9 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

MDR trennt sich von Kabarettist Uwe Steimle

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Interviews mit rechten Medien, abwertende Äußerungen über Politiker/-innen und Journalist/-innen sowie als rassistisch und antisemitisch gewertete Aussagen von Uwe Steimle sorgen schon seit Jahren dafür, dass der MDR für seine Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten in der Kritik steht. Nun hat sich der Sender von Steimle getrennt. Die am 17. November veröffentlichte Episode von „Steimles Welt“ soll die letzte gewesen sein.

    Der MDR beendet seine Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten Uwe Steimle. Das gab der Sender am Mittwoch, den 4. Dezember, bekannt. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über das Thema berichtet.

    MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi begründete die Entscheidung vor allem mit Äußerungen des Schauspielers über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Man habe sich die Entscheidung „nicht leicht gemacht“, doch nun sei „der Punkt erreicht, der eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich macht“.

    In einem Interview mit der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ im Juli 2018 hatte Steimle behauptet, dass es keinen „staatsfernen Rundfunk“ gebe. Außerdem äußerte er sich abwertend über Moderator/-innen des „heute-journal“. Steimle sagte: „Inzwischen weiß jeder, dass etwa Atlantikbrücke-Mitglied Claus Kleber der Karl-Eduard von Schnitzler der BRD ist, zusammen mit seiner Marionetta Slomka.“ Schnitzler verbreitete SED-Propaganda im DDR-Fernsehen.

    Aussagen wie diese tätigte Steimle nicht erst im Juli 2018. Schon mehrere Jahre zuvor sprach er im Zusammenhang mit der ZDF-Berichterstattung über Russland von „Propaganda“ und „Marionetta“. Steimle fiel in den vergangenen Jahren allerdings nicht nur mit Äußerungen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk negativ auf.

    Das MDR-Statement zur Trennung von Uwe Steimle, verbreitet am 4. Dezember auf Twitter. Screen Twitter
    Das MDR-Statement zur Trennung von Uwe Steimle, verbreitet am 4. Dezember auf Twitter. Screen Twitter

    Seit Jahren auf Abwegen

    Im März 2018 gehörte er gemeinsam mit Henryk M. Broder, Uwe Tellkamp, Thilo Sarrazin, Matthias Matussek, Vera Lengsfeld und weiteren Prominenten zu den Erstunterzeichner/-innen einer „Gemeinsamen Erklärung“. Darin heißt es: „Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird.“ Später verschwand Steimle von der Liste der Unterzeichner/-innen. Steimle verteidigte zudem die Pegida-Demonstrationen.

    Kritiker/-innen bewerten verschiedene Äußerungen von Steimle als rassistisch und antisemitisch. Zudem verbreite er Verschwörungstheorien und argumentiere ähnlich wie sogenannte Reichsbürger. Im Juni dieses Jahres posierte er mit einem „Kraft durch Freunde“-T-Shirt, das an die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ erinnerte. 2017 urteilte ein Gericht, dass Steimle als „antisemitischer Jammerossi“ bezeichnet werden darf.

    Aus diesen Gründen hatte sich im Februar 2018 bereits die „Ökumenische Friedensdekade“ von Steimle distanziert. Der Kabarettist war ursprünglich als Schirmherr vorgesehen.

    Steimle selbst betont immer wieder, dass er links sei. Er war vor allem als Hauptdarsteller der Serie „Polizeiruf 110“ bekannt geworden. Seit 2013 ist er beim MDR in der unregelmäßig erscheinenden Sendung „Steimles Welt“ zu sehen gewesen. Die wohl letzte Episode erschien am 17. November.

    Kontroverse um Uwe Steimle als Schirmherr der Ökumenischen Friedensdekade 2018

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ

    Anzeige
    Anzeige