Musik aus Leipzig

„Die Meisterklasse ist es, wenn die Gitarre unterm Schritt hängt“: Interview mit Peter Lorre von zvo55

Für alle LeserDass Leipzig irgendwie anders ist, hat sich ja schon herumgesprochen, nicht erst zu den letzten Wahlen. Aber natürlich auch da. Warum das so ist, darüber gibt es ja viele Erklärungsversuche, aber Augenscheinlich sind die Menschen hier ein Stück weit weltoffener als der Rest von Sachsen. Oder gar „dem Osten“. Vielleicht liegt es auch an den vielen kreativen Menschen hier? Wie Peter Lorre von zvo55, der sich mit diesem Projekt neben seinen anderen Bands eine Art eigenen künstlerischen Freiraum realisiert hat.

Stellt euch doch mal vor, wer seid ihr im einzelnen, warum seid ihr, was ihr seid und was wollt ihr werden? Wie habt ihr euch gefunden, wie ist die Idee zur Band entstanden, wer schreibt die Texte?

Ich bin Peter und im Prinzip ist „zvo55“ meine musikalische Spielwiese, auf der ich alles so umsetzen kann, wie ich es mir vorstelle. Also ich schreibe alle Songs ohne künstlerische Kompromisse oder längere Diskussionen. Eine Freiheit, die ich mir gern neben den anderen Bands, in denen ich spiele oder spielte, nehmen wollte.

Der Posten des Schlagzeugers ist aktuell vakant und den Bass hat freundlicherweise Stephan übernommen, mit dem ich auch zusammen bei „Die BlumentoPferde“ spiele. Zuvor spielte Bruno Rockstroh Schlagzeug, der zurzeit wieder mit Loikaemie auftritt. Zur selben Zeit spielte Seb von Piefke Bass.

zvo55 – Zwischen (Official Video)

 

Es gibt also auch noch andere musikalische Projekte. Wo seid ihr denn außerhalb dieses Projektes noch so unterwegs?

Wie schon erwähnt, spielen Stephan und ich bei „Die BlumentoPferde“ zusammen und das schon seit 2002. Aktuell sind keine Konzerte geplant. Ansonsten spielte ich von 2012 bis 2017 noch bei „StaatsPunkrott“. Wenn es zeitlich passt, hilft Stephan noch bei „Gleichlaufschwankung“ am Bass aus.

Um die Bedeutung eures Namens habt ihr ja immer ein Geheimnis gemacht, wollt ihr das nicht heute mal lüften?

Der Grund zur Entstehung des Namens ist so profan, dass ich mich lieber geheimnisvoll darüber ausschweigen möchte.

Gleich der erste Song, den ich von euch gehört hab, ist hängengeblieben, hat also Ohrwurmpotenzial. Wie siehts denn aus mit der Weltkarriere, seid ihr bis hierher zufrieden oder geht da noch mehr? Ihr bezeichnet euch ja selbst als Punkrock-Band, da wars früher ja eher verpöhnt, zuviel Berühmtheit zu erlangen. Hat sich das geändert?

Ich bin froh über jeden, dem meine Songs gefallen. Natürlich hänge ich manchmal noch dem Jugendwunsch hinterher, dass ein breites Publikum meine Musik mit Begeisterung abfeiert und sie somit mehr Aufmerksamkeit bekommt. Doch bin ich beruflich und privat so sehr eingespannt, dass ich kaum Zeit finde, zvo55 mit dem nötigen Enthusiasmus voranzubringen. Wahrscheinlich geht es mir wirtschaftlich auch zu gut und der Leidensdruck ist somit nicht groß genug. Oder es liegt am Alter ;)

zvo55 – Unterwegs (Official Video)

 

Oft wird man ja mit anderen Bands verglichen nach dem Motto „klingt wie“ oder „kopiert den Stil von“. Da ja auch Musiker nicht abgeschottet von der Außenwelt aufwachsen und wahrscheinlich ihr Leben lang Musik gehört haben, sind Einflüsse und Prägungen ja auch eher wahrscheinlich. Ist es heutzutage schwer, seinen eigenen Stil zu finden, gerade bei dem Überangebot an Musikstilen und -richtungen?

Es war, glaube ich, schon immer schwer, den eigenen Stil zu finden. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Kunst man verfolgt. Wenn mir mal nichts einfällt, habe ich so ein tolles Buch, das jedem rät, zu kopieren, was man liebt. Kopieren, kopieren, kopieren. Inspiration ist auch nur ein anderer Begriff für stilvollen Diebstahl.

