Sesshafte gegen Weltenbummler

Ansichten aus der Mitte Europas: Antje Hermenaus Versuch, die politische Seele des echten Sachsen zu formulieren

Für alle LeserOffiziell erscheint das Buch am 14. März. Die Buchpräsentation gibt es zur Buchmesse. Die LVZ hatte die Autorin Antje Hermenau schon zum Interview gebeten, auf das ja Christian Wolff, Thomaspfarrer im Ruhestand, schon vehement reagierte. Wir leben ja in einer Zeit der Streitschriften. Was herrlich ist. Endlich wird wieder gestritten. Aber Streit macht auch deutlich, welche Substanz jemand hat, der da streitet.

Bekannt ist Antje Hermenau ja vielen Sachsen noch aus ihrer Zeit als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Sächsischen Landtag. Das war sie zuletzt von 2004 bis 2014. Dann leitete sie die Sondierungsgespräche mit der CDU für eine mögliche schwarz-grüne Koalition. Gespräche, die schließlich scheiterten, weil die Positionen der extrem konservativen sächsischen CDU mit den Positionen der Grünen kaum in Deckung zu bringen waren. Und dies, obwohl Antje Hermenau seit Jahren auf eine mögliche Regierungsbeteiligung in Sachsen hingearbeitet hatte. Dabei verlor sie am Ende den Rückhalt nicht nur in der Fraktion, legte erst den Fraktionsvorsitz nieder, dann das Landtagsmandat, wenig später auch die Mitgliedschaft bei den Grünen.

Heute ist sie Geschäftsführerin der Freien Wähler, die in Sachsen ganz ähnlich zerrissen sind wie die CDU in einen sehr liberalen Flügel im Westen Sachsens und einen stark konservativen im Osten. Deswegen verblüfft es schon, wenn Antje Hermenau in ihrer nun zweiten Streitschrift (die erste erschien 2015 unter dem Titel „Die Zukunft wird anders“), etwas versucht, was bislang eher nur Spitzenpolitiker der CDU in ihren pathetischsten Momenten versucht haben: Für die Sachsen so zu sprechen, als wüssten sie ganz genau, wie die Sachsen denken und fühlen.

Oder gar die Ostdeutschen – dieser Zungenschlag kommt auch öfter vor. Natürlich ist das eine Kunstfigur, derer sich die begabtesten sächsischen Spötter und Spötterinnen immer wieder gern bedient haben – von Lene Vogt bis Jürgen Hart. Man muss diesen exemplarischen Kunstsachsen also nicht erst erfinden. Er lebt schon in den Herzen der hier Wohnenden. Was nicht heißt, dass sie sich alle einen König wünschen oder – wie Antje Hermenau – einen gewählten Chef, der dafür sorgt, dass es läuft. Das ist der Refrain in ihrem Buch: „Es muss loofen.“

Was sie übrigens mit der These verbindet, die Sachsen hätten die Friedliche Revolution nur deshalb angezettelt, weil die (nichtgewählten) Chefs in (Ost-)Berlin nicht mehr fähig waren, die Dinge am Laufen zu halten. Der Refrain ist wichtig, denn er beschreibt tatsächlich etwas, was das sächsische Dilemma der vergangenen 29 Jahre sehr genau erfasst: Die Selbststilisierung vieler Sachsen als unpolitische Menschen. Quasi als Konsumenten von Politik.

Man geht zur Wahl, weil man dabei quasi den Geschäftsführer der GmbH Sachsen (oder auch Deutschland) wählt und dann erwartet, dass der Bursche (oder die Muddi) dann dafür sorgen, dass die Wirtschaft brummt, der Staat ordentlich arbeitet und der Wohlstand wächst. Das war in Sachsen jahrhundertelang so. Die Untertanen mussten sich einfach darauf verlassen, dass der König den Laden gut verwalten ließ. Wählen durften sie ja erst ab dem 19. Jahrhundert.

