächsische Theologe […]

Cover des Buches auf dem Tisch.
·Bildung·Bücher

Logik der Angst: Wie rechtsradikales Denken funktioniert und warum Menschen sich davon verführen lassen

Warum gibt es eigentlich Rechtsextremismus? Und warum steckt er so viele Leute an, verschafft rechtsradikalen und rechtspopulistischen Parteien Wahlerfolge und spült Typen an die Macht, die außer Skandalen nichts auf die Reihe kriegen? Es gibt Berge von aktueller Literatur, die sich mit allen Verästelungen des Rechtsextremismus beschäftigen, stellt Peter R. Neumann zu recht fest. Aber […]

Mickaël Labbé: Platz nehmen gegen eine Architektur der Verachtung. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Platz nehmen gegen eine Architektur der Verachtung: Wie holen wir uns unsere Städte zurück?

Leute mit Geld, richtig viel Geld, verachten Menschen, die für ihr Geld arbeiten müssen, die Miete zahlen und in Städten wohnen, von denen ihnen nichts gehört. Überall begegnen diese Verachteten Zeichen, die ihnen klar machen, was alles unerwünscht, verboten und sanktioniert ist. Einst öffentliche Orte wurden privatisiert, bekamen Hausordnungen und Überwachungskameras. Was natürlich alles Ausdruck […]

Susan Neiman: Links ist nicht woke. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Links ist nicht woke: Warum auch Linke wieder lernen sollten, worum es in der Aufklärung tatsächlich ging

Für die einen ist woke zu einem Kampfbegriff geworden, die anderen benutzen das Wort verächtlich. Den Begriff gibt es seit den 1930er Jahren und im Grunde meint er vor allem eine – wache – Aufmerksamkeit für die Diskriminierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen. Anfangs vor allem in Hinsicht auf die Diskriminierung schwarzer Amerikaner. Aber dabei geht etwas […]

Cover des Essays.
·Bildung·Bücher

Karl May im Kreuzfeuer: Die kompetente Aufarbeitung einer völlig entgleisten Debatte

Vor einem Jahr rollte es als Empörungswelle durch deutsche Medien: Erst gab es einen Shitstorm gegen den Ravensburger Verlag, der zum Kinofilm „Der junge Häuptling Winnetou“ eine Buchreihe herausgebracht hatte, zu der dem Verlag rassistische Stereotype vorgeworfen wurden. Der Verlag zog die Buchreihe wieder zurück. Die Empörungswelle schwappte weiter. Gleich wurde vom Sendeverbot für Karl-May-Verfilmungen […]

Cover des Sammelbandes.
·Bildung·Bücher

Sprachland Liebesland: Ein kleiner Reigen von Texten zum Dichter SAID

Dieses Buch ist eine Würdigung für den 2021 verstorbenen Dichter SAID, der als Said Mirhadi 1947 in Teheran geboren wurde und seit 1965 in Deutschland lebte. Mit seinem Werk steht er exemplarisch für ein Phänomen, das auch in der deutschen Literaturrezeption gern als Nischenthema behandelt wird: Autoren, deren Muttersprache eigentlich nicht Deutsch ist. Und die […]

Cover des Bandes.
·Bildung·Bücher

Denken kann man sich schenken … : Christian Sünderwald auf der Suche nach einem Weg aus der Matrix

Christian Sünderwald ist Kunst- und Architekturfotograf. Einen Namen gemacht hat sich der Chemnitzer als Fotograf von sogenannten Lost Places, von denen es gerade in Mitteldeutschland ja eine Menge gibt. Und wer so direkt mit der permanenten Vergänglichkeit menschlichen Tuns konfrontiert ist, der denkt natürlich auch über dieses Tun selbst nach. So wie es die meisten […]

Cover des Buches von Elmar Schenkel.
·Bildung·Bücher

Ostwind, Westwind: Ein Buch voller Begegnungen des Westens mit dem geheimnisvollen Asien

Elmar Schenkel ist eigentlich Anglist, war Professor an der Uni Leipzig, ist Nietzsche-Kenner. Aber 2021 machte er mit seinem Buch „Unterwegs nach Xanadu“ ein Thema auf, das bis dahin eher etwas unbeobachtet in der europäischen Selbstwahrnehmung mitschwang. Denn die Europäer waren schon immer gut darin, ihre Traumreiche irgendwo in exotischen Fernen zu verorten. Und Asien […]

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Mensch Prantl: Das höchst persönliche Buch eines wortmächtigen Kommentators

Er gehört zu den markantesten Köpfen in der deutschen Presselandschaft, die sich mit klugen und ausgefeilten Kommentaren immer wieder zur deutschen Politik geäußert haben: Heribert Prantl. 25 Jahre lang Leiter des Innenressorts der „Süddeutschen Zeitung“. Und auch im Ruhestand schreibt er weiter Kommentare für die Zeitung, die ihn aus seinem Leben als Staatsanwalt herausgeholt hat, […]

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Das Geschlecht der Gottheiten: Eine Handvoll Essays zu alten Göttern, Helden und Trickstern

So ein richtiger Buchstabe im Kleinen mythologischen Alphabet aus dem Hamouda Verlag ist dieses Büchlein nicht. Eher ein essayistischer Versuch, einmal die Geschlechterzuweisungen der Götter, Göttinnen und Zwitterwesen aus Mythologie und Religion aufzudröseln. Denn natürlich spiegeln Mythen und Religionen auch die Sicht der Menschen auf ihre eigene Verunsicherung in Geschlechterrollen. Wovon ja auch die heutige […]

