Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 47

(Cyber-)Bullying: Eine Frage der Gerechtigkeit oder doch die einer kränkenden „Leistungs“-Gesellschaft?

Für alle LeserWenn man Zeitung macht, sollte man sich auch manchmal Fragen stellen wie: Wie gehen wir eigentlich mit Menschen um? Welches Menschenbild vermitteln wir? Wie berichten wir über Menschen? Denn wie wir alle auf andere Menschen schauen, das prägen Medien. Und zwar nicht nur in die eine Richtung, wenn „mächtige“ Männer und Frauen von ihnen bewertet oder gar niedergemacht werden. Sondern auch in die andere Richtung.

Wie berichten sie eigentlich über die Benachteiligten, Ausgegrenzten oder einfach nur die, die das Gefühl haben, nicht gefragt zu sein?

Medien schaffen auch Sichtweisen auf Macht und Ohnmacht.

Und das kann brandgefährlich werden. Und wird es auch, wenn Medien die simpelsten Respektregeln außer Acht lassen und selbst beginnen, die Abwertung von Menschen zuzulassen. Oder wenn sie jenen Raum geben, die mit Abwertung und Ausgrenzung Stimmung machen.

Da sind auch klassische Medien nicht ganz schuldlos. Aber am deutlichsten lässt sich der Effekt natürlich auf den Plattformen der großen Internet-Giganten verfolgen, die von Anfang an jede redaktionelle Verantwortung von sich gewiesen haben. Sie machen zwar ihren Reibach mit den Daten der Nutzer und profitieren auch davon, wenn der Mob durch die Netze tobt und sich der Hass aufschaukelt. Aber sie tun dann gern so, als hätten ihre Algorithmen damit gar nichts zu tun und als wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, die simpelsten Regeln menschlichen Anstands in ihren Portalen durchzusetzen.

Klar: Sie versuchen es irgendwie, beschäftigen sogar ganze Mannschaften von Menschen, die den gefährlichsten Dreck wieder von den Plattformen zu beseitigen versuchen. Und darunter erst recht psychisch leiden. Denn es ist die falsche Stelle, an der man so etwas noch in den Griff bekommen kann.

In klassischen Medien trägt die Redaktion noch immer die Verantwortung für alles, was auf den Plattformen erscheint. Das trifft (auch wenn es einige Zeitungen nicht wirklich begreifen wollen) auch auf die Kommentarspalten zu.

Und wenn die üblichen Scharfmacher dann hundertmal jaulen: „Das ist Zensur!“

Nein. Ist es nicht. Denn in keiner Gesellschaft kann man einfach so Hass, Verachtung und Schmähung über andere gießen. Daran geht jede Gesellschaft kaputt. Deswegen haben alle zivilisierten Gesellschaften Regeln und Gesetze geschaffen, die diese Zerstörung des gesellschaftlichen Klimas verhindern sollen. Die auch rücksichtslose Menschen dazu bringen sollen, sich zu benehmen und anderen Menschen wenigstens mit einer Grundausrüstung von Respekt zu begegnen.

Aber all das scheint nun ausgerechnet im Internet aushebelt zu sein. Gerade weil in den großen Netzwerken niemand wirklich dafür sorgt, dass Mindestregeln im Umgang miteinander auch eingehalten werden, kommt es immer wieder zu großen Wellen von Mobbing und Bullying, an denen sich anfangs nur wenige Scharfmacher beteiligen, bald aber hunderte und tausende Nutzer mitmachen und im elektronischen Mob über ein in der Regel wehrloses Opfer herfallen.

Aber wie kommt das? Welcher Mechanismus steckt dahinter?

Was bringt Menschen zum Bullying?

Des Themas haben sich jetzt Forscher der Universität Halle angenommen – und zwar dort, wo das Phänomen schon früh auftaucht: in der Schule.

Im Internet herrschen andere Voraussetzungen als auf dem Schulhof. Körperliche Stärke spielt keine Rolle mehr, durch Anonymität ist keine Strafe zu befürchten. Die Mechanismen, die sowohl online als auch offline zu Bullying führen, sind jedoch ganz ähnlich. Das zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Sowohl Tätern als auch Opfern fehlt das Vertrauen in eine gerechte Welt.

„Cyber-Bullying ist viel weniger zeit- und ortsgebunden“, sagt Dr. Matthias Donat.

Klassisches Bullying findet auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer statt. Zu Hause haben die Schüler, die schikaniert werden, normalerweise Ruhe. Beim Cyber-Bullying ist das anders. „Sobald ich das Smartphone in die Hand nehme, geht das Bullying weiter“, sagt Donat.

