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Ständige Publikumskonferenz fordert sofortigen Stopp der direkten bzw. indirekten Finanzierung der FIFA durch Rundfunkbeiträge

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    Eigentlich wissen es alle. Immer wieder haben die öffentlich-rechtlichen Sender mitgepokert, wenn die FIFA die Fernsehrechte für die Fußball-WM ausgeschrieben hat. Und weil private Sender eifrig mitgepokert haben, sind die Summen in den vergangenen Jahren regelrecht in die Höhe geschossen. Und ARD und ZDF wollen einfach weitermachen - trotz der Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA-Spitze.

    Um die 430 Millionen Euro zahlten ARD und ZDF laut interner Angaben für die Übertragungsrechte der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Genaue Zahlen erfahren Fans, Beitragszahlende und Publikum ohne Vorliebe für die gewinnträchtige Rasensportart weder von den Rundfunkanstalten noch von der FIFA. ARD wie ZDF wollen die Zahlen unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Verträge nicht kommentieren. Und so tauchen sie auch nicht in den Geschäftsberichten auf – genauso wenig wie die Millionen für diverse heiß geliebte Moderatoren, diverse Talkshows, Serien oder andere Sportereignisse. Doch die Miliarden für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwellen ja nicht an, weil die Sender tatsächlich in Qualität und starken Journalismus investieren. Sie gehen für die Mega-Maschine Unterhaltung drauf. Und der Fußball-Zirkus ist der teuerste Teil dieser Maschine. Denn nicht nur die FIFA hält ja die Hand auf, auch andere Fußball-Veranstalter wollen ihren Teil am großen Rundfunkbeitrags-Batzen.

    „Das von den Verantwortlichen in Politik und Gremien ignorierte Recht der Beitragszahler, genauer zu erfahren wohin die Millionenbeträge ohne Rechnungslegung verschoben werden, sollte alsbald eine politische Kontrolle auf den Plan rufen“, erklärt Maren Müller, Sprecherin der Ständigen Publikumskonferenz, zur am heutigen 4. Juni veröffentlichten Petition zum Stopp der Millionenbezahlung an die hochkorrupte FIFA. „Weder gesetzlicher  Programmauftrag, freie Meinungsbildung, Bildungsauftrag, noch die Stärkung der demokratischen Grundordnung legitimeren diese offensichtliche Subventionierung korrupter Eliten durch die Beitragszahlenden. Solange die FIFA undurchsichtige Geschäfte betreibt, sollte es privaten Sendeanstalten vorbehalten bleiben, die Kosten für die Übertragungsrechte über ihre Werbeeinnahmen zu generieren, sofern sich angesichts des Verfalls der Geschäftssitten noch Werbepartner finden. Die Beitragszahlenden sollten jedoch nicht dazu gezwungen werden, die unhaltbaren Zustände auf den Baustellen in Katar und in den Hinterzimmern korrupter Funktionäre weiterhin zu alimentieren und somit unfreiwillig zum Teil eines korrupten Systems zu werden.“

    Es ist eher ertstaunlich, dass der Fußball so spät erst Thema wurde. In anderen Sportarten hat ein höchst kriminelles Verhalten längst zu Konsequenzen geführt.

    Auch daran erinnert Maren Müller: „Die ARD selbst hat vor Jahren die Reißleine bei der Übertragung der Tour de France gezogen, um sich von den dort unhaltbaren Zuständen (insbesondere Doping) zu distanzieren und damit eine Reform voranzutreiben.“

    Immerhin haben Sender wie der NDR schon einmal berichtet über die gewaltigen Summen, die die öffentlich-rechtlichen Sender mittlerweile an die FIFA abdrücken, um von den Weltmeisterschaften berichten zu dürfen. In England kocht derzeit die Debatte um die BBC, die sich genauso zum Zahlemann für die völlig überteuerten Übertragungsrechte gemacht hat.

    Die FIFA finanziert sich ungefähr zur Hälfte aus dem Verkauf von Fernsehrechten. „Durch den Entzug dieser Mittel würde die FIFA unter Druck gesetzt, Reformen durchführen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten so lange keine Geschäftsbeziehungen mit der FIFA unterhalten, bis die Korruptionsvorwürfe geklärt und Compliance-Regeln eingeführt und umgesetzt wurden. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten tragen ansonsten weiterhin als eine der Hauptfinanziers der FIFA eine erhebliche Mitverantwortung für Missstände und Korruption“, so Maren Müller. „Die moralische Trennung zwischen Sportereignis und korrupter Organisation verbietet sich außerdem aufgrund der Sendereigenen Compliance-Ansprüche. Bereits bei einem Verdacht und dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten innerhalb von Geschäftsbeziehungen sind im Normalfall umfassende Maßnahmen einzuleiten. Das gilt insbesondere dann, wenn sich involvierte Geschäftspartner oder andere potentielle Nutznießer am Beitragsaufkommen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten bereichern und Missstände vorsätzlich am Leben gehalten werden. Im Falle von Produzenten trennt man sich dann schnell von diesen.“

    Es gebe es keinen Grund, warum für die FIFA und andere Sportverbände andere Maßstäbe als für alle anderen Geschäftspartner gelten sollen.

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