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Degenerierte Vernunft: Was eine (schwache) KI mit der Verengung menschlichen Denkens zu tun hat

Kann der Mensch tatsächlich eine Künstliche Intelligenz konstruieren? Eine, die von menschlicher Intelligenz ununterscheidbar wäre, sie gar überträfe? Manche Apologeten der modernen Rechentechnik sind ja vollkommen davon überzeugt und füllen die Nachrichtenkanäle mit ihren Verheißungen. Aber der Philosoph und Softwareunternehmer Jörg Phil Friedrich hält all das für die Folge eines völlig falschen Verständnisses von Intelligenz […]

Titel des Sammelbandes.
·Bildung·Bücher

Morphologie der Übermoral: Warum Moralismus gesellschaftliche Debatten zerstört

„Wie viel Moral verträgt der Mensch?“ Unter diesem Titel fand im März 2022 an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) ein wissenschaftliches Symposium statt. Ein durchaus aktuelles Thema, wie die beiden Herausgeber betonen: „Hintergrund war die verbreitete Beobachtung einer moralischen ‚Aufladung ‘, die heute in vielen gesellschaftlichen und theologischen Debatten zu registrieren ist.“ Es wird gecancelt, vorverurteilt, ausgegrenzt, ausgeschlossen, […]

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Erschütterungen: Warum Demokratie wehrhaft sein muss – nach innen und nach außen

Das vergangene Jahr hat auch den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck sehr nachdenklich gemacht. Denn auch wenn er – anders als andere Politiker – deutlicher gesehen hat, welche Bedrohung das zunehmend aggressiver auftretende Russland für seine Nachbarn darstellte, war auch er erschüttert darüber, als der russische Präsident im Februar 2022 seine Truppen in die Ukraine einfallen […]

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Faul! Die Geschichte einer „Todsünde“, mit der noch immer Politik gemacht wird

Die sieben Todsünden aus dem mittelalterlichen Ermahnungsapparat der katholischen Kirche kennt eigentlich jeder. Denn sie haben bis heute überlebt. Als Moralvorstellungen, alberne Kalendersprüche, aber auch als wirksames Instrument der politischen Manipulation. Der Hirzel Verlag hat eine kleine Buchserie draus gemacht, in der die Autor/-innen sich einmal intensiver mit jeder einzelnen „Sünde“ beschäftigen. Wobei eigentlich selbst […]

Cover des Werks.
·Bildung·Bücher

Wovon man spricht, das hat man nicht: Ein paar eigenwillige Texte für das Geburtstagskind Novalis

2022 jährte sich der Geburtstag von Georg Philipp Friedrich von Hardenberg zum 250. Mal. Die literarische Welt kennt ihn als Novalis, „Erfinder“ der Blauen Blume als Sehnsuchtssymbol der Romantik. In Sachsen-Anhalt feierte man den 1801 in Weißenfels früh Verstorbenen wesentlich ausgiebiger als etwa in Sachsen. Und das Literaturhaus Halle bat einige der mit ihm verbundenen […]

Blick auf das Buchcover.
·Bildung·Bücher

Versöhnungstheater: Max Czolleks dritter bissiger Essay gegen die deutsche Geschichtsvergessenheit

Deutschland ist ja so was von stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung. So stolz, dass selbst besonnene Regierungsvertreter dieses deutsche Modell der Aufarbeitung einer finsteren Vergangenheit als Vorbild ans Herz ihrer Zuhörer legen. Aber tatsächlich ist das alles nur schöner Schein, Versöhnungstheater, wie es Max Czollek nennt. Denn wenn Nazi-Netzwerke in Deutschland unbehelligt agieren können und eine […]

Cover des besprochenen Buches.
·Bildung·Bücher

Lüge, Hass, Krieg: Die Heilige Dreifaltigkeit des rücksichtslosen Machtdenkens seit 3.000 Jahren

Einen Traktat nennt Paul Sailer-Wlasits seinen Text zu einem hochaktuellen Thema. Das gleichzeitig ein uraltes ist. Es begleitet die Menschheit nämlich, seit es Kriege gibt. Denn Kriege entstehen nicht aus dem Nichts. Alle Kriege beginnen mit Lügen. Das hat eine philosophische Dimension. Aber auch eine politische und eine psychologische. Denn Machteliten haben längst gelernt, wie […]

Symbolisches Schild Demokratie - Diktatur.
·Leben·Gesellschaft

Erfolgsmodell Demokratie, Auslaufmodell Diktatur? Warum Demokratie am Ende immer noch die besseren Karten hat

Energiekrise, Ukraine-Krieg, Inflation, Klimawandel, Pandemie, Migrationsbewegungen, soziale Polarisierung – wohl nahezu jeder Mensch könnte aus der Hüfte heraus gerade die drängendsten Probleme benennen, die uns zum Ende des scheidenden Jahres 2022 hin beschäftigen und die Zukunft ungewisser denn je erscheinen lassen. Hatte manch einer vielleicht gehofft, dass wir 2022 die schlimmsten Folgen der Pandemie überwinden […]

Jaroslav Rudiš: Durch den Nebel. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Durch den Nebel: Drei länderverbindende Vorlesungen von Jaroslav Rudiš

