Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 27

Der Kampf gegen die Werbeblocker oder Das Märchen vom mündigen Internet-Nutzer

Für alle LeserAuch der DDV ist eine Lobbyvereinigung. Wenn der Deutscher Dialogmarketing Verband e.V. (DDV) vom mündigen Verbraucher spricht, dann klingelt’s in den Ohren. Nicht ohne Grund betont die Verbraucherzentrale immer wieder, dass es den mündigen Verbraucher nicht gibt. So viele Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs) kann kein Mensch lesen, um auch nur im Internet zum „mündigen“, will heißen: Gut informierten Verbraucher zu werden. Aber eigentlich ging es am Bundesgerichtshof am 19. April auch nicht um Mündigkeit.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am 19. April im Rechtsstreit zwischen dem Axel-Springer-Konzern und dem Vertreiber der Software „Adblock Plus“ entschieden. In dem Rechtsstreit ging es um die Frage, ob das Unterdrücken von Werbung auf den Internetseiten des Klägers unlauter sei und ob das sogenannte „Whitelisting“, also die gezielte Freischaltung von Werbung gegen eine Lizenzzahlung, rechtmäßig ist.

Der eigenen Pressemitteilung des Gerichts zufolge stellt die Software „AdBlock Plus“, mit deren Hilfe Werbeeinblendungen beim Aufruf einer Internetseite unterdrückt werden, keinen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht dar.

Da kann man kurz innehalten. Denn als das Internet noch ein bisschen jünger war, brauchte kein Mensch einen Werbeblocker. Die Werbung war meist als solche erkennbar und neben oder unter anderen, meist redaktionellen Beiträgen eingeblendet und anklickbar.

Aber dann kam der Goldrausch, der sie alle besoffen machte – die Werbetreibenden, die Medienunternehmen, die Beratungsagenturen. Gerade die Online-Auftritte der großen und nicht ganz so großen Zeitungen verwandelten sich in einen Zirkus.

Pop-up-Fenster ploppten auf und verdeckten erst einmal alle Inhalte, bis man das kleine Kreuzchen zum Wegklicken gefunden hatte, Werbeclips überlappten die Inhalte, diverse Bewegtbilder spazierten über die Seiten, oft stapelten sich die Pop-ups hinter der aufgerufenen Seite und man sah erst hinterher, welch aufdringliche Werbeangebote einem ungefragt auf den Bildschirm lanciert wurden. Und weil das alles oft über große Werbeverbünde verbreitet wurde, breitete sich das Zeug wie eine Seuche aus.

Es gab damals kaum einen ernsthaften Menschen, der sich keinen Blocker für diese Werbung wünschte. Der Wunsch wurde erhört. Heute hat fast jeder so einen Werbeblocker auf seinem Rechner. Was aber Folgen hat – nicht nur die unverschämte und aufdringliche Werbung wird geblockt, sondern auch alles andere, was der AdBlocker als Werbung identifiziert.

Mit einigen Jahren Verspätung holen die alten Sünden die einst werbetrunkenen Medienunternehmen ein. Denn damit wird ihr wichtigstes Finanzierungsstandbein im Internet getroffen: Der Verkauf von Werbung. Die wird ja nicht per Stück bezahlt, sondern pro Einblendung.

Wenn aber eine Einblendung vom Blocker unterbunden wird, erreicht die Werbung nicht die vereinbarten Einblendungszahlen. Die Einnahmen mit der Homepage brechen zusammen.

Dass ausgerechnet das Medienunternehmen Axel Springer geklagt hat, gehört natürlich zur Würze dieses Vorgangs. Denn als es um die wildesten Werbeformate ging, waren die Auftritte der Springer-Medien im Internet ganz vorn mit dabei beim Ploppen und Blitzen und Zupappen.

Wobei die Klage ziemlich spät kommt. Um ungefähr zehn Jahre zu spät. Mindestens. Denn längst hat sich die Welt weitergedreht. Die Werbeeinnahmen der großen Zeitungen im Internet sind regelrecht zusammengebrochen. Kein Mensch verzichtet heute mehr auf den Werbeblocker. Nur eine Entscheidung ist hinzugekommen – eigentlich zwei: Eine faule und eine folgerichtige.

