Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in Sachsen

Sind Sachsens Oberschulen toll oder doch nur die Verliererinnen des sächsischen Bildungssystems?

Für alle LeserDie Aussagen könnten unterschiedlicher nicht sein. „Der Trend zum Gymnasium bleibt in Sachsen ungebrochen“, sagt die eine. Und die andere liest heraus: „Mehr Schüler entscheiden sich trotz Gymnasialempfehlung für die Oberschule“. Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, hat ja, wie wir am 14. Mai berichteten, die ganzen Zahlen zu den sächsischen Schulanmeldungen für 2018/2019 abgefragt.

Und aus ihrer Sicht bestätigen die Zahlen den Trend: Immer mehr Eltern entscheiden sich, ihr Kind an einem Gymnasium anzumelden. Und das auch dann, wenn die Kinder eine Bildungsempfehlung für die Oberschule bekommen haben. So geht es aus ihrer Sicht aus der Antwort von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) auf ihre Kleine Anfrage hervor. Danach unterscheiden sich die Anteile der Anmeldungen für die Oberschule und das Gymnasium innerhalb Sachsens enorm, gleiches gilt für die Bindungswirkung der Bildungsempfehlung.

Und kaum hatte sie das am Montag, 15. Mai, öffentlich kommentiert, kam die etwas eigenwilligere Gegenposition der bildungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Friedel.

Tolle Oberschulen?

„Es lohnt sich, immer das ganze Bild zu betrachten. Alle Welt redet von einem ‚Ansturm aufs Gymnasium‘. Und liegt damit falsch“, so Sabine Friedel. „Man verweist immer auf die rund zehn Prozent Schülerinnen und Schüler, die trotz einer Bildungsempfehlung für die Oberschule am Gymnasium angemeldet werden. Doch selten schaut jemand auf die andere Seite: Wie viele Schülerinnen und Schüler entscheiden sich trotz der Gymnasialempfehlung für eine Oberschule?

Das sind nicht wenige: Den rund 33.000 Viertklässlern wurden Ende Februar dieses Jahres die Bildungsempfehlungen erteilt. Davon erhielten 48 Prozent die Bildungsempfehlung Gymnasium und 51 Prozent die Bildungsempfehlung Oberschule. Angemeldet haben sich dann aber nur 44 Prozent an einem Gymnasium – inklusive der rund 1.470 Schüler mit Oberschulempfehlung. Die anderen 56 Prozent haben sich für eine Oberschule entschieden.“

Und dann geht es bei ihrer Suche nach den Gründen für diese gegenläufige Entwicklung ein bisschen durcheinander: „Die Gründe hierfür sind vielfältig: Oft spielt die Wohnortnähe eine wichtige Rolle, oft auch der Umstand, dass gerade die Oberschulen im ländlichen Raum noch immer kleinere Klassenstärken haben als Gymnasien. Und es gibt weitere Punkte, welche die Oberschulen attraktiv machen: Sie bieten eine intensive Berufsorientierung, die oft mit Ganztagsangeboten und Praxisberatern unterstützt wird und mit der lokalen Wirtschaft zusammenarbeitet.

Viele Oberschulen haben bereits Schulsozialarbeit, ab dem nächsten Schuljahr werden es alle sein. Zahlreiche Oberschulen haben besondere Profile und Projekte. Viele schaffen es, durch einen binnendifferenzierten Unterricht den einzelnen Schülern besser gerecht zu werden. Und nicht zuletzt ist die Möglichkeit, das Abitur im Anschluss an den Realschulabschluss an einem Beruflichen Gymnasium erwerben zu können und so für die Fülle des Lernstoffs ein Jahr mehr Zeit zu haben, ein attraktives Angebot.“

58,8 Prozent in Leipzig

Entscheiden die Kinder wirklich selbst, welche Schulart sie bevorzugen? Das darf bei Zehnjährigen durchaus bezweifelt werden.