Seit 2008 gibt es die Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesung, zu der Autorinnen und Autoren als Dozenten eingeladen werden, „für die die Vermittlung zwischen den Kulturen ein zentraler Aspekt ihrer künstlerischen Arbeit“ ist. 2021 war Jaroslav Rudiš für eine Woche zu Gast im Germanistikseminar und hielt drei Vorlesungen, die zeigen, dass Vorträge durch und durch literarisch […]

Jörg Scheller: (Un)check your Privilege. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

(Un)check your Privilege: Warum die Debatte um „Privilegien“ den Blick auf die Wirklichkeit verstellt

Worte sollte man genau verwenden und genau so, wie sie auch gemeint sind, findet der Professor für Kunstgeschichte Jörg Scheller, dem nach all den wilden Debatten um vermeintliche Privilegien in den letzten Jahren die Hutschnur platzte. Nicht etwa, weil „Weiße“, Männer oder wer auch immer mit seinen „Privilegien“ angeprangert wurde, nicht von den Ungerechtigkeiten unserer […]

Omri Boehm: Radikaler Universalismus. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Radikaler Universalismus: Warum das heutige Gerede von Freiheit wenig mit einem Kerngedanken der Bibel und der Aufklärung zu tun hat

Nein, Sie müssen keiner neuen Partei beitreten, keine neue Ideologie auswendig lernen. Nur Ihres eigenen Verstandes dürfen Sie sich bedienen. Genau so, wie es Immanuel Kant in seiner inzwischen legendären Definition der Aufklärung empfohlen hat. Wobei: „die“ Aufklärung gab es nicht. Das ist das Problem. Menschen bilden nur zu gern Parteien und hauen sich die […]

Paul Alfred Kleinert (Hrsg.): Filmwelten Franz Fühmanns. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Filmwelten Franz Fühmanns: Warum Fühmanns große Filmstoffe von der DEFA nie verfilmt wurden

Das Ende der DDR hat Franz Fühmann nicht mehr miterlebt. Er starb bereits 1984. 1976 war er Erstunterzeichner eines Protestbriefes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Schon früh engagierte er sich in der Friedensbewegung der DDR, während die Staatsmacht versuchte, ihn möglichst zu isolieren. Aber seine größten Filmprojekte scheiterten wohl eher nicht an der Zensur, sondern […]

Timm Stütz: Adalbert. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Adalbert: Die Essays und kleinen Geschichten von Timm Stütz über seinen Großonkel, Zeesboote, Kriegszustände und andere Welt-Reisen

Verlage wie der Engelsdorfer Verlag sind kleine Schatzkisten. Hier landen Autoren und Bücher, die in die Verkaufsstrategien der großen Verlage einfach nicht hineinpassen. Manchmal einfach, weil sie nicht berühmt genug sind, nie Teil der Mainstream-Erzählungen geworden sind, mit denen Medien sich und ihren Lesern die Zeit und das Land erzählen. Und natürlich fragt man sich […]

Edzard Reuter: Der preis der Freiheit. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der Preis der Freiheit: Edzard Reuters Weckruf für eine echte Stärkung der Europäischen Gemeinschaft

Als Edzard Reuter dieses Buch schrieb, herrschte noch Frieden in Europa. Seinen Krieg brach Putin erst während der Drucklegung des Buches vom Zaun. Was aber nicht viel ändert am Anliegen des heute 94-Jährigen, der einst Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG war und seit über 70 Jahren SPD-Mitglied. Und überzeugter Europäer. Denn um Europa geht es. Dass […]

Ingolf U. Dalferth: Die Krise der öffentlichen Vernunft. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Krise der öffentlichen Vernunft: Ingolf U. Dalferths Versuch, die fragilen Grundlagen unserer Demokratie auszuloten

Es ist ein spannendes Buch – auch in seinem Scheitern. Dabei steckt es schon im ersten Satz von Ingolf U. Dalferth in seinem Vorwort, in dem er auf die „merkwürdigen Züge theologischer Staats- und Gesellschaftsreflexion“ eingeht, die immer wieder versucht, die verschiedenen Formen politischer Herrschaft „theologisch zu legitimieren“. Dalferth ist selbst Theologe. Was er freilich […]

Gregor Gysi: Was Politiker nicht sagen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Was Politiker nicht sagen: Gregor Gysis spitzzüngiger Ausflug in die Welt der Politik und der Sprache der Politiker

Wahrscheinlich ist Gregor Gysi tatsächlich der einzige Bundespolitiker derzeit, der so ein Buch hätte schreiben können. Nicht nur, weil er als Politiker nichts mehr zu verlieren hat, kein Amt und auch keinen künftigen Top-Job bei irgendeinem Großunternehmen, das sich mit alten Top-Politikern den Aufsichtsrat verschönert. Und schon gar keine Wahl. Auch in der Bundestagswahl 2021 […]

Bernd-Lutz Lange: Freie Spitzen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Freie Spitzen: Bernd-Lutz Langes große Reise durch den politischen Witz des einstigen Ostblocks

Als Bernd-Lutz Lange im Herbst 2021 sein jüngstes Buch veröffentlichte, konnte auch er nicht ahnen, dass ein vom russischen Imperialismus besoffener Natschalnik im Februar 2022 das Nachbarland Ukraine mit einem Vernichtungskrieg überziehen würde. Ein Krieg, der auch Langes „Freie Spitzen“ mit anderen Augen lesen lässt. Es ist ein Buch, wie es nur ein Kabarettist schreiben […]

Nora Bossong: Die Geschmeidigen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Geschmeidigen: Nora Bossong porträtiert die neue Generation in politischer Verantwortung

Was hat Douglas Coupland da nur angerichtet, als er 1991 seinen Roman „Generation X“ vorlegte. Seitdem türmen sich die Romane und Sachbücher, die versuchen, einzelnen Generationen ein Gesicht zu geben. Manche sind regelrecht zur Phrase geworden wie die „Babyboomer“-Generation, die im Grunde mit Couplands Generation X identisch ist. Das scheint völlig vergessen zu sein. Oder […]

·Leben·Gesellschaft

Krisen und kein Ende: Wohin driftet der Westen eigentlich?

