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Das Pöge-Haus zeigt ab dem 19. Dezember seine Ausstellung zum Leipziger Osten in den 1990er Jahren

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    Das Jubiläumsjahr „30 Jahre Friedliche Revolution“ geht zu Ende. Und damit geht auch der Veranstaltungsreigen im Pöge-Haus am Neustädter Markt zu diesem Themenschwerpunkt zu Ende. Aber ein sehenswertes Ereignis gibt es noch: Das Pöge-Haus beendet das Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution mit der Ausstellung „Aufbrüche, Umbrüche, Abbrüche – Die 1990er im Brennglas des Leipziger Ostens“.

    Zum Ende des Jahres 2019, in dem die Friedliche Revolution ihren 30. Jahrestag feiert, findet im Pöge-Haus eine besondere Ausstellung mit Blick auf dieses Ereignis und das ihm folgende Jahrzehnt aus der Perspektive des Leipziger Ostens statt: die Ausstellung „Aufbrüche, Umbrüche und Abbrüche – die 1990er Jahre im Brennglas des Leipziger Ostens“. Sie wird im Pöge-Haus nur vier Tage gezeigt – vom 19. bis zum 22.Dezember.

    Wie bereits in den Vorgängerprojekten „Alle unsere Träume“ (2015) und „Hafen der Stadt“ (2018) kommen auch im dritten Teil der Veranstaltungsreihe des Pöge-Haus e. V. die rund um die Eisenbahnstraße lebenden Menschen zu Wort. Während das erste Projekt der Reihe die Friedliche Revolution im Leipziger Osten und das zweite das Quartier als Ankunftsviertel beleuchtet hat, widmet sich die aktuelle Ausstellung schwerpunktmäßig den Erfahrungen der 1990er Jahre.

    Das Pöge-Haus – selbst historischer Ort, an dem DDR-Oppositionelle wohnten – erinnert damit an die kollektiven Erfahrungen dieses Jahrzehnts aus Sicht des Leipziger Ostens und möchte einen Beitrag zur Auseinandersetzung damit leisten.

    Aufbrüche, Umbrüche, Abbrüche – Die 1990er im Brennglas des Leipziger Ostens

    Um die Alltagsgeschichte, den Ort und die Zeit der 1990er Jahre aus den unterschiedlichsten Perspektiven wieder lebendig werden zu lassen, wurden eng mit dem Leipziger Osten verbundene Zeitzeug/-innen befragt.

    „Frei von der Leber weg“ erinnern sich die sechs Interviewten in lebendigen Schilderungen an die Zeit der Friedlichen Revolution und an das von Hoffnungen, Sehnsüchten, politischer Aufbruchstimmung und von rasanten baulichen Veränderungen begleitete Jahrzehnt danach. Ergänzt werden die Audiobeiträge von den ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotografien von Martin Jehnichen, den es in der Wende- und Nachwendezeit immer wieder in den Leipziger Osten zog.

    Mit Kerze in der Grimmaischen Straße. Foto: Martin Jehnichen
    Mit Kerze in der Grimmaischen Straße. Foto: Martin Jehnichen

    Martin Jehnichen wurde 1962 in Karlsruhe geboren und wuchs in Tübingen auf. Seit seiner Jugend von Fotografie begeistert, studierte er Mitte der 1980er Jahre Fotodesign und Visuelle Kommunikation in Bielefeld. 1988 absolvierte er ein halbes Jahr als DAAD-Auslandsstudent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

    Im Herbst 1989 gehörte Jehnichen zu den wenigen Westdeutschen, die von Anfang an die Leipziger Demonstrationen begleiteten. Noch während der Friedlichen Revolution entschloss er sich, dauerhaft in Leipzig zu leben. Silvester 1989 gründete er mit drei Mitstreitern die Fotoagentur „transit“. Seine Fotografien von damals sind einzigartige Zeitzeugnisse der Umbruchszeit.

    Die Ausstellung nimmt den Leipziger Osten als Brennglas übergeordneter gesellschaftlicher Entwicklungen in den Blick und schließt zugleich an aktuelle Debatten an. Denn anhand der autobiografischen mit Anekdoten angereicherten Interviews und dokumentarischen Fotografien wird einerseits an die turbulente Zeit aus der Perspektive des Leipziger Osten erinnert. Andererseits greift sie Themen auf, die als kollektive Erfahrungen den ganzen Osten Deutschlands betrafen.

    Die Mitinitiatorin Anika Strümper betont zudem die aktuelle Brisanz der Ausstellung und die Notwendigkeit der geschichtlichen Aufarbeitung dieses Jahrzehnts: „Insbesondere an den Debatten über die ostdeutsche Identität, über ökonomische Disruptionen, die Benachteiligung von Ostdeutschen und anderen gesellschaftlichen Gruppen, über Demokratiebewusstsein und zivilgesellschaftliches Engagement wird deutlich, wie stark die in den 1990er Jahren gemachten Erfahrungen biographisch und gesellschaftlich nachwirken. Dabei wird sichtbar, dass die Erinnerungskultur über dieses prägende Jahrzehnt erst in den Anfängen steckt. Die 1990er Jahren scheinen mit dem zeitlichen Abstand einer Generation nun erst geschichtlich zu werden.“

    Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 19. Dezember, um 19 Uhr.

    Öffnungszeiten der Ausstellung: 20. bis 22. Dezember jeweils 15–18 Uhr.

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