Aber Friedel ist sich trotzdem sicher: „Dass ebenso viele Schüler mit Gymnasialempfehlung lieber auf eine Oberschule gehen, wie Schüler mit Oberschulempfehlung am Gymnasium angemeldet werden, ist erfreulich. Es war richtig, die Bildungsempfehlung zu einer wirklichen Empfehlung zu machen und so den Schülern und Eltern mehr Wahlfreiheit zu geben. Der Blick auf die Zahlen zeigt: Die Qualitäten der Oberschule können bei Schülern und Eltern überzeugen. Die Stärkung der Oberschule kommt an.“

Gegen ihre Thesen sprechen unter anderem die Leipziger Anmeldezahlen, wo 58,8 Prozent der Viertklässler sich fürs Gymnasium angemeldet haben. Gerade die Großstädte zeigen, dass vor allem die Verfügbarkeit attraktiver Schulangebote in Wohnortnähe darüber entscheidet, welche Schulform die Kinder wahrnehmen. Oder wohl besser: Die Eltern favorisieren diese. Denn sie können am besten einschätzen, welcher logistische und finanzielle Kraftakt hinter so einer Entscheidung steckt und ob sie das mit ihrem Familienbudget leisten können.

Und dass Schulsozialarbeiter an bald allen Oberschulen arbeiten, zeugt eben gerade nicht davon, dass das eine bessere Schulform ist, sondern dass sich hier die sozialen Probleme ballen.

Die Ergebnisse der Anfrage von Petra Zais:

Mit Stand vom 7. März 2018 wurden für das Schuljahr 2018/19 44,1 Prozent der Viertklässler (12.397 Schülerinnen und Schüler) an einem Gymnasium und 55,9 Prozent (15.737) an einer Oberschule angemeldet. Das ist erneut ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Für das Schuljahr 2016/17 lag das Verhältnis bei den Anmeldungen noch bei 39,6 Prozent (10.492) für das Gymnasium zu 60,4 Prozent (15.980) für die Oberschule, für das Schuljahr 2017/18 bei 42,2 Prozent (11.609) zu 57,8 Prozent (15.897).

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind erheblich, betont Petra Zais. So wurden in der Stadt Leipzig 58,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler an einem Gymnasium angemeldet, in der Landeshauptstadt Dresden waren es 56,5 Prozent. Dagegen lagen die Anmeldezahlen für die Gymnasien in allen Landkreisen unter dem sächsischen Durchschnitt (z.B. Erzgebirgskreis 32,6 Prozent, Landkreis Görlitz 35,6 Prozent, Mittelsachsen 37,4 Prozent).

Petra Zais: Auf das Schulangebot vor Ort kommt es an

„Die Motive für die Elternentscheidung sind vielfältig. Für mich liegt es jedoch auf der Hand, dass das Schulangebot vor Ort maßgeblichen Einfluss hat. Lange Wege sind kein gutes Argument bei der Wahl der weiterführenden Schule, gerade, wenn es um zehnjährige Kinder geht. Das massiv ausgedünnte Schulnetz im ländlichen Raum beschneidet somit das Wahlrecht der Eltern“, erklärt Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag.

Aber auch sie sieht: Nicht alle Schülerinnen und Schüler gehen den Weg, den die Bildungsempfehlung vorschlägt. Dazu trügen auch die geänderten Zugangsvoraussetzungen für die Gymnasien bei. Jetzt seien nicht länger allein die Noten ausschlaggebend für den weiteren Bildungsweg, vielmehr obliege die Entscheidung darüber den Eltern. Im Schnitt habe mehr als jede/r zehnte Schülerin bzw. Schüler (11,8 Prozent), die bzw. der an einem Gymnasium angemeldet wurde, eine Bildungsempfehlung für die Oberschule. Auch dieser Wert unterscheide sich regional deutlich.

So haben im Landkreis Bautzen 12,1 Prozent der am Gymnasium angemeldeten Schülerinnen und Schüler eine Bildungsempfehlung für die Oberschule, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind es hingegen nur 6,5 Prozent. An einigen Gymnasien hat fast jeder fünfte angemeldete Schüler eine Bildungsempfehlung für die Oberschule (z.B. Immanuel-Kant-Gymnasium Wilthen/Landkreis Bautzen 18,6 Prozent, Martin-Luther-Gymnasium Hartha/Landkreis Mittelsachsen 16,4 Prozent, Gymnasium Wilsdruff/Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 16,4 Prozent).

Auffällig hoch sind diese Werte aber auch für viele Gymnasien der Stadt Leipzig (z.B. Johannes-Kepler-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig 19,5 Prozent, Anton-Philipp-Reclam-Schule 19,1 Prozent, Goethe-Gymnasium 17,2 Prozent).

