Ausstellungseröffnung für Asisis neues Panoramabild

Carolas Garten oder Die Rückkehr ins Paradies direkt vor unseren Augen

Für alle LeserSchon dass er Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke dafür gewinnen konnte, zur Eröffnung seines neuen Panorama-Bildes zu sprechen, war ein Novum für Yadegar Asisi, denn aus dem Leipziger Rathaus erfuhr er seit seinem ersten Panorama-Bild „Everest 8848“ im Jahr 2003 in der Regel gleichgültige Ignoranz. Und dann konnte er auch noch Bazon Brock als Präsentator gewinnen. Und der kürte den Panoramakünstler dann am Freitag gleich mal zum Michelangelo des 21. Jahrhunderts.

Wobei der berühmte Ästhetikprofessor, Vertreter der Fluxus-Bewegung und Kunsttheoretiker weit ausholte. Für einen wie ihn ist ein solches Panoramabild mit dem Untertitel „Rückkehr ins Paradies“ nicht nur Anregung, sich mit 2.700 Jahren menschlicher Paradies-Rezeption zu beschäftigen, sondern auch mit der Schule des Sehens.

Denn das ist das Erste, was man mit Yadegar Asisi lernt, der ab 2003 in Leipzig die alte Kunst des Panoramas zu einer neuen Blüte gebracht hat. Doch während im 19. Jahrhundert Panoramen vor allem als „Überwältigungskunst“ (Skadi Jennicke) verstanden wurden, ist Asisis Arbeitsweise der fortwährende Versuch, unsere Welt neu zu sehen. Oder überhaupt erst zu sehen.

Was Brock dann tief in die „Erfindung der Landschaft“ im 15. Jahrhundert hineinführt und in das zähe Ringen der damaligen Maler, unsere Umwelt überhaupt erst einmal bildlich zu fassen und für den Menschen als Szenerie erlebbar und sichtbar zu machen. „Wer heute verreist, reist in Landschaften“, sagt Brock. Die Reisekataloge sind voll davon. Die Enttäuschung der Reisenden, wenn sie die Landschaft nicht so schön vorfinden wie im Reiseprospekt, ist absehbar. Wer Landschaft nicht zu sehen weiß, ist enttäuscht. Die Welt wird für ihn unlesbar.

Die 25 Meter große Biene dominiert das Panorama. Foto: Ralf Julke

Die 25 Meter große Biene dominiert das Panorama. Foto: Ralf Julke

Aber genau damit bricht Asisi. Wer das neue Panorama betritt, findet sich – klein wie ein Insekt – in Carolas Garten wieder. Carola war eine der ersten Mitarbeiterinnen, die Yadegar Asisi 2003 bei der Entstehung des ersten Panoramas begleiteten, eine Frau, deren ungebrochene Lebensfreude Asisi bis heute bewegt. Auch wenn die Krankheit die scheinbar so energiesprühende Frau aus dem Leben riss.

Zurück blieb ihr Garten in Leipzig, in den Yadegar Asisi mit seiner Mannschaft drei Jahre nacheinander einrückte, um ihn in allen möglichen Perspektiven zu zeichnen, zu malen, zu fotografieren und zu filmen. Eine eindrucksvolle Ausstellung im Vorraum des Panoramas zeigt, was für eine Bilderfülle dabei entstanden ist und wie sich Asisi – auch mit professioneller Unterstützung bei der Makro-Fotografie – hineingearbeitet hat in die bizarre Welt der Insekten, die in seinem Bild riesengroß erscheinen, am allergrößten die 25 Meter große Biene.

Bazon Brock bei seiner Eröffnungsrede im Asisi Panometer. Foto: Ralf Julke

Bazon Brock bei seiner Eröffnungsrede im Asisi Panometer. Foto: Ralf Julke

Die dann wieder Bazon Brock anregte, die Bedeutung von Asisis neuem Panorama in einen Zusammenhang zu stellen, in dem Asisi selbst sie bislang noch nicht gesehen hat. Denn das Bienensterben ist mittlerweile fast zum Synonym eines gewaltigen Artensterbens geworden, für das der Mensch verantwortlich ist. Und hunderte Künstler beschäftigen sich mittlerweile mit dieser bedrohten Welt.

