Bildungsempfehlungen im Frühjahr 2018

159 Leipziger Viertklässler haben zwar eine gymnasiale Bildungsempfehlung, wechseln aber trotzdem nicht aufs Gymnasium

Für alle LeserAm 26. Februar sagte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) etwas durchaus Erhellendes. Das war der Tag, als sein Ministerium die kommenden Bildungsempfehlungen ankündigte. Da sagte er tatsächlich so etwas wie: „Das Wichtigste für die Schüler ist, dass sie erfolgreich lernen und motiviert bleiben.“ Da ist die gute Frage: Wie lange bleiben Kinder im sächsischen Bildungssystem motiviert? Die Bildungsempfehlungen erzählen davon, dass die Motivation für viele Kinder schon in der Grundschule endet.

Er sagte auch noch: „In Sachsen gibt es viele verschiedene Wege zu einem erfolgreichen Schulabschluss, sei es an der Oberschule oder am Gymnasium. Das Abitur ist nicht automatisch die Eintrittskarte für eine gut bezahlte Arbeitsstelle und ein erfülltes Leben. Die Wirtschaft sucht vor allem Nachwuchskräfte, deren Stärken in der praktischen Ausbildung liegen. Dafür ist die Oberschule am besten geeignet.“

Ob es so ist, werden die Kinder, die an Oberschulen landen, selbst am besten wissen.

Nach den aktuellen Anmeldezahlen werden 44 Prozent der Viertklässler im neuen Schuljahr an ein Gymnasium wechseln.

Und es ist wie in den Vorjahren: In ländlichen Regionen wechseln deutlich weniger Kinder aufs Gymnasium, während die beiden Großstädte Dresden und Leipzig überdurchschnittliche Anmeldezahlen haben. In den Landkreisen liegen die Anmeldezahlen zwischen 32,6 Prozent im Erzgebirgskreis und 43,9 Prozent in Nordsachsen.

Was schon insofern interessant ist, als der Wert für Sachsen insgesamt bei 44,1 Prozent lag. Das heißt: Alle Landkreise liegen unter diesem Wert. Hier macht sich bemerkbar, dass in den Landkreisen immer weniger Kinder leben und damit auch das Schulnetz deutlich ausgedünnt ist. Über die Schulwahl entscheidet dann meist die Entfernung zur nächsten Oberstufenschule. Was eben auch bedeutet: Die Landkreise büßen auch bei der Bildung weiter an Wettbewerbsfähigkeit ein.

Es ist zwar ganz nett, wenn der Kultusminister gern viele Kinder auf die Oberschule bringen möchte. Aber das Denken dahinter ist falsch, gerade weil die Schüler nach der vierten Klasse schon sehr früh getrennt werden und damit auch früh erfahren, was es bedeutet, aussortiert zu werden. Das hat mit dem Gleichheitsgrundsatz nichts mehr zu tun. Die sächsischen Eltern wissen das und plädieren mehrheitlich für ein längeres gemeinsames Lernen mindestens bis zur sechsten Klasse.

Wogegen sich die beratungsresistente CDU-Spitze bis heute sträubt. Natürlich würde das einen Umbau der Schullandschaft bedeuten.

Was passiert aber, wenn genug Gymnasien in geringer Entfernung vom Wohnort vorhanden sind? Dann versuchen natürlich möglichst viele Eltern ihre Kinder eben doch aufs Gymnasium zu bekommen. Denn ihre Erfahrungen zeigen, dass Piwarz unrecht hat, wenn er sagt: „Das Abitur ist nicht automatisch die Eintrittskarte für eine gut bezahlte Arbeitsstelle und ein erfülltes Leben.“

Dass es im Leben keinen Automatismus gibt, ist ihnen nur zu gut bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass mit Abitur die Chancen eben trotzdem deutlich höher sind, eine gut bezahlte Berufslaufbahn zu betreten, als mit Real- oder gar nur Hauptschulabschluss. Ganz zu schweigen davon, dass Gymnasien in Sachsen exzellente Leistungsschmieden sind. Sie trimmen die Schüler auf das punktgenaue Absolvieren von Leistungstests, bereiten sie also exzellent vor auf eine Wirtschaft, in der das exzellente Abarbeiten die wichtigste Karrierevoraussetzung ist. Sie sind also bestens vorbereitet auf die gern beschworene Leistungsgesellschaft. Und sie lernen noch etwas: Dass es in ihrer eigenen Anstrengung liegt, ob sie ein Ziel erreichen.

