Kaltes Denken, Warmes Denken: Wie Partnerschaften und Gesellschaften entgleisen, wenn Ängste das Mitgefühl auffressen

Für alle LeserWolfgang Schmidbauer gehört zu den bekanntesten Psychoanalytikern Deutschlands, also zu jenem Berufsstand, der mit seinen Patienten direkt über all das redet, was sie bedrückt, belastet und verunsichert. Wenn das Leben mental zur Sackgasse wird, dann landet man „auf der Couch“. Rein bildhaft gesprochen. Und eigentlich gehört auch die Bundesrepublik längst auf die Couch. Denn falsches Denken macht auch Gesellschaften krank. Ein psychoanalytischer Blick auf eine verstörte Gesellschaft.

Und damit ist nicht die Corona-Krise gemeint, die viele Deutsche jetzt einmal zum Innehalten zwingt. Denn wie es unsere Gesellschaft spaltet und zerlegt, das war ja vorher überall spürbar. Der Aufschwung der Populisten hat genau damit zu tun. Denn sie setzen auf ein Menschenbild, das unterschwellig zum Kernbestand unserer Konsumgesellschaft gehört. Es ist der eilige, harte Mensch, der schnell entscheidet und keine Zwischentöne und Pausen kennt. Ein selbstgerechter Mensch, der seine Urteile sofort fällt.

Und sie dann gnadenlos umsetzt. Es steckt eine Menge vom „homo oeconomicus“ in diesem scheinbar rationalen Menschen. Und noch mehr vom „homo consumens“, über den Wolfgang Schmidbauer schon 1972 schrieb, in einer Zeit, in der dieser Typus noch gar nicht so radikalisiert war wie heute, wo er einem völlig anderen Druck der Werbe- und Unterhaltungsindustrie ausgesetzt ist.

Das ist vielen gar nicht bewusst, wie sehr sich das Reaktionstempo mit einer rasanten Beschleunigung der Medien erhöht hat – und wie das alle Aufmerksamkeitsspannen regelrecht zerhackt hat. Ein Prozess, den die sogenannten „social media“ noch forciert haben – nicht nur bis zum Exzess, sondern bis zur Radikalisierung. Denn sie sind ja nicht auf empathische, nachdenkliche Menschen programmiert, die im einfühlsamen Gespräch versuchen, miteinander Dinge zu klären.

Sie sind auf Verkauf optimiert, auf hohe Klickraten, auf permanente Präsenz, immerwährende Interaktion. Sie machen ihre Nutzer abhängig, weil sie immerfort Forderungen und Belohnungen anbieten und den Besitzer eines Digitalgerätes geradezu zwingen, immerfort zu reagieren. Und schnell zu reagieren. Wer aber schnell reagiert – und das in einem knallharten Schema von Daumen hoch/Daumen runter –, der radikalisiert sich zwangsläufig.

Denn er kommt gar nicht mehr dazu, Nachrichten sacken zu lassen, darüber nachzudenken, verstehen zu wollen, was der andere da gesagt und gemeint hat. Während er noch nachdenkt, bedienen andere längst das Fallbeil. Deswegen entgleiten Debatten auf Facebook & Co. regelmäßig und blitzschnell. Sie befördern die Gedankenlosen, Rücksichtslosen und Gnadenlosen.

Was nicht ganz neu ist. Nur in dieser Radikalität ist es neu – und es befördert all die sogenannten „Populisten“, die ihre Kälte und Gnadenlosigkeit jetzt unter dem Label anbieten können: „Das muss man doch wohl mal sagen dürfen.“

Dabei haben sie sämtliche Foren schon zugeschüttet und sorgen durch ihre rücksichtslose Selbstgerechtigkeit dafür, dass die anderen, die Nachdenklichen, gar nicht erst zu Wort kommen.

Wolfgang Schmidbauer sieht darin aber keine neue Erscheinung, etwas, was die Menschheit so noch nicht kennt. Die Menschen kennen das längst. Denn beide Arten des Denkens sind wichtig. Tatsächlich schildert Schmidbauer sogar drei Arten des Denkens – das heiße Denken kommt noch hinzu, das ungefähr der gnadenlosen Sprechweise der Radikalen entspricht.

