Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 47

(Cyber-)Bullying: Eine Frage der Gerechtigkeit oder doch die einer kränkenden „Leistungs“-Gesellschaft?

Für alle LeserWenn man Zeitung macht, sollte man sich auch manchmal Fragen stellen wie: Wie gehen wir eigentlich mit Menschen um? Welches Menschenbild vermitteln wir? Wie berichten wir über Menschen? Denn wie wir alle auf andere Menschen schauen, das prägen Medien. Und zwar nicht nur in die eine Richtung, wenn „mächtige“ Männer und Frauen von ihnen bewertet oder gar niedergemacht werden. Sondern auch in die andere Richtung.

Wie berichten sie eigentlich über die Benachteiligten, Ausgegrenzten oder einfach nur die, die das Gefühl haben, nicht gefragt zu sein?

Medien schaffen auch Sichtweisen auf Macht und Ohnmacht.

Und das kann brandgefährlich werden. Und wird es auch, wenn Medien die simpelsten Respektregeln außer Acht lassen und selbst beginnen, die Abwertung von Menschen zuzulassen. Oder wenn sie jenen Raum geben, die mit Abwertung und Ausgrenzung Stimmung machen.

Da sind auch klassische Medien nicht ganz schuldlos. Aber am deutlichsten lässt sich der Effekt natürlich auf den Plattformen der großen Internet-Giganten verfolgen, die von Anfang an jede redaktionelle Verantwortung von sich gewiesen haben. Sie machen zwar ihren Reibach mit den Daten der Nutzer und profitieren auch davon, wenn der Mob durch die Netze tobt und sich der Hass aufschaukelt. Aber sie tun dann gern so, als hätten ihre Algorithmen damit gar nichts zu tun und als wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, die simpelsten Regeln menschlichen Anstands in ihren Portalen durchzusetzen.

Klar: Sie versuchen es irgendwie, beschäftigen sogar ganze Mannschaften von Menschen, die den gefährlichsten Dreck wieder von den Plattformen zu beseitigen versuchen. Und darunter erst recht psychisch leiden. Denn es ist die falsche Stelle, an der man so etwas noch in den Griff bekommen kann.

In klassischen Medien trägt die Redaktion noch immer die Verantwortung für alles, was auf den Plattformen erscheint. Das trifft (auch wenn es einige Zeitungen nicht wirklich begreifen wollen) auch auf die Kommentarspalten zu.

Und wenn die üblichen Scharfmacher dann hundertmal jaulen: „Das ist Zensur!“

Nein. Ist es nicht. Denn in keiner Gesellschaft kann man einfach so Hass, Verachtung und Schmähung über andere gießen. Daran geht jede Gesellschaft kaputt. Deswegen haben alle zivilisierten Gesellschaften Regeln und Gesetze geschaffen, die diese Zerstörung des gesellschaftlichen Klimas verhindern sollen. Die auch rücksichtslose Menschen dazu bringen sollen, sich zu benehmen und anderen Menschen wenigstens mit einer Grundausrüstung von Respekt zu begegnen.

Aber all das scheint nun ausgerechnet im Internet aushebelt zu sein. Gerade weil in den großen Netzwerken niemand wirklich dafür sorgt, dass Mindestregeln im Umgang miteinander auch eingehalten werden, kommt es immer wieder zu großen Wellen von Mobbing und Bullying, an denen sich anfangs nur wenige Scharfmacher beteiligen, bald aber hunderte und tausende Nutzer mitmachen und im elektronischen Mob über ein in der Regel wehrloses Opfer herfallen.

Aber wie kommt das? Welcher Mechanismus steckt dahinter?

Was bringt Menschen zum Bullying?

Des Themas haben sich jetzt Forscher der Universität Halle angenommen – und zwar dort, wo das Phänomen schon früh auftaucht: in der Schule.

Im Internet herrschen andere Voraussetzungen als auf dem Schulhof. Körperliche Stärke spielt keine Rolle mehr, durch Anonymität ist keine Strafe zu befürchten. Die Mechanismen, die sowohl online als auch offline zu Bullying führen, sind jedoch ganz ähnlich. Das zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Sowohl Tätern als auch Opfern fehlt das Vertrauen in eine gerechte Welt.

„Cyber-Bullying ist viel weniger zeit- und ortsgebunden“, sagt Dr. Matthias Donat.

Klassisches Bullying findet auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer statt. Zu Hause haben die Schüler, die schikaniert werden, normalerweise Ruhe. Beim Cyber-Bullying ist das anders. „Sobald ich das Smartphone in die Hand nehme, geht das Bullying weiter“, sagt Donat.

Ganz klar trennen ließen sich online und offline jedoch nicht, so Donat. Schließlich hat heute fast jeder Schüler ein Smartphone. Es gebe allerdings Unterschiede. So komme es im Internet nicht auf körperliche Stärke an. Teilweise verschwinden dort die Grenzen zwischen Tätern und Opfern. Es gebe auch Bullying-Opfer, die sich online rächen. Dennoch gingen er und seine Kolleginnen von der Abteilung pädagogische Psychologie am Institut für Pädagogik der MLU davon aus, dass die dahinterliegenden Mechanismen ähnlich sind.

Der erschütterte Glaube an eine gerechte Welt

In früheren Studien konnten sie zeigen, dass der sogenannte Gerechte-Welt-Glaube eine wichtige Rolle für Offline-Bullying spielt.

„Wir verstehen den Gerechte-Welt-Glauben als Persönlichkeitsmerkmal, das sich bereits in der Kindheit entwickelt“, so Donat. Es gehe um die Überzeugung, dass jeder bekommt, was er verdient und verdient, was er bekommt. Schüler, die nicht an eine gerechte Welt glauben, neigen eher dazu, andere zu schikanieren. Umgekehrt ist aber auch bei Bullying-Opfern der Glaube an eine gerechte Welt schwach ausgeprägt.

