9.9 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Hohe Geldstrafe für angeklagte Oberstaatsanwältin: „Mafia-Jägerin“ will sich gegen Urteil wehren

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 74, ab Freitag, 20. Dezember 2019 im HandelFür Freikäufer Es war ein überraschendes Urteil, denn selbst die federführende Chemnitzer Staatsanwaltschaft hatte auf Freispruch plädiert. Doch die 6. Strafkammer des Leipziger Landgerichts verurteilte die 54-jährige Oberstaatsanwältin Elke M. zu 20.400 Euro Geldstrafe wegen uneidlicher Falschaussage.

    Ursprünglich hatte sich die Top-Juristin, die in der Vergangenheit viele Schutzgelderpresser und Drogenbosse hinter Gitter brachte (LZ berichtete ausführlich in der September-Ausgabe 2019), zusätzlich wegen Rechtsbeugung verantworten müssen. Ihr wurde in diesem Punkt vorgeworfen, 2015 die Ermittlungen gegen einen Kronzeugen aus dem Drogen-Milieu widerrechtlich eingestellt zu haben. Sie dagegen hatte nervliche Überlastung geltend gemacht und erklärt, das Verfahren habe nach ihrem Glauben damals die Chemnitzer Staatsanwaltschaft übernommen.

    Diese Variante hielt die Kammer für nicht zu widerlegen, sprach Elke Müssig aber der Falschaussage schuldig. Demnach soll sie als Zeugin in einem Drogenprozess Ende 2015 fälschlicherweise angegeben haben, nicht bei der Vernehmung des benannten Kronzeugen dabei gewesen zu sein, sondern lediglich bei einem Vorgespräch. Nach Auffassung des Gerichts hätte sie dies richtig kennzeichnen müssen.

    Elke M. hatte während der 15 Verhandlungstage alle Vorwürfe zurückgewiesen und private Motive vermutet. Denn der Richter, der die Ermittlungen ins Rollen brachte, zählte einst zu ihren engen Freunden, den sie aus dem gemeinsamen juristischen Vorbereitungsdienst in den neunziger Jahren kannte. Später kühlte sich das Verhältnis allerdings ab.

    Die Anwälte der 54-Jährigen kündigten bereits Revision an. Über die berufliche Zukunft der profilierten Ermittlerin ist bisher noch nicht entschieden.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

    Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

    Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

    Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

    Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ

    Anzeige
    Anzeige