Gleich drei Preise der Stiftung Buchkunst für Buchgestaltungen aus Leipzig

Für alle LeserWenn ab und zu wieder wichtige Preise für die künstlerische Gestaltung von Büchern vergeben werden, sind regelmäßig auch Bücher darunter, die von Leipziger Buchkünstlern gestaltet wurden. Am 17. Juni konnte das Museum der bildenden Künste so einen Erfolg schon für den recht ungewöhnlich gestalteten Katalog zur Ausstellung „Arno Rink. Ich male!“ vermelden. Auch wenn der Gestaltungsauftrag nach Wien ging. Jetzt gibt es auch noch ein paar Auszeichnungen für ganz junge Buchkünstler/-innen.
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Bereits im Mai wurde der Katalog zur Ausstellung „Arno Rink. Ich male!“ vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels als eines der 15 schönsten Bücher Österreichs 2018 ausgewählt. Nun prämierte auch die Stiftung Buchkunst die Publikation zu den „Schönsten Büchern Deutschlands 2019“, meldete das Museum der bildenden Künste, wo die Arno-Rink-Ausstellung „Ich male!“ 2018 zu sehen war.

Ziel des Wettbewerbes ist es, im Zeitalter der Digitalisierung Buchgestaltung und Buchherstellung zu fördern. Zu den Kriterien für die Auswahl zählen erstklassige Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung; die 25 prämierten Bücher sind gleichzeitig nominiert für den mit 10.000 Euro dotierten „Preis der Stiftung Buchkunst“.

Die Ausstellung „Arno Rink. Ich male!“ war vom 18. April bis zum 21. November 2018 im MdbK zu sehen und wurde wegen der großen Nachfrage über die ursprüngliche Laufzeit hinaus verlängert. Mit der gleichnamigen Publikation ist es nach Ansicht der Jury gelungen, das malerische Schaffen von Arno Rink in kontroverser Herangehensweise abzubilden: „In didaktischer Weise wird die Malerei des Künstlers im wörtlichen Sinn nähergebracht. Über frei angeordnete Werkabbildungen und die platzgetreu gegenüberliegenden Legenden wird man beim Weiterblättern in Bildausschnitte in realer Größe geführt. Bildtafel-Folgen werden immer wieder durch expressive, in schwarz-weiß gehaltene Zitatseiten, Fotostrecken und Tagebucheinträge unterbrochen. Gerahmt wird der Bildteil mit Textbeiträgen und Interviews. Hoch und tief angeschlagene, eng im Bund liegende Lauftextspalten stützen das Buch, werden aber von begleitenden Bildern kräftig eingegrätscht und mit weit gesperrten Titeln durchbrochen. Dazu bilden die Fußnoten und Legenden in feiner, metrischer Schrift einen leicht schwebenden Gegenpol. Der typografische Umgang unterstreicht insgesamt das energetische Schaffen des Künstlers.“

Der Katalog „Arno Rink. Ich male!“ ist im Hirmer Verlag erschienen und wurde von studio VIE (Wien) gestaltet. Der Band mit rund 230 Seiten beinhaltet ein Vorwort von Alfred Weidinger, Beiträge von Paul Kaiser und Peter Guth sowie ein Ateliergespräch zwischen Arno Rink und Henry Schumann. Zahlreiche Werk- und Detailabbildungen und Fotografien u. a. von Helfried Strauß und Marion Wenzel sind enthalten. Die Publikation ist zum Preis von 25 Euro an der Museumskasse sowie im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-777-43019-5). Im Museumsshop sind noch Restexemplare des Titels vorrätig, hier wird die Publikation in Kürze vergriffen sein, meldete das Museum.

Am 17. Juni gab die Stiftung Buchkunst auch die drei Gewinner/-innen vom „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ 2019 bekannt. Zwei der Gewinnertitel wurden von Gestalter/-innen aus Leipzig entworfen.

Weltall, Erde, Mensch #23. Foto: Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

Weltall, Erde, Mensch #23. Foto: Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

Tobias Klett und Lea Kolling werden für „Weltall Erde Mensch #23“ (Institut für Buchkunst Leipzig; ISBN: 978-3-947139-04-0; Preis: 19 Euro) ausgezeichnet.

Zudem geht der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ 2019 an Tobias Dahl und Patrick Martin von Happy Little Accidents, Leipzig für das von ihnen gestaltete Buch „Im Zweifel für den Zweifel“ (von Bieber, Florian Waldvogel & Margarete Jäger u.a.; Verlag Kettler, Dortmund; NRW-Forum, Düsseldorf; ISBN: 978-3-86206-712-1; Preis: 32 Euro).

Im Zweifel für den Zweifel. Foto: Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

Im Zweifel für den Zweifel. Foto: Stiftung Buchkunst / Uwe Dettmar, Frankfurt am Main

Der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ möchte außergewöhnliche, zukunftsweisende Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen – und damit Entwicklungen im Medium Buchgestaltung – aufspüren und Buchimpulse für morgen sowie Qualitätskonzepte von heute sichtbar machen. Hier steht nicht die technische Perfektion, sondern die Idee im Vordergrund. Im Wettbewerb „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ werden von einer aus Gestaltern und Hochschulexperten besetzten Jury drei mit je 2.000 Euro dotierte Gewinnertitel ausgewählt, die das Medium Buch weiterdenken. Um die drei Preise konkurrierten in diesem Jahr 109 Einsendungen.

Stiftung Buchkunst
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