„Aber keiner so wie Asisi“, sagt Brock. Dutzende Ausstellungen in Europa zeigen diese Beschäftigung mit unserer Umwelt, dem Environment, das Brock auch mit Umschlossenheit übersetzt. Was ihn zum Begriff Nachhaltigkeit führte, den die Grünen in den politischen Diskurs eingeführt haben und der heute so abgelatscht klingt, weil ihn auch lauter Akteure missbrauchen, denen ein Erhalt dieser lebendigen Vielfalt, in der wir leben, völlig egal ist. Die selbst die Ausplünderung dieses Paradieses noch als „nachhaltig“ bezeichnen. Und wahrscheinlich auch nicht verstanden haben, dass diese Welt genau das ist, was uns erhält.

Der Gärtner im anbrechenden Abend. Foto: Ralf Julke

Der Gärtner im anbrechenden Abend. Foto: Ralf Julke

Brock ging zurück bis in die Antike, benannte den Pantheismus, also die Welt aller Götter (18.000 nach seiner Rechnung, die allesamt schon tot sind.) Dieses Pan aber ist die Haltung des Menschen zur ganzen ihn umgebenden Welt. Panbios wäre wohl besser, sagt Brock. Pangäa ist zumindest bei denen, die begriffen haben, dass mit dieser Welt unsere Lebensgrundlagen verschwinden, ein geläufiges Wort.

Brock verwies darauf – der Ort regte ja geradezu dazu an – dass auch Pantheon in diese Wort-Welt gehört. Und Panorama erst recht. Und gerade weil Asisi scheinbar das Allerbanalste zu seinem Thema gemacht hat, einen ganz banalen Leipziger Garten, habe er es geschafft, das Thema der Zeit so komplex darzustellen, wie es kein anderer Künstler derzeit vermag.

Und da fiel ihm historisch nur noch ein anderer ein, der Vergleichbares tat: Michelangelo.

Auch wenn er in Asisis riesigem Bild, in dem sich die Perspektiven überlagern, gleich ein ganzes Dutzend Kunstepochen wiederentdeckte, in denen große Maler versuchten, unseren Blick auf die Welt um uns herum zu schärfen und zu bereichern. Angefangen bei Dürers genialem kleinen Rasenstück, das man – riesengroß – natürlich auch in Carolas Garten entdeckt.

Yadegar Asisi und Skadi Jennicke im Panorama. Foto: Ralf Julke

Yadegar Asisi und Skadi Jennicke im Panorama. Foto: Ralf Julke

Und wo er schon einmal bei Paradies war (zuerst sollte das Panorama ja „Ein Paradies auf Erden“ heißen), konnte er auch gleich den Bogen schlagen zu den beiden großen Philosophen der 1920er Jahre, die sich mit der menschlichen Beziehung zum Paradies beschäftigt haben: Walter Benjamin und Ernst Bloch, wohl wissend, dass Bloch gerade in seiner Zeit an der Leipziger Universität in den 1950er Jahren an der Frage arbeitete: Wie kommen wir ins Paradies?

Während Benjamin (der große Pessimist) davon ausging, dass wir uns seit Verlassen des Paradieses unaufhörlich in alle Richtungen davon wegbewegen, also nie wieder paradiesische Zustände erleben werden, nur noch sture Arbeit, sah Bloch aber in der Fähigkeit des Menschen, auch gegen den Wind zu kreuzen, die große Chance, zurückzukehren, wie auf einer Umlaufbahn. So nebenbei zitierte Brock dann auch gleich mal Kopernikus, der noch wusste, was Revolution eigentlich heißt: „De revolutionibus orbium coelestium“.