Gymnasium bleibt die bevorzugte Schulform

„Das Gymnasium ist aus Sicht vieler Eltern nach wie vor eine attraktive Schulform. Es ermöglicht höhere Schulabschlüsse und damit bessere Lebenschancen. Zu vermuten ist, dass auch die häufig bessere Ausstattung bei der Anwahl eine Rolle spielt – trotz aller Probleme, die natürlich auch am Gymnasium ‚ankommen‘, liegt beispielsweise der Unterrichtsausfall in der Regel unter dem sächsischen Durchschnitt und niedriger als der an Oberschulen“, liest Zais aus den Zahlen heraus.

„Auch wenn die Bildungsempfehlung nicht mehr verbindlich ist: Der Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule bleibt eine Zäsur. Der Druck ist bereits in der 3. Klasse deutlich zu spüren. Trotz der Stärkung des Elternwahlrechts, bleibt die Bildungsempfehlung in der Wahrnehmung und oft auch faktisch weit mehr als eine Orientierung.“

Und es hat sich nichts geändert – auch wenn seit 2014 mit der SPD eine Partei mitregiert, die eigentlich für ein längeres gemeinsames Lernen in Sachsen ist – am Bollwerk der CDU mit ihrer uralten Elite-Sicht auf Schule ist die SPD dabei bislang abgeprallt.

Und so bleibt Sachsens Schule so ungerecht, wie sie vorher schon war.

„Das sächsische Schulsystem ist selektiv. Und nach den zuletzt publik gewordenen Plänen der CDU-Fraktion zur Reform der Oberschule soll es das wohl auch bleiben. Statt die Schülerschaft auszusieben, werbe ich für das längere gemeinsame Lernen, das auch die Mehrzahl der Eltern will. Um allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden, in ihren Stärken und in ihren Schwächen, müssen die Schulen besser ausgestattet werden“, fordert Zais.

„Dabei darf – und sollte! – Ungleiches auch ungleich behandelt werden. Eine Oberschule in einem Stadtteil mit hoher Arbeitslosigkeit oder einem hohem Migrantenanteil braucht mehr, teils auch andere Ressourcen als ein gut situiertes Gymnasium in Dresden oder Leipzig. Eine gerechte Ressourcenverteilung muss soziale Lagen, messbar etwa anhand eines Sozialindex’, berücksichtigen. Auch das ist eine Frage von Bildungsgerechtigkeit.“

159 Leipziger Viertklässler haben zwar eine gymnasiale Bildungsempfehlung, wechseln aber trotzdem nicht aufs Gymnasium

Bildungsempfehlung
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ostländer senken ihre Arbeitslosenquoten schneller als Westländer
Ranking der Großstädte bei der Arbeitslosenquote. Grafik: BIAJ

Grafik: BIAJ

Für alle LeserSogar Sachsen fällt auf in der Einlaufliste der Bundesländer nach Arbeitslosenquoten. Schon 2017 hat der Freistaat danach das Saarland überholt, ein Jahr zuvor schon Hamburg. Alle ostdeutschen Flächenländer marschieren in der Grafik, die das BIAJ jetzt wieder mit den neuesten Endjahreswerten erstellt hat, seit 2013 ungefähr immer weiter nach oben und überholen, wie es scheint, ein reiches Westland nach dem anderen.
Umweltdezernat will Antrag des Jugendparlaments zur Beschilderung der Leipziger Parks nach und nach umsetzen
Informationstafel auf dem Rabensteinplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie so oft in letzter Zeit war es das Jugendparlament, das mit einer pfiffigen Idee vorpreschte und dabei auf echtes Wohlwollen in der Stadtverwaltung stieß. Auch wenn sich das Wohlwollen jetzt mit einem halben Jahr Verzögerung ausdrückt. Denn die Idee, die Namensgeberinnen für Leipziger Parks sichtbar zu machen, findet man im Umweltdezernat gut.
Das Grassi-Museum für Völkerkunde feiert im Herbst 150 Jahre
Megalopolis. Foto: Mo Zaboli