Während diese Zeilen entstehen, geht die Münchner Sicherheitskonferenz 2022 zu Ende – das seit 1963 existente Format findet diesmal ohne offizielle Delegation aus Russland statt. Und angesichts einer mächtigen Zusammenballung russischen Militärs nahe der Grenze zur Ukraine scheint der für die meisten von uns so selbstverständliche Zustand des Friedens in Europa fragil wie nie. Jenseits […]

Chris Verfuß, Felix Erdmann (Hrsg.): Mondnacht. Fünf vor Zwölf. Cover: Trabanten Verlag
·Bildung·Bücher

Mondnacht: 25 Essays, die Antworten suchen auf unser Zögern und Versagen in der Klimakrise

Wir haben nicht mehr viel Zeit, das Steuer herumzureißen. Sieben Jahre. Zehn vielleicht noch. Wir sind die erste Generation, die die Klimakrise schon live miterlebt. Und wir sind die letzte, die noch auf die Bremse treten kann. Wobei: Das ist schon wieder das falsche Bild. Das Auto wird diesmal keine dominierende Rolle mehr spielen können. Auch wenn das so explizit in diesem Essay-Band nicht ausgesprochen wird.

·Wirtschaft·Verbraucher

Inflation in Deutschland: Mega-Gefahr, Panik-Hype, Angst-Neurose? Warum wir gelassen, aber wachsam sein sollten

Ein fieses Gespenst ist wieder da. Es verbirgt sein grauenhaftes Antlitz dieser Tage hinter dem Kassenbon vom Einkauf, versteckt sich am Preisanzeiger der örtlichen Tankstelle und zeigt sich ungeniert grinsend in den Nachrichtensendungen. Die Rede ist natürlich von der Inflation – kurz gesagt, einer anhaltenden Steigerung des Preisniveaus von Gütern.

Francis Bacon: Über die Dreistigkeit, über den Argwohn und über die Prahlerei. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Über die Dreistigkeit, über den Argwohn und über die Prahlerei: Bacons gesammelte Essays mit Gille-Collagen neu aufgelegt

Man könnte es glattweg als eine kleine Hommage an die scheidende Rektorin der Universität Leipzig Beate Schücking lesen, was der Verlag Faber & Faber hier vorgelegt hat. Denn diese Essays des berühmten englischen Staatsmanns, Philosophen und Wegbereiters der Empirie Francis Bacon gab 1940 erstmals der Anglist und Shakespeare-Forscher Levin Ludwig Schücking heraus. Übersetzt hat sie übrigens dessen Ehefrau Elisabeth Schücking.

Peter Mattmann-Allamand: Deglobalisierung. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Deglobalisierung: Ein Versuch zu verstehen, warum Globalisierung und Wachstumszwang auch unsere Demokratie zerstören

Es ist schon so: Wahrscheinlich ist unsere Gegenwart tatsächlich so komplex, dass viele wichtige Debatten und Streitgespräche nicht mehr stattfinden. Und ein paar Heilige Kühe gibt es ja auch noch. Über die sich selbst Parteien zerstreiten können, die sonst eigentlich nicht zimperlich sind. Was den Allgemeinmediziner und einstigen Mandatsträger der Grünen Partei in der Schweiz, Peter Mattmann-Allamand, bis heute umtreibt.

Wolfgang Seidel: Die Braut des Holländers. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Braut des Holländers: Ein gewaltiges Plädoyer für die Frauen in 29 Opern

Ist das jetzt nur ein Faible? Natürlich nicht. Auch wenn es einen wie den Münchener Autor Wolfgang Seidel natürlich auch wegen der Frauen, der begnadeten Sängerinnen in die Oper zieht. Aber was er mit diesem Buch macht, ist dennoch ein Novum. Denn einfach ums schöne Aufzählen der berühmten Frauengestalten in der Oper geht es ihm gar nicht. Denn nichts erzählt derart eindrucksvoll vom Zustand der Gesellschaft wie die Rolle der Frau. Auch und gerade auf der Bühne. Ohne Frauen und ihre Liebe ist Oper undenkbar.

Petra Kipphoff: Max Beckmann. Der Maler als Schreiber. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Max Beckmann: Eine feinfühlige Annäherung an den schreibenden Maler

Das Besondere an dem 1884 in Leipzig geborenen Maler Max Beckmann ist, dass er kaum wie ein anderer Künstler über sein Werk reflektiert hat und neben seinem künstlerischen Werk auch eine Menge Tagebücher, Briefe und öffentliche Statements verfasst hat. Kein Wunder, dass sich Petra Kipphoff angeregt sah, sich diesem Wort-Werk des Künstlers zu nähern, essayistisch, tastend. Denn: Kann man Künstlern überhaupt ein einziges Wort glauben?

