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Am 14. September gibt es den ersten Hör-Spaziergang am Cospudener See

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    Auf den 14. September können sich alle, die Geschichte gern hörend erleben wollen, jetzt schon freuen. Denn dann gibt es die Premiere für einen performativen Hör-Spaziergang zur Geschichte und Gegenwart von Cospuden. Das ist das Dorf, das bis 1974 dort stand, wo sich heute der Cospudener See erstreckt. Ab den 1980er Jahren fraßen sich hier die Bagger in die Leipziger Südaue, bis dieser Vorstoß 1992 endlich gestoppt wurde.

    Ab 1994 wurde das Tagebaurestloch geflutet und war 2000 der erste Tagebausee im Leipziger Südraum, der für Freizeitnutzungen geöffnet wurde.

    Er ist noch keine 20 Jahre alt, aber trotzdem ist der Cospudener See eine Fundgrube für Erinnerungen, Geschichten und geschichtliche Ereignisse, die viel älter sind. Einige dieser Geschichten werden in dem inszenierten Hör-Spaziergang Verschlungene Dörfer am 14. September erstmals neu zum Leben erweckt.

    Ausgestattet mit Kopfhörern und MP3-Playern unternimmt das Publikum einen Spaziergang am Nordufer des Sees, kündigen Kulturkosmos Leipzig und die Theatermacherinnen Marlen Riedel und Johanna Dieme an, die diesen Erlebnis-Spaziergang entwickelt haben.

    Der Weg führt an verschiedenen Stationen vorbei, an denen es nicht nur viel zu hören, sondern auch einiges zu sehen gibt. Die Gäste hören die Stimme einer alten Dame, die vom Cospuden der 50er Jahre erzählt, von sommerlichen Idyllen und fröhlichen Radtouren zur Milchbar. Andere Stimmen erzählen vom Tagebau und von den Protesten gegen ihn, wieder andere berichten von ihren Erlebnissen am Strand des jungen Sees.

    Kleine Spiel- und Theaterszenen ergänzen die Erinnerungen der Zeitzeugen, und auch die Natur wird zur Mitspielerin. Wetter, Himmel und Wasser bilden das vielschichtige Bühnenbild für eine Theatererfahrung, in der Gegenwart, Vergangenheit, Unsichtbares und Sichtbares miteinander verflochten sind.

    Die Inszenierung von Kulturkosmos Leipzig und den Theatermacherinnen Marlen Riedel und Johanna Dieme verknüpft Erlebnisse von Zeitzeugen mit historischen Fakten, aktuellen Beobachtungen und Zukunftsvisionen für die Landschaft zwischen Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau; einer Landschaft, die innerhalb eines halben Jahrhunderts zwei tiefgehende Metamorphosen durchgemacht hat.

    Tagebau Cospuden. Foto: Kulturkosmos, Hr. Piltz
    Tagebau Cospuden. Foto: Kulturkosmos, Hr. Piltz

    „Leipzig kommt!“ – In den 90er Jahren warb das Stadtmarketing mit diesem Slogan, aber damals kamen nur Leerstand und Arbeitslosigkeit. Vor wenigen Jahren begann der Wandel und heute, heute wächst keine deutsche Großstadt so schnell wie Leipzig. Überall im Stadtgebiet gibt es Orte und Gebäude, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben waren und die innerhalb kürzester Zeit zu neuem Leben erblüht sind.

    So war zur Jahrtausendwende das Fußballstadion noch ein „rotten place“ mitten in der Stadt und der momentan so hippe Stadtteil Lindenau ein marodes Viertel mit hoher Arbeitslosenquote und miesem Image. An seinem südlichen Rand sah Leipzig aus wie eine Mondlandschaft. Das änderte sich endgültig im Jahr 2000, als die Flutung des ehemaligen Tagebaugebietes Cospuden beendet und der See der öffentlichen Nutzung
    übergeben wurde.

    „Cospuden“, bei diesem Wort denken heute vor allem die jüngeren Leute sofort an Sonne, Strand und Spaß. Die nicht mehr ganz so jungen erinnern sich vielleicht an die Zeiten der Kohleförderung, an das Geräusch der Bagger, die seltsame Farbe des Himmels und an Wäsche, die man bei ungünstiger Wetterlage besser nicht zum Trocknen ins Freie hängte. Und einige der Menschen, die heute in Leipzig, Markkleeberg, Zwenkau und anderen Städten der Region zu Hause sind, erinnern sich außerdem auch noch an den kleinen Ort Cospuden, der 1974 aufhörte zu existieren.

    Diese verschiedenen Zeit- und Erinnerungsschichten werden in dem Spaziergang Verschlungene Dörfer transmedial zusammengeführt. An den Stationen kommen Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen sozialen und beruflichen Hintergründen zu Wort. Ihre Geschichten verbinden sich mit überraschenden Installationen und Spielszenen am Seeufer. Gemeinsam erschaffen sie eine neue, imaginäre Landkarte von Cospuden.

    Premiere für „Verschlungene Dörfer“ ist am 14. September um 18 Uhr. Startpunkt ist am Cospudener See – Nordufer – Expo-Pavillon. Das ist der Pavillon direkt am Parkplatz am Ziegeleiweg.

    Weitere Aufführungen: 15. / 16. / 20. / 21. / 22. / 23. September, auch jeweils 18 Uhr

    Tickets unter: verschlungenedoerfer@gmail.com

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