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Leichensuche im Baggersee: Wie die Polizei in Thekla zwei Mordopfer aufspürte

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    Im Prozess um den Theklaer Doppel-Mord haben am Dienstag zwei Kripo-Ermittler über die Arbeit der Polizei rund um den „Bagger“ berichtet. Der beliebte Badesee war ab dem 28. Juli 2016 aufgrund der umfangreichen Such- und Spurensicherungsmaßnahmen eine Woche lang weiträumig abgesperrt. In dieser Zeit durchkämmten unter anderem Polizeitaucher auf der Suche nach Leichenteilen systematisch das Gewässer.

    Die Einsatztaucher standen am 28. Juli vor einer Herkulesaufgabe. Der Baggersee, von Anwohnern liebevoll „Bagger“ genannt, erstreckt sich nämlich auf einer Fläche von weit über einem Hektar. „Wir hatten überlegt, das Wasser abzupumpen“, berichtete Jürgen H. (56). Den Plan musste der Mordermittler allerdings schnell wieder verwerfen. Aufgrund verschiedener Zuflüsse erwies sich das kühne Vorhaben als unrealisierbar. Also mussten die Taucher das Naturbad Meter für Meter abtauchen. Kein einfacher Job, denn das Wasser des bis zu elf Meter tiefen Sees erwies sich als besonders trüb.

    Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem Zeugen morgens am 28. Juli einen menschlichen Torso auf dem Wasser treiben sahen. Schnell war klar: Das Leichenteil gehört zu einem weiblichen Körper. „Es wurden umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet“, so H. Der erfahrene Ermittler schöpfte aus den Vollen. Polizisten sperrten das Gewässer vollständig ab. Bereitschaftspolizisten durchkämmten das angrenzende Ufer. Noch am gleichen Tag gab der „Bagger“ einen zweiten Torso Preis. Einen Tag später, am 29. Juli, entdeckte ein Polizeitaucher ein Bein.

    In den folgenden Tagen machten die Polizisten zahlreiche Zufallsfunde. So bezeichnen Kriminalisten Funde, die sie bei ihren Ermittlungen machen, die aber in Verbindung mit völlig anderen Straftaten stehen. Am 3. August bemerkten Beamte ein weiteres Leichenteil, das auf dem Wasser trieb. „In diesem Bereich entdeckten die Taucher dann alle übrigen Teile“, schilderte der Kriminalist.

    Während der Ermittlungen am Fundort der beiden Leichen meldete sich ein Anwohner, der am 28. Juli eine merkwürdige Beobachtung gemacht hatte: Ein Mann zog einen schweren Koffer zum See. Dort angekommen, machte er merkwürdige Bewegungen und sei auch ins Wasser gestiegen. „Ein Leichenhund schlug an der Stelle an, die uns der Herr gezeigt hatte“, erzählte Ermittler Heiko B. (50). Den Koffer fanden die Beamten in Ufernähe in einem Brombeergestrüpp. Das Gepäckstück wies in seinem Innern tatsächlich menschliche Spuren auf.

    Nachdem die Ermittler die Identität der beiden Getöteten ermittelt hatten, führte sie die Spur schnell zu Faouzi A. (37). Der 37-Jährige arbeitete zusammen mit Mordopfer Ali T. (37) schwarz auf dem Bau. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord aus Habgier aus. Faouzi A. hat die Tötung seines Kollegen und dessen Ehefrau bereits gestanden, behauptet aber, das Paar im Streit erschlagen zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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