Stephan und ich entschieden uns mit 11/12 Jahren, gemeinsam Musik zu machen. Wir hatten unseren musikalischen Vorbilder, die wir bisher nie wirklich abschütteln konnten. Eine Zeitlang war das wirklich ziemlich frustrierend. Heute stehen wir darüber, auch wenn es doch noch ab und zu einen kurzen, stechenden Schmerz im Egozentrum gibt, wenn der Vergleich unerwartet in Gesprächen gezogen wird.

Im Übrigen bewundere ich Bands wie „Turbostaat“, die gleich mal ne neue Musikrichtung mit ihren ersten beiden Alben geschaffen haben. Das kann man sich nicht vornehmen. Das passiert einfach. Meistens im Zusammenspiel der einzelnen Bandmitglieder.

In den 80ern waren Punkkonzerte und -festivals immer wie große Familientreffen, fremd war da niemand und was der eine nicht hatte, konnte der andere bestimmt besorgen. Der Zusammenhalt war riesig, ist das heute noch so aus deiner Sicht? Wie hat sich die Szene verändert? Auf den Straßen sieht man zumindest viel weniger Punks als damals, aber tot ist der Punk ja bekanntlich nie.

Ich habe die 80er Jahre ja nicht aktiv miterlebt und kann diesen Vergleich aus persönlichen Erfahrungen nicht ziehen. Ich lese gerade das Buch von Geralf Pochop, der in „Untergrund war Strategie“ seine Zeit als Punk in der DDR detailliert beschreibt. Da gewinne ich auch den Eindruck, dass es schon recht familiär war.

Was daran lag, dass es zu dieser Zeit nur wenige Punks gab und noch weniger Punkkonzerte, zu denen man dann die üblich Verdächtigen, die negativ-dekadenten Elemente der DDR, also Gleichgesinnte angetroffen hatte. Wenn ich heutzutage auf Konzerte gehe oder selbst welche gebe, kommt es doch schon recht häufig vor, dass ich den einen oder anderen von anderen Veranstaltungen kenne.

Wie hat sich die Szene verändert? Sie ist in jedem Fall älter geworden :D Denn Hip-Hop, Rap und R’n’B sind seit Aggro Berlin die Jugendmusik schlechthin. Da gibt es nach meiner Beobachtung nur wenig Nachwuchs, der sich noch von Punk begeistern lässt. Jede Musik hat ihre Zeit und Revivals. Doch der Punk ist nun mal in den 70er Jahren in die Welt gesetzt worden und wird erst dann wirklich verschwinden, wenn die westliche Welt kollabiert oder die Erde in zwei Hälften zerbricht.

Was hört ihr denn privat so? Es soll ja tatsächlich auch Punks mit einem Hang zum Schlager geben.^^

Stephan und ich mögen Udo Jürgens :D Über ihn haben wir auch schon ein Lied geschrieben und veröffentlicht. Meine Stammbands oder Künstler*innen, die immer wieder im Player landen, sind Faith No More, Tool, Bad Religion, Supernichts, Johnny Cash, Blink-182, A Perfect Circle, Deftones, Björk, Detlef, Tomahawk, Puscifer, Depeche Mode, Turbostaat, Casper, ZSK usw.

Könnt ihr mittlerweile von der Musik leben oder müsst ihr nebenher arbeiten? Ist es in Zeiten von Streamingdiensten und Youtube überhaupt noch möglich, mit Musik Geld zu verdienen?

Es ist möglich, aber schwer. Ich verdiene mein Geld anders und gebe es für „Die BlumentoPferde“ und zvo55 aus :D

Ihr habt die Diskussion um die EU-Urheberrechtsreform ja wahrscheinlich verfolgt und seid ja als Künstler direkt betroffen. Habt ihr eine Meinung dazu?

Die Diskussion über das Urheberrecht finde ich wichtig und das Urheberrecht als solches schützenswert. Die Umsetzung der Reform ist mangelhaft, da diese alte weiße Männer zu verantworten haben, die die Mechanismen von Plattformen wie YouTube nicht verstanden haben und der Jugend nicht zugehört worden ist. Zumal Uploadfilter Tür und Tor für Überwachungsmaßnahmen öffnen, die die Meinungsfreiheit und Neutralität des Internets gefährden können.

zvo55 – Himmel (Official Video)

 

Wie siehts denn in Leipzig aus in der Musikszene, ist es schwer für eine Band, Fuß zu fassen? Was ist mit Proberäumen, Förderungen usw. Gibt es irgendeine Unterstützung in der Form?