Was übrigens der Riss ist, der unsere Gesellschaft gerade zerlegt: Die einen haben sich das elitäre Leistungsdenken regelrecht antrainiert, die anderen stehen immer wie die begossenen Pudel da und werden mit den Brotsamen abgespeist, mit oft genug schlecht bezahlten und zermürbenden Jobs.

Was übrigens dazu führt, dass viele Eltern die neuen Chancen der Bildungsempfehlung nutzen und ihre Kinder trotzdem fürs Gymnasium anmelden, obwohl sie keine Bildungsempfehlung dafür bekommen haben. Sachsenweit werden 1.469 Kinder ohne solche Bildungsempfehlung ans Gymnasium wechseln. Das sind immerhin 11,8 Prozent der 12.397 künftigen Gymnasiasten. Und eigentlich darf man wohl davon ausgehen, dass sie das Abi fast alle schaffen werden. Nicht weil sie vielleicht besonders begabt sind – sondern weil sie wahrscheinlich schnell lernen werden, welche Art Leistung in Sachsens Gymnasien tatsächlich verlangt wird.

Und an dem Punkt schält sich natürlich auch heraus, warum es so viele junge Eltern in die beiden Hotspots der wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen – nach Leipzig und Dresden – zieht. Sie haben das Leistungssystem sehr wohl begriffen. Und sie wissen auch, was es bedeutet, Kindern schon in der Grundschule das zielstrebige Zielerfüllen beizubringen und sie dann auf möglichst aussichtsreiche Gymnasien zu bringen.

Ergebnis: Während in Dresden 56,5 Prozent der Viertklässler ans Gymnasium wechseln, sind es in Leipzig sogar 58,8 Prozent.

Man sieht also deutlich, wie Großstadt und ländliche Region auch bei der Bildung immer weiter auseinanderdriften.

2.216 von 3.766 Leipziger Schülern der 4. Klasse wechseln im Herbst an ein Gymnasium. 229 von ihnen (10,3 Prozent) haben keine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium. Aber diese Entscheidung liegt mittlerweile wirklich bei den Eltern. Was die Zahlen, die die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, Petra Zais, auf ihre Anfrage an die Staatsregierung bekommen hat, nicht verraten, ist die Frage: Wie viele Kinder gehen trotz gymnasialer Bildungsempfehlung nicht ans Gymnasium?

Das ist natürlich so ein Punkt, wo man sich vom Auskunft gebenden Ministerium so richtig veralbert fühlen darf. Denn dort hat man alle Zahlen. Aber gerade die eigentlichen Bildungsempfehlungen hat man lieber nur in detaillierter Breite geliefert – die Summen aber für sich behalten.

Also heißt es wieder: Erbsenzählen.

Und wenn wir uns jetzt nicht verzählt haben, waren es 2.156. 2.156 Leipziger Viertklässler haben demnach eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium bekommen. Von ihnen aber wechseln im Herbst nur 1.987 ans Gymnasium. 169 Kinder nutzen also die Chance nicht, die ihnen die Bildungsempfehlung eröffnet. Oder ihre Eltern können sich den Schritt nicht leisten. Oder sie trauen den Kindern nicht zu, im hohen Leistungsanspruch des Gymnasiums zu bestehen.

Die Gründe fragt ja niemand bei den Eltern ab.

Und natürlich verrät die Statistik auch nicht, aus welchen Ortsteilen die Kinder kommen, die ihre Chance fürs Gymnasium nicht nutzen. Und woher die anderen kommen, die auch ohne Bildungsempfehlungen den Versuch wagen. Die Grundschulbezirke haben ja nichts mit den Einzugsbereichen der Gymnasien zu tun. Für besonders beliebte Gymnasien fahren die Schüler auch gern jeden Tag durchs ganze Stadtgebiet.

Chancen fürs Gymnasium sind in reichen Stadtvierteln vier Mal höher als in armen

Bildungsempfehlung
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ein neues „Plakatgate“: Leipziger CDU kritisiert „linken Hass“
Unbekannte veröffentlichten dieses Plakat. Foto: Marco Santos