Ganz klar trennen ließen sich online und offline jedoch nicht, so Donat. Schließlich hat heute fast jeder Schüler ein Smartphone. Es gebe allerdings Unterschiede. So komme es im Internet nicht auf körperliche Stärke an. Teilweise verschwinden dort die Grenzen zwischen Tätern und Opfern. Es gebe auch Bullying-Opfer, die sich online rächen. Dennoch gingen er und seine Kolleginnen von der Abteilung pädagogische Psychologie am Institut für Pädagogik der MLU davon aus, dass die dahinterliegenden Mechanismen ähnlich sind.

Der erschütterte Glaube an eine gerechte Welt

In früheren Studien konnten sie zeigen, dass der sogenannte Gerechte-Welt-Glaube eine wichtige Rolle für Offline-Bullying spielt.

„Wir verstehen den Gerechte-Welt-Glauben als Persönlichkeitsmerkmal, das sich bereits in der Kindheit entwickelt“, so Donat. Es gehe um die Überzeugung, dass jeder bekommt, was er verdient und verdient, was er bekommt. Schüler, die nicht an eine gerechte Welt glauben, neigen eher dazu, andere zu schikanieren. Umgekehrt ist aber auch bei Bullying-Opfern der Glaube an eine gerechte Welt schwach ausgeprägt.

Diesen Zusammenhang konnten die Forscher in ihrer aktuellen Studie auch für den Online-Bereich zeigen. Dafür wurden über 1.000 Schüler der achten Klasse aus verschiedenen Schulformen zu ihrer Internetnutzung sowie zu ihrem Cyber-Bullying-Verhalten beziehungsweise ihren Erfahrungen befragt. Neben dem Gerechte-Welt-Glauben wurden auch weitere Persönlichkeitsmerkmale, etwa Empathie, abgefragt.

„Sowohl bei Tätern als auch Opfern von Cyber-Bullying ist der Glaube an eine gerechte Welt gering“, sagt Donat. „Wir erklären uns das aber unterschiedlich.“

Die Ergebnisse der Studie zeigen nämlich auch, dass Täter sich vor allem von Lehrkräften ungerecht behandelt fühlen, Opfer jedoch von ihren Mitschülern.

Einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Gerechte-Welt-Glaube und Bullying herzustellen, sei aufgrund des Studiendesigns jedoch schwierig. Dafür bräuchte es aufwendige Langzeitstudien.

„Wir gehen von wechselseitigen Beziehungen aus“, sagt Donat. Denn auch wenn sich der Gerechte-Welt-Glauben in der Kindheit zu entwickeln beginnt, konnten Studien bereits zeigen, dass er sowohl erschüttert als auch gestärkt werden kann. Um Bullying in Schulen zu vermeiden, schlagen die Forscher daher vor, dass Lehrer im Klassenzimmer besonders auf Gerechtigkeit achten sollen.

„Fühlen Schüler sich von ihren Lehrern gerecht behandelt, neigen sie weniger zu Bullying“, so Donat. Das helfe auch den Opfern. Lehrer sollten außerdem darauf achten, dass sich die Schüler gegenseitig gerecht behandeln und mit ihnen über Gerechtigkeit und das subjektive Empfinden von Gerechtigkeit sprechen.

Und was sagt das für Medien?

Diese Frage fügen wir einfach noch an. Denn erwachsene Menschen können sich ja nicht mehr auf den „bösen Lehrer“ berufen, der sie ungerecht behandelt hat. Und trotzdem fühlen sich eine Menge Menschen ungerecht behandelt, zurückgesetzt, benachteiligt. Und auch sie greifen zu Mobbing und Bullying. Und auch sie wählen sich eher Schwächere, steigern sich regelrecht hinein in Kampagnen, in denen es eigentlich darum geht, jemanden mundtot zu machen, so lange niederzubrüllen, bis nur noch das eigene Gebrüll den Raum erfüllt.

Und oft sind simple Medienberichte der Anlass, in denen schon ein kampfeslustiger Journalist meinte, seine Lust am Zerfetzen an einer Politikerin oder einem Politiker auslassen zu müssen, die aus der honorigen Perspektive des Schreibtischs als lästig, störend und unfähig umschrieben werden. Als würden die Kommentatoren selbst eine tiefe Kränkung mit spitzer Feder weitergeben und unbedingt jemanden kränken müssen, der im Rampenlicht steht.