Eric Hattke, Michael Kraske (Hrsg.): Demokratie braucht Rückgrat. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Demokratie braucht Rückgrat: Essays zum durchaus reparaturbedürftigen Zustand unserer Gesellschaft

Ist die Demokratie nur eine Staatsform für reiche Wohlstandsgesellschaften? Wird sie im Krisenfall geradezu zwangsläufig zum Fraß für Populisten und Autokraten? Eine nicht ganz abwegige Frage in einer Zeit, in der sich mancher wie in der Endzeit der Weimarer Republik fühlt und rechtsradikale und populistische Parteien wieder im Aufwind scheinen. Immer mehr Buchtitel beschäftigen sich zwangsläufig mit der Frage, wie gefährdet unsere Demokratie tatsächlich ist. Also wieder ein Haltung-zeigen-Buch?

Clemens Meyer: Stäube. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Stäube: Drei neue Erzählungen von Clemens Meyer und ein Essay mit angekündigter Fortsetzung

So etwas liest man am Ende eines Buches gern: „(Wird fortgesetzt)“. Bei Clemens Meyer sowieso, der nun schon sein zweites Buch bei Faber & Faber veröffentlicht hat nach „Nacht im Bioskop“ von 2020. Diesmal mit drei Erzählungen, die eigentlich eher zur Kurzgeschichte tendieren. Und über Kurzgeschichten macht er sich in dem Essay Gedanken, den er dann quasi nach einer eindrucksvollen Fotostrecke von Bertram Kober noch dazugetan hat: „Wozu Literatur?“

Anders Indset: Das infizierte Denken. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das infizierte Denken: Warum unsere Absolutheiten uns daran hindern, eine enkelgerechte Welt auch nur zu denken

Auf Seite 225 fällt dann das schöne Wort „Herdenstupidität“. Willkommen in einer Welt, die 50 Jahre lang den falschen Traum geträumt hat, den Traum einer falschen Sicherheit. Und die nun merkt, dass sich Berge von ungelösten Problemen aufgetürmt haben. Und nicht nur der Philosoph und „Managementvordenker“ Anders Indset wundert sich darüber, dass die meisten Leute sichtlich unfähig sind, einen Weg aus dieser Sackgasse heraus überhaupt zu denken.

Matthias Horx: Die Hoffnung nach der Krise. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Hoffnung nach der Krise: Matthias Horx erzählt, wie Veränderung mitten in der großen Krise beginnt

Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wagte sich der Journalist, Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx mit einem Buch an die Öffentlichkeit, in dem er seine Leser/-innen mitnahm in „Die Zukunft nach Corona“. Und bekam entsprechend auch deftige Reaktionen aus der Leserschaft. Eine zitiert er im Nachwort. Denn dass nach Corona auch nur das Geringste anders werden könnte, bezweifeln ziemlich viele Leute.

Michael Hametner: Deutsche Wechseljahre. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Deutsche Wechseljahre: Michael Hametner nimmt die Folgen von 30 Jahren Ignoranz in Kunst und Literatur unter die Lupe

Im Angesicht der aktuellen Weltprobleme sind die deutsch-deutschen Befindlichkeiten natürlich eher nur eine Fußnote, ein winziger Nebenschauplatz mit viel Gekränktheit. Aber das (teilweise) Misslingen der Deutschen Einheit erzählt eben auch vom Misslingen der europäischen Einheit. Und das wird sogar sichtbar, wenn Michael Hametner nur die zwei Felder untersucht, auf denen er journalistisch tätig ist: Literatur und bildende Kunst.

Friedrich Dieckmann: Beethoven und das Glück. Foto: Ralf Julke
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Beethoven und das Glück: Friedrich Dieckmanns kluge Beethoven-Essays gesammelt in einem Band

2020 war nicht nur Corona-Jahr, auch wenn für einige Leute scheinbar gar nichts anderes passiert ist. Es war auch Beethoven-Jahr. Der berühmte Komponist aus Bonn wurde 250 Jahre alt. Was man nicht einmal im Konjunktiv schreiben muss, denn er ist in seiner Musik so lebendig wie zu Lebzeiten. Nur dass wir uns oft genug das Falsche denken, wenn wir uns dieser unbändigen Musik vom Beginn unseres Zeitalters aussetzen.

Franca Parianen: Teilen und Haben. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Teilen und Haben: Franca Parianens pointierte Suche nach dem, was uns wirklich zu Menschen macht

„Warum wir zusammenhalten müssen, aber nicht wollen“, hat Dr. Franca Parianen ihr Buch untertitelt. Sie ist Kognitions- und Neurowissenschaftlerin. Das ist das Fachgebiet, auf dem erforscht wird, wie wir denken und warum. Und was davon angelernt ist und was unser Erbe ist als Mensch. Und somit auch warum ausgerechnet dieser tolpatschige Zweibeiner die ganze Erde beherrscht. Und gerade rücksichtslos demoliert.

Ingrid Krau: Corona und die Städte. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Corona und die Städte: Warum heutige Metropolen die Treiber der neuen Pandemien sind

Die Corona-Pandemie hat viele Aspekte. Die Aufmerksamkeit aber liegt auf Skandalen und diversen Krachmachern, die alle beide davon ablenken, dass auch diese Pandemie ihre Opfer zuallererst unter den Armen und Ausgebeuteten sucht. So wie jede andere Pandemie in der menschlichen Geschichte zuvor. Und das hat jede Menge mit miserablen Arbeitsbedingungen und miserablen Wohnbedingungen zu tun. Ein Thema für eine nachdenkliche Städteplanerin.