Aber der Goldene Reiter auf dem Cover ist auch ein Zirkelschluss, genauso wie die sächsische Verehrung für „König Kurt“. Und das wird bei Antje Hermenau sehr deutlich. Denn aus genau dieser Position heraus formuliert sie ihre Ansichten einer Mitteleuropäerin.

Diese Position bietet durchaus Anknüpfungspunkte. Nicht das ganze Buch ist jetzt mit dicken Fragezeichen übersät. Wer im östlichsten Bundesland Deutschlands Ministerpräsident wird, der hat einen anderen Blick auf Europa als weiland Konrad Adenauer. Von Dresden aus sind die Wege nach Warschau, Prag, Budapest und Wien kürzer als nach Paris. Auch wenn es fast untergeht, aber da hat Antje Hermenau recht: Mit der deutsch-deutschen Einheit hätte das Thema Mitteleuropa die deutsche (Außen-)Politik ändern müssen. Die heutige Zerrissenheit Europas hat auch damit zu tun, dass die deutsche Außenpolitik nie wirklich ein Konzept entwickelt hat, die neuen EU-Mitglieder im Osten Europas auch politisch einzubinden.

Manch ein Kritiker meint ja, Deutschland habe seit 15 Jahren überhaupt keine Europapolitik. Dem kann man auch zustimmen. Aber die Folgen sind fatal. Weil es gar kein anderes Land gibt, das West und Ost eigentlich zusammenführen kann. Und der Bruch mit den Mitteleuropäern im Osten entstand auch nicht erst 2015, auch wenn Antje Hermenau ihn hier sehen will. Er entstand schon Jahre früher, brach aber mit den Herausforderungen von 2015 offen aus. Und wenn man offen dafür ist, kann man alle Reaktionen der Polen, Tschechen, Ungarn und Österreicher seit damals auch mit der Botschaft übersetzen: Wir fühlen uns überfordert. Wir sind für solche Herausforderungen nicht gewappnet.

Wenn man nicht aufpasst, landet man dann aber auf völlig verschiedenen Wegen. Genau so, wie es 2015 passiert ist. Nicht nur in der EU, die seitdem regelrecht zerrissen ist. Sondern auch in Deutschland. Das steht so nicht im Buch, man kommt aber ständig auf solche Gedanken, weil Antje Hermenau mit der Position, die sie bezieht, natürlich auch etwas deutlich macht: Dass viele Menschen in Sachsen tatsächlich so denken – und auch wählen. Nämlich AfD. Die Analyse stimmt schon: Die AfD ist das Ergebnis politisch nicht stattgefundener Diskussionen. Was auch Sachsen betrifft.

Das Schweigen steckt auch in Hermenaus Buch, denn sie schreibt zwar von Anfang an von Problemen, die gelöst werden sollten – aber sie spricht kein einziges an. Stattdessen nutzt sie seltsamerweise die Frames der Neuen Rechten: „Massenmigration“, „Das Boot ist voll“. Plus: „Elitenversagen“ und – „die EU ist schuld“. Etwa so: „Das Verhalten der EU in hochbrisanten politischen Fragen, die massiv ökonomische, soziale oder religiöse Identitäten angreifen, hat die Selbsterhaltungsinstinkte der Bürger in Mitteleuropa geweckt.“

Vorsicht: Das sind Frames. Wenn man sich auf diese Denkweise einlässt, landet man in der Sackgasse, die von den Initiatoren dieser Sprechweise gewollt ist: Die EU und der Euro müssen weg. Die Nation ist das einzige Bollwerk gegen die Stürme der nächsten Zukunft. Über Worte wie „Identitäten“ stolpert man ja mittlerweile. Genauso wie über den Topos „kulturelle Resilenz“. Also eine Art Widerstandskraft gegen die Kulturen anderer Leute: „Aber viele Quellen einer solchen inneren Widerstandskraft wurden aufs Spiel gesetzt, gezielt geschwächt und sogar böse beschimpft: Familie, Religion, Kultur und Nation.“

