Fremd-vertrautes Theatermärchen mit Maskenfiguren: Compania Sincara inszeniert „Turandot“

Ein altes Stück von Carlo Gozzi in der Schaubühne Leipzig neu inszeniert

Für alle LeserNach dem italienischen Original von Carlo Gozzi bringt das mehrfach ausgezeichnete Theaterkollektiv Compania Sincara die Geschichte um die männermordende Prinzessin Turandot als ein virtuos interdisziplinäres Spiel aus mythisch-fantastischer Erzählung und progressiver Gesellschaftsvision zur Premiere. Gemeinsamkeit statt Exklusivität, Offenheit statt Abgrenzung, Kraft statt Angst. Auf einmal wird ein altes Stück sehr gegenwärtig.

In ihrer „Turandot“-Inszenierung setzt sich die Compania Sincara musikalisch, tänzerisch und komödiantisch-spielerisch mit Themen wie kultureller Zugehörigkeit, Identität und Entfremdung auseinander.

Die Geschichte um die Rätsel aufgebende Prinzessin ist heute vor allem durch die tragische Opernbearbeitung von Giacomo Puccini und die Theaternachdichtung von Friedrich Schiller bekannt. Compania Sincara kehrt jedoch zum italienischen Original von Carlo Gozzi zurück, das im deutschsprachigen Raum kaum gespielt wird. Das tragikomische Theatermärchen wirft in Zeiten von zunehmenden Debatten über kulturelle, nationale, geschlechterdefinierende oder soziale Identitäten und Zugehörigkeit zentrale Fragen über existentielle Belange des Menschseins und des modernen Zusammenlebens auf.

„Jetzt, da sich immer größere Teile der Bevölkerung gegen ‚Fremdes‘ solidarisieren, radikalisieren und sich so von toleranteren Bevölkerungsteilen entfremden: Wie lässt sich ein friedliches Zusammenleben gestalten ohne neue Mauern zu Land, zu Wasser oder in den Köpfen?“ fragt Compania Sincara und erzählt mit „Turandot“ eine Geschichte über die Zusammenführung entfremdeter Welten – und das mittels kleiner Maschinenzauber, Masken und Musik, einer fröhlich-ernsten Sprache und eines allgemein hochkörperlichen Spiels mit leichtfüßiger Akrobatik und grobem Tanz.

Compania Sincara ist eine 2016 gegründete Theatergruppe mit Basis in Leipzig. Der Name „Sincara“ (von spanisch „sin cara“, „ohne Gesicht“) spielt auf die besondere Theaterarbeit mit Masken und Figuren an, durch die sich die Compagnie auszeichnet. Jedes Stück wird in einem kollektiven Prozess erarbeitet und lässt unsichtbare Welten sehbar werden, voll von Figuren und Geschichten, die etwas über das Menschsein erzählen. In ihrem spielerischen Umgang mit neuen und alten, experimentellen und historischen Spiel- und Erzählweisen schafft Compania Sincara Theatererlebnisse voller Spielfreude und Poesie. Tourneen und Gastspiele führten sie durch ganz Europa und ihre Produktionen wie „Don Q“ wurden mehrfach ausgezeichnet bzw. für Preise nominiert.

Premiere für das Stück ist am Mittwoch, 15. Mai, um 20 Uhr im Ballsaal der Schaubühne Lindenfels.

Weitere Vorstellungen: Fr, 17. bis So, 19. Mai, jeweils 20 Uhr

Vorverkauf in der Schaubühne, an allen bekannten VVK-Stellen und über www.schaubuehne.com sowie Abendkasse: 15/12 (erm.) / 10 (Studierende) Euro

 

PremiereSchaubühne Lindenfels
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