Wie die funktioniert, hat er schon in mehreren Büchern erläutert. Zum Beispiel 2009 in seinem Buch „Psychologie des Terrors. Warum junge Männer zu Attentätern werden“. Das ist heute noch genauso aktuell wie vor elf Jahren, denn die Botschaft ist überhaupt nicht durchgedrungen. Auch weil Politiker selbst in der Klemme stecken bzw. unter Dauerfeuer stehen: Nachdenkliche, empathische Politiker/-innen kommen kaum zu Wort. Die Bitte um Rücksicht und Bedenkzeit kommt gar nicht gut an.

Denn bevor die „social media“ den Druck noch weiter erhöhten, haben schon etliche Medien ihre Gnadenlosigkeit Jahr für Jahr erhöht. Denn wenn Geschichten die größte Empörung auslösen, dann ist das für viele Medien der Volltreffer. Man weiß in den Redaktionen, dass die schnelle, knallharte Meldung mit scharfem Urteil schneller und häufiger gelesen und kommentiert wird, als der ausgewogene journalistische Beitrag, der Politikern auch zugesteht, dass sie Kompromisse schließen müssen, Dinge nicht ad hoc lösen können und manchmal auch in einer moralischen Zwickmühle stecken.

Im Idealfall ist Politik eine Mischung aus warmem und kaltem Denken: Das kalte Denken sagt – oft mit wissenschaftlicher (wie in der Corona-Krise) oder ökonomischer Logik – was getan werden muss. Das warme Denken aber bringt die sozialen Aspekte hinein. Und die meisten Menschen haben es in ihrer Kindheit gelernt. Es ist die Fähigkeit, in Stress- und Schmerzsituationen quasi die Bremse einzulegen, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden und sich auch in die anderen Beteiligten einzufühlen.

Im Fall des Kindes z. B. auch in Vater und Mutter. Es ist ein Denken, das völlig andere Lösungsmöglichkeiten bietet. Man kann über das Problem sprechen und damit auch den Konflikt der Gefühle zumindest benennen, wenn nicht auflösen. Und es macht dem Betroffenen deutlich, dass es nicht nur gut und böse, heiß und kalt, falsch und richtig gibt. Sondern dass das Leben im Grunde immer aus lauter Zwischentönen besteht und Gefühle sehr verwirrend sein können und sich vor allem auch nie an starren Normen orientieren.

Weshalb Schmidbauer auch immer wieder auf Sigmund Freud zurückkommt, der als Erster begriff, wie die Sprech- und Fühlverbote einer von Moral und Nützlichkeitsdenken beherrschten Gesellschaft Menschen krank machen können, die sich in diesem Korsett nicht wiederfinden können.

„Der wichtigste Feind des warmen Denkens ist die Angst“, schreibt Schmidbauer. „Angst konzentriert sich auf die Rettung aus einer Gefahr. Sie hat ihre Wucht wenig verändert, seit die Gefahren nicht mehr Kälte, Finsternis und wilde Tiere sind, sondern Scham, Schuld und Entwertung. Wenn eine Beziehung durch den Mangel an Wärme und einen stillen Rückzug kalt geworden ist, wird sie durch Eifersucht in eine Art Fieber versetzt.“

Das gilt nicht nur für Ehepaare, die sich auseinandergelebt haben. Das gilt für die ganze Gesellschaft.

Reine Geldbeziehungen sind eiskalte Beziehungen.

Und wenn dann die digitalen Schwatzbuden auch noch dafür sorgen, dass nicht mal drüber geredet werden kann, dann bekommt die ganze Gesellschaft Fieber und Wutanfälle.

Dabei hätte es gerade unsere Gesellschaft nötig, sich auf die Couch zu legen und darüber zu reden. Denn was die „social media“ anrichten ist ja nur die radikale Steigerung dessen, was den Mitgliedern der Konsumgesellschaft sowieso jeden Tag gepredigt und eingehämmert wird. Stichworte: Konkurrenzdenken, Wettbewerb, Leistungsgesellschaft.

Schmidbauer: „Aber das Problem liegt tiefer, es läuft auf eine intensive Akzentuierung von Rivalität in allen Bereichen der Gesellschaft und auf ein Schwinden der Empathie hinaus.“

Auch im Politik- und Medienbetrieb. Denn die rücksichtslosen unter den Medienmachern haben die Berichterstattung über Politik längst in ein modernes Abbild des römischen Zirkus verwandelt. Weil ihre Zuschauer darauf natürlich sofort reagieren. Denn hier werden alle schnellen Emotionen von Wut bis Zorn geschürt. Das ist keine Erfindung der AfD. Die hat sich das nur abgeguckt. Hier wird nicht gewartet, bis etwas erklärt und sachlich diskutiert wurde. Die Wut ist sofort auf 180. Der „Delinquent“ wird gar nicht erst angehört, sondern gleich verurteilt.

