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Angeklagter gesteht bei Gericht: „Ja, ich bin am Tode von Jasmin schuld“

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    Der Mörder von Jasmin K. (19) hat am Dienstag bei Gericht die grausame Tat eingeräumt. Verteidiger Rainer Wittner verlas für seinen Mandanten eine kurze Erklärung, in welcher Sebastian S. (24) gesteht, die Frohburgerin am 7. Juni getötet zu haben. Zu der Frage, ob er die junge Frau bei der Tat vergewaltigt habe, äußerte sich der Angeklagte allerdings nicht.

    „Ja, ich bin am Tode von Jasmin schuld.“ Schwer wiegt das Geständnis, die Verteidiger Rainer Wittner am Dienstag in Schwurgerichtssaal 115 des Leipziger Landgerichts vom Blatt abliest. Sebastian S. könne sich bis heute nicht erklären, wie es zu dem entsetzlichen Verbrechen gekommen sei. Gegenüber Jasmins Freunden und Angehörigen, die zahlreich auf den Zuschauerbänken Platz genommen haben, gibt er sich reumütig. „Ich weiß, dass ich unendliches Leid zugefügt habe“, steht in dem vorbereiteten Statement.

    Doch wie glaubhaft sind diese Worte. Sebastian S. verfolgt die Verhandlung nahezu regungslos. Sein Blick richtet sich leicht gen Fußboden. Die Hände liegen gefaltet auf dem Tisch. „Ich habe nichts und ich bin nichts und das habe ich mir selbst zuzuschreiben“, lässt S. zu Protokoll geben.

    Gegenüber der Polizei war der Mann, der mit seiner Mutter ein Haus im Frohburger Ortsteil Hopfgarten bewohnte, redseliger. Nach seiner Festnahme am 9. Juni bestritt S. die Tat. Aber, so erinnert sich Kriminalist Maik W. (36), erzählte er den Ermittlern ausgiebig von seiner schwierigen Kindheit, Problemen mit dem Stiefvater, sein Abrutschen in die rechte Szene. Mit 14 habe S. erstmalig zu Alkohol und Drogen gegriffen. Zuletzt konsumierte er Cannabis und Crystal. Am Donnerstag, zwei Tage vor der Tat, möchte er ein Gramm der synthetischen Modedroge konsumiert haben. Am Freitag besuchte Sebastian S. mit Jasmin und dem gemeinsamen Kumpel Erik S. die Frohburger Diskothek „Blue“. Dabei konsumierte er reichlich Hochprozentiges.

    Zum Disko-Besuch machte Sebastian S. im Verhör wenig Angaben. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass er um den Verlust trauert oder sich redlich bemüht, den Tatverdacht, den wir ihm eröffnet hatten, aus der Welt zu schaffen“, erinnert sich Maik W. Sebastian S. verwies den Ermittler auf Erinnerungslücken. Und er manövrierte sich in die Opferrolle. „Es waren immer die Anderen, die Schuld für seinen Ausbildungsabbruch waren“, berichtet der Polizist. Die Verantwortung für seinen Drogenmissbrauch schob S. dem ungeliebten Stiefvater in die Schuhe.

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    Als das Gericht die gut dreistündigen Aufnahmen einer Ortsbegehung, die Anfang Juli stattgefunden hat, abspielen lässt, erleben die Prozessbeobachter, die die positionierte Leinwand einsehen können, einen anderen Sebastian S. Der Mörder, der zu Beginn der Aufnahme die Tat im Beisein seines Verteidigers einräumt, wirkt regelrecht erleichtert, über das Geschehen sprechen zu können. Die erste Sequenz entstand auf einem Feld an einer Landstraße bei Hopfgarten. Sebastian S. trägt ein dunkelblaues T-Shirt. „Pro Edge“ ist darauf zu lesen. Übersetzt: Für Grenzen. Die unpässliche Botschaft passt zu der surrealen Atmosphäre. Die Felder sind begrünt, in der Luft zwitschern Vögel.

    An dieser entlegenen Ecke ließ Sebastian S. gegen 4 Uhr in der Tatnacht Jasmin das Auto ihrer Mutter stoppen. Er benötige eine Pinkelpause. Zuvor hatte Jasmin Erik S. in Otterwisch abgesetzt.

    Nachdem Sebastian S. den Pkw kurz verlassen hatte, überwältigte er Jasmin und schlug die junge Frau bewusstlos. Die Frohburgerin erlitt während dieser Attacke schon lebensbedrohliche Verletzungen. Sebastian S. setzte sich ans Steuer und fuhr nach Hopfgarten. Im Wohnzimmer seiner verreisten Mutter soll der junge Mann seine Bekannte laut Anklage vergewaltigt und erdrosselt haben.

    Der Prozess wird fortgesetzt.

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