Foto: Mo Zaboli

Für alle LeserClara Schumann hat es ja am Ende doch noch geschafft, einen ordentlichen Veranstaltungsreigen im Leipziger Jubiläumsjahr 2019 zu bekommen. Die Leipziger Disputation, die sich zum 500. Mal jährt, war schon vorher bedacht, der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution auch. Für Carl Heine wurde es am Ende knapp. Und nun stellt die Linke fest: Da fehlt doch noch was. Wo ist denn der Geburtstag des Völkerkundemuseums?
Über 90 Prozent der Leipziger sortieren brav ihren Müll, aber warum eigentlich?
Mülltonnen in Warteposition. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wird in Sachsen nicht anders sein als in ganz Deutschland. Die Deutschen sind zwar stolz auf ihr ordentliches Abfalltrennen. Aber nur etwa 5 Prozent zum Beispiel der gesammelten Verpackungs-Wertstoffe werden am Ende wiederverwendet. Der Rest wird entweder verbrannt oder landet auf der Kippe. Nur gibt es halt keine speziellen sächsischen Daten. Und auch keine Leipziger, weshalb ein Kapitel in der „Bürgerumfrage 2017“ regelrecht in der Luft schwebt.
Die packende Geschichte davon, wie sehr die Einführung des Grundeinkommens Deutschland verändern würde
Daniel Weißbrodt: Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022 - 2050. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVielleicht werden viele den Untertitel gar nicht lesen. Vielleicht werden die meisten das Buch gar nicht im Buchladen sehen. Nicht bei den Stapeltiteln und auch nicht versteckt im Regal mit der Wirtschaftsliteratur. Vielleicht werden auch Wirtschaftsstudenten es nicht in die Hand bekommen. Und deshalb auch nicht erfahren, warum fast alles in unserer Gesellschaft so falschläuft. Vielleicht taucht das Buch auch bei der Science Fiction auf. Aber da steht es falsch.
Ein Abend wie in Bayreuth: Thielemann dirigierte einen starbesetzten „Holländer“
Der fliegende Holländer. Foto: Semperoper/Klaus Gigga

Foto: Semperoper/Klaus Gigga

Für alle LeserManchmal muss man nicht nach Bayreuth fahren, um die festspielträchtige Aufführung einer Wagner-Oper zu erleben. Die Besetzung, die diese Woche in der Semperoper beim „Fliegenden Holländer“ auf der Bühne stand, hätte so jedenfalls auch auf dem Grünen Hügel auf dem Programm stehen können.
Geplanter Kiesabbau bei Rückmarsdorf
Feld bei Rückmarsdorf. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Leipziger Verwaltung hat ja mittlerweile ihre Stellungnahme zum geplanten Kiesabbau bei Rückmarsdorf vorgelegt und einige Bedingungen gestellt, unter denen sie bereit wäre, ihre Grundstücke dort zu verkaufen und einen Kiesabbau in den nächsten 16 Jahren zu dulden. Aber sie ging dabei nicht weit genug, finden SPD, Linke und Grüne im Leipziger Stadtrat. Denn eine klare Kante muss Leipzig schon deshalb ziehen, weil genau das in der Regionalplanung Westsachsens schon so festgeschrieben ist.
Grüne kritisieren die fehlende Überwachungslust sächsischer Behörden bei Müllimporten
Deponie Cröbern. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserSo langsam arbeitet sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Volkmar Zschocke, hinein in das leidige Thema der sächsischen Abfallpolitik. Die eigentlich keine Politik ist, so wie so vieles im Ministerium des Thomas Schmidt (CDU). Man ignoriert die Verstöße, sitzt aus, gestaltet nichts. Und so gelangen weiter hunderttausende Tonnen gefährliche Abfälle über sächsische Autobahnen auf Sachsens Deponien. Besonders viele auf die Zentraldeponie Cröbern.
Es steht schon wieder kein Geld für neue Straßenbäume im Leipziger Haushaltsplan
Die baumlose Albert-Schweitzer-Straße. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich haben es die Stadtratsfraktionen verstanden. Seit Jahren gibt die Stadt Leipzig viel zu wenig Geld für Straßenbaumpflanzungen aus. 1,5 Millionen Euro müsste die Stadt einsetzen, um wenigstens die Ziele aus dem Luftreinhalteplan zu erreichen. Aber im neuen Doppelhaushalt 2019/2020 stehen wieder nur null Euro, kritisiert der Ökolöwe.
„Es ist für Politiker nicht mehr so attraktiv, sich vor Kameras mit den Reichen und Mächtigen der Welt zu zeigen“
Prof. Dr. Gunther Schnabl Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Für alle LeserWenn sich in Davos die Elite der Politiker und Wirtschaftsexperten aus aller Welt trifft, dann verwandelt sich der Ort in eine Festung. Ganz genauso wie zu all den Treffen der G8, G7, G20 oder wie immer auch die Treffen der mächtigsten Politiker der Welt sich nennen. Das ist schon seit Jahren so. Aber immer deutlicher wird, dass die derzeitige westliche Politik damit auch ihre riesige Distanz zu den (protestierenden) Bürgern deutlich macht. Während ihr die Kuschelnähe zu den großen Wirtschaftsbossen so langsam unangenehm wird. „Es ist für Politiker nicht mehr so attraktiv, sich vor Kameras mit den Reichen und Mächtigen der Welt zu zeigen“, sagt Prof. Dr. Gunther Schnabl.
Kein Stadtplan auf Knopfdruck in Leipzig
Flimmern auch in der Petersstraße: City-Light-Poster von JC Decaux. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wäre ja zu schön gewesen und in Hamburg hatten es Leipzigs Jugendparlamentarier ja sogar schon gesehen. Da kann man an interaktiven Werbesäulen einfach auf einen Knopf drücken und dann erscheint statt der Werbung der Plan der Stadt. Wäre doch auch für Leipzig ganz nett, fand das Jugendparlament. In der Innenstadt stehen doch so ein paar Leuchtsäulen von JCDecaux. Aber nicht mehr lange, teilt das Planungsdezernat jetzt mit.
#fridaysforfuture in Leipzig: „… weil ihr uns die Zukunft klaut“ + Video & Bildergalerie
#fridays for future ist eine weltweite Schülerbewegung, welche für die Umwelt kämpft. Marco Arenas

