Am Sonntag ist großer „Freedom Day“ in Sachsen. Bis auf wenige Ausnahmen fallen dann alle Corona-Einschränkungen weg. Dennoch ruft einen Tag vorher die „Bewegung Leipzig“ mit anderen Gruppen dazu auf, gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße zu gehen. Erwartet werden auch zahlreiche Neonazis; es wird Protest geben. Außerdem: Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck wurde mal wieder verurteilt. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 1. April 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Kein Scherz: Heute war der zweitletzte Tag, an dem es in Sachsen noch nennenswerte Corona-Regeln gegeben hat: zum Beispiel einen G-Nachweis als Zugangsvoraussetzung oder eine Maskenpflicht in Geschäften. Ab Sonntag gehören diese Maßnahmen vorläufig der Vergangenheit an. Was genau dann noch gilt, hat der MDR heute zusammengefasst.

Und nun Eigenverantwortung

Hintergrund ist die Neufassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes. Vor allem auf Wunsch der FDP werden Schutzmaßnahmen auf ein Minimum reduziert. Das Zauberwort lautet wieder einmal Eigenverantwortung. Inwiefern es damit funktioniert, wird man in den nächsten Tagen sehen. In Leipzig ist die Inzidenz zwar gesunken, aber immer noch über 2.000; also leicht über dem Durchschnitt in Sachsen.

Bei den Personen, die morgen auf dem Innenstadtring erneut gegen Corona-Maßnahmen demonstrieren wollen, ist Eigenverantwortung kaum zu erwarten. Die Polizei erwartet eine vierstellige Anzahl an Personen. An dieser erneuten Corona-Demo dürften sich auch zahlreiche Neonazis beteiligen – das lassen entsprechende Aufrufe erwarten.

Wieder tausende Teilnehmer/-innen?

Organisiert wird die Demo erneut von jenem Bündnis, das vor einigen Wochen bereits mehrere tausend Personen in Dresden auf die Straße brachte. Dazu zählen neben der „Bewegung Leipzig“ zahlreiche Gruppen aus Sachsen und anderen ostdeutschen Bundesländern. Die Polizei will mit Beamt/-innen aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt im Einsatz sein.

Zum Protest ruft unter anderem das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ auf. Die wichtigsten Kundgebungen entlang des Rings starten 13:30 Uhr am kleinen Wilhelm-Leuschner-Platz und 15 Uhr am kleinen Willy-Brandt-Platz.

Ein Jahr Haft

Obwohl sie vielleicht mit so manchen Inhalten sympathisiert, wird die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck wohl nicht zu den Teilnehmenden gehören. Das Landgericht Berlin hat die 93-Jährige in einem Berufungsprozess zu einer einjährigen Haftstraße verurteilt. Es ist nicht die erste Verurteilung wegen Holocaust-Leugnung. Von 2018 bis 2020 saß sie deshalb bereits in Haft.

Abschließend wollen wir den Bogen zum Anfang des Textes spannen: Einen kleinen Aprilscherz gab es vom BUND Leipzig, der verkündete, dass die gerodeten Bäume auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz wieder „zusammengeklebt“ werden. Grund für die Maßnahme sei die Feststellung bei Mitarbeiter/-innen der Stadt, dass von dort keine Vogelgesänge mehr zu vernehmen seien. Die Bäume, um die hart gestritten wurde, waren im Februar gefällt worden.

Arbeitsmarkt, Unirektorin und Ukrainekrieg

Worüber die LZ heute berichtet hat: über den Leipziger Arbeitsmarkt im März 2022, über fragwürdige Statistiken zum Thema Schuldenmachen und über die 100. Ausgabe der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ), die Ralf Julke in diesem Beitrag vorstellt.

Was heute außerdem wichtig war: Eva Inés Obergfell hat Beate Schücking als Rektorin der Universität Leipzig abgelöst. Bereits im November hatte der Erweiterte Senat Obergfell zur neuen Rektorin gewählt. Schücking war zuvor elf Jahre im Amt. Der ersten Frau in diesem Amt folgt somit direkt die zweite.

Was am Wochenende passieren wird: Am Samstag soll es ab 15 Uhr eine musikalische Kundgebung zum Ukrainekrieg geben. Diese soll vor dem Gohliser Schlösschen im Poetenweg stattfinden. Bereits um 14 Uhr will das „Solidaritätsnetzwerk“ gegen Aufrüstung demonstrieren. Ort ist der Marktplatz.

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