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Die Band „wonach wir suchen“ thematisiert häusliche Gewalt in einem einfühlsamen Musicclip

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    Es war ein großes Thema im Shutdown: Die Sorge darum, dass es in der Zeit des Zuhausebleibenmüssens in Familien und Partnerschaften vermehrt zu Gewalt kommt und die Opfer keine Chance haben, sich Hilfe zu holen oder wenigstens der beklemmenden Situation zu entfliehen. Die Leipziger Band „wonach wir suchen“ hat das Problem jetzt in einem Song und einem beeindruckenden Musikclip thematisiert.

    Seit 2009 gibt es die Band „wonach wir suchen“. Mit Akustikgitarre, Akustikbass und Mundharmonika spielt sie auf Straßen und Bühnen ihre Lieder: „Lieder von Traumbaumschlössern, Mittagspausen und den Rebellinnen in uns. Mittlerweile mit neuer Besetzung geht’s jetzt mit Schlagzeug weiter auf alten Straßen zu neuen Bühnen, mit den alten Akustikklampfen und neuen Liedern vom Meer, vom Mond, vom Lieb- und Dagegensein“, kann man auf der Homepage lesen.

    Ihre Songs sind engagiert und verflüchtigen sich ganz bestimmt nicht in idyllische Romantik: „Inhaltlich berühren sie dabei mit Texten, die vom Leben, der Liebe, der inneren Zerrissenheit und vom ,großen Ganzen‘ – unseren gesellschaftlichen Zuständen – handeln. Sie beziehen dabei ganz klar Stellung gegen jede Form von Ausgrenzung, Rassismus, Homophobie, Sexismus und stehen für einen schnellen nachhaltigen Klimaschutz auf der Bühne und im Leben.“

    Die Meldungen von zunehmender häuslicher Gewalt haben die Musiker nun zusätzlich sensibilisiert.

    „Wir müssen uns auf eine Zunahme häuslicher Gewalt durch die Coronakrise einstellen. Frauenhäuser sind nicht nur in der angespannten Situation systemrelevant, sie sind generell unverzichtbar. Das Kabinett hat jetzt zusätzlich 540.000 Euro zum Schutz vor häuslicher Gewalt bereitgestellt. So kann Engpässen in Schutzhäusern mit zusätzlichen Unterkünften und mehr Personal vorgebeugt werden. Die dafür eingeleiteten Maßnahmen sind wichtige und richtige Schritte“, thematisierte zum Beispiel Hanka Kliese, Sprecherin für Gleichstellung der SPD-Fraktion im Landtag, am 10. April die Gefahren, die da im Verborgenen entstehen.

    „Die Extremsituation zeigt zudem – wie in vielen anderen Bereichen auch – dass nach der Krise weiter gehandelt werden muss. Denn die Herausforderungen beim Schutz von Kindern und Frauen bleiben, weil diese besonders oft Opfer häuslicher Gewalt sind. Wir müssen den Koalitionsvertrag konsequent umsetzen, der zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen vorsieht.“

    Und sie mahnte auch für die Zeit nach Corona: „Es ist unsere Aufgabe, Kindern und Frauen flächendeckend im ganzen Land Schutz zu bieten. Dafür müssen Beratungs- und Schutzeinrichtungen bedarfsgerecht und barrierefrei ausgebaut werden. Zugleich brauchen wir in den Einrichtungen deutlich mehr Personal, um möglichst allen Bedürftigen gut helfen zu können. Auch die im Koalitionsvertrag vereinbarte Schaffung einer Landeskoordinierung für Gewaltschutzaufgaben sollte zeitnah realisiert werden. Deren Arbeit – das zeigt uns die Krise mehr als deutlich – wird immens wichtig sein.“

    wonach wir suchen – wohin

    Aber bevor Betroffene Hilfseinrichtungen nutzen können, brauchen sie natürlich auch die Ermutigung, den ganz und gar nicht schützenden „Schutzraum“ Familie zu verlassen.

    „Wir, die Leipziger Band ,wonach wir suchen‘ haben gerade mithilfe von Schauspielern und einer professionellen Filmcrew (twosyde-Media) ein Video zu unserer aktuellen Single ,Wohin‘ produziert, welches häusliche Gewalt in der Beziehung thematisiert“, sagt Robin Kruse stellvertretend für die Musikgruppe, die sich mit nachdenklichen Texten den Themen der Gegenwart widmet.

    „Im Video wird eine durchschnittliche Beziehung dargestellt, welche auf den ersten Blick harmonisch erscheint aber bei näherem Betrachten immer wieder die bröckelnde Fassade und eine hilflose Situation für die weibliche Protagonistin zeichnet. Dabei gehen wir auf alltägliche Situationen und häufig auftretende Verhaltensmuster in einer heterosexuellen Beziehung ein, welche von einem Machtungleichgewicht betroffen ist.“

    Und natürlich verweist die Band unter ihrem Video auch auf die Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die hilfreiche Ratschläge gibt zum Umgang und zu Hilfsangeboten bei häuslicher Gewalt.

    Am 5. Juni sollte eigentlich der Record Release für das neue Album „laute Pfade leise Sohlen“ sein. Mal schauen, ob das noch klappt unter den nach wie vor geltenden Corona-Schutzauflagen.

    Häusliche Gewalt: In Leipzig ein Problem, nicht erst durch Corona

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