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Ost-Passage-Theater zeigt zum Spielzeitfinale eine performative Kunstinstallation zur Waffenverbotszone

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    Die erste Spielzeit ist geschafft. Das kleine ambitionierte Theater hat sich etabliert im Leipziger Osten, mittendrin in jenem Gebiet, von dem sächsische Innenminister glauben, dass es hier so gefährlich ist wie nirgendwo sonst in Sachsen. Das im Kuppelbau des ehemaligen Kinos gelegene Nachbarschaftstheater in der Konradstraße 27, das einige Leipzigerinnen und Leipziger noch als „Lichtschauspielhaus“ kennen sollten, beendet seine erste Spielzeit.

    16 Premieren, die meisten in Uraufführung, weit mehr als 10.000 Gäste und eine beeindruckende Zahl von 191 Veranstaltungen unterschiedlichster Ausprägung geben ein beredtes Bild darüber ab, wie erfolgreich sich das junge Ost-Passage Theater am Standort Neustadt/Neuschönefeld etablieren konnte.

    Aus diesem Anlass lädt das ehrenamtlich aktive Team von Theatermacher/-innen für diesen Samstag, 20. Juli, ab 18:30 Uhr alle Förderer/-innen, Freunde, Nachbarn und Interessierte zu einem kleinen Grillfest direkt vor dem Haus ein.

    „Außerdem werden wir zu Beginn im Eingangsbereich des Ost-Passage Theaters – 30 Meter Luftlinie zur angeblich ,kriminellsten Kreuzung Deutschlands‘ – eine Kunstinstallation zur Waffenverbotszone enthüllen und performativ einweihen“, kündigt Daniel Schade von der Initiative Ost-Passage Theater an.

    Angeregt und entstanden ist die Idee zu dieser Installation im Rahmen des Seminars „Entstellte Kunst“ der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, unter Anleitung des bekannten documenta14-Kurators Adam Szymczyk. Die Installation im öffentlichen Raum wurde von dem freien Künstler Felix Almes und dem Ost-Passage Theater gemeinsam entwickelt und hinterfragt die Sinnhaftigkeit der nun seit einem dreiviertel Jahr bestehenden Verbotszone, die Auswirkungen auf die ansässige Bevölkerung und die Wechselwirkung mit den restlichen Bürger/-innen der Stadt und darüber hinaus.

    Ortstermin mit Markus Ulbig in der Eisenbahnstraße: Markus Ulbig, Burkhard Jung, Bernd Merbitz (v.r.n.l.). Foto: René Loch
    Ortstermin mit Markus Ulbig in der Eisenbahnstraße: Markus Ulbig, Burkhard Jung, Bernd Merbitz (v.r.n.l.). Foto: René Loch

    Die „feierliche Einweihung“ am Samstag soll dabei performativ an die offizielle Einführung der Verbotszone am 5. November 2018 durch Innenminister Roland Wöller, Oberbürgermeister Burkhard Jung und Polizeipräsident Bernd Merbitz anknüpfen und die Wirkmächtigkeit und Relevanz einer solcher Veranstaltung thematisieren. Denn Politiker machen mit solchen Presseterminen ja auch Marketing für ihre Ideen, egal wie schräg oder nutzlos sie sind. Irgendetwas ist passiert, wichtige Männer haben wichtige Worte in die Mikrofone gesagt.

    Mit den durchdachten oder undurchdachten Folgen ihrer Beschlüsse müssen dann aber die Menschen vor Ort klarkommen. Sie dürfen sich auch ein bisschen bevormundet und entmündigt fühlen, wie Kleinkinder, an denen die großen Papis der Politik durchexerzieren, wie man Regeln zu lernen hat. Auch das sehr typisch konservativ, um mal eine aktuelle Diskussion aufzugreifen: Konservative fühlen sich nur zu gern als Erziehungsberechtigte für andere Leute. Besonders solche mit anderer Hautfarbe, Barttracht oder Lebensart. Halt so wie im bunten Leipziger Osten, wo sich die Ost-Passage-Theatermacher logischerweise wohlfühlen. So emsig bemuttert ringsum.

    Das Grillen mit der performativen Installation am Ost-Passage-Theater in der Konradstraße 27 (über ALDI am Rabet) beginnt am Samstag, 20. Juli, um 18:30 Uhr. Die Kunstaktion dauert rund 30 Minuten. Danach ist Grillfest bis 22 Uhr. Eintritt: frei.

    Die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße stigmatisiert das ganze Quartier

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