Irgendetwas Neues zu starten, ist immer mit Anstrengungen und einem festen Willen verknüpft. Proberäume zu ergattern ist schwer. Aber es gibt Plattformen, die die Suche vereinfachen können. Zum Thema Förderung kenne ich mich zu wenig aus. Es gibt die „Initiative Musik“, über die wir z. B. mit „StaatsPunkrott“ unsere UK-Minitour erst finanzieren konnten.

Leipzig hat ja musikalisch so einiges zu bieten, wie ist denn das Verhältnis zu anderen Bands? Eher Konkurrenz oder mag man sich?

Zu „100 Kilo Herz“ verbindet uns eine jahrelange Freundschaft mit einzelnen Bandmitgliedern. Ich mag die Menschen von kirre. Auch Piefke begegnen uns immer wieder. Die, die ich kenne, mag ich.

Ihr seid ja relativ oft unterwegs und habt zu verschiedensten Anlässen Auftritte. Ist euch da ein Auftritt besonders in Erinnerung geblieben? Gibt es eine Lieblingsstory, die ihr immer wieder gern erzählt in dem Zusammenhang?

zvo55 spielen gar nicht so viel. Dass uns „100 Kilo Herz“ zu ihrem Wohnzimmerkonzert einluden, darüber habe ich mich sehr gefreut.

Ihr habt auf dem Friedensfest in Ostritz gespielt, wie politisch seid ihr als Band? Engagiert ihr euch auch außerhalb der Musik politisch, gerade Leipzig zeigt ja immer wieder, dass es in der Beziehung „anders“ ist als der Rest von Sachsen, gerade erst wieder bei den Wahlen. Erlebt ihr das selbst auch so?

Mit „Die BlumentoPferde“ haben wir in Ostritz gespielt. Uns ist wichtig, dass wir jedem klarmachen, wo wir politisch stehen. Gelegentlich fand unsere politische Einstellung auch thematisch in unseren Liedern statt. Wir sind gegen Neonazis, Wutbürger, Fremdenhass, Ausgrenzung und Diskriminierung jeglicher Art. Wir engagieren uns privat und beruflich in linkspolitischen Projekten. Aber wir sprechen ja jetzt über unsere Bands ;).

Viele wollen nur zu gern Musik machen und stellen sich das oft auch sehr einfach vor. Aber da steckt ja schon viel Arbeit hinter, wenn man nicht gerade von irgendwelchen Talentsuchern oder Fernsehsendern gehypt wird. Was könnt ihr Neulingen raten, die sich trotzdem nicht abschrecken lassen?

Spielen, spielen, spielen. Ein bisschen proben. Die Gitarren müssen tief hängen. Die Meisterklasse ist es, wenn die Gitarre unterm Schritt hängt.

Wo spielt ihr denn in nächster Zeit, macht mal ein bisschen Werbung für eure nächsten Auftitte.

31.08. – Los Pampos Festival

12.10. – Riot & Passion Festival

08.11. – Brückenkopf Torgau

Was war denn die blödeste Frage, die euch in einem Interview mal gestellt wurde? Wenns eine von diesen ist war das natürlich Absicht.^^

Warum heißt ihr eigentlich …? XD

Erwischt^^

zvo55 im Netz:

 Youtube
Facebook

LeipzigMusikPunk
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

1.422 ältere Lehrerinnen und Lehrer bekommen aktuell eine Bindungszulage
Die Rotstiftpolitik hat dem sächsischen Bildungssystem gar nicht gutgetan. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSachsen kam spät zu Potte, was das Thema Lehrermangel betrifft. Eigentlich erst 2016. Da hieß die zuständige Kultusministerin noch Brunhild Kurth und nach fünf Jahren des Versuchs, das Problem mit den fehlenden Lehrer/-innen irgendwie mit Notfallkoffern zu lösen, beschloss Sachsens Regierung endlich ein „Lehrermaßnahmenpaket“, für das einmal richtig Geld in die Hand genommen wurde. Über 200 Millionen Euro. Ein Bestandteil dieses Pakets war die sogenannte Bindungszulage.
Vom 15. bis 18. August: 50 Jahre Woodstock – 23 Jahre Flowerpower Leipzig
Tino Standhaft. Foto: Elia van Scirouvsky