Was bei Schmidbauer dann einen sehr lehrreichen Ausflug in die Justiz ergibt, deren Wert man erst erkennt, wenn man die ganzen Rituale zur Versachlichung des Verbrechens versteht. Denn gerade weil die Rituale vor Gericht die Behandlung eines Falles entschleunigen und die Tatbestände radikal auf den Straftatbestand reduzieren, nehmen sie die heiße Emotion aus diesen Prozessen. Aus dem einst wilden Lynchmord der Vergangenheit wird ein Prozess, in dem ein Angeklagter das Recht hat, angehört zu werden, mildernde Umstände vorzubringen und am Ende „ohne Ansehen der Person“ ganz sachlich nach Gesetzeslage geurteilt wird. Im Idealfall natürlich.

Abweichungen sind immer möglich. Aber die Grundfunktion ist wichtig – und befriedet tatsächlich unsere Gesellschaft, auch wenn sie am Ende einen Schuldigen festmacht. Das ist Kaltes Denken – das aber an dieser Stelle wichtig ist, wie Schmidbauer betont. Es gibt einige gesellschaftliche Bereiche, die gerade deshalb friedensstiftend wirken, weil hier ein durch Regelwerk bestimmtes Kaltes Denken eingeführt wurde.

Die Demokratie mit ihren langen Aushandlungsprozessen ist hingehen typisch für Warmes Denken. Hier entscheidet kein einsamer Diktator kurzerhand per Dekret, was richtig zu sein hat und was falsch. Sondern auch Minderheiten und Randgruppen kommen zu Wort. Die Demokratie zwingt geradezu dazu, dass auch die Machtlosen gehört werden und auf ihre Interessen wenigstens ein bisschen eingegangen wird.

Natürlich kommt Schmidbauer auch auf die Macht zu sprechen, um die sich ja bekanntlich auch in der Demokratie vor allem Männer prügeln, denen man lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte. Aber man versteht Macht nicht, wenn man die Angst in den Menschen (und Männern) nicht versteht. Denn dass diese Männer so sind, hat einen psychologischen Grund: „Das ,Streben nach Macht‘, das Alfred Adler wichtiger gefunden hat als die Libido, wurzelt im Sicherheitsbedürfnis und damit in der Angstabwehr. Wenn ich Macht ausübe, bin ich vor der Ohnmacht sicher.“

Dumm nur, dass solche Machtkonstellationen dazu neigen, zu entgleisen. Die Situation radikalisiert sich. Denn all diese Männer, die sich ihre eigentlichen Ängste (oft sind es sogar nur Ängste des Verlassenwerdens und Nicht-mehr-Geliebtwerdens) nicht eingestehen, neigen nicht nur dazu, alle, die ihnen widersprechen, zu Feinden zu machen. Sie bewaffnen sich auch und lassen Situationen eskalieren. In der Ehe kommt es dann zu Gewalt, in Gesellschaften zu Krieg und Bürgerkrieg. Diese Ängstlichen wählen dann nicht nur extremistische Parteien, sie forcieren auch die Spaltung der Gesellschaft. Ein friedliches Miteinander hat keinen Platz in ihrem Denken.

„Extremisten aller Lager teilen die Welt in zwei Hälften, eine gute, eine böse, sehen sich selbst als Kämpfer für das Gute und sind überzeugt, dass sie genau wissen und schnell entscheiden können, was das Böse ist, was getan werden müsste, um es aus der Welt zu schaffen. In diesen Spaltungen hat das warme Denken keinen Platz, denn der zögernde, um Einfühlung ringende Freund wird ebenso bekämpft wie der erklärte Feind. In einer auf den Kampf um Macht reduzierten Welt ist für Empathie und Differenzierung kein Raum. Populismus lebt vom Ritual der Flucht in eine Masse hinein, die sich unaufhalt- und unzerstörbar auf dem richtigen Weg fühlt.“

Nur halt mit Folgen, die man ohne Vorausdenken und ein bisschen Zeit zum Nachdenken nicht begreift. Denn die schnellen, kalten Lösungen führen in der Regel zu neuen und meist viel schlimmeren Problemen. Eben weil sie weder die betroffenen Menschen mitdenken noch die vielen nachdenklichen Alternativen, zu denen der Mensch fähig ist, wenn er nur kühlen Kopf bewahrt.