Man kehrt auf Umlaufbahnen, wie die Planeten, immer wieder zurück. Aber man schafft die Rückkehr ins Paradies, indem man eben die Revolution wagt. Zumindest gestand Brock der DDR diesen Versuch zu. Gesellschaftlich ist er sichtlich gescheitert, privat haben ihn die DDR-Bürger aber vollzogen: durch die Hinterpforte, die unscheinbare Pforte, die in den Garten führt. Und der Mittelpunkt ihres kleinen und riesengroßen Paradieses ist natürlich ein echtes russisches Erbstück: die Datscha.

Die Katze darf im Paradies nicht fehlen. Foto: Ralf Julke

Die Katze darf im Paradies nicht fehlen. Foto: Ralf Julke

Hat er damit überzogen? Wohl eher nicht. Denn in diesem Kleinen und nur scheinbar Banalen finden wir die Welt. Und auch alles, was sie zusammenhält, auch wenn Brock von Goethe nicht gerade den Faust zitierte, sondern den Werther beschwor, der in seinen lichteren Momenten fertigbrachte, sich einfach ins Gras zu legen und die Welt genau so zu betrachten, wie es Asisi jetzt in seinem großen Panorama zeigt.

Und wahrscheinlich wirklich so kompakt zeigt, wie derzeit kein anderer Künstler, eben weil er die Perspektive gewechselt hat und aus dieser Käferperspektive zeigt, was für eine grandiose, komplexe und lebendige Welt so ein Leipziger Garten ist. Ein Garten, in dem Carola einst Kraft tankte und in dem Asisi für sich eine Wendung sah: Künftig will er noch viel mehr solcher Natur-Motive in Panoramen verwandeln, das Kleine so groß machen, dass wir es sehen können.

Dass wir innehalten und hinaufschauen zu Blüten, Grashalmen, Baumkronen, dem ganzen wimmelnden Leben, das uns umgibt – und von dem wir so abhängig sind. Denn wenn all das verschwindet, verschwinden auch wir. Und mit der neuen Göttin (Brock), der Biene, droht dieses Verschwinden schon jetzt. Auch weil wir nicht wirklich sehen, wie sehr wir von dieser Vielfalt abhängen und gerade das Kleine, für uns kaum Sichtbare, die Grundlage für alles Leben ist.

Selbst das Spielzeug wird Teil der wilden Gartenwelt. Foto: Ralf Julke

Selbst das Spielzeug wird Teil der wilden Gartenwelt. Foto: Ralf Julke

Und weil das auch mit einem Begreifen unseres Einsein mit der Welt zu tun hat, hat Brock Asisi gleich mal ein altes Kirchenlied von Paul Gerhardt geschickt, das man nun – eingebettet in die Musik von Eric Baback – auch wieder in jenem Tag-und-Nacht-Zyklus hören kann, den der Garten im Sonnenkreis erlebt.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.“

Und nicht nur der Tageslauf wird in diesem prachtvollen Garten, in dem auch eine Katze schleicht, ein Junge spielt und ein junger Mann im Gewächshaus die Pflanzen gießt, erlebbar, auch die Jahreszeiten sind im Rundbild zu entdecken. Nicht zu vergessen der Kreis des Lebens mit Werden und Vergehen. Und auch das eine oder andere Unrateckchen – ein richtiger Garten eben, der in gigantischer Präsenz zeigt, was viele von uns in der Hatz der Tage nicht mehr sehen: wie wir in all dem Werden allesamt nur klein und vergänglich sind. Und wie groß und faszinierend das alles ist. Und gerade weil Asisi so viele Perspektiven zum Schauen eingebaut hat, geht er weit über ältere Landschaftsbildmotive hinaus.

