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Nicht mit Krause: Podiumsdiskussion zur Leipziger Jahresausstellung abgesagt

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    Die Podiumsdiskussion hätte ein Schlaglicht auf die Debattenkultur in Leipzig werfen können. Nun ist sie geplatzt, Axel Krause kommt nicht, am heutigen Morgen 3 Uhr hat der Leipziger Maler dem Podium eine Absage erteilt, das Podium selbst findet daraufhin nicht statt. Er hatte die Teilnahme des Psychologen Hans-Joachim Maaz zur Bedingung gemacht, der wiederum zwar zugesagt hatte, aber auf eine förmliche Einladung bestand. Aus Sicht Krauses der Schuldige: MdbK-Direktor Alfred Weidinger, der sich jedoch im Urlaub befand und schlecht erreichbar war.

    Um 3 Uhr morgens am 10. Juni meldete der wegen seiner AfD-Nähe und Äußerungen im Netz kritisierte Maler Axel Krause auf Facebook, dass er an der geplanten Diskussionsrunde im Museum der bildenden Künste nicht teilnehmen will. Mit ihm sagte auch Hans-Joachim Maaz ab. Der Grund sei, dass MdbK-Chef Alfred Weidinger Maaz lediglich per SMS die Teilnahme zugesagt habe. Maaz hatte nach Auskunft Krauses eine schriftliche Anfrage erbeten, die bis zum Wochenende nicht kam. Maaz sagte nun wegen der fehlenden schriftlichen Einladung seine Teilnahme ab.

    Axel Krause wiederum hatte bereits am 6. Juni 2019 gegenüber L-IZ.de mitgeteilt, dass seine Teilnahme von der von Maaz abhängig sei. „Über die Gründe, die es dem Leiter des Museums unmöglich schienen, eine offizielle Einladung zu versenden, lässt sich nur spekulieren“, schreibt Krause auf seinem Facebook-Profil. Über viele Tage sei der Direktor telefonisch nicht erreichbar gewesen. Gestern soll er Krause den Vorschlag unterbreitet haben, statt Maaz Wolfgang Ulrich sprechen zu lassen. Weidinger wolle selbst von der Moderation zugunsten von Thomas Bille zurücktreten und als Diskutant teilnehmen.

    An der Runde selbst war es also ebenfalls bis zum Schlusspfiff zu Änderungen gekommen, statt Maaz lautete der letzte Vorschlag: der Journalist Jens Kassner, Galeristin Arne Linde, ZEIT-Journalist Wolfgang Ulrich und Alfred Weidinger, moderiert vom MDR-Kulturredakteur Thomas Bille. Mit Axel Krause, dem dies aber nicht genügte. Krause hätte sich ohne Maaz, so bereits im Interview mit der L-IZ, auf einem Tribunal gefühlt, bei dem alle gegen ihn gewesen wären.

    Am 10. Juni zur Mittagszeit schob Axel Krause – nun also nicht mehr zum Gespräch gewillt – dann noch sein Eingangsstatement auf Facebook nach, welches er auf der Podiumsdiskussion mitteilen wollte. Darin äußert er, wie schwer es ihm bei dem Wirbel um seine Person fällt, gelassen zu bleiben. Krause sieht sich nicht als Hauptperson des Konflikts um die Leipziger Jahresausstellung und die Berichterstattung um ihn und die Gründe des Chaos, der vereinsintern bis vor wenigen Tagen dort geherrscht habe, sondern als Figur um die sich alles dreht.

    „Um die Kunst indes geht es gewiss nicht“, schreibt er weiter, „denn meine Bilder waren kein Anstoß der Kritik.“

    Thomas Bille wiederum, freier Journalist und Moderator (u.a. MDR Kultur) bestätigte auf L-IZ.de-Nachfrage, für die Moderation der Diskussion am 11. Juni angefragt worden zu sein. Nach der Absage von Axel Krause hat auch er Alfred Weidinger informiert, die Veranstaltung so nicht moderieren zu können.

    Bille zeigt sich über die Absage Krauses enttäuscht. Ohne seine Teilnahme wäre die Podiumsdiskussion nicht durchzuführen gewesen und er empfahl daher Alfred Weidinger die Absage. Der MDR-Kulturredakteur meint gegenüber L-IZ.de auch, dass die Kritiker von Axel Krauses politischer Position, aber auch diejenigen Künstler, die trotz seiner Teilnahme neben ihm mit ausgestellt hätten, nicht von der Debatte im MdbK hätten zurücktreten dürfen.

    Mit der Absage Krauses hat Alfred Weidinger wiederum kein Problem, eine Schuld sieht er nicht bei sich. „Da wir aber soviel an Zuspruch und Feedback für die geplante Podiumsdiskussion erhalten haben und das Thema ein immer wichtiger werdendes wird, haben wir beschlossen eine eigene Veranstaltungsreihe ins Leben zu rufen. Das braucht Zeit und eine gewissenhafte Vorbereitung.“ Es sei ihm wichtig, „das die Diskussion eine sachliche bleibt.“

    An dieser Veranstaltungsreihe, die derzeit konzipiert wird, soll auch Thomas Bille entscheidend mitwirken.

    Zur 26. Leipziger Jahresausstellung im Netz

    26. Leipziger Jahresausstellung: Ein langes Gespräch mit Axel Krause im Video

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