Nur so als Gedanke: Unsere Gesellschaft ist ganz unübersehbar voller Kränkungen. Sehr eindringlich geschrieben hat darüber ja der Philosoph Jürgen Große in seinen Essay-Bänden „Der gekränkte Mensch“. Der gekränkte Mensch ist das Ergebnis von Erziehung in einer Leistungsgesellschaft, die selbst den erfolgreicheren „Leistungsträgern“ das nicht zu verdrängende Gefühl einpflanzt, dass sie nicht um ihrer selbst willen respektiert, geliebt und geachtet werden, sondern nur solange, wie sie beweisen, dass sie willig zu jeder Leistung bzw. Schandtat bereit sind. Anpassung an rigide Wettbewerbsregeln hat ihren Preis. Und sie kennt viele Verlierer, die sich abstrampeln und trotzdem nie das Gefühl kriegen, dass es reicht, dass sie endlich die Anerkennung bekommen, die sie verdient haben.

Und Facebook & Co., diese Narrenunternehmen, entfesseln genau diese Gekränktheit, all die verzweifelten Handlungen, zu denen vor allem Männer neigen, die mit Niederlagen in so einer auf Leistung und „Sieger“ fokussierten Gesellschaft nicht umgehen können.

Was eben für Medien auch heißt: Wer den Tag immer nur über Sieger und Verlierer erzählt, macht etwas falsch. Der bestärkt das – falsche – Denken einer Gesellschaft, die Menschen nur nach dem Leistungsprinzip bewertet, sie tatsächlich jeden Tag bewertet und ihnen damit auch noch – online-gestützt – minutiös den Druck erhöht, sich zu perfektionieren und noch mehr zu leisten. Und sich vor der Entwertung („Minderleister“) zu fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

So gesehen ist auch das Bullying in unseren Schulen nur ein Abfallprodukt einer Gesellschaft, die überm großen Reibach die Würde des anderen schon lange vergessen hat.

Über die Studie: Donat et al. Unjust behaviour in the digital space: the relation between cyber-bullying and justice beliefs and experiences. Social Psychology of Education (2019). doi: 10.1007/s11218-019-09530-5

Medien machen in Fakenews-Zeiten.

Jürgen Große „Der gekränkte Mensch“ (1): Wenn der Mensch sich selbst verwertet

Jürgen Große „Der gekränkte Mensch“ (2): Woher kommt die Wut derer, die glauben, alles zu haben?

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Medien machen in Fakenews-Zeiten
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Linke Abgeordnete fragt noch einmal nach Mühlrose und möglichen Kohleexporten
Das Kraftwerk Boxberg in der Lausitz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAuch in Sachsen stehen die Zeichen auf Kohleausstieg. Im Koalitionsvertrag steht der zuvor undenkbare Satz: „Wir wollen den Klimaschutz als Staatsziel in der Sächsischen Verfassung verankern.“ Das ganze Thema Energiepolitik wandert aus dem Wirtschaftsministerium ins deutlich aufgewertete Umweltministerium, das ein grüner Minister leiten wird. Trotzdem schweben in den Kohlerevieren viele Fragen in der Luft. Und die Linksfraktion ist skeptisch, was die Kohlekonzerne so treiben.
Das sächsische Wachstum bis 2018 ist längst wieder zum Schrumpfen geworden
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas mit der Demografie hatten die letzten sächsischen Regierungen nicht wirklich auf dem Schirm. Jahrelang fand man sich einfach damit ab, dass die ländlichen Regionen verödeten, die jungen Leute abwanderten und die Einwohnerzahl ständig fiel. Bis 2015. Da wuchs sie wieder, weil tausende Menschen Zuflucht auch in Sachsen fanden. Doch das war ja bekanntlich auch der Zeitpunkt, an dem die grauhaarigen Menschenfeinde begannen, ihr falsches Bild vom „vollen Boot“ zu verbreiten.
Ein Interview über fehlende Bauunternehmen, positive Stimmung und Nachhaltigkeit in Delitzsch
Delitzsch ist ein lebenswertes Stück Sachsen. © Christian Maurer, Stadt Delitzsch

© Christian Maurer, Stadt Delitzsch

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 73, seit 29. November im HandelHäufig wurde in den vergangenen Wochen beklagt, dass der ländliche Raum zu kurz kommt – in der Politik, aber auch in den Medien. Die LEIPZIGER ZEITUNG hat sich deshalb dazu entschlossen, mal nachzufragen, wie es in den Kleinstädten läuft und wo die Probleme liegen. Von den 13 angefragten Kleinstädten beziehungsweise Gemeinden rund um Leipzig antworteten jedoch nur zwei: Markkleeberg und Delitzsch.
Das Pöge-Haus zeigt ab dem 19. Dezember seine Ausstellung zum Leipziger Osten in den 1990er Jahren
Im Leipziger Osten 1990. Foto: Martin Jehnichen

