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Im Norden freuen sich Anlieger über die offizielle Eröffnung ihrer neue Parthebrücke, die Sportstätten und Wohngebiet verbindet. Im Süden sorgt eine neue Tempo-30-Strecke für einen sichereren Schulweg, zu dem ein weiterer hinzukommen soll. Zwei Veranstaltungen blicken zurück in die Geschichte. Es geht um Musik und den Lebensalltag lesbischer Frauen in der damaligen DDR.
Neue Brücke für den Norden
Zwar führte sie nicht über einen reißenden Strom, nur über die leise plätschernde Parthe, war aber ein wichtiges Bindeglied: die Rad- und Fußgängerbrücke zwischen Mockau und Abtnaundorf. In die Jahre gekommen, war sie so marode geworden, dass ein Neubau hermusste. Der wird heute, nach rund einem Jahr Bauzeit, für die Nutzung freigegeben. Damit ist der Parthe-Mulde-Radweg zwischen der Leipziger Innenstadt und dem Nordosten wieder durchgängig nutzbar.
Auch für die Bewohner Mockaus ist die Querung von Bedeutung, insbesondere wenn sie die Sportanlagen auf der anderen Seite der Parthe nutzen wollen. Die neue, drei Meter breite Aluminiumbrücke ersetzt die Stahlkonstruktion aus den 1970er-Jahren, die wegen ihres schlechten Zustands zuletzt nur noch eingeschränkt begehbar war. Auch der Brückenbelag besteht aus Aluminium, das den Belastungen durch die Gewässernähe besser standhalten soll.
Auf der Westseite wurde die bisherige steile Treppe durch eine Stahlrampe ersetzt. Damit ist die Verbindung nun auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit Kinderwagen und Radfahrer barrierefrei zugänglich. Mit der Öffnung entfällt der bisherige Umweg über die Beuthstraße und die Volbedingstraße. Zugleich verbessert sich die Anbindung des Sommerbads Schönefeld an den Leipziger Nordosten. Der Neubau gehört zum Radverkehrsentwicklungsplan 2030+ der Stadt. Die Bauarbeiten waren wegen der Lage in einem Landschaftsschutzgebiet besonders aufwendig.
Die Gesamtkosten betragen rund 2,1 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund 1,6 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“. Die 18,4 Meter lange Brücke wiegt 7 Tonnen und trägt im Bedarfsfall auch Dienstfahrzeuge bis zu einem Gewicht von 12 Tonnen. Hergestellt wurde sie übrigens vom litauischen Hersteller „DR VERSLAS Alu Brücken“. Für das Unternehmen schon der zweite Auftrag aus Leipzig. Auch die neue Schlosswegbrücke in Lützschena stammt aus der Fabrikation der 2009 gegründeten Firma.

Für mehr Sicherheit tritt Leipzig auf die Bremse
In Leipzigs Süden geht es heute gleich doppelt um die Geschwindigkeit. Während die Stadt in Meusdorf auf einem Abschnitt der Chemnitzer Straße Tempo 30 einführt, beschäftigt sich der Stadtbezirksbeirat Süd mit einer Anfrage zur Windscheidstraße.
Auf der Chemnitzer Straße betrifft die neue Geschwindigkeitsbegrenzung den Abschnitt zwischen Höltystraße und Pahlenweg. Die Beschilderung wird nach Angaben des städtischen Mobilitäts- und Tiefbauamtes seit Montag eingerichtet und noch im Laufe der Woche abgeschlossen. Die Kosten beziffert die Stadt auf rund 1.300 Euro. Hintergrund ist vor allem die Sicherheit von Schulkindern. Der Straßenabschnitt gehört zu einem stark frequentierten Schulweg der Heinrich-Mann-Grundschule und der Schule Höltystraße.
Mit der Parkstadt Dösen ist westlich der Chemnitzer Straße zudem ein neues Wohnquartier entstanden, in dem viele Familien leben. Besonders die Querung an der Mittelinsel nahe der Bushaltestelle Pahlenweg soll durch die niedrigere Geschwindigkeit sicherer werden. Die Arbeitsgruppe Schulwegsicherheit hatte die Situation nach Bürgerhinweisen untersucht und Tempo 30 empfohlen.
Unterdessen steht Tempo 30 auch im Stadtbezirksbeirat Süd auf der Tagesordnung. Das Gremium tagt ab 18 Uhr im Café im Erdgeschoss des Hauses der Demokratie (Bernhard-Göring-Straße 152). Auf der Tagesordnung steht eine Anfrage zu Tempo 30 in der Windscheidstraße. Die Sitzung ist öffentlich; Einwohnerinnen und Einwohner können Fragen stellen. Beide Vorgänge zeigen, dass die Geschwindigkeit des Autoverkehrs im Leipziger Süden weiter Thema bleibt.
Während die Stadt in der Chemnitzer Straße bereits eine konkrete Maßnahme zur Schulwegsicherheit umsetzt, wird über die Windscheidstraße zunächst beraten.
Zwei Blicke zurück
Gleich zwei Veranstaltungen werfen heute ihre Blicke auf die DDR-Geschichte. Um 18 Uhr beginnt in der Moritzbastei die Gesprächsveranstaltung „TALK & MUSIC: Musikjournalismus in der DDR und Nachwendezeit“. Der Abend gehört zum Programm der 50. Leipziger Jazztage und widmet sich den Arbeitsbedingungen von Musikjournalisten vor und nach der Friedlichen Revolution.
Unter der Moderation von Julia Hemmerling (MDR Kultur) geht es unter anderem um die Rolle des Hörfunks, den Zugang zu westlicher Musik, journalistische Freiräume und staatliche Einschränkungen. Auch die Veränderungen der ostdeutschen Musik- und Medienlandschaft nach 1989 werden besprochen. Persönliche Erinnerungen, Anekdoten und Musikstücke ergänzen das Gespräch.
Eine Stunde später, um 19 Uhr, beginnt im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig in der Grimmaischen Straße 6 das Werkstattgespräch „Kampfgeist, Kreativität und Kontaktanzeigen. Lesbisches Leben in der DDR“. Lisa Leticia Weitzmann stellt Ergebnisse ihrer Staatsexamensarbeit am Historischen Seminar der Universität Leipzig vor. Sie hat untersucht, wie lesbische Frauen in der DDR lebten, welche gesellschaftlichen Schwierigkeiten sie bewältigen mussten und wie sie Kontakte und Gemeinschaften aufbauten.
Obwohl weibliche Homosexualität in der DDR nicht ausdrücklich strafbar war, waren lesbische Frauen mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und staatlicher Repression konfrontiert. Kontaktanzeigen, private Treffen und informelle Netzwerke boten Möglichkeiten, andere Frauen kennenzulernen. Später entstanden auch organisierte Gruppen unter dem Dach der evangelischen Kirche. Das Werkstattgespräch wird in Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig veranstaltet.
Beide Abende beleuchten damit unterschiedliche Erfahrungen aus der DDR: In der Moritzbastei geht es um Musik, Medien und die Bedingungen journalistischer Arbeit, im Zeitgeschichtlichen Forum um lesbische Lebenswirklichkeiten, gesellschaftliche Ausgrenzung und Selbstbehauptung. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Lizenzhinweis: Die Abbildung Schaltraum des DDR-Rundfunks stammt von Peter Heinz Junge ist wird vom Bundesarchiv auf Wikimedia Commons unter diesem Link zur freien Nutzung angeboten. Das Foto wurde für die Veröffentlichung auf dieser Seite geringfügig und sinnerhaltend beschnitten, ansonsten jedoch in keiner Weise bearbeitet.
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