Das ist hochaktuell. Denn wenn Medien so sind, wie Schmidbauer sie schildert (und viele sind es leider), dann halten diese Medien immerfort einen enormen Druck aufrecht, schnelle und kalte Entscheidungen zu fordern von Politikern, die dem Druck oft nicht gewachsen sind.

Solche Schnell-Entscheidungen aber sind katastrophal: „In einer Polemik zwischen dem spaltenden Konzept, das nur richtig oder falsch kennt, und einem integrierenden, das versucht, bedeutsame Faktoren zu gewichten und Entwicklungen zuzulassen, ist die Spaltung so lange überlegen, wie sie ihre destruktiven Folgen verbergen kann.“

Aber dann ist es in der Regel zu spät. Dann ist meist das zerstört, was ein konstruktives Miteinander erst möglich macht. Das wissen die meisten aus ihren Liebes- und Eheerfahrungen, aber auch aus zerbrochenen Freundschaften und vom Arbeitsplatz. Und viele sind auch zu Recht ratlos damit, weil sie sich unverschuldet in solchen Situationen glauben und es manchmal auch sind. Denn es muss tatsächlich gelernt werden, wie man positiv miteinander kommuniziert, wie man sich in andere einfühlen oder zumindest verstehen kann, warum sich der oder die Andere in der Situation nicht wohl fühlen.

Das trifft auf die ganz persönliche Ebene genauso zu wie auf die gesellschaftliche, die ja ihrerseits durch den Dauerdruck des „Wachstums“ regelrecht besinnungslos ist. Denn es muss ja permanent mehr produziert werden, damit immer mehr konsumiert werden kann, um im Wettbewerb immer mehr Marktanteile zu bekommen, wofür die Menschen dann immer schneller und „effizienter“ agieren müssen mit dem Gefühl, immer mehr Konkurrenz und Rechtfertigungsdruck zu bekommen, weil bei dieser bis zum Anschlag überreizten Effizienz kein Platz mehr für Versagen, Schwäche und Fehler ist. Da wird der Mensch selbst zum Produkt – und wird (bei Fehlerhaftigkeit) – auch so behandelt.

Das alles hat Folgen.

Und Schmidbauer wundert sich gar nicht, dass mit dem Aufkommen der „social media“ der Populismus in allen Ländern rasanten Zulauf bekommen hat. Denn die setzen genau da an, wo der Mensch sich vorher noch zurückziehen konnte in Räume des Nachdenkens und des Mal-sacken-Lassens. Jetzt aber muss auch hier noch immerfort agiert und reagiert werden. Und immer mehr Menschen landen völlig ausgepowert und ausgebrannt auf der Couch des Psychoanalytikers, der mittlerweile selbst unter Beschuss steht, weil er für etwas kämpft, was im rationalen und kalten Denken einer durchökonomisierten Gesellschaft keinen Platz mehr hat: Das Verständnis für den leidenden, in seiner Not gefangenen Menschen.

Ein Buch, das vieles begreifbar macht von dem, was unsere Gesellschaft derart aus dem Lot gebracht hat. Und das auch ahnen lässt, dass wir sehr vieles werden ändern müssen, damit uns der Laden nicht – eiskalt – um die Ohren fliegt.

Wolfgang Schmidbauer Kaltes Denken, Warmes Denken, kursbuch.edition, Hamburg 2020, 20 Euro.