Henning Lobin: Sprachkampf. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Sprachkampf: Wie die neuen Rechten die deutsche Sprache für ihre Identitätspolitik instrumentalisieren

So langsam kommt Deutschland doch noch in den Bundestagswahlkampf 2021. Das ist selbst an der SPD zu sehen, die nichts Besseres anzuzetteln weiß als einen unerbittlichen Streit über Sprache und Identität, nachdem Wolfgang Thierse in der FAZ seinen Debattenbeitrag „Wie viel Identität verträgt die Gesellschaft?“ veröffentlicht hatte. Ein Thema, das ja nicht nur die SPD umtreibt. Angezettelt haben es aber ganz andere Leute.

Slavoj Žižek: Ein Linker wagt sich aus der Deckung. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Linker wagt sich aus der Deckung: Slavoj Žižeks grandioses Plädoyer für eine Linke, die ihren Namen verdient

Na, wenn das nicht gleich mehrere rote Fahnen fürs bürgerliche Feuilleton sind. Ein neuer Kommunismus? Und das ausgerechnet jetzt, wo doch der Kapitalismus seit 30 Jahren überall siegt und der Kommunismus vor 30 Jahren so gründlich in die Knie ging und bewiesen hat, dass er es nicht kann? Aber: Hat er das? Und: Worum geht es wirklich? Das vergisst man irgendwann, denn wenn sich die Welt so gründlich verändert, ändert sich auch das Denken.

Gilbert Keith Chesterton: Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachtetet Dinge. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Punktgenau auf den Brexit: Michael Faber veröffentlicht die herrlich paradoxen Essays von Gilbert Keith Chesterton

Es ist eine ganz persönliche Art, mit der Verleger Michael Faber den Brexit zum 1. Januar 2021 gewürdigt hat: Er hat eins der unbekannteren Werke von Gilbert Keith Chesterton, den die meisten wegen seiner Father-Brown-Geschichten kennen, aufgelegt: „Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachteter Dinge“. Ein Buch, das schon einmal ein augenzwinkerndes Statement zur deutsch-britischen Beziehungskiste war.

Ille C. Gebeshuber: Eine kurze Geschichte der Zukunft. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Eine kurze Geschichte der Zukunft: Ille C. Gebeshubers Plädoyer für eine neue Renaissance des menschlichen Denkens

Wenn man so durch die Buchneuerscheinungen dieses Jahres 2020 blättert, fällt ziemlich schnell auf, dass es ein Jahr nicht nur der Mahnungen war. Zahlreiche Autorinnen und Autoren haben sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie die Menschheit aus diesem Schlamassel wieder herauskommt. Und damit ist eher nur beiläufig Corona gemeint. Das ist nur ein Symptom für eine völlig irre laufende Entwicklung. Muss sich der Mensch jetzt nicht selbst ändern? Ein zumindest bedenkenswerter Ansatz der Wiener Bionikerin Ille C. Gebeshuber.

Andreas Weber: Warum Kompromisse schließen? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Warum Kompromisse schließen? Andreas Weber zeigt, warum nur gute Kompromisse Überleben erst möglich machen

Von den beiden Händen, die sich da auf dem Cover drücken, darf man sich nicht irritieren lassen. Das erinnert eher an eine der kompromisslosesten Parteien, die es in Deutschland mal gab. Und um die DDR geht es schon gar nicht. Es geht um unser Jetzt und unsere heutige Unfähigkeit, echte Kompromisse zu schließen. Faule Kompromisse sehen wir überall. Auch deshalb ist die Stimmung derzeit so aggressiv wie in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Ehe.

Laura Miller: Wonderlands. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wonderlands: 100 literarische Phantasiewelten, die einladen zum Befeuern der eigenen Vorstellungskraft

Von Zeit zu Zeit muss es so etwas einfach geben wie diesen Sammelband mit 100 vorgestellten Autor/-innen, ihren Büchern und den von ihnen erschaffenen Welten. Als Markstein, Bilanz und Orientierung. Denn Literatur ist immer auch das Erschaffen neuer Welten. Manche sind so berühmt, dass sich Leser/-innen darin so zu Hause fühlen wie in der realen Welt. Manche sind auch so schrecklich wie die Wirklichkeit. Schöne neue Welten eben, die unsere alltägliche Welt gnadenlos infrage stellen.

Meinhard Miegel: Das System ist am Ende. Das Leben geht weiter. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das System ist am Ende: Meinhard Miegels Kolumnen über ein ausgebranntes System und die Angst vor einer ehrlichen Politik

Eigentlich kennt man den Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel noch als Lobbyist des bis 2008 bestehenden Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG), „dessen Hauptanliegen darin bestand, die Öffentlichkeit von der Überlegenheit privater Altersvorsorge zu überzeugen“ (Lobbypedia.de). Doch in den vergangenen Jahren zeigte er sich als recht kritischer Autor, schrieb Bücher wie „Hybris. Die überforderte Gesellschaft“ (2014) oder „Exit. Wohlstand ohne Wachstum“ (2010). Ihm war schon früher klar, dass wir so nicht weitermachen können. Weit vor Corona.

