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Ein crossmediales Konzert: Schaubühne Lindenfels streamt ab 20. Mai „1023: Lyrische Suite von Alban Berg“

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    Auch die Schaubühne Lindenfels beherrscht das Online-Konzertformat. Das können Liebhaber moderner Interpretationen klassischer Musik vom 20. bis 23. Mai erleben, wenn Alban Bergs „Lyrische Suite“, gespielt vom Schumann Quartett, für vier Tage als Stream aus der Schaubühne angeschaut werden kann.

    Geleitet von dem Wunsch, Alban Bergs für völlig verkopft gehaltene „Lyrische Suite“ als Einblick in die Gefühlswelt des Komponisten, als sein musikalisches Psychogramm zu erleben, ist „1023“ mehr als ein klassisches Konzert: Das Publikum erwartet eine crossmediale Collage.

    Simultan zur Aufführung der „Lyrischen Suite“ durch das Schumann Quartett – „eine der allerbesten Formationen der jetzigen Quartettblüte“ (SZ) – präsentiert der Videokünstler Murat Haschu seine Interlinearversion der Musik auf drei Projektionsflächen. Zudem führt Moderatorin Rebecca Maria Salentin in die Entstehungsgeschichte des Werkes ein und rezitiert aus Bergs Briefe.

    Die „Lyrische Suite“

    Der Wiener Komponist glaubte fest an die Macht des Schicksals und hatte laut seinem Schüler und Freund Theodor W. Adorno einen Hang zur „unendlichen Geheimniskrämerei“ und Mystik aller Art. Im Mai 1925, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, lernt Alban Berg die verheiratete Hanna Fuchs kennen. Die Liebe zu ihr, so hoffnungslos wie pathetisch, stürzt ihn in eine Lebenskrise.

    Während seine gutbürgerliche Fassade zu bröckeln beginnt, treibt die künstlerische Seite unerhörte Blüten. Besessen von der Idee, dass Hanna ihm vorbestimmt ist, webt er die geheim gehaltenen Sehnsüchte in die Komposition der „Lyrischen Suite“ für Streichquartett ein.

    Berg arbeitet wie ein Dombaumeister und berechnet alles bis ins kleinste Detail, um geheime Botschaften in der Musik zu codieren: Das Stück ist zum Bersten voll von verschlüsselten Anagrammen, Zitaten und Zahlenspielen. Bekannt wird dies erst fünfzig Jahre später mit der Entdeckung seiner geheimen Briefe an Hanna, die fast zehn Jahre lang von Wien nach Prag gingen. Als Postillions d’amour dienten unter anderen Theodor W. Adorno, Alma Mahler und Franz Werfel.

    Kopfhörer auf!

    Aufgezeichnet im Ballsaal der Schaubühne Lindenfels, ist der Abend für den analog-digitalen Raum entwickelt. Für ein besseres Klangerlebnis wird die Benutzung von Kopfhörern empfohlen.

    Die Einspielung ist eine Produktion von Bükü – Büro für kulturelle Übersetzungen e. V. in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Zudem gefördert durch: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und Gustav Mahler Vereinigung e. V., Hamburg.

    Idee, Konzept: Marina Druzhinina.
    Mitwirkende: Schumann Quartett
    Videoart: Murat Haschu
    Text und Moderation: Rebecca Maria Salentin
    Filmische Bearbeitung: Kante Film Tonaufnahme: Audiocarsten
    Ticketverkauf auf dringeblieben.de

    Auf dringeblieben.de ist der Stream dann auch verfügbar von Donnerstag, 20. Mai, 19 Uhr bis Sonntag, 23. Mai, 24 Uhr.

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