Wer das war, verrät sie nicht. So bleibt ein Mutmaßen, ein gar nicht so kleines, dass das die „globalen Eliten“ nämlich so wollen. Sie sieht einen globalen Kampf zwischen „Sesshaften“ und „Weltenbummlern“. Und an mehreren Stellen kommt sie zu dem sehr fatalen Schluss, Demokratie und Liberalität seien etwas, was man sich leisten können muss: „Liberalität ist ein Luxus, den man sich leisten können muss: als Staat und als Einzelner. Die Anhänger der Globalisierungstheorie haben politisch übertrieben und die Sesshaften stoppen das jetzt und wollen das Gleichgewicht in der Gesellschaft neu aushandeln.“

Es ist eine der vielen Stellen, die deutlich machen, wie weit sich Antje Hermenau in den wenigen Jahren von der liberalen Grundhaltung der Grünen entfernt hat. Sie wirft ihnen gar vor, den Neoliberalismus in Mode gebracht zu haben: „Leider haben insbesondere die Grünen mit ihrem übertriebenen Individualismus neoliberalen Konzepten in die Hände gespielt wie kaum eine andere Bewegung in Europa.“

Die Grünen? Politisch verbunden mit der Wegbereitung neoliberaler Politik sind Namen wie Ronald Reagan, Margaret Thatcher, Helmut Kohl und – ganz exemplarisch – Angela Merkel, deren Leipziger Parteitagsrede 2003 nichts anderes war als ein neoliberales Politikprogramm. Alles nun wirklich keine Grünen.

Dass die Globalisierung ganz und gar keine Theorie ist, gesteht sie an anderer Stelle sogar zu: „Es gibt eine gewisse Klasse, die davon träumt, den ganzen Planeten zu einer vereinheitlichten gemeinsamen Welt zu machen. Dahinter stehen teils einfach strikt ökonomische Interessen: globaler Zugang zu Märkten, billigen Rohstoffen und billigen Arbeitskräften. Der größere Teil dieser Globalisten ist aber eher schwärmerisch-naiv eingestellt …“

Wer ist hier eigentlich naiv? Die Menschen (und auch Sachsen), die gezwungenermaßen ihre Einkommen in einer globalisierten Wirtschaft suchen oder gar die Konzerne, die ihre globalen Interessen auch in den Nationalstaaten politisch durchsetzen? Auch in Sachsen. Das Agieren der Sächsischen Regierung ist je geradezu symptomatisch dafür.

Da erstaunt es schon, dass Antje Hermenau den „Kulturkampf“ der Gegenwart ausgerechnet zwischen „Weltenbummlern“ und „Sesshaften“ ausgetragen sieht. Für eine Rede ist das sicherlich mal ein hübsches Bild. Und das ganze Buch liest sich wie eine vehemente Rede, mit der die Autorin versucht, mit Feuereifer eine besondere sächsische Weltsicht (aus 1.000 Jahren Erfahrung) zu konstruieren. Mit dem oben schon erwähnten Ausschließlichkeitsanspruch, als spräche sie wirklich für alle Sachsen. Als würde sie den Sachsen an und für sich bestens kennen. Und so benutzt sie auch das allumfassende Wir. Ein Wir, das schon zufrieden ist, „dankbar und tätig, wenn man uns zu nehmen weiß“.

Die Probleme sollen dann eigentlich andere lösen, nämlich die Chefs der Firma. „Wir hatten lange einen Geschäftsführer der Sachsen GmbH, der relativ autark regierte.“ Das war nicht August der Starke, sondern König Kurt, der so tapfer gegen den Euro stimmte.

Zwischen der regierten Nation und ihren politischen Eliten scheint eine unüberbrückbare Kluft zu bestehen.