Foto: Marco Santos

Für alle LeserErneut sorgt ein satirisches Plakat in den Schaufenstern der Abgeordnetenbüros von Leipziger Landtagsabgeordneten der Linkspartei für Aufregung bei der CDU. Im Zusammenhang mit den rechtsradikalen Demonstrationen in Chemnitz sind dort „Fahndungsplakate“ mit Abbildungen von CDU-Politikern und Neonazis zu sehen. Bereits im Januar 2018 hatten ähnliche Plakate im Zusammenhang mit Polizeigewalt beim G20-Gipfel wütende Reaktionen und Strafanzeigen hervorgerufen.
Gastkommentar von Christian Wolff: SPD am Scheideweg
Mal wieder Wirbel bei der SPD. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Positive zuerst: Bei den Landtagswahlen im Freistaat Bayern hat es keinen Durchmarsch rechtsradikaler Parteien gegeben. Die AfD hat ein im Vergleich zu den Befürchtungen eher bescheidenes Wahlergebnis erreicht: 10,2 %. Dieser Stimmenanteil ist noch viel zu hoch, aber weniger als erwartet. Vor allem kann man das katastrophale Wahlergebnis der SPD nicht mit einem Erfolg der AfD erklären. Die SPD ist kein Opfer rechter Stimmungsmache geworden.
Mindestens 131.000 erwerbstätige Sachsen stecken in der Armutsfalle fest
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserArmut ist ein weites Feld. Was Armut wirklich bedeutet, wissen nur die, die schon lange vor Monatsschluss wissen, dass das Geld nicht zum Nötigsten reicht und sie wieder Abstriche an den normalsten Dingen der Welt machen müssen: keine Straßenbahnfahrt, kein Obst aus dem Frischeregal, kein warmes Essen unter der Woche, Billigfleisch nur aus dem Supermarkt usw. Und nach wie vor sind hunderttausende Sachsen arm, obwohl sie arbeiten.
Lene-Voigt-Gesellschaft feiert 20 Jahre Gaffeeganne wieder mit offener Vortragslust
Gaffeeganne 2013. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon ein Weilchen her, dass der Wettbewerb um die Gaffeeganne der Lene-Voigt-Gesellschaft aus dem Kalender verschwand. Aus mehreren Gründen. Natürlich ging es um die Kraft, ihn zu organisieren, eine Vorsitzende, deren Fehlen sich auf einmal heftig bemerkbar machte. Aber eigentlich war er auch an seine Grenzen gekommen. Es musste sich etwas ändern. Aber nur was?
Haltestelle Baaderstraße soll am 19. Oktober offiziell eröffnet werden
Neue Haltestelle Baaderstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGanz fertiggestellt war die neu gebaute Haltestelle Baaderstraße in der Virchowstraße am Wochenende natürlich noch nicht. Aber an den Haustüren im weiteren Umkreis flatterten schon die Einladungen für Anwohner und Gewerbetreibende zur Haltestelleneröffnung am Freitag, 19. Oktober. Fünf Tage müssen die Bauleute hier noch ranklotzen.
Änderung in der Leipziger Abfallwirtschaftssatzung sorgt für politischen Ärger
Abfallsammelfahrzeug bei der Arbeit. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEine neue Regelung in der neuen Abfallwirtschaftsatzung bringt jetzt Stadträte der verschiedensten Fraktionen dazu, sich vehement zu Wort zu melden. Denn beim Eigenbetrieb Stadtreinigung hat man es sich aus ihrer Sicht erst einmal nur leicht gemacht: Wenn die Straßen zu schmal sind, um ohne weiteres mit den dicken Sammelfahrzeugen durchzuflutschen, dann haben die Anwohner ihre vollen Mülltonnen eben bitteschön bis vor an die Hauptstraße zu bringen.
Bürgerverein Gohlis will, dass der Gohliser Anger wieder erlebbar wird
Der Gohliser Anger in der Menckestraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie repariert man eine Stadt? Irgendwie wohl doch so, dass man die Übernutzung durch überall abgestellte Autos beendet und Räume wieder zurückgewinnt. So geht auch der Bürgerverein in Gohlis an die Sache heran – einer der rührigsten in Leipzig. Mal kämpft er um den Erhalt des „Budde“, mal um Tempo 30 in überlasteten Straßen. Und nun hat er die Rettung des Gohliser Angers auf seine Fahnen geschrieben.
Freya Kliers großes Panorama der Stadt Dresden im Jahr 1919
Freya Klier: Dresden 1919. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMenschen sind fehlbar. Und meistens sind sie überfordert, die Folgen ihrer Entscheidungen wirklich zu bedenken. Da dominieren Emotionen von Rache, Wut, tiefer Verletztheit und sorgen dafür, dass die Geschichte für Generationen auf katastrophale Gleise gerät. Was hat das mit Dresden im Jahr 1919 zu tun? Eine Menge. Gerade weil Freya Klier sich um die Komplexität eines Jahres bemüht, das bislang eher so mitdümpelte im Schatten von 1918.
Schöne Erinnerungen festhalten und digitalisieren
Foto: Split Shire

