Heißzeit: Mojib Latifs vehementes Plädoyer, jetzt die rasende Fahrt in die Klimakatastrophe zu stoppen

Für alle LeserEinen flammenden Appell nennt Mojib Latif sein Buch, in dem er nicht nur davor warnt, dass wir mit Vollgas in die Klimakatastrophe rasen. Immer noch. Trotz all der Klimakonferenzen, auf denen Staatsoberhäupter regelmäßig Schritte zur CO2-Reduzierung vereinbaren, schöne Reden halten, nach Hause fahren – und dann wird weitergefeuert wie bisher, werden immer neue Treibhausgas-Rekorde vermeldet. Mojib Latif ist nicht irgendwer.

Er ist der wohl prominenteste Klima- und Meeresforscher Deutschlands, Professor am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, eine der markantesten Stimmen der deutschen Klimaforschung. Und mittlerweile richtig sauer auf eine Politik, die einfach nicht in der Lage ist, aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Aufheizung der Erde die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Immer wieder werden die Programme, aus der fossilen Wirtschaft auszusteigen, durchlöchert, aufgeweicht, gar von Politikern entkernt, die sich dem Druck der alten Konzerne beugen. Und damit mindestens 30 wertvolle Jahre vertrödelt haben, das Ruder herumzureißen.

Denn dass sich die Erde unablässig aufheizt und auf dem direkten Weg ist in ein Heißzeitalter, wie es die Menschheit in den vergangenen drei Millionen Jahren nicht erlebt hat, ist längst wissenschaftlich bewiesen.

An den Daten gibt es nichts mehr zu rütteln. Darüber gibt es in der Klimaforschung auch keinen Dissens, auch wenn das alle möglichen Lobbyorganisationen, selbsternannte Klimawandelleugner und diverse hochbezahlte Politiker immer wieder behaupten und die Plattformen im Internet voll sind mit solchen Behauptungen, auf die immer mehr Menschen hereinfallen, weil sie zwischen Möchtegernexperten und wissenschaftlicher Forschung nicht unterscheiden können.

Deswegen ist das Buch, das Latif jetzt mit einer Menge Emotion im Bauch geschrieben hat, auch eine Handreichung für alle, die sich von dieser mit einer Menge Geld befeuerten Scheindebatte irritiert fühlen. Verständlich setzt sich Latif mit allen gängigen Argumenten der Klimawandelleugner auseinander, ihren pseudowissenschaftlichen Phrasen, ihren herausgepickten Kritikpunkten, mit denen sie Fehler oder gar einen Streit unter Klimaforschern suggerieren, den es schlicht nicht gibt.

Nicht darüber, dass sich die Erdatmosphäre und die Meere in den vergangenen Jahrzehnten massiv aufgeheizt haben – und zwar in einem Tempo, wie es erdgeschichtlich so noch nie geschehen ist, auch nicht darüber, dass es die Menschen waren, die mit dem massenhaften Verbrennen fossiler Brennstoffe die enormen Mengen an Co2 in die Luft geblasen haben, die als Treibhausgas das Aufheizen der Erde bewirken.

Und wer bei dem Thema schwimmt, dem erklärt Latif auch noch einmal, wie Treibhausgase funktionieren, wie sie einerseits erst Temperaturen auf der Erde ermöglichen, die für das Leben erträglich sind, andererseits aber auch in einem sensiblen Gleichgewicht sind – und zwar seit Jahrmillionen. Ein Gleichgewicht, das die Menschheit mit der Industrialisierung auf Grundlage von Kohle und Erdöl gestört hat.

Er erklärt auch, warum wir heute vor allem die Wirkungen der CO2-Emissionen aus dem letzten Jahrhundert spüren – die das letzte Jahrzehnt zum wärmsten aller Jahrzehnte seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gemacht haben. Er erklärt, warum die bekannten Warmzeiten in der menschlichen Geschichte mit dem, was jetzt auf die Menschheit zukommt, nichts zu tun haben. Und wie die Temperaturentwicklung der letzten Jahre alles bestätigt, was die Klimamodelle der Klimaforscher schon in den 1970er Jahren gezeigt haben.