Das scheint tatsächlich die Sichtweise vieler Sachsen zu sein, eine Sichtweise, die auch zeigt, wie entfremdet die Bewohner des Freistaats von ihrer eigenen Politik sind. Und wie sehr sie das Gefühl haben, fremdregiert zu werden. Denn das steckt ja in Hermenaus Satz: „Wenn die Menschen in den Regionen, die mit ihrer Arbeitskraft und in vielfältigen kommunalen Ehrenämtern dafür sorgen, dass ‚es läuft‘, die Wertschätzung der politischen Eliten erhalten, dann wird in Europa, in Deutschland und in Sachsen die Demokratie den kommenden Herausforderungen gewachsen sein.“

Was ist denn das für eine Demokratie, wenn die „Menschen in den Regionen“ sich schon freuen, wenn sie von der „politischen Elite“ wertgeschätzt werden? Und wer ist die politische Elite? Das erinnert fatal an königliche Zeiten. Und nicht an zwei gewonnene Revolutionen in Sachsen.

Termintipp: Buchpräsentation mit Antje Hermenau zur Leipziger Buchmesse am Donnerstag, 21. März, 17 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum. Moderatoren: Jan Emendörfer (LVZ) und Stefan Locke (F.A.Z.).

Antje Hermenau Ansichten aus der Mitte Europas, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2019, 10 Euro.

Sächsische Grüße vom Gartenzaun: Zum Interview mit Antje Hermenau

RezensionenStreitschrift
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Im August gibt es jetzt das 2. Klimacamp Leipziger Land in Pödelwitz
Auf der Klimacamp-Demo in Leipzig 2018. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserSeit Februar gibt es zwar die Vorschläge der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohleverbrennung. Aber einen realen Fahrplan zum Abschalten der Kohlekraftwerke gibt es noch immer nicht. Sachsens Regierung ist nicht einmal bereit, den ungewissen Zustand für die vom Kohlebergbau bedrohten Dörfer zu beenden. Und so findet in diesem Sommer das nunmehr zweite Klimacamp im bedrohten Dorf Pödelwitz im Leipziger Süden statt.
Ulm an einem Tag: Einmal Baden gehen mit dem Schneider von Ulm und einmal zögern am höchsten Kirchturm Deutschlands
Christina Meinhardt: Ulm / Neu-Ulm an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEr hat sogar einen Eintrag auf Wikipedia: Albrecht Ludwig Berblinger (1770-1829). Die meisten kennen den Mann eher als „Schneider von Ulm“, diesen Tollkühnen, der glaubte fliegen zu können, gar vom hohen Ulmer Münster – und dann abstürzte, wie in Brechts bekanntem Gedicht von 1934. Fast erwartet man vorm Ulmer Münster eine Platte im Boden, die bezeichnet, wo der übermütige Schneider aufprallte.
SC DHfK Leipzig vs. HC Erlangen 26:25 – „In der Hinrunde hätten wir verloren“
Wer zuletzt lacht... DHfK-Handballer siegen nach spannender Schlussphase. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserIm vorletzten Heimspiel der Saison ist es dem SC DHfK gelungen, die Heimspielstärke zu untermauern. Ein knappes 26:25 stand am Donnerstagabend schließlich gegen den HC Erlangen auf der Anzeigetafel. Eine Schwächephase verhinderte dabei eine Pausenführung in einem Spiel, das offensiver geführt wurde als zu erwarten war. So schwächelnd die DHfKler eine Führung verspielten, so stark erkämpften sie sich diese nach der Pause zurück.
Hitler grüßen, um Aufmerksamkeit zu erregen: Richterin verwarnt Bewohner eines Pflegeheims
Strafabteilung des Amtsgerichts. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserAm Amtsgericht Leipzig wurde am Mittwoch, den 22. Mai, ein knapp 50-jähriger Mann verwarnt, weil er an einem Pflegeheim mehrmals nationalsozialistische Parolen und Zeichen verwendet hat. Offenbar ging es ihm dabei um Aufmerksamkeit um jeden Preis – so zumindest vermuten es seine Eltern und die Pflegekräfte.
Anschlag auf Gemkow-Wohnung: Angeklagter bricht sein Schweigen
Thomas K. (32, M.) am Donnerstag neben seinen Anwälten Curt-Matthias Engel und Mario Thomas (v.l.). Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDreieinhalb Jahre nach dem heimtückischen Angriff auf die Privatwohnung des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow steht ein Verdächtiger erneut vor Gericht – seine Haftstrafe aus erster Instanz will er nicht hinnehmen. Am Donnerstag brach er erstmals sein Schweigen.
Wirbel um rassistische Wahlplakate der NPD
Eine der üblichen „Heimat“-Parolen der NPD. Hier 2011 in Leipzig. Foto: L.IZ