Foto: Split Shire

Viele Menschen halten ihre schönsten Momente im Leben heute mit Fotos fest. Das ist auch ein Grund, warum man schauen sollte, wie man diese aufbewahrt oder aber auch digitalisieren lässt. Besonders spannend ist es daher mit zahlreichen Dias, die man wahrscheinlich noch häufig finden wird.
Warum Schimpansen ihre Nahrung vor allem mit Freunden und Jagdgenossen teilen
Schimpansen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste teilen Nahrung mit ihren Freunden. Foto: Liran Samuni, Taï Chimpanzee Project

Foto: Liran Samuni, Taï Chimpanzee Project

Für alle LeserDa war wohl der alte Adam Smith Vater des Gedankens, als Evolutionsforscher meinten, Primaten würden ihre Nahrung mit anderen deshalb teilen, weil sie sich damit für später Vorteile erhoffen. Also schon mal einkalkulieren, dass einem die jetzige Investition später zunutzen kommt. Aber weder Schimpansen sind solche „natürlichen“ Geschäftsleute, noch die meisten Menschen. Die Taï-Schimpansen machen es deutlich.
Ein Leipziger Fragebogen mit Menschenverachtung zum Ankreuzen
Fremdenfeindlichkeit als Fragebogen. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserEinige tausend Leipziger haben im Mai/Juni einen Fragebogen „Lebensqualität und Sicherheit in der Stadt“ zugesandt bekommen, ausgewiesen als „Wissenschaftliche Bewohnerbefragung“, die parallel in Düsseldorf und Leipzig stattfand. Es ging dabei um das Verbundprojekt „Sicherheit im Bahnhofsviertel“ (SiBA). Die Befragten sollten Daten liefern zu ihrer Sicht auf die Sicherheitsprobleme rund um die Bahnhöfe. Oder doch nicht? Die Fragebögen lesen sich hochproblematisch.
Ab 2019 soll Leipzig ins Mehrwegbecher-Zeitalter starten
So sehen die Recycling2go-Kaffeebecher aus. Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Für alle LeserAndere Städte haben so etwas schon länger. Es liegt ja auf der Hand: Jeder Einweg-Kaffeebecher sorgt für neuen Ressourcenverbrauch und wachsende Müllberge. Das wollen nicht mal die Menschen, die gern ihren „Coffee to go“ mit sich tragen. Was also liegt näher, als auch diese Kaffeebecher in ein Mehrweg-System zu packen? Der BUND Leipzig hat dafür einen Becherlieferanten gefunden. Und Cafés und Bäckereien können jetzt mitmachen.
Kann Leipzigs OBM die Schließung der LVZ-Druckerei in Stahmeln verhindern?
Wird ab 2020 in Halle gedruckt: die LVZ. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal verblüffen einen auch die Linken im Stadtrat. Da verliert die Leipziger Volkszeitung seit Jahren immer mehr Abonnenten und die Auflage schnurzelt zusammen, so wie bei allen Regionalzeitungen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann sich das vor 25 Jahren gebaute eigene Druckhaus nicht mehr rechnet. Sind die Manager in Hannover also dumm? Und kann Leipzigs OBM an der Schließung der Druckerei irgendetwas ändern? Wohl eher nicht.
Der Pullover: Eine neue, traumhafte Liebesgeschichte von Yvonne Kuschel
Yvonne Kuschel: Der Pullover. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHaben Sie im Traum schon mal ein Schaf namens Ramona getroffen? Oder Sonja, Susanne oder Sophia? Dem Helden dieser von Yvonne Kuschel liebevoll illustrierten Geschichte passiert das. Er ist ein einsamer Wolf, also einer von den vielen heutzutage, denen das Alleinsein passiert, weil sich Gelegenheiten nicht mehr bieten und sowieso Menschen immer vorsichtiger werden, sich aufeinander einzulassen.
Fotogalerie: „Unteilbar“ bringt über 240.000 Menschen für mehr Miteinander zusammen
Eine beeindruckende Demonstration für mehr Miteinander und gegen Ausgrenzung am 13. Oktober in Berlin auf dem Weg zur Siegessäule. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserEs sollten 40.000 sein, die der Veranstalter der „Unteilbar“-Demonstration in Berlin erwartet habe. Am Ende wurden es über 240.000 Menschen und ein machtvolles Licht in der scheinbaren Dunkelheit, die sich über ein ganzes Land zu legen droht. Wo sonst Pegida und AfD in vielen Städten mit Grüppchen von wenigen Dutzend bis 2.000 Teilnehmern eine Art Volksaufstand gegen „die da oben“ zu inszenieren suchen, fanden sich am heutigen 13. Oktober beeindruckende Menschenmengen unter dem Motto „Unteilbar“ in Berlin zusammen.