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Voland & Quist startet fussnoten.eu, wo Übersetzer und Übersetzerinnen aus dem Nähkästchen plaudern

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    Am 30. September war Internationaler Übersetzertag. Ein nicht ganz unwichtiger Tag. Ohne erstklassige Übersetzerinnen und Übersetzer hätten wir nicht mal einen Schimmer von der Schönheit literarischer Werke aus anderen Ländern (es sei denn, wir beherrschen die Sprache). Der Verlag Voland & Quist hat sich zu der Gelegenheit etwas Besonders einfallen lassen: ein Online-Portal, wo Übersetzerinnen und Übersetzer direkt aus ihrer Werkstatt berichten. Los geht es mit einem nagelneuen Titel aus dem Verlag.

    Voland & Quist hat ein neues Online-Projekt gestartet: auf www.fussnoten.eu sollen der wichtigen Arbeit von Übersetzer/-innen mehr Raum gegeben und gleichzeitig weiterführende Informationen zu übersetzten Büchern angeboten werden.

    Den Anfang macht Übersetzer Thomas Weiler mit seinen Anmerkungen zum neuen Roman von Ziemowit Szczerek „Sieben – Das Buch der polnischen Dämonen“, das am 10. Oktober bei Voland & Quist erscheinen soll. L-IZ-Leser kennen den polnischen Autor Ziemowit Szczerek schon. Wir haben sein Buch „Mordor kommt und frisst uns auf“, das als Nr. 18 in der Reihe „sonar“ erschien, an dieser Stelle rezensiert.

    Mit der Reihe „sonar“ bringt Voland & Quist eindrucksvolle Autorinnen und Autoren aus osteuropäischen Literaturen auf den deutschen Buchmarkt, wo sie oft überhaupt keine Chance hätten, wahrgenommen zu werden, wenn sich nicht kleinere Verlage wie Voiland & Quist ambitioniert um diese Übersetzungen kümmern würden. Dass der Verlag damit auch Stimmen sichtbar macht, die von beeindruckender Frische, Modernität und Vertrautheit sind, wird eben erst sichtbar, wenn sich Übersetzer wie Thomas Weiler intensiv mit dem Text, der besonderen Sprache des Autors und den vielen Überraschungen beschäftigen, die bei einem erzählfreudigen Autor wie Szczerek einfach so mit einfließen.

    Da tauchen Bezüge zur Popmusik auf, zu polnischen Geschichtsmythen, zu Filmklassikern, ja sogar zu Literaturklassikern, die scheinbar ganz beiläufig benannt werden – wie hier z. B. Marquis de Custine. Bei Viel-Lesern klingelt es da, sind sofort Verbindungen zu anderen Bücherwelten im Kopf. In gut gemachten Büchern gibt es dazu ein kleines Glossar. Aber darüber stolpern muss erst einmal der Übersetzer, der natürlich nicht einfach übersetzt, was da steht, sondern sicherheitshalber auch erst einmal ins Lexikon schaut und sich vergewissert – und dann oft auch merkt, dass solche Zitate und Bezüge gar nicht zufällig auftauchen. Sie sind Teil des Buchuniversums. Und sie erzählen eine Menge über den Autor

    Die neu aufgelegte Seite fussnoten.eu versammelt jetzt solche Notizen der Übersetzer/-innen zu ihrer Arbeit an den jeweiligen Büchern von Voland & Quist, die oft im Buch selbst keinen Platz finden, aber Erhellendes, Anekdotisches oder auch Amüsantes zur Lektüre beitragen können. Das kann durch Videos, Fotos oder Links erfolgen. Nicht zuletzt wird ein spannender Einblick in die (Recherche-)Arbeit von Übersetzer/-innen gewährt und gezeigt, dass literarisches Übersetzen viel mehr ist als das Übertragen von Worten und Sätzen in eine andere Sprache, betont der Verlag. Es geht um das Wissen um kulturelle Eigenheiten, Landesgeschichte, Popkultur uvm..

    Als Nächstes wird Alida Bremer Einblick in ihre Arbeit am Roman „Die Geschichte meiner Familie von 1941 bis 1991 und darüber hinaus“ der kroatischen Autorin Ivana Sajko gewähren, welcher im Frühjahr 2020 erscheint, kündigt Voland & Quist schon mal an.

    Voland & Quist ist ein Independent-Verlag und veröffentlicht junge zeitgenössische Literatur. Romane und Erzählungen osteuropäischer Autor/-innen sind ein wichtiger Programmschwerpunkt. So erschienen auch Bücher von Viktor Martinowitsch, Ivana Sajko und Jaroslav Rudiš. 2007 erhielt der Verlag den Arras Preis, 2010 wurde er mit dem Kurt-Wolff-Förderpreis ausgezeichnet. Und am 18. Oktober wird Voland & Quist als einer von sechs sächsischen Verlagen den Deutschen Verlagspreis bekommen.

    Die anderen sind Ars Vivendi (Dresden), der Buchkinder Verlag e.V., der Lehmstedt Verlag, der Poetenladen Verlag und Spector Books (alle aus Leipzig).

    Ein On-the-road-Roman aus den Schlammwüsten Mordors

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