Ist nicht nur bei Kindertagesstätten so, dass Leipzig einen gewaltigen Investitionsstau aufgebaut hat. Bei Schulen geht's genauso ans Eingemachte. Und die Eltern der nun etwas älteren Kinder fragen sich zu recht, wann denn in ihrem Stadtteil die nächste Schule eröffnet. Zum Beispiel in Gohlis, wo seit 2011 eine neue Grundschule neben der alten Erich-Kästner-Schule gebaut wird. Samt Dreifeldsporthalle. Die FDP-Fraktion hat im Januar nachgefragt, womit man dort nun rechnen kann.

“Wann ist nach aktuellem Stand mit der endgültigen Fertigstellung von Schulgebäude und Dreifeldsporthalle zu rechnen? Wie haben sich die Kosten seit März 2011 entwickelt?” wollte die Fraktion zum Beispiel wissen.

Die Verwaltung beruhigt in ihrer Antwort. Die neue Schule ist kein Großflughafen Berlin. “Die aktuellen Kennzahlen der Kostenverfolgung weisen aus, dass der Kostenrahmen des Baubeschlusses eingehalten wird”, teilt sie mit. Und die Knirpse in Gohlis können sich mit gutem Grund auf einen baldigen Einzug freuen. Das Schulgebäude und die Dreifeldsporthalle sollen zum Schuljahresbeginn 2013/14 in Betrieb genommen werden. Und Schulleitung und Bildungsagentur bereiten den Einzug zum neuen Schuljahr 2013/14 vor.

Ursprünglich war der Bau mal so geplant, dass nach Fertigstellung des neuen Gebäudes der alte Plattenbau an der Georg-Schumann-Straße (eigentliche Adresse: Erfurter Straße 14) abgerissen werden kann. So hat es auch der Stadtrat beschlossen.Aber: “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht, entsprechend den prognostizierten Schülerzahlen des Schulentwicklungsplans 2012, ein Bedarf an Grundschulkapazitäten, welcher über den mit dem Neubau bereitgestellten Plätzen liegt. Mittelfristig wird das Einpegeln der Schülerzahlen im Schulbezirk der Erich-Kästner-Schule im Bereich der Richtkapazität des Neubaus erwartet. Im Nachgang dazu wird es dann vermutlich möglich sein, das Bestandsgebäude aus dem Leipziger Schulnetz zu nehmen.”

Besonders auffällig ist das “vermutlich” in diesem Satz. Denn seit 2006, seit dieser Schulstandort intensiv diskutiert und geplant wurde, ist die Zahl der Kinder unter 10 Jahren sowohl in Gohlis-Süd als auch in Gohlis-Mitte permanent angestiegen – bei den 5- bis 10-Jährigen von 1.088 Kindern im Jahr 2005 über 1.372 im Jahr 2009 und 1.439 im Jahr 2011. In welche Dimensionen das möglicherweise gehen wird, zeigen ja die Zahlen der Kinder im Krippen- und Kindergartenalter bis 5 Jahre. Diese Zahl stieg von 1.628 im Jahr 2005 über 1.913 im Jahr 2009 auf mittlerweile 2.048 Kinder in dieser Altersgruppe im Jahr 2011. Was logischerweise heißt: Mindestens bis 2017/18 wird das alte Schulgebäude noch gebraucht, wahrscheinlich noch weit darüber hinaus.

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Die FDP-Fraktion fragte auch zur Vermarktung der angrenzenden Flächen Richterstraße und Fritz-Seeger-Straße, die sich im Besitz der Stadt Leipzig befinden. “Wie plant die Stadt mit den Flächen zu verfahren?”, war die Frage.

Und siehe da: Man hat die Fläche für den nächsten dringenden Zweck reserviert. “Auf der Restteilfläche Fritz-Seeger-Straße 17 (Flurstück 408 und 407 [Teilfläche]) wird die evangelisch-lutherische Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde Gohlis einen Kita-Neubau errichten”, teilt die Verwaltung mit.

Die Zeitplanung für den Neubau mit 108 Plätzen an diesem Standort sieht die Inbetriebnahme im Juli 2014 vor. Zur Zeit verhandele das Liegenschaftsamt der Stadt mit der Kirchgemeinde über den Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages.

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