Er erklärt auch, wie diese Modelle funktionieren und warum sie – trotz aller Grobkörnigkeit – trotzdem adäquate Erkenntnisse bringen zur Klimaentwicklung. Spätestens seit 1988, als die Klimaforscher den Weltklimarat (IPCC) gründeten, sind all die wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich, kommt die Politik nicht an ihnen vorbei. Und immer wieder gab es Hoffnung, dass die Weltgemeinschaft endlich darauf reagiert und das Ruder herumreißt.

1992 zum Beispiel nach der Konferenz von Rio, der dann ein Dutzend Klimakonferenzen folgte, meist mit großem Medientamtam begleitet, manchmal auch – wie in Paris 2015 – mit einem schönen Abkommen abgeschlossen. Und jedes Mal verlief sich alles im Sand. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe zog an, der CO2-Ausstoß erreichte neue Rekordwerte. Das, was bis jetzt in die Luft geblasen wurde, reicht völlig, um die Erde noch weiter aufzuheizen.

Und zwar nicht nur um die 1,5 bis 2 Grad, bei denen die Wissenschaftler noch die Hoffnung haben, dass die Menschheit das geradeso noch bewältigen kann, auch wenn schon dieses Szenario mit heftigen Wetterkatastrophen zusammenhängt und zum Beispiel für Deutschland immer öfter Hitze- und Dürrejahre bedeutet. So wie 2018 und 2019.

Daran, dass Staaten wie China, Australien, Saudi-Arabien und die USA zu Vorreitern eines echten Klimaschutzes werden, glaubt Latif nicht mehr. Nur wenige Länder haben seit dem Jahr 2000 tatsächlich erste Anstrengungen unternommen, ihre klimaschädliche Energiewirtschaft umzubauen. Dazu gehört zwar Deutschland. Aber Deutschland schwindelt sich auch in die Tasche, wenn es sich als Vorbild hinstellt. Denn einen riesigen Rucksack an CO2-Emissionen haben deutsche Konzerne einfach outgesourct, ausgelagert nach Asien, wo unter katastrophalen Umweltbedingungen die Konsumgüter auch für deutsche Handelskonzerne hergestellt werden.

Natürlich macht sich Latif Gedanken darüber, warum nach jedem Lichtblick, dass endlich die drohende Gefahr der Klimakatastrophe begriffen wurde (nach Rio 1992, nach Al Gores aufrüttelndem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ 2007, nach Paris 2015 …) die Klimawandelleugner wieder Gehör bekamen, Politiker den alten Fossilkonzernen wieder Tür und Tor öffneten und mittlerweile auch die Plattformen im Internet geradezu geflutet sind mit dem unwissenschaftlichen Unfug der Leugner.

Er benennt dafür einige Gründe – etwa den milliardenschweren Einfluss der alten Fossilkonzerne, die mit ihren Think Tanks auch die öffentliche Meinung penetrieren und die Angst der Menschen schüren vor einer Zukunft ohne Kohle, Erdöl, massenhaften Fleischkonsum, Billigimporte aus Asien, die riesigen Containerflotten auf den Meeren und was der Symbole des Fossilzeitalters mehr sind, das in den Köpfen von Wählern und Politikern oft geradezu verklebt ist mit Vorstellungen von Wohlstand und Arbeitsplätzen. Die beiden werden dann jedes Mal beschworen.

Und so sind verängstigte Menschen, die sowieso schon durch die Folgen eines radikalen Neoliberalismus, der einst sicher geglaubte Arbeitsplätze vernichtet hat, in permanenter Verunsicherung. Logisch, dass Latif auch mahnt, die Politik sollte endlich Abschied nehmen von diesem marktradikalen Wahnsinn, der die Märkte entfesselt hat und die Staatsregierungen geradezu entmachtet hat, weil in einer völlig deregulierten Welt die Konzerne die Macht übernehmen und alles tun, um jede sinnvolle Regulierung zu verhindern.

