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Mord im Hochhaus: Servicetechniker entdeckte leblosen Körper im Aufzugschacht

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    Im Indizienprozess gegen den mutmaßlichen Täter Sebastian T. (30) sagte am Donnerstag der Techniker aus, der am 11. September 2013 den verstorbenen Adriano H. (22) aufgefunden hatte. Der Obdachlose war in einem Grünauer Plattenbau in der 14. Etage in den Aufzugschacht gestürzt, während sich die Kabine im Erdgeschoss befunden hatte.

    Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass T. die Fahrstuhltür in der 14. Etage des Hochhauses in der Schönauer Allee 30 mittels eines Werkzeugs öffnete und mit einer Teleskopstange fixierte. Anschließend soll er den 22-Jährigen unter dem Vorwand, in dem Schacht befände sich ein Drogendepot, zu der waghalsigen Kletterpartie bewogen haben. Dabei stürzte er in den Tod.

    Ein Gutachter bestätigte am Donnerstag, dass sich die Türen mit Gewalt oder mit einem Dreikantschlüssel auch dann öffnen lassen, wenn sich die Kabine in einer anderen Etage befindet. Der Fahrstuhl befand sich zum Zeitpunkt der Tat in einem technisch einwandfreien Zustand. Die Polizei ging anfangs nicht von einem Tötungsdelikt aus.

    André K. (36) entdeckte den Toten im Fahrstuhlschacht. Der Servicetechniker war am 11. September vom Hausmeister gerufen worden, weil sich der Aufzug nicht mehr bedienen ließ. Als er im 15. Stock in den Schacht blickte, konnte er den Toten noch nicht erkennen, bemerkte aber einen Rucksack, der auf dem Gegengewicht abgestellt worden war.

    Der Monteur ging davon aus, dass die Tasche erst kurz zuvor dort abgestellt worden war. „Wenn er mitgefahren wäre, wäre er hängen geblieben“, erläuterte der Bornaer dem Gericht. Als er aus der ersten Etage nochmals den Schacht in Augenschein nahm, entdeckte er den leblosen Körper. Adriano H. lag mitten auf einem Nothalteschalter, der sich auf dem Dach der Kabine befindet. Möglicherweise deaktivierte der Verstorbene beim Aufprall den Aufzug.

    Sebastian T. soll Adriano H. ermordet haben, weil der Leipziger von seinen Betrugsgeschäften auf der Auktionsplattform „Ebay“ erfahren hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm darüber hinaus einen weiteren Mordversuch und acht Brandstiftungen in zwei Grünauer Hochhäusern vor. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

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