Die faule ist die von AdBlock Plus selbst. Da man dort merkte, dass die Seitenbetreiber vielleicht doch ein bisschen Geld mit Werbung verdienen wollten, führte man das Angebot ein, bestimmte Werbung nicht zu blocken – wenn der Seitenbetreiber dafür zahlt. In ihrer Not haben viele Unternehmen zugegriffen und zahlen jetzt dafür, dass ihre Werbung trotz Werbeblocker angezeigt wird.

Aber die Mehrzahl der großen Zeitungen im Internet ist einen anderen Weg gegangen – auch der Springer-Konzern. Sie haben ihre medialen Inhalte gesperrt und man bekommt sie erst zu sehen, wenn man die spezielle Seite in seinem Adblocker-Programm freigibt, also für diese Webadresse das Blocken von Werbung unterlässt.

Was nur ein logischer Schritt ist. Denn mit der angezeigten Werbung wird ein Teil dessen finanziert, was auf dieser Seite an medialen Inhalten geboten wird. Und L-IZ-Leser dürfen sich sicher sein: Auch wir denken über das Thema nach. Denn auch wir merken, was es bedeutet, wenn unsere Leser beim Besuch unserer Seite ihren Adblocker angeschaltet lassen.

Schalten Sie ihn einfach aus.

Es schadet nichts.

Denn wer uns seit 14 Jahren begleitet, weiß, dass es bei uns niemals auch nur eine einzige dieser schikanösen Werbeformen gab. Auch dann nicht, als die ganzen Agenturen, die im DDV mit nichts anderem beschäftigt sind, als solche Werbung als die tollste Werbelösung für ihre Kunden zu verkaufen, Pop-ups und Werbeclips, die den ganzen Bildschirm fluteten, als sie all das als das heißeste Zeug auf dem Markt anpriesen. Obwohl die Internet-Gemeinde schon laut fluchte.

Mit einem mündigen Nutzer hatte das nichts zu tun. Der mündige Nutzer klickte diese unerbetene Werbung weg, die so tat, als wäre sie wichtiger als alle Inhalte auf der Seite, und suchte sich im Internet schleunigst einen Werbeblocker.

Der DDV sieht in dem Urteil das vom EuGH 2005 geprägte Leitbild des mündigen Verbrauchers bestätigt, betont der DDV. Danach sei bei Bewertungen abzustellen auf einen Verbraucher, der wohl informiert ist, frei entscheidet und sich über die Konsequenzen seines Handelns stets bewusst ist. Eine Abkehr von diesem Leitbild führe zwangsläufig zu einer Bevormundung des Verbrauchers, im Zweifel durch den Staat.

Das ist natürlich alles Unfug. Im Prozess ging es nicht ein einziges Mal um den Nutzer – nicht den mündigen und nicht den unmündigen. Es ging nur um einen Versuch des Springer-Konzerns zu klären, ob das Blocken von Werbung eine Behinderung im Wettbewerb ist oder gar unlauter. Auch wenn das Gericht dann die Sache mit der Wettbewerbsverzerrung umging, indem es die Entscheidung, Werbeblocker zu nutzen, ganz der Entscheidung der Nutzer anheim stellte.

„Es liegt auch keine allgemeine Marktbehinderung vor, weil keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass das Geschäftsmodell der Bereitstellung kostenloser Inhalte im Internet zerstört wird“, schreibt das Gericht in seiner Pressemiteilung zum Urteil.

Da dürften die Leute, die in den Verlagen für die Finanzierung der „kostenlosen“ Internet-Auftritte zuständig sind, wohl gewaltig mit den Köpfen wackeln. Denn diese Angebote waren für die Nutzer nur deshalb kostenfrei, weil sie durch Werbung finanziert werden konnten.

Mit Betonung auf „waren“. Das Geschäftsmodell ist tot.

Nicht gerade durch AdBlock Plus erledigt. Aber durch solche Super-Giganten wie Facebook und Google, die den Markt der Online-Werbeeinnahmen komplett kannibalisiert und fast vollständig monopolisiert haben. Diese Tanker sind so riesig, dass sie allein mit Masse (Milliarden Nutzern) und Cent-Preisen Werbeumsätze einfahren, die die fast gänzlich auf Landes-, Sprach- und Publikumsgrenzen beschränkten Online-Medien nie verdient haben und auch nicht mehr bekommen.