Ganz zu schweigen davon, dass das neoliberale Mantra die Staaten regelrecht entkernt hat. Die Parolen vom „schlanken Staat“ und „Effizienzgewinn durch Privatisierung“ kennt jeder. Latif erweist sich eben nicht als eingleisiger Klimatologe. Er hat durchaus gesehen, wie die neoliberale Ideologie auch zentrale Gesellschaftsbereiche zerstört hat. Das, was wir seit Corona wieder als systemrelevant bezeichnen. Das Gesundheitswesen zum Beispiel, die Katastrophenvorsorge, Bildung, Polizei, den ÖPNV …

Corona widmet er ein eigene Kapitel. Auch weil die Corona-Pandemie dieselben Ursachen hat wie die Klimazerstörung. Was den meisten Menschen nicht einmal bewusst ist.

Zu den Gründen, die Latif vermutet, warum Politiker und Wähler sich beim Thema Klimawandel immer wieder wegducken, zählt er auch die Überforderung. Ein alter Schutzmechanismus des menschlichen Gehirns, das aus Selbstschutzgründen immer bestrebt ist, die Dinge zu vereinfachen, das, was es überfordert, auf „einfache Wahrheiten“ zu reduzieren und all das Komplizierte und Bedrohliche, das über Jahre kocht und nicht aufhören will, auszublenden.

Was umso dringender scheint, als nicht nur eine komplexe Katastrophe auf die Menschheit einhämmert, sondern gleich mehrere – jede eigentlich zu groß und zu komplex, dass es ein einzelner Mensch auch nur fünf Minuten aushält, sich damit zu beschäftigen oder gar verstehen zu wollen, was da passiert. (Latif weist aber trotzdem darauf hin, dass jede/-r seine eigene Klimawende selbst beginnen kann – jede/-r hat es in der Hand …)

Denn neben dem Klimawandel (mit seinen ersten katastrophalen Auswirkungen schon heute) passiert das Artensterben, das ebenso vom rücksichtslosen Wirtschaften des Menschen befeuert wird. Latif nennt auch die Digitalisierung, die immer mehr Menschen mit ihrer chaotischen Informationsflut geradezu irre macht und dazu bringt, irgendwo in diesem wilden Gewaber eine einfache Wahrheit zu finden, die alles erklärt – der schnellste Weg zu Fakenews und Verschwörungsmythen.

Und die beiden viel zu lange gefeierten Begriffe Globalisierung und Neoliberalismus gehören dazu, sie stehen für die Entfesselung der Märkte, für die Zerstörung klassischer Arbeitsverhältnisse, die Entmachtung von Gewerkschaften und Regierungen.

Denn wer die Märkte entfesselt, schafft keinen fairen Wettbewerb. Wer das behauptet, lügt. In unregulierten Märkten dominieren immer nur die Rücksichtslosesten, Kriminellsten und Reichsten. Solche Märkte befeuern die Umverteilung und die gesellschaftliche Spaltung, denn sie sorgen dafür, dass die Arbeit der Menschen immer mehr entwertet wird, während die Gewinne immer nur zu den Reichen fließen und der Gesellschaft nicht mehr zugute kommen.

Am Ende seiner vehementen Streitschrift hat Latif einen Zehn-Punkte-Plan zum Klimaschutz formuliert, in dem er unter anderem die Deutsche Regierung dazu animiert, eine „Allianz der Willigen“ zu formen, damit wirklich endlich einmal eine Staatengruppe vorangeht beim Klimaschutz. Denn auf Länder wie die USA kann man nicht mehr warten. Das wäre fatal. Erst wenn wirklich eine Staatengruppe vorangeht und zeigt, wie man seine Wirtschaft klimafreundlich umbaut, folgen auch andere. Wobei das von Schwellenländern wie China und Indien eher zu erwarten ist als von den alten Fossilnationen.

Denn die Technologie ist da. Beim Automobil hat es auch nur zehn Jahre gedauert, bis es das Pferdefuhrwerk verdrängt hat, stellt Mojib Latif fest. Es gibt also Vorbilder für einen Technologiewechsel in sehr kurzer Zeit. Man muss es nur wollen. Die Technologie ist längst da. Und für faule Kompromisse – wie den lahmen Kohleausstiegsplan – hat auch Deutschland keine Zeit mehr.