Klein unter gewaltigen Blumen. Foto: Ralf Julke

Klein unter gewaltigen Blumen. Foto: Ralf Julke

Und dabei wollte es der in Leipzig geborene Künstler doch nur ganz einfach machen: Sehen, Zeichnen, Malen, Fotografieren, das Kleinste sichtbar machen. Am Ende wurde es ein Bild vom Paradies. Und ein echtes Leipziger Bild, denn auch wenn sich Asisi in seiner späten Leipziger Zeit eher als Suchenden, noch Ziellosen beschreibt, habe ihm die Stadt doch genau dieses Gefühl beigebracht, sagt Asisi, und auch jenes utopische Element, das Brock bei Bloch gefunden hat, und das auch in den 1980er Jahren noch viele Leipziger dazu brachte, über das Erstarrte und Bedrückende hinauszuträumen und die Dinge gemeinsam als gestaltbar und veränderbar zu betrachten.

Womit wir zurückkehren auf der Umlaufbahn, zur Revolution, die meist gar keine Gewehre braucht, aber phantasievolle Menschen, die sich gut vorstellen können, wie sich die Welt verändern lässt.

Und das scheint heute, so Bazon Brock, weltweit wieder spürbar. Zumindest sind Hunderte auf der Suche. Und viele Suchende werden in „Carolas Garten“ ein Stück des Paradieses finden, das wir suchen. Zu den Bildern von Asisi hat Brock dann auch noch einige Ausstellungstexte geschrieben, in denen er seine Assoziationen zu Asisis großem Gartenbild festgehalten hat. Es lohnt sich also, auch die Ausstellung mit ihren Texten intensiv wahrzunehmen.

Und mit Skadi Jennicke hat jetzt auch endlich jemand aus dem Leipziger Rathaus nicht nur entdeckt, was Asisi hier wirklich treibt. Sie hat es auch gesagt und gewürdigt. Denn 17 Prozent der Panometer-Besucher kommen zwar aus Leipzig, die anderen aber reisen alle an, um Asisis große Panorama-Bilder in Leipzig zu sehen und zu erleben.

Ab heute ist das neue Panoramabild „Carolas Garten. Eine Rückkehr ins Paradies“ im Panometer Leipzig zu sehen.

Ab 26. Januar zeigt das Panometer Leipzig Yadegar Asisis „Carolas Garten – Ein Paradies auf Erden“

Asisi
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Lesepicknick im Clara-Park, ein geschenkter Drache und die Freuden des (Vor-)Lesens
Vorlesen auf der Lesewiese. Foto: LeseLust e.V.

Foto: LeseLust e.V.

Für alle LeserBevor wir es vergessen: Am heutigen 23. April ist natürlich auch wieder Welttag des Buches. Tausende Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen bieten zum Welttag des Buches etwas Besonderes an. Und rund 1 Million Mädchen und Jungen bekommen in diesem Jahr zum Welttag des Buches den Fantasyroman „Der geheime Kontinent“ des Kinderbuchautors THiLO, mit Illustrationen von Timo Grubing, geschenkt.
Wenn sieben Menschen ihr ganzes Geld zusammenschmeißen: Finanzcoop oder Revolution in Zeitlupe
FC-Kollektiv: Finanzcoop oder Revolution in Zeitlupe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUnsere Welt ist nicht so, weil Menschen dumm sind und besessen davon, eine Müllhalde zu hinterlassen, wenn sie abtreten. Sie ist so, weil keiner den Zwängen entkommen kann, weil eine zur furiosen Marktkonformität zwingende Gesellschaft jede Form des Andersmachens fast unmöglich macht. Obwohl sich viele Menschen danach sehnen. Und manche haben dann auch den Mut, etwas anderes zu probieren. Zum Beispiel eine Finanzkooperative zu gründen.
Die zwiespältigen Zahlen aus der Sanktionspraxis der deutschen Jobcenter 2018
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 10. April veröffentlichte die Bundesarbeitsagentur eine Meldung, die das ganze falsche Denken in der Sanktionspraxis vor allem gegenüber jungen Arbeitslosen deutlich machte: „Die Jobcenter mussten im letzten Jahr 904.000 Sanktionen gegen erwerbsfähige Leistungsberechtigte (sog. ‚Hartz IV-Empfänger‘) aussprechen. Die Zahl der Leistungsminderungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 49.000 gesunken“, las man da. Acht Tage später meldete unter anderem der „Spiegel“: Viele Sanktionen sind unrechtmäßig.
Gerade mit Parks und Naherholung sind die Leipziger zufrieden, aber die Zustimmungswerte sinken
Zufriedenheitswerte der Leipziger. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserWer die jährlichen Leipziger Bürgerumfragen liest, der merkt nicht nur, dass verschiedene Alterskohorten in völlig verschiedenen Welten leben und deshalb völlig unterschiedliche Probleme als wichtig wahrnehmen. Der kann auch nachlesen, warum eigentlich junge Leute zwischen 18 und 25 nach Leipzig kommen und hier versuchen, einen Berufsstart zu wagen.
Polizeisoftware PreCops wird seit einem Monat in Leipzig getestet
In Leipzig ist PreCops jetzt im Testeinsatz. Montage: L-IZ