Der Markt ist also mehrfach verzerrt. Und letztlich sind die Werbeumsätze durch den Auftritt der Giganten so gesunken, dass kaum ein ernsthaftes Medium darum herumkommt, seine Inhalte für die Leser kostenpflichtig zu machen. „Bild Online“ war eine der ersten Seiten, die das konsequent getan haben.

DDV-Präsident Patrick Tapp zum Urteil: „Das heutige Urteil des BGH unterstützt die Haltung des DDV, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, ob er einen Adblocker nutzt, um Werbeinhalte im Internet auszublenden. Der DDV bekennt sich zu einer liberalen, freien Gesellschaft und einem mündigen Verbraucher, der weiß was er tut und welche Folgen das hat.“

Zumindest ist er sich dessen bewusst, dass auch diese Haltung Folgen hat: „Wer jedoch werthaltigen Content erwartet und nutzt, muss auch bereit sein, eine faire Gegenleistung dafür zu erbringen: Entweder, indem er Werbung zulässt, oder aber, indem er für den Inhalt zahlt – tut er das nicht, muss er zukünftig mit einem Verlust an Qualität bei frei zugänglichem Content rechnen.“

Diese Entwicklung hat längst begonnen. Denn die wirklich zahlungskräftige Werbewirtschaft hat sich von Seiten mit „werthaltigem Content“ längst verabschiedet. Zu verführerisch ist das teuflische Angebot von Facebook & Co., die Werbung zu „personalisieren“.

Was nur mit dem Vernetzen dieser riesigen Datenmengen geht, die diese Unternehmen sammeln, ohne dass der unmündige Nutzer das merkt oder wahrhaben will. Das sind längst Datenmengen, mit denen auch Wahlergebnisse verzerrt werden können. Nicht nur Donald Trump hat diese Segnungen der „social media“ für sich entdeckt.

Die „mündigen“ Nutzer erreicht man damit nicht – die haben ihren Adblocker an und geben kaum Daten von sich in diesen Netzwerken preis. Aber die mündigen Nutzer sind eine Minderheit. Das vergisst man auch beim DDV gern. Die große, ploppende Werbewirtschaft lebt vom unmündigen Nutzer.

Die ganze Serie „Medien machen in Fakenews-Zeiten“.

Medien machen in Fakenews-ZeitenWerbeblockerAdblock Plus
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
5 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ostländer senken ihre Arbeitslosenquoten schneller als Westländer
Ranking der Großstädte bei der Arbeitslosenquote. Grafik: BIAJ

Grafik: BIAJ

Für alle LeserSogar Sachsen fällt auf in der Einlaufliste der Bundesländer nach Arbeitslosenquoten. Schon 2017 hat der Freistaat danach das Saarland überholt, ein Jahr zuvor schon Hamburg. Alle ostdeutschen Flächenländer marschieren in der Grafik, die das BIAJ jetzt wieder mit den neuesten Endjahreswerten erstellt hat, seit 2013 ungefähr immer weiter nach oben und überholen, wie es scheint, ein reiches Westland nach dem anderen.
Umweltdezernat will Antrag des Jugendparlaments zur Beschilderung der Leipziger Parks nach und nach umsetzen
Informationstafel auf dem Rabensteinplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie so oft in letzter Zeit war es das Jugendparlament, das mit einer pfiffigen Idee vorpreschte und dabei auf echtes Wohlwollen in der Stadtverwaltung stieß. Auch wenn sich das Wohlwollen jetzt mit einem halben Jahr Verzögerung ausdrückt. Denn die Idee, die Namensgeberinnen für Leipziger Parks sichtbar zu machen, findet man im Umweltdezernat gut.
Das Grassi-Museum für Völkerkunde feiert im Herbst 150 Jahre
Megalopolis. Foto: Mo Zaboli