Was unter den zehn Punkten nicht auftaucht, was er aber im Text recht eingehend betrachtet, ist die Angst etlicher Bürger vor Wohlstandsverlust. Eine Angst, die aber eben an lauter Wohlstandsprodukte gekoppelt ist, die in dieser Masse nur mit heftigen Klimaschäden produziert werden können. Mit echtem Wohlstand hat das alles nichts zu tun. Das haben – so hofft Latif – im Corona-Shutdown viele Menschen vielleicht sogar verstanden. Denn auf einmal waren Autos genauso überflüssig wie Flugreisen und Shopping-Touren. Es gibt tatsächlich wichtigeres im Leben. Und echter Wohlstand hat mit menschlichen Kontakten, Würde und Respekt zu tun.

Wir müssen also auch unsere Kommunikation zu Klimawandel und zur Energiewende ändern, wegkommen von den falschen Wohlstandsversprechen einer entfesselten Konsumgesellschaft, hin zu einem aufmerksamen und reichen Leben, in dem wir auch wieder lernen, den Wert einer intakten Natur, von Artenvielfalt und relativ stabilen klimatischen Bedingungen zu schätzen. Und nicht mehr so leben, als müsste nach uns unbedingt die Sintflut kommen. Eine Zumutung, die dann unsere Kinder und Enkel ausbaden müssen.

Latif jedenfalls hat von diesem Leugnen und Vertagen die Nase voll. „Für einen Wissenschaftler wie mich ist das ein nicht mehr hinnehmbarer, viel zu lange dauernder Prozess, der mich an den Rand des Wahnsinns treibt.“

Alle Fakten und Daten liegen auf dem Tisch. Für die sinnfreien Diskussionen mit bezahlten und unbezahlten Klimawandelleugnern haben wir gar keine Zeit mehr. Zwar hat Latif so seine Bedenken beim Alarmismus von „Fridays for Future“. Aber er anerkennt auch, dass diese europaweite Schülerbewegung wieder etwas in Gang gesetzt hat, was interessierte Lobbyisten und Konzerne nur zu gern wieder vergessen gemacht hätten: Dass in unserer Atmosphäre Prozesse in Gang gekommen sind, die die Menschheit nur jetzt, auf den letzten Drücker noch bremsen kann, indem sie das Ruder herumwirft und wirklich Klimaschutz betreibt.

Was noch nicht garantiert, dass es nicht zu einer Heißzeit kommt. Denn die 1,5 bis 2 Grad sind ein ambitioniertes Ziel. Hätten wie 1992 mit dem Umbau begonnen, hätten wir es sicher geschafft. In den vergangenen 30 Jahren ist aber so viel CO2 in die Atmosphäre geblasen worden, dass ein Temperaturanstieg von 3 bis 5 Grad nicht mehr unwahrscheinlich ist. Das aber – da ist sich auch Latif sicher – würde die menschliche Zivilisation nicht verkraften.

Und er merkt auch zu den jetzt schon gemessenen Temperaturen und CO2-Konzentrationen etwas sehr Bedenkenswertes an: Um dieses zusätzliche CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, wird die Menschheit wohl mindestens 1.000 Jahre brauchen, auch weil es kaum noch aufnahmefähige CO2-Senken auf der Erde gibt. Die wichtigste CO2-Senke – die Ozeane – hat sich längst so aufgeheizt, dass dort die biologischen Systeme zu kollabieren beginnen (Stichworte: Übersäuerung, fehlender Sauerstoff, Überhitzung, von der Plastikvermüllung ganz zu schweigen).

Ein warnendes Buch, sehr emotional, aber mit allem Grundlegenden, was man wissen muss, wenn man es mit Klimaleugnern und Fossilverteidigern zu tun bekommt, die glauben, indem sie das Problem einfach wegreden, würde es nicht existieren. Und das Buch ist auch eine Ermutigung, jetzt zu handeln, auch noch den geschrumpften zeitlichen Spielraum zu nutzen, der uns noch bleibt, um die fossilen Holzwege zu verlassen und eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen, die unserer Zivilisation tatsächlich eine Zukunft gibt.

Mojib Latif Heißzeit, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2020, 20 Euro.

Das Klimabuch: 50 reich bebilderte Doppelseiten zum Klima, zum Klimawandel und unseren Chancen, die Sache zu ändern

Machtgefälle im Kopf. Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 80 ist da: Was zählt …

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