Montage: L-IZ

Für alle LeserAnfang 2018 wurde noch diskutiert, war auch noch offen, was alles von der Wunschliste des damaligen Innenministers Markus Ulbig aus dem Jahr 2016 umgesetzt würde. Aber mittlerweile ist ziemlich deutlich, dass auch Roland Wöller (CDU) den Kurs seines Vorgängers ungeschmälert fortsetzt. Seit dem 15. März wird auch die „Vorhersagesoftware“ PreCops in Sachsen eingesetzt – natürlich in Leipzig.
Kleiner Business-Knigge: Ein paar kleine Verhaltensregeln für das Leben in gehobenen Berufsfeldern
Frauke Weigand: Kleiner Business-Knigge. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAdolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge (1752-1796) hätte sich wahrscheinlich nicht gewundert, dass sein Familienname heute regelrecht zum Synonym für Benimm-Bücher geworden ist. „Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich, für Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk im Sinne der Aufklärung nichts gemeinsam haben“, behauptet Wikipedia. Auch Wikipedia erzählt eine Menge Blödsinn, wenn der Tag lang ist und keiner kontrolliert.
Die größten Probleme Leipzigs aus Sicht der befragten Bürger
Die größten Probleme aus Bürgersicht. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserDie Leipziger Bürgerumfragen fragen auch jedes Jahr aufs Neue die Problemsicht der Leipziger ab. Welches sind – aus Sicht der Bewohner – die größten Probleme der Stadt? Das könnte eine sehr gute Orientierung für die Verwaltung sein, wo sie in den nächsten Jahren ihre Schwerpunkte setzen sollte. Aber die Tabellen verraten dann auch sehr deutlich, dass es 1. darauf ankommt, wen man fragt, und 2. was für einen Medienkonsum die Befragten haben.
Bürgerinitiativen aus dem Leipziger Osten laden zum Informationspaziergang am 3. Mai ein
Straße An der Tabaksmühle mit Wilhelm-Külz-Park (rechts). Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser250 Demonstranten zählte die LVZ am 3. April bei einer Demonstration über Paunsdorfer, Engelsdorfer und Sommerfelder Straße. Zwei Bürgerinitiativen demonstrierten dort gegen den überhand nehmenden Durchgangsverkehr durch Mölkau und für den Bau des Mittleren Rings. Zum Entsetzen jener Bürgerinitiativen, die nun seit Jahren gegen den Ausbau des östlichen Mittleren Rings kämpfen.
Leipzigs Umweltdezernat hat eigentlich keine Lust auf ein regionales Biosiegel
Ein paar Äpfel aus der Region, noch ohne Siegel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Biosiegel des Märkischen Wirtschaftsverbunds e. V. „Fair regional“ könnte ein Vorbild sein, fand die Grünen-Fraktion im März. Da reichte sie einen entsprechenden Antrag ein: Leipzig soll ein „Siegel für regionale Bioprodukte entwickeln“.
Jugendparlament beantragt, dass die Stadt das Black Triangle kaufen oder pachten soll
Graffiti zum Black Triangle. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Dienstag, 15. Januar, rückte Leipzigs Polizei mit Großaufgebot an und durchsuchte das zuvor zwei Jahre lang besetzte Gelände des Black Triangle. Eine Riesenshow. Obwohl kein Mensch das Gelände wirklich erwerben möchte. Selbst die Stadt Leipzig winkte im Februar ab: Allein die Kosten der Altlastenbeseitigung und des Denkmalsschutzes würde die Sache aus ihrer Sicht völlig unbezahlbar machen.
