Wenn eine Kunsthochschule wie die HGB ihren 250. feiert, muss man damit rechnen, dass auch das Festmahl ein bisschen anders ist als gewohnt. Mama und Papa und Oma und Opa sind das von ihren Sprösslingen, die sich für ein Kunststudium entschieden haben, wohl schon gewohnt. Die Leipziger können ab Montag, 2. Juni, selbst erleben, wie das ist, wenn junge Künstlerinnen und Künstler ihre Zusammenarbeit zum Experiment machen. 14 Tage lang.

Die philosophische Erklärung für das, was da passieren soll, liefern sie gleich mit: “Das prozesshafte Ausstellungsprojekt nimmt sich den Gedanken der Zusammenarbeit und des Kollektiven als Ausgangspunkt und Untersuchungsgegenstand vor.” Alles klar?

Vom 2. bis 14. Juni begegnen sich fünf KünstlerInnen in der Galerie der HGB Leipzig, um im kollektiven Sich-Austauschen und Miteinander-Tätigsein die Themen Kollaboration, Komplizenschaft und Kollektivität auszuloten. Nicht zuletzt wird es um die Frage nach der Präsentierbarkeit prozesshafter künstlerischer Praxis gehen. Der Öffentlichkeit wird zu fünf Terminen Gelegenheit geboten, Einblick in diese künstlerische wie kunstreflektierende Kollaboration zu nehmen und mit den einzelnen Akteuren in Kontakt zu treten. Zudem bieten zwei weitere öffentliche Vorträge, die das Projekt flankieren, allen Interessierten die Möglichkeit, die Thematik zu vertiefen und die Kollaboration zu begleiten.

“14 Tage experiments in collectivity” heißt das dann – mit 5 internationalen KünstlerInnen in der und rund um die Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst (Wächterstraße 11). Das alles vom 2. bis 14. Juni.

Eröffnung des Ganzen ist am heutigen Montag, 2. Juni, zwischen 16 und 18 Uhr mit einer Kick-off-Veranstaltung mit den beteiligten KünstlerInnen und kurzer Einführung zum Projekt. Motto: “colLABORation”. Beteiligt an dieser Kunstaktion sind die KünstlerInnen Erik Göngrich (D), Gary Hurst (GB/D), Stéphanie Nava (F), Thomas Rustemeyer (D) und Meggie Schneider (D). Konzipiert und kuratiert wird das Ganze von Cora Hegewald/HGB.

Öffentliche Termine – Einblicke in den Kollaborationsprozess:

Mittwoch, 4. Juni, 19 Uhr: ESSEN – Vortrag und Gesprächsrunde mit dem Philosophen Harald Lemke zum “Gemeinschaftsstiftenden Mahlritual” – begleitet von einem Menu von Vadim Otto Ursus, begrenzte Platzanzahl! (First come, first served!)

Freitag, 6. Juni, 16 bis 18 Uhr: WERKSTATT – Meet and Greet mit allen beteiligten KünstlerInnen und Giulia Palladini, ab 18 Uhr: Vortrag von Giulia Palladini, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin, Alexander von Humboldt Post-Doctoral Fellow (I/D): “The discreet charm of the workshop: on pleasure, time and value in the making of art” (auf Englisch!).

Dienstag, 10. Juni, 16 bis 18 Uhr: RE-CREATION – Meet and Greet mit allen beteiligten KünstlerInnen, ab 18 Uhr: Kollektiver Filmabend zum Thema

Freitag, 13. Juni, 16 bis 18 Uhr: ZEIGEN – Meet and Greet mit allen beteiligten KünstlerInnen und Özge Açikkol vom Künstlerinnenkollektiv Oda Projesi, ab 18 Uhr: Vortrag von Özge Acikkol/Oda Projesi (TR)

Samstag, 14. Juni, 16 bis 18 Uhr: ZEIGEN – Meet and Greet mit allen beteiligten KünstlerInnen, ab 18 Uhr: Kommentar & Gespräch mit Oliver Klimpel, Professor für Systemdesign (HGB), “Ernst und Mund” reichen Butter und Brot

Öffentliche Vorträge:

17. Juni, 19 Uhr: Selda Asall (TR), Künstlerin, Initiatorin von apartman projesi Istanbul/Berlin: “Collective Creativity” (auf Englisch!)

24. Juni, 19 Uhr: Ana Mendez de Andes (ES), Architektin, Mitglied des Kollektivs Observatorio Metropolitano: “En soledad nos quieren, en común nos tendrán” – Madrid in common before and after the May 15th (auf Englisch!)

www.hgb-leipzig.de
http://250jahre.hgb-leipzig.de

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