Diesen Zusammenhang konnten die Forscher in ihrer aktuellen Studie auch für den Online-Bereich zeigen. Dafür wurden über 1.000 Schüler der achten Klasse aus verschiedenen Schulformen zu ihrer Internetnutzung sowie zu ihrem Cyber-Bullying-Verhalten beziehungsweise ihren Erfahrungen befragt. Neben dem Gerechte-Welt-Glauben wurden auch weitere Persönlichkeitsmerkmale, etwa Empathie, abgefragt.

„Sowohl bei Tätern als auch Opfern von Cyber-Bullying ist der Glaube an eine gerechte Welt gering“, sagt Donat. „Wir erklären uns das aber unterschiedlich.“

Die Ergebnisse der Studie zeigen nämlich auch, dass Täter sich vor allem von Lehrkräften ungerecht behandelt fühlen, Opfer jedoch von ihren Mitschülern.

Einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Gerechte-Welt-Glaube und Bullying herzustellen, sei aufgrund des Studiendesigns jedoch schwierig. Dafür bräuchte es aufwendige Langzeitstudien.

„Wir gehen von wechselseitigen Beziehungen aus“, sagt Donat. Denn auch wenn sich der Gerechte-Welt-Glauben in der Kindheit zu entwickeln beginnt, konnten Studien bereits zeigen, dass er sowohl erschüttert als auch gestärkt werden kann. Um Bullying in Schulen zu vermeiden, schlagen die Forscher daher vor, dass Lehrer im Klassenzimmer besonders auf Gerechtigkeit achten sollen.

„Fühlen Schüler sich von ihren Lehrern gerecht behandelt, neigen sie weniger zu Bullying“, so Donat. Das helfe auch den Opfern. Lehrer sollten außerdem darauf achten, dass sich die Schüler gegenseitig gerecht behandeln und mit ihnen über Gerechtigkeit und das subjektive Empfinden von Gerechtigkeit sprechen.

Und was sagt das für Medien?

Diese Frage fügen wir einfach noch an. Denn erwachsene Menschen können sich ja nicht mehr auf den „bösen Lehrer“ berufen, der sie ungerecht behandelt hat. Und trotzdem fühlen sich eine Menge Menschen ungerecht behandelt, zurückgesetzt, benachteiligt. Und auch sie greifen zu Mobbing und Bullying. Und auch sie wählen sich eher Schwächere, steigern sich regelrecht hinein in Kampagnen, in denen es eigentlich darum geht, jemanden mundtot zu machen, so lange niederzubrüllen, bis nur noch das eigene Gebrüll den Raum erfüllt.

Und oft sind simple Medienberichte der Anlass, in denen schon ein kampfeslustiger Journalist meinte, seine Lust am Zerfetzen an einer Politikerin oder einem Politiker auslassen zu müssen, die aus der honorigen Perspektive des Schreibtischs als lästig, störend und unfähig umschrieben werden. Als würden die Kommentatoren selbst eine tiefe Kränkung mit spitzer Feder weitergeben und unbedingt jemanden kränken müssen, der im Rampenlicht steht.

Nur so als Gedanke: Unsere Gesellschaft ist ganz unübersehbar voller Kränkungen. Sehr eindringlich geschrieben hat darüber ja der Philosoph Jürgen Große in seinen Essay-Bänden „Der gekränkte Mensch“. Der gekränkte Mensch ist das Ergebnis von Erziehung in einer Leistungsgesellschaft, die selbst den erfolgreicheren „Leistungsträgern“ das nicht zu verdrängende Gefühl einpflanzt, dass sie nicht um ihrer selbst willen respektiert, geliebt und geachtet werden, sondern nur solange, wie sie beweisen, dass sie willig zu jeder Leistung bzw. Schandtat bereit sind. Anpassung an rigide Wettbewerbsregeln hat ihren Preis. Und sie kennt viele Verlierer, die sich abstrampeln und trotzdem nie das Gefühl kriegen, dass es reicht, dass sie endlich die Anerkennung bekommen, die sie verdient haben.

Und Facebook & Co., diese Narrenunternehmen, entfesseln genau diese Gekränktheit, all die verzweifelten Handlungen, zu denen vor allem Männer neigen, die mit Niederlagen in so einer auf Leistung und „Sieger“ fokussierten Gesellschaft nicht umgehen können.

Was eben für Medien auch heißt: Wer den Tag immer nur über Sieger und Verlierer erzählt, macht etwas falsch. Der bestärkt das – falsche – Denken einer Gesellschaft, die Menschen nur nach dem Leistungsprinzip bewertet, sie tatsächlich jeden Tag bewertet und ihnen damit auch noch – online-gestützt – minutiös den Druck erhöht, sich zu perfektionieren und noch mehr zu leisten. Und sich vor der Entwertung („Minderleister“) zu fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

So gesehen ist auch das Bullying in unseren Schulen nur ein Abfallprodukt einer Gesellschaft, die überm großen Reibach die Würde des anderen schon lange vergessen hat.

Über die Studie: Donat et al. Unjust behaviour in the digital space: the relation between cyber-bullying and justice beliefs and experiences. Social Psychology of Education (2019). doi: 10.1007/s11218-019-09530-5

Medien machen in Fakenews-Zeiten.

Jürgen Große „Der gekränkte Mensch“ (1): Wenn der Mensch sich selbst verwertet

Jürgen Große „Der gekränkte Mensch“ (2): Woher kommt die Wut derer, die glauben, alles zu haben?

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