Foto: Mo Zaboli

Für alle LeserClara Schumann hat es ja am Ende doch noch geschafft, einen ordentlichen Veranstaltungsreigen im Leipziger Jubiläumsjahr 2019 zu bekommen. Die Leipziger Disputation, die sich zum 500. Mal jährt, war schon vorher bedacht, der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution auch. Für Carl Heine wurde es am Ende knapp. Und nun stellt die Linke fest: Da fehlt doch noch was. Wo ist denn der Geburtstag des Völkerkundemuseums?
Über 90 Prozent der Leipziger sortieren brav ihren Müll, aber warum eigentlich?
Mülltonnen in Warteposition. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wird in Sachsen nicht anders sein als in ganz Deutschland. Die Deutschen sind zwar stolz auf ihr ordentliches Abfalltrennen. Aber nur etwa 5 Prozent zum Beispiel der gesammelten Verpackungs-Wertstoffe werden am Ende wiederverwendet. Der Rest wird entweder verbrannt oder landet auf der Kippe. Nur gibt es halt keine speziellen sächsischen Daten. Und auch keine Leipziger, weshalb ein Kapitel in der „Bürgerumfrage 2017“ regelrecht in der Luft schwebt.
Die packende Geschichte davon, wie sehr die Einführung des Grundeinkommens Deutschland verändern würde
Daniel Weißbrodt: Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022 - 2050. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVielleicht werden viele den Untertitel gar nicht lesen. Vielleicht werden die meisten das Buch gar nicht im Buchladen sehen. Nicht bei den Stapeltiteln und auch nicht versteckt im Regal mit der Wirtschaftsliteratur. Vielleicht werden auch Wirtschaftsstudenten es nicht in die Hand bekommen. Und deshalb auch nicht erfahren, warum fast alles in unserer Gesellschaft so falschläuft. Vielleicht taucht das Buch auch bei der Science Fiction auf. Aber da steht es falsch.
Ein Abend wie in Bayreuth: Thielemann dirigierte einen starbesetzten „Holländer“
Der fliegende Holländer. Foto: Semperoper/Klaus Gigga

Foto: Semperoper/Klaus Gigga

Für alle LeserManchmal muss man nicht nach Bayreuth fahren, um die festspielträchtige Aufführung einer Wagner-Oper zu erleben. Die Besetzung, die diese Woche in der Semperoper beim „Fliegenden Holländer“ auf der Bühne stand, hätte so jedenfalls auch auf dem Grünen Hügel auf dem Programm stehen können.
Geplanter Kiesabbau bei Rückmarsdorf
Feld bei Rückmarsdorf. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Leipziger Verwaltung hat ja mittlerweile ihre Stellungnahme zum geplanten Kiesabbau bei Rückmarsdorf vorgelegt und einige Bedingungen gestellt, unter denen sie bereit wäre, ihre Grundstücke dort zu verkaufen und einen Kiesabbau in den nächsten 16 Jahren zu dulden. Aber sie ging dabei nicht weit genug, finden SPD, Linke und Grüne im Leipziger Stadtrat. Denn eine klare Kante muss Leipzig schon deshalb ziehen, weil genau das in der Regionalplanung Westsachsens schon so festgeschrieben ist.
Grüne kritisieren die fehlende Überwachungslust sächsischer Behörden bei Müllimporten
Deponie Cröbern. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserSo langsam arbeitet sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Volkmar Zschocke, hinein in das leidige Thema der sächsischen Abfallpolitik. Die eigentlich keine Politik ist, so wie so vieles im Ministerium des Thomas Schmidt (CDU). Man ignoriert die Verstöße, sitzt aus, gestaltet nichts. Und so gelangen weiter hunderttausende Tonnen gefährliche Abfälle über sächsische Autobahnen auf Sachsens Deponien. Besonders viele auf die Zentraldeponie Cröbern.
Es steht schon wieder kein Geld für neue Straßenbäume im Leipziger Haushaltsplan
Die baumlose Albert-Schweitzer-Straße. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich haben es die Stadtratsfraktionen verstanden. Seit Jahren gibt die Stadt Leipzig viel zu wenig Geld für Straßenbaumpflanzungen aus. 1,5 Millionen Euro müsste die Stadt einsetzen, um wenigstens die Ziele aus dem Luftreinhalteplan zu erreichen. Aber im neuen Doppelhaushalt 2019/2020 stehen wieder nur null Euro, kritisiert der Ökolöwe.
„Es ist für Politiker nicht mehr so attraktiv, sich vor Kameras mit den Reichen und Mächtigen der Welt zu zeigen“
Prof. Dr. Gunther Schnabl Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Für alle LeserWenn sich in Davos die Elite der Politiker und Wirtschaftsexperten aus aller Welt trifft, dann verwandelt sich der Ort in eine Festung. Ganz genauso wie zu all den Treffen der G8, G7, G20 oder wie immer auch die Treffen der mächtigsten Politiker der Welt sich nennen. Das ist schon seit Jahren so. Aber immer deutlicher wird, dass die derzeitige westliche Politik damit auch ihre riesige Distanz zu den (protestierenden) Bürgern deutlich macht. Während ihr die Kuschelnähe zu den großen Wirtschaftsbossen so langsam unangenehm wird. „Es ist für Politiker nicht mehr so attraktiv, sich vor Kameras mit den Reichen und Mächtigen der Welt zu zeigen“, sagt Prof. Dr. Gunther Schnabl.
Kein Stadtplan auf Knopfdruck in Leipzig
Flimmern auch in der Petersstraße: City-Light-Poster von JC Decaux. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wäre ja zu schön gewesen und in Hamburg hatten es Leipzigs Jugendparlamentarier ja sogar schon gesehen. Da kann man an interaktiven Werbesäulen einfach auf einen Knopf drücken und dann erscheint statt der Werbung der Plan der Stadt. Wäre doch auch für Leipzig ganz nett, fand das Jugendparlament. In der Innenstadt stehen doch so ein paar Leuchtsäulen von JCDecaux. Aber nicht mehr lange, teilt das Planungsdezernat jetzt mit.
#fridaysforfuture in Leipzig: „… weil ihr uns die Zukunft klaut“ + Video & Bildergalerie
#fridays for future ist eine weltweite Schülerbewegung, welche für die Umwelt kämpft. Marco Arenas