Ronen Steinke: Antisemitismus in der Sprache. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Antisemitismus in der Sprache: Warum in einigen beliebten Worten noch immer die alte Judenverachtung steckt

Mauscheln geht gar nicht und Schachern schon gar nicht. Und dabei sind es zwei Lieblingsworte der deutschen Schlagzeilen-Macher. Zwei, die sie besser nicht mehr benutzen sollten. Und wenn sie Ronen Steinkes kleinen Essay gelesen haben, wissen sie auch, warum. Steinke ist selbst Journalist bei der „Süddeutschen Zeitung“. Und er weiß, wie gedankenlos wir mit Lehnworten aus dem Jiddischen umgehen.

Andreas Thiesen: Urban Love Stories. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Urban Love Stories: Andreas Thiesens Plädoyer für eine andere, menschliche Sicht auf den Kosmos Stadt

Auch als er noch noch Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der HTWK Leipzig war, beschäftigte sich Andreas Thiesen mit den aktuellen Vorstellungen davon, was Stadt eigentlich ist. Raumplaner haben davon eine völlig andere Vorstellungen als Soziologen. Und die Bewohner der Stadt sowieso. Heute lehrt er Theorien und Methoden Sozialer Arbeit an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden. Und auch dort versucht er, seine Student/-innen zu sensibilisieren für den sich ständig ändernden Lebensraum Stadt.

Roland Fischer: Das Anthoponomikum. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das Anthroponomikum: Ein Zeitalter, in dem der Mensch lernen muss, die Grenzen seiner Möglichkeiten zu akzeptieren

Wir leben an einer Zeitenwende. Alles ist ausgetummelt. Wir wissen alles Wichtige über unsere Welt. Und wir können uns nicht mehr doof stellen. Können wir machen. Stimmt. Aber das wäre dann der endgültige Beweis, dass die Entstehung des Homo sapiens ein evolutionärer Irrweg war. Denn überleben werden nur Spezies, die sich anpassen können. Die, die sich doof stellen, werden einfach aussterben wie der Dodo. Und ein Anthroponomikum wird es nicht geben.

Matthias Horx: Die Zukunft nach Corona. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Zukunft nach Corona: Matthias Horx wirft einen Blick in die Zukunft in unseren Köpfen

Kann man die Zukunft voraussagen? Es gibt einen Haufen Leute, die tun so, als könnten sie es. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gibt es kaum noch einen Tag, an dem nicht irgendein Kommentator, Politiker, Ökonom oder sonstiger Kaffeesatzleser aus voller Brust behauptet zu wissen, dass nach Corona alles anders wird. Oder sich gar nichts ändert – was dann sozusagen die Variante für gutverdienende Zyniker ist. Oder für Blender. Aber was kommt wirklich danach? Nur eins ist sicher, stellt Matthias Horx fest.

Armin Nassehi: Das große Nein. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das große Nein: Warum eine Demokratie ohne Protestbewegungen zu einer müden Amtsverwaltung werden würde

Es wird wieder demonstriert in Deutschland. Auf sogenannten „Hygiene-Demos“ protestieren allerlei Leute gegen allerlei – gegen Corona-Maßnahmen, einen befürchteten Impfzwang, Bill Gates und Angela Merkel. Und irgendwie auch fürs Grundgesetz. Aber Proteste leben vom großen Nein, stellt der Soziologe Armin Nassehi in diesem Essay fest, den er zwar schon vor Corona geschrieben hat. Aber die Protestphänomene haben alle dieselbe Wurzel, stellt er fest.

Honoré de Balzac: Die Kunst, seine Schulden zu bezahlen. Foto: Ralf Julke
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Die Kunst, seine Schulden zu zahlen: Balzacs berühmter Essay übers Schuldenmachen, der gar nicht von Balzac ist

Das Buch bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist es auch ein Spaß unter Verlegern, es einfach immer wieder herauszubringen und die Leser mit diesen durchaus frivolen Tricks, ein Leben zu führen, ohne jemals seine Schulden zu bezahlen, jedes Mal aufs Neue zu erfreuen. Was ja gerade jetzt sehr gut passt, wo gerade kreative Menschen, die eh schon immer am Limit lebten, durch Zahlungsausfälle in neue Nöte geraten. Balzac war ja das Musterexemplar so eines von Gläubigern gejagten Mannes. Oder?

Catherine Newmark: Warum auf Autoritäten hören? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Warum auf Autoritäten hören? Catherine Newmark untersucht die Geschichte und Gegenwart eines heiß umstrittenen Begriffs

Mit einem ganz ähnlichen Thema hat sich gerade auch Björn Vedder in seinem Buch „Väter der Zukunft“ beschäftigt. Wir leben tatsächlich in einer Zeit, in der so langsam zusammenkommt, was zusammengehört. Und dazu gehört auch das Nachdenken darüber, warum ausgerechnet (alte, weiße) Männer sich heute so massiv verunsichert fühlen und warum Populisten mit so viel Ignoranz wissenschaftliche und demokratisch gewählte Autoritäten angreifen.

Ulrike Ackermann: Das Schweigen der Mitte. Foto: Ralf Julke
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Das Schweigen der Mitte: Der Versuch herauszufinden, warum es keine großen gesellschaftlichen Debatten mehr gibt

Haben wir keine Intellektuellen mehr? Gibt es keine intellektuellen Debatten mehr in Deutschland? Das Gefühl sagt: ja. Da ist etwas verloren gegangen. Nicht, dass sich lauter Berühmtheiten nicht regelmäßig lautstark zu Wort melden. Aber die Wortmeldungen plumpsen ins große Schaummeer der medialen Aufregungen. Manchmal gibt es dann noch großes Geheule, weil jemand sich beleidigt fühlt. Und dann ist wieder Ruhe im Karton. Versandet das Spektakel. Da fehlt etwas.