Marco Arenas

Für alle LeserJeder der mal wirklich jung war, wird sich an die manchmal melancholisch-wissenden Blicke der „Ewachsenen“ erinnern. Jaja, wenn ihr mal … Wenn man jung geblieben ist, später, fragt man sich durchaus hier und da: ja, was denn nun? Angepasster vielleicht, vom Leben in Spuren gezwungen und in der Zukunft angekommen, über die man einst so viel nachgedacht hat. Aber so manches Problem ist noch immer wie einst. Die nächste Generation junger Menschen machte sich jedenfalls am 18. Januar in ganz Deutschland auf die Füße, um für ihre Zukunft zu streiken und zu demonstrieren. 800 davon auch in Leipzig.
Ticketverlosung: Game Of Thrones – The Concert Show am 28. Februar im Gewandhaus
Game Of Thrones PR

Game Of Thrones PR

VerlosungDie Game Of Thrones – Serie hat einen noch nie dagewesenen, weltweiten Hype ausgelöst, der noch bis Ende 2019 anhalten wird, denn dann wird die 8. und letzte Staffel der berühmtesten aller TV – Serien ausgestrahlt. Um die Wartezeit zu verkürzen, können die Fans der HBO-Serie die ergreifende Musik live erleben. In den USA gab es schon ausverkaufte Konzerte und auch in Europa lösten die Aufführungen Begeisterungsstürme aus. Freikäufer (Leserclub-Mitglieder) haben die Möglichkeit, hier 2x2 Karten zu gewinnen.
Gastkommentar von Christian Wolff: Danke, AfD! Jetzt wissen wir, woran wir sind
Protest gegen die AfD hinter der Alten Handelsbörse. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDas Bundesamt für Verfassungsschutz hat die AfD zum „Prüffall“ erklärt. Was wie eine politische Sensation kommuniziert wird, ist an sich völlig unerheblich. Denn alles, was der Verfassungsschutz über die AfD zusammenträgt, ist frei zugänglich. Alles, was jetzt über Björn Höcke veröffentlicht wird, ist seit Jahren bekannt. Dass der Verfassungsschutz sich jetzt erst darum zu kümmern scheint, zeigt nur, wie getrübt der Blick dieser Institution seit ihrer Gründung auf den Rechtsradikalismus in Deutschland war und ist.
Die 600.000 für Leipzig gibt es erst im Herbst 2019
Über Leipzigs Dächern. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie offizielle Einwohnerzahl des Landesamtes für Statistik liegt zwar für 2018 noch nicht vor, aber sie wird für Leipzig irgendwo bei 588.000 Einwohnern landen. Das ist die Zahl, nach der Leipzig seine anteiligen Zuweisungen vom Land bekommt. Im Leipziger Melderegister waren zum Jahreswechsel schon ein paar mehr Einwohner vermerkt: 596.517 an der Zahl, also rund 6.000 mehr als ein Jahr zuvor. Das Zuwanderungstempo hat sich spürbar verlangsamt.