Der gesteuerte Mensch: Gottfried Böhmes vehemente Streitschrift gegen die Überwältigung unserer Schulen durch die Gier der Digitalkonzerne

 

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

RezensionenRadikalisierungEmpathiePsychologie
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.
Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet
Sieglinde Leibner: Meine große Naturapotheke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.
These #17: Funktionierender Wettbewerb bedeutet nicht: „Hauptsache billig.“
Kalender-These #17 – April 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDamit Wettbewerb im sozialen Bereich nicht zu Monopoleismus und unsozialem Handeln führt, braucht es tragfähige Rahmenbedingungen. Geiz ist geil! Leanmanagement, Input – Output, Transformation, Globalisierungsprozesse, Controlling, Marktorientierung, Konkurrenz, Digitalisierung, Gewinn und Rentabilität. Was haben diese Begriffe mit der Sozialen Arbeit zu tun? Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie an Soziale Arbeit denken? Etwa an das Primat der Effizienz, an Marktanalysen oder gar an Wettbewerb?
Dienstag, der 31. März 2020: Wer ohne „triftigen Grund“ rausgeht, muss bis zu 150 Euro zahlen
Hinsetzen ist kurz erlaubt, Buchlesen wohl eher nicht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen ist zwar weiterhin nicht klar geregelt, wo genau man sich außerhalb der eigenen Wohnung aufhalten darf, doch dafür steht nun fest, was man zahlen muss, wenn man gegen die neue Rechtsverordnung verstößt. Diese gilt bis zum Ende der übernächsten Woche. Das diesjährige „Courage“-Konzert sollte zwar erst danach stattfinden, wurde aber bereits jetzt verschoben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 31. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vier Corona-Fälle in den eigenen Reihen: Wie ist die Leipziger Polizei derzeit aufgestellt?
Polizeieinsatz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDie Covid-19-Pandemie fordert das Gemeinwesen massiv. Manche Kommentare sehen im Angesicht der unsichtbaren Gefahr auch die Stunde des Staats gekommen, der seinen Bürgern hilft und zugleich Ausgangsbeschränkungen zur Not per Zwang durchsetzt. Doch wie ist die Situation bei denen, die mit der Ausübung des Gewaltmonopols betraut sind? Sind die intern auf eine Häufung von Corona-Infektionen vorbereitet? Die L-IZ hat bei der Polizeidirektion Leipzig nachgefragt.
Saisonabbruch und neuer Vorstand: Viel in Bewegung bei den L. E. Volleys
Der neue L.E. Volleys-Vorstand (von links): Thomas Bauch, Stefan Roßbach, Martin Ivenz, Katja Weiße, Thomas Nicklisch und Stefan Schulze. Foto: L.E. Volleys

Foto: L.E. Volleys

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelSeit dem 12. März steht es fest: Für die L.E. Volleys ist die Saison in der 2. Bundesliga vorzeitig beendet. Als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus sah sich die Volleyball Bundesliga (VBL) gezwungen, erstmals in ihrer Historie eine Saison abzubrechen. Nur sechs Tage später beschloss die VBL, dass die gesamte Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nicht gewertet wird.
Engpässe bei Atemmasken: Leipzigs Kliniken warten auf „Erkrankungswelle“
Momentan hält das St. Georg etwa 300 Betten für Corona-Patienten frei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNoch immer steigen die Zahlen der mit Corona infizierten Personen in Deutschland, noch immer bereiten sich Kliniken intensiv auf die „Erkrankungswelle“ vor. In Sachsen sind inzwischen 2.084 Infektions- und 13 Todesfälle bestätigt, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping mitteilte. Leipzig zählt insgesamt 320 (Stand 31.03.). Der Peak, so sagte es Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) am Montag in einer Online-Bürgersprechstunde von Leipzig Fernsehen, werde in Leipzig für die Zeit um Ende April/Anfang Mai erwartet. Währenddessen ist die Rede von Versorgungsengpässen in deutschen Krankenhäusern. Atemmasken und ausreichend Schutzkleidung fehlen an allen Ecken und Enden, Lieferungen kommen verspätet oder gar nicht an. Wie sieht es in den hiesigen Krankenhäusern aus?
Am 3. April erscheint das neue Album von Dota: „Kaléko“
Dota: Kaléko. Cover: Dota

Cover: Dota

Für alle LeserAm 21. März begrüßte ein Gedicht von Mascha Kaléko die Besucher des Rewe-Supermarkts am Connewitzer Kreuz und wir nutzten die Gelegenheit, auch einen Videoclip von Dota Kehr und Felix Meyer zu empfehlen, in dem sie das Gedicht „Zum Trost“ von Mascha Kaléko interpretieren. Die 1907 geborene Dichterin spielt auf dem neuen Album von Dota eine ganz zentrale Rolle. Und wenn alles gut geht, gastiert Dota am 15. August open air auf der Bühne des Geyserhauses mit den Liedern des neuen Albums „Kaléko“, das am 3. April erscheint.