Mit Lutz Heydick 165 Kilometer immer die Mulde hinab

Was macht man eigentlich als Verleger, wenn man den Verlag an die Kinder abgegeben hat? Bücher natürlich. Bücher, zu denen man im Verlegeralltag keine Zeit gefunden hatte. Man schwingt sich aufs Rad und erkundet die eigene Heimat. Denn Heimat ist, was man wirklich mit eigenen Augen gesehen und mit allen Sinnen erspürt hat. Das Land an der Mulde zum Beispiel.
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Am Ende seiner 165 Kilometer langen Tour reiht Lutz Heydick, der schon mit mehreren Büchern zur westsächsischen Landschaft Maßstäbe setzte, den Mulderadweg unter die schönsten deutschen Flussradtouren ein – Elbe, klar, Rhein, Main, Donau, klar, Mosel, Neckar, Havel, Unstrut … alles klar. Die Botschaft ist eigentlich ziemlich deutlich: Der Mulderadweg hat es in die Spitzenliga geschafft. Er ist kein Geheimtipp mehr, ein Tipp aber trotzdem. Denn dass er erst jetzt so richtig promotet wird, hat auch mit langer Zurückhaltung und verschobener Schwerpunktsetzung in der touristischen Vermarktung zu tun.

Selbst für die Leipziger war die faszinierende Landschaft im Burgen- und Heideland, durch das die Mulde ja fließt, fast nicht mehr sichtbar. Wenn man über die Stadtgrenze hinausschaute, dann sah man nur noch Baggerseen. Das Neuseenland dominiert auch heute noch alle Aktivitäten.

Und gerade solche Ausflüge, wie sie Lutz Heydick hier macht, zeigen, wie verzerrt das ganze Bild ist und was für ein Unfug die (Leipziger) Fixierung auf einen überzogenen Wassertourismus ist, der weder nachhaltig noch von den Bürgern gewünscht ist. Und der vor allem die wirklichen Entwicklungschancen der Region völlig ausblendet.

Eigentlich hatten es die Bürgerbefragungen zur „Charta Leipziger Neuseenland“ gezeigt. Aber die Gremien, die darüber entscheiden, was in den Landkreisen Vorrang hat, die lassen sich davon nicht beirren.

Was kann man tun?

Einfach auf Lutz Heydicks Spuren fahren und ein wirklich schönes Stück Kulturlandschaft würdigen und stärken. Es gibt genug Gasthöfe, Museen, Burgen und Freisitze, die einladen und wo man lokale Wirtschaft wirklich unterstützen kann, indem man regional schmaust und genießt. Konsequent ist Heydick den Mulderadweg auch mit dem Fahrrad gefahren. Eingestiegen ist er am Rochlitzer Berg, in der einstigen Grafschaft der Schönburger mit Forder- und Hinterglauchau, Wechselburg und Rochsburg, alles an der Zwickauer Mulde gelegen. Die großen Höhenunterschiede weiter bergaufwärts hat er sich erspart. Das böte im Grunde Stoff für einen eigenen Radwanderführer für Sportler und Mountainbiker.

Denn wenn man bei Rochlitz startet, ändert sich auch der Charakter der Landschaft, denn hier ist rund 1.000 Jahre Geschichte präsent, dicke, fette, greifbare Landesgeschichte, die Heydick auch erzählt. Mehrfach merkt er beiläufig an, warum er hier angefangen hat, denn weiter bergauf war das Land noch weit bis ins Mittelalter kaum besiedelt, hier stand dicker, „finsterer Wald“. Erst mit dem Landausbau der Wettiner und Schönburger wurde diesem Wald zu Leibe gerückt.

Was heißt das?

Nehmt eure Kinder mit: Lasst sie mitten in dieser Landschaft selbst sehen und erleben, was Geschichte ist und wie man sie begreifen kann. Da hilft aller Frontalunterricht nicht. Ab ins Blaue! Die Picknickvorräte aufgepackt und ab geht es stromabwärts. Die Burgen und Schlösser, die er dabei passiert hat, hat Heydick gar nicht gezählt. Aber zu jeder hat er eine Menge zu erzählen. Man merkt, dass er seit Jahrzehnten nichts anderes getan hat, als Fakten und Daten in sich aufzusaugen. Im Grunde zwingt sein Buch zum Langsamfahren, Pausieren und wahrscheinlich auch mehrfachem Übernachten unterwegs, damit man zu jeder Station auch die kompakten Texte lesen kann. So kompakt, dass sich viel Wissenswertes in dichten Sätzen zusammenstaucht.

Und abgelenkt wird man sowieso, denn jedes der 17 Kapitel (oder sollte man besser Etappen sagen?) ist mit eindrucksvollen Fotos bebildert, Fotos, die auch den Radwanderern von Main, Neckar und Mosel zeigen, dass es da im wilden, finsteren Osten einen herrlichen Flusswanderweg gibt, auf dem es viel zu bestaunen gibt. Und Geschichten zu entdecken sowieso, man stolpert ja regelrecht darüber – das Prachtschloss der Wettiner in Colditz, Wilhelm Ostwalds Landhaus „Energie“ in Großbothen, über Ringelnatz in Wurzen oder die tragische Geschichte des Michael Kohlhaas, wenn es dann aufs Brandenburgisch-Preußische zugeht. Denn Heydick radelt den Mulderadweg ja bis zu Ende, bis zur Mündung der Vereinigten Mulde hinter Dessau in die Elbe.

