Lutherweg Sachsen: Leipzig soll einen kleinen Beitrag leisten

Seit 2008 wird am Lutherweg in Sachsen-Anhalt gearbeitet. Und wichtige Luthergedenkorte wie Wittenberg und Eisleben liegen nun mal in Sachsen-Anhalt. Aber Luther ist kein Thema, das sich auf Sachsen-Anhalt beschränkt. Auch in Sachsen wird derzeit eifrig an einem sächsischen Luther-Weg gearbeitet, der bei Bad Düben Anschluss an den Sachsen-Anhalter Lutherweg hat und in Altenburg an den in Thüringen.
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Für den sächsischen Teil federführend ist der Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland e. V. Seit August 2010 arbeitet er an der Installierung eines sächsischen Lutherweges. Die Arbeit daran ist – wie kann es anders sein – Teil der Lutherdekade, die 2017 ihren Höhepunkt erreicht mit dem 500-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags zu Wittenberg.

Für die Leipziger ist schon 2012 ein bisschen Höhepunkt: Die Reformationsmusik ist Jahresthema und das 800-jährige Jubiläum der Thomana steht im Mittelpunkt.

Aber 2019, wenn die Stadt die Wunden ihrer 1000-jährigen Ersterwähnung (2015) geleckt hat, kommt ja der eigentliche Leipziger Luther-Höhepunkt: Dann jährt sich die Leipziger Disputation zum 500. Mal, zu der Luther und sein Freund Melanchthon in der Hofstube des kurfürstlichen Schlosses mit blendender Rhetorik zeigten, welche Reformationswucht ihre Kritik hatte.

Luther gehört natürlich auch nach Leipzig. Und der Lutherweg wird die Stadt zwangsläufig erreichen. Von Eilenburg über Taucha kommend führt dieser westliche Strang des Lutherweges weiter nach Kieritzsch und Borna. Man kann den sächsischen Lutherweg auch als Rundweg laufen.
Die Streckenführung des Weges, der 22 Kommunen umfasst, in denen der Reformator wirkte, beschreibt einen geschlossenen Rundkurs, dessen nördlichster Punkt Bad Düben und dessen südlichster Punkt Zwickau ist.

Der Lutherweg richtet sich an Wander- und Fahrrad-Touristen, spirituelle Pilger und so weiter. Alle eigentlich, die eine gute Wanderung zu schätzen wissen und dabei auch noch neugierig sind auf den Ursprung der Reformation.

Der Weg wird durch ein markantes Wegezeichen markiert: Ein markantes grünes „L“ auf weißem Grund. Ein erster Abschnitt des Sächsischen Lutherweges wurde zum Evangelischen Kirchentag in Dresden im Juni 2011 eröffnet. Perspektivisch ist daran gedacht, die Lutherwege der drei mitteldeutschen Länder zusammenzuführen.

Es ist abzusehen, dass spätestens 2017 Hunderte Luther-Freunde aus aller Welt auch nach Sachsen kommen werden, um sich diese Landschaft zu erlaufen. Und wenn die Vermarkter nicht alles falsch machen, kommen sie auch danach wieder, um sich diese Weltecke zu Fuß oder per Rad zu erkunden.
Dafür muss der Weg natürlich markiert werden. Da fängt die Sache mit dem Geld an. Für die Finanzierung des Gesamtprojekts werden 635.000 Euro kalkuliert. Die Kosten werden dabei bis zu 90 Prozent aus Mitteln des Fonds „Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE)“ beim Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft getragen.

In den Rest müssen sich zwangsläufig die Kommunen am Weg teilen. Und da es da nach der Größe geht, kommt auf Leipzig noch ein etwas größerer Betrag zu. Aber so viel ist es – an der Bedeutung dieses umweltfreundlichen Tourismus-Projektes gemessen – auch wieder nicht.

Heißt für Leipzig: Die Stadt beteiligt sich am Modul „Touristische Vermarktung“ (dem mit Abstand größten Baustein) vollumfänglich, trägt als ein Zweiundzwanzigstel der Gesamtsumme von 445.000 Euro. Ein konkretes Angebot aus Waldheim liegt vor. Die Summe für Leipzig beträgt 20.230 Euro, konnte Kulturbürgermeister Michael Faber (Die Linke) auf der Dienstberatung am 10. Juli verkünden. Das muss jetzt noch in den Fachausschüssen für Kultur und für Wirtschaft besprochen werden.

Am 20. September steht es in der Stadtratssitzung zur Entscheidung an.

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Die touristische Wegmarkierung vor Ort erfolgt dann nach dem Muster des bereits trassierten und markierten Jakobsweges (Via Regia) in West-Ost-Richtung sowie des in fortgeschrittener Planung befindlichen Jakobsweges (Via Imperii) in Süd-Nord-Richtung. Dort zeigt eine symbolische Jakobsmuschel den Pilgern den Weg.

Der sächsische Lutherweg wird auf Leipziger Gebiet diesen beiden Wegen folgen, so dass Wanderer dann die Jakobsmuschel neben dem Luther-L finden werden. Dabei werden zur Markierung des Weges in erster Linie Farbmarkierungen mittels Schablone auf Bäume bzw. Beton-Lichtmasten aufgetüncht, zu etwa 20 Prozent werden die Wegmarkierungen mittels Aufkleber an Stahl-Lichtmasten bzw. dem innerstädtischen Wegeleitsystem aufgebracht.

Die Markierung erfolgt dann in Abstimmung mit den Stadtplanungsamt. Anbringung und Wegepflege erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig, weitere Kosten fallen nicht an.

Die weitere Begleitung des Projektes erfolgt dann durch die Leipzig Tourismus Marketing GmbH.

Das Kulturdezernat warnte auch gleich mal: „Eine Nichtbeteiligung am Sächsischen Lutherweg würde die Kommune eines wichtigen Vermarktungsbausteins auf dem Weg zum zentralen kulturellen und touristischen Großereignis der Region für die kommenden Jahre berauben. Vor dem Hintergrund der laufenden Bemühungen um die Positionierung der Stadt im Rahmen der Vorbereitung dieses Jubiläums bis hin zur Einbeziehung beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 wäre eine Ablehnung deutlich kontraproduktiv.“

www.lutherweg-sachsen.de
www.lutherweg.de


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