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie NPD zieht mit rassistischen Parolen in den Europawahlkampf und hat den Bogen dabei offenbar überspannt. In mehreren Bundesländern entschieden Gerichte, dass bestimmte Plakate volksverhetzend seien. In Sachsen sind Zittau und Görlitz gegen die NPD vorgegangen – bislang mit unterschiedlichem Erfolg.
Mindestens 40 Leipziger Stadtratskandidat/-innen befürworten ein bedingungsloses Grundeinkommen
Postkarte zur Wahl am 26. Mai. Grafik: Bündnis Grundeinkommen

Grafik: Bündnis Grundeinkommen

Für alle LeserMit vier Kandidaten tritt die Leipziger Initiative Grundeinkommen auch zur Leipziger Stadtratswahl am 26. Mai an, auch wenn man ein Bedingungsloses Grundeinkommen natürlich (BGE) nicht auf lokaler Ebene einführen kann. Dazu braucht es einen großen gesellschaftlichen Wandel. Aber die Initiative wollte auch von anderen Kandidierenden wissen, wie sie zum Grundeinkommen stehen.
Augenscheinlich leidet Leipzig jetzt schon unter dem Mangel an frisch ausgebildeten Erzieher/-innen
In Schleußig entdeckt: Kinderwagenparkplatz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDa baut Leipzig nun seit ein paar Jahren mit hohem Druck immer neue Kindertagesstätten, um den Bedarf aufzufangen. Und dann stellt sich heraus, dass Sachsen bei der Ausbildung der benötigten Erzieherinnen und Erzieher nicht hinterherkommt. Man hat viel zu knapp geplant. Zwei Leipziger Kitas sind fertig und können keine Kinder aufnehmen, weil das Personal fehlt. Und dabei hatte die Linksfraktion im April erst nachgefragt.
Auch in Delitzsch blühen jetzt die Schmetterlingswiesen
Im Vordergrund eine Blühwiese, im Hintergrund eine konventionelle Rasenfläche vor Wohnblöcken im Stadtteil Nord. Foto: Stadt Delitzsch/ Nadine Fuchs

Foto: Stadt Delitzsch/ Nadine Fuchs

Für alle LeserNicht nur in Leipzig, auch im benachbarten Delitzsch nimmt man die Gefährdung der Insekten ernst. In der „aufgeräumten“ Stadt finden Insekten viel zu wenig Nahrung, ihr Lebensraum schwindet. Es fehlen die blühenden Wiesen. Die Industrialisierung der Landwirtschaft sowie die Flächenversiegelung durch Industrie und Privathaushalte sind Hauptgründe für den Rückgang von Blühwiesenflächen in Deutschland.
Leipziger Genossenschaften: Es gibt noch genug Wohnungen im ganzen Leipziger Stadtgebiet
Die Vorstände der Leipziger Wohnungsgenossenschaften. Foto: VSWG