Foto: Elia van Scirouvsky

Leipzig ist eine der schönsten Städte und immer einen Besuch wert – besonders vom 15. bis zum 18. August 2019, wenn die weit über die Grenzen Leipzigs bekannte Musikkneipe »Flowerpower« an diesem Wochenende 50 Jahre Woodstock und ihren 23. Geburtstag feiert! Es waren genau diese Tage vor 50 Jahren, als Woodstock zum Sinnbild einer Generation wurde, und ohne diese Zeit hätte es das Flowerpower Leipzig – mittlerweile mit Ablegern in anderen Städten – nie gegeben.
In der Polizeidirektion Leipzig fehlen noch immer 143 Polizeibeamte zur Soll-Stärke
Sächsischer Polizist - hier bei der Neueinkleidung 2010. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn in Sachsen alljährlich die neuen Fallzahlen der Kriminalpolizei veröffentlicht werden, dann zeigen viele Finger schnell auf Leipzig, fallen Begriffe wie „Kriminalitätshochburg“ und auch die zuständigen Innenminister tun gern so, als hätte man da mit Leipzig ein besonderes Problem. Die zuständigen Polizeipräsidenten pressen dann meist lieber die Lippen aufeinander. Denn Leipzig war bei der Ausstattung mit Polizisten in den vergangenen Jahren stets das fünfte Rad am Wagen.
2018 starben in Sachsen 27 Menschen an einer Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen
Luftbild Klinikums St. Georg. Foto: Klinikum St. Georg

Foto: Klinikum St. Georg

Für alle LeserDie Frage musste dann auch einmal gestellt werden. Denn seit Jahren machen multirestistene Keime unseren Krankenhäusern zu schaffen. Bisherige Antibiotika helfen nicht mehr gegen sie. Der Kampf um das Leben der Patienten wird immer schwerer. Und nicht alle Patienten überleben die Begegnung mit diesen Keimen. Wie sieht es eigentlich aktuell in Sachsen aus, wollte Susanne Schaper wissen.
Unterstützung der Staatsregierung für die TU Dresden hat sich gelohnt, jetzt geht es um die Grundsicherung aller Hochschulen in Sachsen
Blick von der Bergstraße auf das Hörsaalzentrum der TU Dresden. Foto: TU Dresden

Foto: TU Dresden

Für alle LeserFür mehr hat’s nicht gereicht, könnte man auch sagen zur Auszeichnungen der TU Dresden in der Exzellenzinitiative der deutschen Universitäten. Dass ein Land wie Deutschland exzellente Hochschulen braucht, ist klar. Doch wie stellt man das an sie zu schaffen, wenn es keine milliardenschweren Förderer gibt wie in den USA? Da muss der Staat ran, beschloss die Bundesregierung 2004. Aber das Geld sollten nur die Universitäten bekommen, die sich in einem echten Fight durchsetzen würden.
Wie Sachsens Regierung Drogenpolitik betreibt, ist sie tödlich für die Betroffenen
Südfriedhof Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen 21. Juli ist Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher/-innen. Ein Tag, der eigentlich auch zum Nachdenken darüber anregen sollte, ob die Drogenpolitik in Sachsen Sinn macht, ob sie überhaupt hilft oder doch nichts anderes ist als Drohpolitik, mit der Repression und Polizeizugriffe erzwungen werden, wo eigentlich echte Hilfe für die Betroffenen gebraucht wird. Den Druck spürt auch eine Stadt wie Leipzig.
Antifaschisten verhindern Demonstration der „Identitären Bewegung“ in Halle
Demonstration gegen die „Identitäre Bewegung“ in Halle. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserFür die Aktivisten der „Identitären Bewegung“ sollte es die größte Party des Jahres werden: ein „Sommerfest“ an ihrem Wohnprojekt in Halle und eine Großdemonstration durch die Stadt. Letzteres scheiterte schon allein daran, dass nicht mehr als 200 Personen zu dem Event erschienen. Zudem verhinderten Antifaschisten mit effektiven Blockaden, dass es überhaupt zu einer Demonstration kam.
Mehr als „einfach mal tanzen“: Die Global Space Odyssey in Leipzig + Video & Bildergalerie
Eine kleine Liste der gestorbenen Clubs in leipzig fuhr als Grabstein auf der GSO 2019 mit. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserRitual, Spaß oder echte Demo? Die Global Space Odyssey (GSO) Leipzig hat schon diverse Einschätzungen hinter sich, gern von außen formuliert, oft falsch. Seit den Zeiten als „Hanfparade“ stehen immer wieder neue Ziele auf der Agenda der jährlich zwischen 2.000 bis 4.000 Teilnehmer. So auch am 20. Juli 2019 auf der Route von Connewitz zum Wagnerhain im Westen der Stadt.
Gastkommentar von Christian Wolff: Widerstand
Weiße Rosen bei der AfD - die Geschwister Scholl werden für einen Kampf missbraucht, den sie, wie wohl auch Daniel H., ganz anders gesehen hätten. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserEr ist der zentrale Begriff für diesen Tag: Vor 75 Jahren versuchten Angehörige der Wehrmacht, Adolf Hitler auszuschalten und dadurch das nationalsozialistische Terrorregime zu beenden. Dieser Versuch scheiterte. Hitler und die Nationalsozialisten verschärften nach dem 20. Juli 1944 den Terror nach innen und außen und setzten den Holocaust in einer ins Unermessliche gesteigerten Grausamkeit fort. Das Besondere am Widerstand der Generäle und vieler Persönlichkeiten aus dem zivilen Bereich, wie der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler, war, dass nicht wenige von ihnen zunächst Befürworter des Nationalsozialismus waren. Allerdings sahen sie mit Erschrecken, dass der von der SA und SS ausgeübte Terror den deutschen Staat zu einer „Diktatur des Bösen“ (Flugblatt der „Weißen Rose“) hat verkommen lassen.
Warum die Freien Wähler sauer sind, dass sie in der sächsischen Wahlstatistik unter ferner liefen abgelegt wurden
Gemeindewahlergebnisse im Landkreis Leipzig im Mai 2019 - extra herausgehoben die Stadt Grimma. Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Für alle LeserEinigermaßen sauer waren die Freien Wähler schon, als die sie nach den Kommunalwahlen am 26. Mai in Sachsen nur unter „ferner liefen“ genannt wurden und die CDU als Gewinner der Kommunalwahlen verkündet wurde. Aber eigentlich musste man die Freien Wähler gar nicht mit der Lupe suchen.
Am 16. August will das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen die Unterschriften im Sächsischen Landtag übergeben
Das Bildungsideal eines vergangenen Jahrhunderts. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Statement ist deutlich: 47.046 bestätigte Unterschriften hat das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen gesammelt, um den Volksantrag für diese wichtige ergänzende Schulart endlich in Gang zu bringen, die das längere gemeinsame Lernen der Kinder erst möglich macht. Am 16. August soll das Unterschriftenpaket dem Landtagspräsidenten übergeben werden.
Das Ziel von 220 Millionen LVB-Fahrgästen passt überhaupt nicht zum 365-Euro-Jahresabo
Straßenbahntunnel an der Jahnallee. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserZum 1. Januar hatte Wien 1.897.491 Einwohner. 2018 erreichten die Wiener Verkehrsbetriebe einen neuen Fahrgastrekord: 965,9 Millionen Menschen nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Wien, jener Stadt, die mit ihrem 365-Euro-Jahresticket mittlerweile zum Vorbild für etliche deutsche Großstädte wie Berlin geworden ist. Und natürlich auch für Leipzig.
Zum 200. Geburtstag gestalten HTWK-Studierende eine Clara-Schumann-Ausstellung im Musikinstrumentenmuseum
Auch dieses Tafelklavier (Detail) von Breitkopf & Härtel, Leipzig, aus dem Jahre 1846 wird in der Ausstellung gezeigt. Foto: Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (4506)

