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Tschechien startet im August das tschechisch-deutsche Residenzprogramm als Partnerland der Buchmesse

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    Bislang war es meist so, dass sich die Gastländer der Leipziger Buchmesse meist auf die Messe selbst und das Leseprogramm beschränkten. Dann wurde immer aufgefahren, was an spannenden Autorinnen, Autoren, Verlagen und Titeln zu präsentieren war. Dass aber das Völkerverbindende mit den Leuten beginnt, die den Inhalt der Bücher erst verzapfen, das macht das Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 sichtbar. Denn es organisiert einen richtigen Autorenaustausch.

    Im August startet das tschechisch-deutsche Residenzprogramm, das aus Anlass des Gastlandauftritts Tschechiens in Leipzig veranstaltet wird. Unter 56 deutschen und 29 tschechischen Bewerbern hat eine Fachjury jeweils fünf Stipendiaten ausgewählt, die in der Zeit von August 2018 bis Januar 2019 einen einmonatigen Schreibaufenthalt in Brünn und Leipzig antreten.

    Die Autorinnen und Autoren erhalten Gelegenheit, die Kulturszene der beiden Partnerstädte näher kennenzulernen und sich mit tschechischen bzw. deutschen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Am Ende ihres Aufenthalts steht ein von den Städten inspirierter Text. Zum Stipendium gehören 1.000 Euro, eine Wohnung und die freie Verkehrsmittelnutzung. Ein gemeinsamer Auftritt der deutschen und der tschechischen Stipendiaten ist zur Leipziger Buchmesse 2019 geplant.

    Die deutschen Autorinnen und Autoren in Brünn (Brno):

    Luise Boege ist die erste deutsche Stipendiatin, die im August nach Brünn reist. Die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig möchte in Brünn ihren Prosatext „Die dicke Familie“ weiterschreiben.

    Im September folgt Bettina Hartz. Im Literaturhaus Berlin kuratiert sie 2018/19 eine Veranstaltungsreihe zum Prager Frühling. Bernhard Setzwein beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der bayerisch-böhmischen Nachbarschaft, und verbringt den Oktober in Brünn. Einige seiner Werke wurden bereits ins Tschechische übersetzt, darunter ein Theaterstück über den Kult-Autor Bohumil Hrabal.

    Roman Israel ist Brünner Stipendiat im November. Geboren im sächsischen Löbau, ist er in einer deutsch-tschechischen Grenzregion aufgewachsen. In Brünn wird er an dem Roman „Der Mann, der seinen Platz kennt“ weiterschreiben. Im Dezember tritt Isabelle Lehn die letzte Stipendiaten-Reise nach Brünn an. Die bereits mehrfach ausgezeichnete Autorin will dort ihren Roman „Frühlingserwachen“ zum Abschluss bringen.

    Die tschechischen Autorinnen und Autoren in Leipzig:

    Petr Borkovec ist im September der erste tschechische Stipendiat in Leipzig. Für sein Werk, Prosatexte und Gedichte, wurde er mehrfach ausgezeichnet. In Leipzig möchte er seine neuen Kurzgeschichten zum Abschluss bringen. Im Oktober folgt Jaromír Typlt, preisgekrönter Literat und Künstler, der zudem als Übersetzer ins Deutsche tätig ist.

    Kateřina Tučková, eine der erfolgreichsten tschechischen Schriftstellerinnen, kommt im November nach Leipzig. Ihre Romane sind in Tschechien Bestseller und werden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Außerdem ist sie Programmdirektorin des Festivals „Meeting Brno“, das sich mit der multikulturellen Geschichte Brünns auseinandersetzt und gegen Populismus und gesellschaftliche Radikalisierung wendet.

    Im Dezember folgt die Stipendiatin Iva Pekárková. Sie ist in Prag geboren und lebt nach längerem Aufenthalt in New York gegenwärtig in London. In Leipzig wird die studierte Biologin an ihrem Roman über Kindheit und Jugend in der sozialistischen Tschechoslowakei arbeiten. Im Januar 2019 schließt Lucie Lomová das Residenzprogramm in Leipzig ab. Sie ist eine der bekanntesten Comic-Zeichnerinnen Tschechiens, ihre Comics, darunter Graphic Novels und Serien für Kinder, sind mehrfach preisgekrönt und auch in Deutschland erschienen.

    Da kann es also passieren, dass wir von Lucie Lomová die erste tschechische Graphic Novel zu Leipzig bekommen.

    Oder auch gar nichts. Wenn die Gäste sich die ganze Zeit nicht aus der Wohnung bewegen. Denn so ein Residenzprogramm ist ja eher zum Ruhefinden gedacht. Die meisten Bewerber wollen angefangene Arbeiten zu Ende bringen. Aber ab und zu sollten sie ja schon mal rausgehen und schnuppern, wie es in Leipzig riecht. Atmosphäre, nennen es die Veranstalter: „Das Residenzprogramm bietet die Möglichkeit zur konzentrierten und kreativen Arbeit in den Partnerstädten Leipzig und Brünn, an deren Abschluss ein Text stehen soll (Erzählung, Essay, Feuilletonstück oder Blog), der von der Atmosphäre dieser Städte inspiriert ist.“

    Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 wird veranstaltet vom Kulturministerium der Tschechischen Republik und der Mährischen Landesbibliothek sowie der Leipziger Buchmesse, mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Tschechischen Republik in Deutschland, dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden, der Partnerstädte Leipzig und Brünn, der Tschechischen Zentren in Deutschland und Österreich, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Goethe Instituts Prag sowie zahlreicher weiterer Partnerinstitutionen.

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