Foto: Martin Jehnichen

Für alle LeserDas Jubiläumsjahr „30 Jahre Friedliche Revolution“ geht zu Ende. Und damit geht auch der Veranstaltungsreigen im Pöge-Haus am Neustädter Markt zu diesem Themenschwerpunkt zu Ende. Aber ein sehenswertes Ereignis gibt es noch: Das Pöge-Haus beendet das Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution mit der Ausstellung „Aufbrüche, Umbrüche, Abbrüche – Die 1990er im Brennglas des Leipziger Ostens“.
Linksfraktion begrüßt, dass Sachsens neue Regierung eine Karenzzeit für Regierungsmitglieder zum Gesetz machen will
Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender Die Linke im Landtag Sachsen. Foto: DiG/Trialon

Foto: DiG/Trialon

Für alle LeserMan muss ein wenig suchen, findet den Passus dann aber im Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und SPD tatsächlich unter dem Stichwort „Demokratie“. Ein Kapitel, das Rico Gebhardt, Vorsitzender der Linksfraktion und dort auch für Verfassungs- und Rechtspolitik zuständig ist, erstaunt zur Kenntnis nimmt. Denn eben gerade hat es ja ein ehemaliger Ministerpräsident noch anders gemacht und ist ohne Karenzzeit einfach mal in den Aufsichtsrat eines Kohleunternehmens gewechselt. Das war kein gutes Zeichen für sein Demokratieverständnis.
Rollstuhlbasketball: Ein Sport, der alle zusammenbringt
Thomas Reimann ist Kapitän und Gründungsmitglied der Rising Tigers Leipzig. Foto: Tobias Möritz

Foto: Tobias Möritz

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 73, seit Freitag, 29. November 2019 im Handel Rollstuhlbasketball zählt zu den bekanntesten paralympischen Reha-Sportarten. Regionale Strukturen oder ein konkretes Bild dieser Sportart sind wohl trotzdem eher unbekannt. Leider erhalten die Spiele wenig Aufmerksamkeit, ziehen außer Freunden und Familie kaum Zuschauer in die Hallen. Die LEIPZIGER ZEITUNG war Anfang November beim ersten Heimspieltag des Leipziger Oberliga-Teams Rising Tigers, das im Leipziger Behinderten- und Reha-Sportverein e. V. (LBRS) organisiert ist, in der Sporthalle Brüderstraße vor Ort.
Leipzigs schönste Häuser: Der Reichtum Leipziger Architektur aus zwei markanten Bauepochen
Bernd Sikora, Peter Franke: Leipzigs schönste Häuser. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn diesem Jahr hat ja auch Leipzig ein bisschen „100 Jahre Bauhaus“ gefeiert, auch wenn das moderne Bauen zwischen 1919 und 1933 in Leipzig eher wenig mit dem Bauhaus zu tun hatte. Leipzig ist einen anderen Weg gegangen. Und der begann schon um das Jahr 1900, als Leipziger Architekten den ganzen Zierrat der Gründerzeit über Bord warfen und jene eindrucksvollen Häuser schufen, die Bernd Sikora und Peter Franke in diesem Buch versammelt haben.
BSG Chemie Leipzig vs. Wacker Nordhausen 1:1 – Feuer und Flamme
Tommy Kind in Aktion. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserIn Nordhausen brennt der Baum. Den Verein drücken Schulden, die das Insolvenz-Gespenst durch die Doppelkorn-Stadt geistern lassen. Im Spiel am Sonntag bei der BSG Chemie zeigten die Thüringer dennoch Charakter. Die Partie endete nach Traumtor von Joy-Lance Mickels sowie dem Ausgleich von Alexander Bury mit 1:1 (0:0). Ebenfalls Unentschieden endete auf den Rängen der Wettkampf "Verbrennen von Fan-Devotionalien". Dafür allerdings gab es keine Punkte.
Die Woche: Hektische Vorweihnacht in Fußballsachsen
Heiko Scholz in seiner Zeit beim 1.FC Lok. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserViel Zeit zur vorweihnachtlichen Besinnung blieb diese Woche im sächsischen Fußball nicht. Hektik prägte das Geschäft in Dresden. Nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz in der 2. Liga verabschiedete die SG Dynamo am Montag Trainer und Identifikationsfigur Christian Fiel und präsentierte zur Überraschung vieler in der Fußballszene, nicht zuletzt der eigenen Fans, Ex-Lok-Trainer Heiko Scholz als Interimslösung.
TheaterPACK / Laden auf Zeit: Spielplan Januar 2020
Quelle: TheaterPACK