Björn Vedder: Väter der Zukunft. Foto: Ralf Julke
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Väter der Zukunft: Björn Vedders Essay über das Vatersein in einer Zeit, in der die Angst vorm richtigen Leben allgegenwärtig ist

Björn Vedder ist Philosoph. So ein lebenspraktischer Philosoph wie einst Platon, Epikur oder Aristoteles. Leute, die sich einst ernsthaft Gedanken darüber gemacht haben, wie man ein gutes Leben führt. Und ein richtiges. Und wie das Gute eigentlich aussieht und wie man es zum Maßstab des eigenen Handelns machen kann. Wer die alten Knaben liest, merkt: Da wird es kompliziert und streitbar. Aber erstaunlicherweise lernt man bei ihnen auch etwas über das Vatersein.

Harald Hauswald, Lutz Rathenow: Ost-Berlin. Foto: Ralf Julke
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Ost-Berlin: Höchste Zeit für den Abschied von einem Land voller falscher Geborgenheiten

Dieses Buch wandelt sich von Mal zu Mal. 2017 hat es der Jaron Verlag erstmals wieder in der ursprünglich von Harald Hauswald und Lutz Rathenow gewollten Zusammenstellung veröffentlicht, pünktlich zum 30. Jahrestags des ursprünglichen Erscheinens im Münchner Piper Verlag. Ein richtig ärgerliches Buch für SED und Stasi, die es damals weder verhindern konnten, noch den Fotografen und den Autoren öffentlich abstrafen konnten. Nicht mal wie Wolf Biermann 1976.

Utz Rachowski: Die Lichter, die wir selbst entzünden. Foto: Ralf Julke
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Die Lichter, die wir selbst entzünden: Essays, Reden und Gefängnisbriefe von Utz Rachowski jetzt in einem Band

Er gehört zu den eindrucksvollsten Dichtern aus Sachsen. Und zu Recht will Utz Rachowski nicht zur DDR-Literatur gezählt werden. Überhaupt hat er eine nur zu berechtigte Abneigung gegen Schubladen. Auch gegen die Schublade „Dissidenten-Literatur“. Wenn sich der Vogtländer in Essays, Reden und Interviews mit seiner Lebensgeschichte und Literatur auseinandersetzt, dann wird das zu einer Diskussion, für die das deutsche Feuilleton sich meistens zu fein war.

Harald Muenz, Florian Neuner (Hrsg.): Autorenmusik. Foto: Ralf Julke
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Autorenmusik: Ein Forschungsbericht aus der Unterwelt unserer Sprache

Es gibt eine Welt dazwischen – zwischen Sprache und Musik. Eine sehr faszinierende Welt, wenn man sich wirklich einmal damit beschäftigt. So, wie es einige Dichter und Dichterinnen im 20. und 21. Jahrhundert schon getan haben. Und ebenso einige Musiker. Der berühmteste ist ja Kurt Schwitters, dessen „ursonate“ die Sprechbohrer, ein SprachKunstTrio aus Köln, natürlich auch schon aufgenommen haben auf CD. Aber sie wollten mehr.

Roswitha Geppert, Heinke Thies, Katrin Pieper: Zeit ist ein Geschenk. Foto: Ralf Julke
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Zeit ist ein Geschenk: Ein Plädoyer über ein Alter in Würde, Lebenslust und Selbstbestimmung

Wenn man älter wird, beginnt man auch über Zeit anders zu denken. Dann weiß man, dass der Rest vom Leben immer kürzer wird. Die Kräfte lassen nach. Und die Frage taucht auf: Was macht man daraus? Zieht man jetzt beige Sachen an, nimmt den Rollator und benimmt sich wie ein alter Mensch? Oder lernt man jetzt noch einmal, mit der geschenkten Zeit bewusster umzugehen, gerade weil man jetzt nicht mehr die Kraft hat, Bäume auszureißen?

Mario Sixtus: Warum an die Zukunft denken? Foto: Ralf Julke
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Warum an die Zukunft denken? Wie falsche Geschichten in unserem Kopf uns zu Opfern unserer eigenen Ängste machen

Nicht nur mir geht es so. Auch der Autor und Filmemacher Mario Sixtus wundert sich schon seit geraumer Zeit, warum in unserer Gesellschaft die Zukunftsbilder verschwunden sind. Es ist, als wäre vor uns nur noch eine undurchdringliche Wand. Und dahinter? Finstere Apokalypsen. Das war nicht immer so. Der 54-Jährige erinnert sich noch an eine Zeit, als unsere Zukunft bis in den Kosmos reichte.

Alexander Grau: Politischer Kitsch. Foto: Ralf Julke
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Politischer Kitsch: Ein philosophischer Versuch, die Sehnsucht der Deutschen nach sentimentaler Scheinpolitik zu erklären

Wir leben in seltsamen Zeiten. Das merkte nicht nur der hessische Philosoph und Journalist Alexander Grau, der mit seinem Buch „Hypermoral“ schon einmal versucht hat zu erfassen, warum in unserer Gesellschaft so eine riesige Lücke klafft zwischen Realität und politischer Geste. Mit „Politischer Kitsch“ versucht er das Phänomen von einer anderen Seite zu erfassen. Denn wo Rationalität verschwindet, regiert der moralische Kitsch.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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