Foto: Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (4506)

Für alle LeserAm 13. September ist ganz offiziell der 200. Geburtstag der in Leipzig geborenen Pianistin und Komponistin Clara Schumann. Keine andere Künstlerin des 19. Jahrhunderts hat das romantische Konzertleben so entscheidend beeinflusst wie Clara Schumann. Schon in jungen Jahren faszinierte sie als „Wunderkind“ und wurde in ganz Europa als Klaviervirtuosin gefeiert. Bis ins hohe Alter blieb sie eine der prägendsten und erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation.
Bernd F. Lunkewitz: Auch „Horns Ende“ wurde nicht an der DDR-Zensur vorbei veröffentlicht
Christoph Hein, Elmar Faber: Ich habe einen Anschlag auf Sie vor. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Geschichte klang zu schön: Da trickst ein cleverer Verleger die Genehmigungspraxis der DDR aus, indem er – da er partout keine Druckfreigabe vom zuständigen Buchminister bekommen kann – der Druckerei einfach sagt, sie könne das Buch jetzt drucken, die Druckgenehmigung sei da. Und so sei „Horns Ende“ zum einzigen Buch in der DDR geworden, das ohne Druckgenehmigung erschien. Leider nur eine schöne Anekdote, teilt uns jetzt Bernd F. Lunkewitz mit.
Wann bekommt Sachsen endlich ein Artenschutzgesetz wie Bayern?
Wolfram Günther, Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserMuss es erst eine krachende Wahlniederlage für die Regierungspartei geben, damit in Sachsen endlich eine Politik gemacht wird, die das Land vor Schaden schützt? Wolfram Günther, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag, hat da so eine Ahnung. Das große Vorbild für Sachsens CDU war ja immer Bayern. Und dort wurde jetzt ein dickes Artenschutzpaket beschlossen. Dem war ein starkes Volksbegehren vorausgegangen.