Quelle: TheaterPACK

Nach einem turbulenten 2019 (u. a. mit kurzfristig-komplettem Sommerplan-Umschmiss infolge des Barthels-Hof-Brandes sowie massiven Veränderungen im Ensemble) packen wir das neue Jahr unverdrossen voller Elan und Optimismus an und öffnen weiterhin fast täglich die Türen im Laden auf Zeit. Unsere Ensemble-Neulinge präsentieren sich dabei nicht nur im „normalen“ Repertoire („Medea“, „Putzen“, „Dr. Zargota“, Dinnerkrimis).
Jugendparlament wünscht sich auch abends eine Busverbindung am Nordstrand des Cospudener Sees
Bus am Nordufer des Cospudener Sees. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur über die Mitwirkungsrechte der Fahrgäste an den Entscheidungen des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) hat sich das Leipziger Jugendparlament Gedanken gemacht. Junge Leute nutzen ja deutlich häufiger als ältere den ÖPNV – auch die Leipziger Stadtgrenzen überschreitend. Und da bekommen sie natürlich mit, wie dysfunktional das Nahverkehrssystem ist. An den Stadtgrenzen hört es auf zu funktionieren.
Stadtbezirksbeirat Altwest fordert bauliche Maßnahmen für die Radwegverbindung an der Jahnallee schon 2021
Viel Platz an der inneren Jahnallee, wenn keine Autos mehr geparkt werden dürfen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDen Lindenauern ist es wichtig, mit dem Fahrrad sicher in die Innenstadt zu kommen. Sie sind am schwersten betroffen von den oft hochgefährlichen Radwegezuständen zwischen Altlindenau und der Innenstadt. Jetzt hat sich der Stadtbezirksbeirat Altwest mit der Stellungnahme des Verkehrsdezernats zum Antrag der SPD-Fraktion beschäftigt, eine sichere Radwegeverbindung zu schaffen. Der Vorschlag der Verwaltung dauert dem Stadtbezirksbeirat etwas zu lange.
Grüne erklären, warum sie gegen die Ausbaupläne an der Grunaer Bucht in Großpösna gestimmt haben
Vineta auf dem Störmthaler See. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAls die LVZ am 28. November über die jüngsten Beschlüsse des 18-köpfigen Gemeinderats Großpösna zu Projekten an der Grunaer Bucht im Umfang von 3,5 Millionen Euro berichtete, erzählte sie beharrlich, dass die beiden 2019 neu in den Gemeinderat gewählten grünen Vertreter sich bei jedem einzeln abgestimmten Projekt entweder der Stimme enthielten oder dagegen stimmten. Was nicht nur daran liegt, dass Susann Christoph auch dem Vorstand des Vereins „Uferleben“ angehört, der den Vorhaben an der Grunaer Brucht zutiefst kritisch gegenübersteht.
Der zweite City-Tunnel spielte beim SPD-Stadtparteitag gar nicht die zentrale Rolle
Für viele Leipziger ist es beim Thema S-Bahn beim Psssst geblieben. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserDas ist die Gefahr von Nebensätzen. Der zweite Tunnel für Leipzig klang einfach gut, also tauchte er auch in der Berichterstattung der Leipziger SPD zu ihrem Kreisparteitag auf. Er steht auch im Beschluss, dort aber gar nicht an erster Stelle. Und schon gar nicht als Nahfristprojekt, betont Holger Mann, Vorsitzender der Leipziger SPD. Der eigentliche Antragstext bietet viel konkretere Vorschläge, die auch zeitnah umzusetzen sind.
Cognac: Ein Büchlein über den Weinbrand aus dem Charante-Gebiet
Carlos Steiner: Cognac. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Teufel war wohl tatsächlich schuld. Jedenfalls träumte der fromme Ritter Seigneur de Segonzac im 17. Jahrhundert einen Traum mit dem Teufel, der ihn dazu animierte, an den in der Charente üblichen Destilliermethoden ein bisschen was zu ändern und den Wein nicht nur einmal zu brennen, sondern zwei Mal. Ergebnis war dann ein Tröpfchen, das bis heute den Namen des Hauptortes der Charente in alle Welt trägt. Nein, Segonzac ist es nicht.