Was natürlich auch die Vereinigung der beiden Mulden – der Zwickauer (an der er angeradelt kommt) und der Freiberger Mulde bei Kleinsermuth einschließt. Und weil er auch immer Geologie und Geographie miterzählt, erfährt der Mitradelnde eben auch, warum die Mulde bei Hochwasser so gefährlich ist und gern ganze Städte wie Grimma oder Eilenburg unter Wasser setzt. Obwohl sie an schönen Sommertagen doch so friedlich aussieht. Der Grund liegt im riesigen Einzugsgebiet ihrer beiden Zuströme oben in den Mittelgebirgen. Was die Mulde schnell macht. Und was die Wassermassen schnell zusammenströmen lässt und die zuweilen engen Täler sofort anfüllt. Gerade flussabwärts mehren sich die Merkzeichen für Fluten, Erinnerungen an zerstörte Brücken und Fähren und überschwemmte Dörfer und Kirchen.

Aber eben auch Geschichten vom Wiederaufbauen, von liebevoller Restaurierung, von geretteten Burgen, Schlössern und Kirchen. Nur eins fehlt Lutz Heydick unterwegs immer wieder: die legendäre Muldental-Eisenbahn, die einst an der Mulde entlangfuhr und in Teilen noch bis Anfang des Jahrhunderts in Betrieb war. Dann wurde sie eingestellt. Ein paar Eisenbahnfreunde versuchen, Teilstrecken wieder mit Leben zu erfüllen.

Und der Radweg berührt die Bahnstrecke natürlich immer wieder, führt teilweise auf alten Bahndämmen entlang, wo die Gleise schon nach dem Weltkrieg demontiert worden waren. Was natürlich die Radfahrer freut und den Mulderadweg wertvoller macht, denn der ist im Grunde (wenn man denn nicht gar zu Fuß wandert) die attraktivste Variante, den Fluss und seine geschichtsträchtigen Landschaften kennenzulernen. Abstecher und Abschweife lohnen sich auf der ganzen Strecke. Kloster Marienthron, Schloss Püchau oder der Burgberg von Eilenburg klingen schon im Ohr, wenn man sie in den Kapitelüberschriften liest. Wobei Heydick nicht versäumt, die Leser daran zu erinnern, dass Eilenburg zu den Keimzellen der Wettinerherrschaft in der Markgrafschaft Meißen gehört. Und dass es nur einer von mehreren legendären Burgwarden ist, die im 10. Jahrhundert entlang der Mulde errichtet wurden, um das Land gegen die Slawen zu sichern – oder die Polen. Denn so sicher, dass hier die Wettiner mal das dauerhaft etablierte Herrschergeschlecht sein würden, war das ja um 921 gar nicht.

Es tauchen zwar etliche Berge und Gebirge auf im Text, aber das sind echte sächsische Tieflandgebirge – zum Teil aus gut verbaubarem Porphyr bestehend. Geologie kommt auf keinen Fall zu kurz auf dieser Tour. Aber in der Regel bedeutet das keine harten Berganstiege und Klettertouren. Im Grunde hat man auf der ganzen Tour nur 75 Höhenmeter zu überwinden. Und zwar immer flussabwärts. Und immer das nächste spannende Ziel vor Augen. Ganz am Ende auch noch das faszinierende Dessauer Gartenreich, ein bisschen Bauhaus und das mittlerweile 20 Jahre bestehende Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf. Man kann also die geleerten Picknicktaschen am Ende wieder mit Büchern auffüllen.

Im Text erläutert Heydick zwar sehr genau, wo man abkürzen und abschweifen kann. Für nicht so geübte Radwanderer wären vielleicht ein paar detaillierte Karten zu jedem Kapitel nicht schlecht gewesen. Für die etwas Geübteren ist das natürlich kein Problem. Einerseits bietet der Mulderadweg eine reiche Beschilderung, zum anderen erinnert Heydick daran, dass Radwandern auch dann Spaß macht, wenn man sich nicht stur an die vorgegebene Route hält, sondern Einladungen zum Abweichen auch frohen Mutes annimmt. Man entdeckt immer was. Und tatsächlich ist der Weg das Wichtigste, nicht die Zielankunft. Und gerade auf dem Mulderadweg empfiehlt es sich, lieber viel Zeit mitzubringen und sich auf eine Landschaft einzulassen, die sonst immer viel zu kurz kommt und im Schatten von touristischen „Lieblingsprojekten“ verschwindet, die so introvertiert in der Landschaft protzen, dass man sich fragt: Denken Touristiker überhaupt noch in Landschaften? Oder versperrt ihnen das Destinations-Denken den Blick auf das lebendige Ganze?

Denn die Übergänge von Leipzig zum Beispiel ins Mulde- und Burgenland sind fließend. Man kann mehrere der Stationen, die der Mulderadweg berührt, mit der Bahn ansteuern, also sein Rad aufladen und dort starten. Auch mancher Radweg aus Leipzig führt direkt zur Mulde. Nur in Leipzig selbst ist das alle etwas mager ausgeschildert und beworben. Was sich hoffentlich bald ändert, wenn mehr Leipziger die Schönheiten dieser Landschaft östlich der großen Stadt wieder für sich entdecken.

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