Stadt Land Volk: Der Versuch, sich über Nation, Migration und Demokratie zu streiten
Michael Bröning, Michael Wolffsohn: Stadt Land Volk. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas passiert, wenn man zwei streitbare Leute zu einem Streitgespräch über Demokratie, Migration, Volk und Nation einlädt? Immerhin alles fette Brocken, an denen man sich richtig Beulen holen kann. In diesem Fall hat es der F.A.Z.-Redakteur Reinhard Bingener versucht und Michael Bröning und Michael Wolffsohn zum Streitgespräch gebeten.
Leipzigs Mietpreisansteig macht gerade jungen Leipzigern und Familien mit Kindern immer größere Sorgen
Die größten Probleme der Leipziger. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserLeipzigs Bürgerumfragen erfassen die Leipziger Mietpreisentwicklung im Grunde wie ein Seismograph. Sie beschränken sich bei der Befragung der Bürger eben nicht auf die reinen Angebotsmieten, also das, was gerade auf dem Leipziger Wohnungsmarkt angeboten wird. Sie erfassen das, was die Leipziger wirklich zahlen. Und das hat sich seit 2013 doch spürbar verändert.
Braucht Leipzig ein eigenes Lobbyregister?
Eingang zum Neuen Rathaus: Wer geht hier alles aus und ein? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls der Stadtrat 1995 die Beteiligung von Bürgervereinen bei Bauplanungen beschloss, war das ein echter Fortschritt. Fortan wurden die Initiativen der Betroffenen zumindest um ihre Stellungnahme gebeten. Auch wenn die Planer dann doch haufenweise Gründe fanden, sie trotzdem zu ignorieren. Nun haben die Freibeuter einen Antrag vorgelegt, der die Beteiligungsmöglichkeiten deutlich erweitern soll. Nur mit dem Begriff „Lobbyregister“ griffen sie augenscheinlich in ein Regalfach zu hoch.
Am 16., 17. und 18. Mai im Westflügel: Spleen – Charles Baudelaire. Gedichte in Prosa

Foto: Helmut Pogerth

Die manchmal düster-bestialische, manchmal heiter-melancholische Atmosphare des Baudelaireschen Kosmos spielt mit dem Menschen an der Schwelle zur Moderne: zwischen apathischer Lebensgier und erotisierter Todessehnsucht, zwischen Sehnsucht nach Unendlichkeit und brutaler Belanglosigkeit, im Tragischen meist lapidar, im Komischen immer subtil.
Jetzt fällt der Stadt die zehn Jahre dauernde Verweigerungspolitik im Nahverkehr auf die Füße
Straßenbahnstau in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Donnerstag, 18. April, diskutierte der Stadtrat zum ersten Mal über das von der Linksfraktion beantragte 365-Euro-Ticket für Leipzig. Nicht über den Antrag selbst, sondern über den Fragenkatalog, den die Freibeuter-Fraktion dazu am 5. April gestellt hatte. Am selben Tag hatten Sven Morlok, René Hobusch und Naomi-Pia Witte auch den Antrag gestellt, den Antrag der Linken abzulehnen und sich ganz auf das Nachhaltigkeits-Szenario zu konzentrieren.