Foto: VSWG

Für alle LeserDie einen finden keine passende Wohnung, die anderen keine, die sie bezahlen können. Viele Leipziger ziehen heute schon mit ihren Familien lieber ins Umland. Hat Leipzig also ein Wohnungsproblem? Nein, sagt Dr. Axel Viehweger, Vorstand VSWG. Zusammen mit den Vorständen der sechs größten Leipziger Wohnungsgenossenschaften hat er am Mittwoch, 22. Mai, zur Pressekonferenz geladen.
Die Pöppelmannsche Steinbrücke feiert am 25. Mai 300 Jahre
Zeitreise auf der Pöppelmannschen Steinbrücke. Foto: David Rieger Redok/Art

Foto: David Rieger Redok/Art

Für alle LeserZum 300-jährigen Jubiläum der Pöppelmannschen Steinbrücke am Samstag, 25. Mai, geben sich August der Starke, Napoleon und die Grimmaer Husaren ein Stelldichein. Die Parade mit bedeutenden historischen Persönlichkeiten ist der Höhepunkt beim bunten Treiben auf der berühmten Brücke in Grimma sowie auf dem Volkshausplatz. Nachgestellt wird zudem das Zusammentreffen amerikanischer und russischer Truppen im Zweiten Weltkrieg.
Am 5. November im Täubchenthal: Walking on Cars – Irlands Indie-Eleganz
Walking On Cars 2019 © Coda

© Coda

In vollkommener Abgeschiedenheit an der Südwestküste Irlands, bildete sich aus fünf engen Schulfreunden vor neun Jahren die Band Walking On Cars. Mit ihrem 2016 veröffentlichten Debütalbum „Everything This Way“ sorgte das Quintett für großes Aufsehen. Album und Singles kletterten in die Top 30 der Charts u.a. in England und Deutschland, in Irland stieg der Longplayer sogar an die Spitze der Albumcharts.
So oder so ist das Leben: Die erstaunlich gelassene Reise des Anton Lobmeier zu sich selbst
Benedikt Feiten: So oder so ist das Leben. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJe älter der junge Verlag Voland & Quist wird, umso philosophischer werden die Buchtitel, die er veröffentlicht. Was auch an den Autoren liegt. Sie kommen in ein Alter, in dem man nicht mehr so unbeschwert spottet über das, was einem geschieht. Wird man da weiser? Oder irritiert einen das, was einem geschieht, nicht noch viel mehr? Gute Frage. Mit dem „großen“ Anton Lobmeier schickt Benedikt Feiten eine Art alter ego durch München.
Heute im WERK 2: A-WA
A-WA © Hassan Hajjaj

A-WA © Hassan Hajjaj

A-WA („Ay-wa“) sind die World-Pop-Sensation aus der israelischen Negev-Wüste. Die Musik der drei Schwestern ist eine Mischung aus jemenitischen Traditionsmelodien und modernen Hip-Hop Beats, untermalt von elektronischen Klängen. Ihr selbstbewusstes Auftreten repräsentiert ein starkes und modernes Frauenbild im ansonsten eher konservativen Nahen Osten und überzeugt Fans rund um den Globus.
Paukenschlag im Stadtrat: Milieuschutzsatzung verschoben
Wütend über die Absetzung kurz vor der Kommunalwahl. Mathias Weber (Linke) im Stadtrat Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie am heutigen 22. Mai 2019 mit großer Spannung erwarteten Tagesordnungspunkte 14.25 und folgende machten anders Furore als gedacht. Statt sogenannte Erhaltungsatzungen zum Schutz von Mietern vor steigenden Mieten in immerhin zehn Leipziger Stadtteilen auf Antrag der Linksfraktion zu beraten und zu beschließen, kam es erst einmal zu einem deutlich verzögerten Start der Ratsversammlung. Bis etwa 16:20 Uhr kam es zu massiven Einflussnahmen auf die Stadträte durch Baudezernentin Dorothee Dubrau und Oberbürgermeister Burkhard Jung, die Anträge zu verschieben. Gegen vorherige Bekundungen stimmten die Fraktionen bis auf die Linke dieser danach zu.