Marco Arenas

Für alle LeserJeder der mal wirklich jung war, wird sich an die manchmal melancholisch-wissenden Blicke der „Ewachsenen“ erinnern. Jaja, wenn ihr mal … Wenn man jung geblieben ist, später, fragt man sich durchaus hier und da: ja, was denn nun? Angepasster vielleicht, vom Leben in Spuren gezwungen und in der Zukunft angekommen, über die man einst so viel nachgedacht hat. Aber so manches Problem ist noch immer wie einst. Die nächste Generation junger Menschen machte sich jedenfalls am 18. Januar in ganz Deutschland auf die Füße, um für ihre Zukunft zu streiken und zu demonstrieren. 800 davon auch in Leipzig.
Ticketverlosung: Game Of Thrones – The Concert Show am 28. Februar im Gewandhaus
Game Of Thrones PR

Game Of Thrones PR

VerlosungDie Game Of Thrones – Serie hat einen noch nie dagewesenen, weltweiten Hype ausgelöst, der noch bis Ende 2019 anhalten wird, denn dann wird die 8. und letzte Staffel der berühmtesten aller TV – Serien ausgestrahlt. Um die Wartezeit zu verkürzen, können die Fans der HBO-Serie die ergreifende Musik live erleben. In den USA gab es schon ausverkaufte Konzerte und auch in Europa lösten die Aufführungen Begeisterungsstürme aus. Freikäufer (Leserclub-Mitglieder) haben die Möglichkeit, hier 2x2 Karten zu gewinnen.
Gastkommentar von Christian Wolff: Danke, AfD! Jetzt wissen wir, woran wir sind
Protest gegen die AfD hinter der Alten Handelsbörse. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDas Bundesamt für Verfassungsschutz hat die AfD zum „Prüffall“ erklärt. Was wie eine politische Sensation kommuniziert wird, ist an sich völlig unerheblich. Denn alles, was der Verfassungsschutz über die AfD zusammenträgt, ist frei zugänglich. Alles, was jetzt über Björn Höcke veröffentlicht wird, ist seit Jahren bekannt. Dass der Verfassungsschutz sich jetzt erst darum zu kümmern scheint, zeigt nur, wie getrübt der Blick dieser Institution seit ihrer Gründung auf den Rechtsradikalismus in Deutschland war und ist.
Die 600.000 für Leipzig gibt es erst im Herbst 2019
Über Leipzigs Dächern. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie offizielle Einwohnerzahl des Landesamtes für Statistik liegt zwar für 2018 noch nicht vor, aber sie wird für Leipzig irgendwo bei 588.000 Einwohnern landen. Das ist die Zahl, nach der Leipzig seine anteiligen Zuweisungen vom Land bekommt. Im Leipziger Melderegister waren zum Jahreswechsel schon ein paar mehr Einwohner vermerkt: 596.517 an der Zahl, also rund 6.000 mehr als ein Jahr zuvor. Das Zuwanderungstempo hat sich spürbar verlangsamt.