Beim Vorlesen passiert viel mehr, als es sich Bildungspolitiker jemals träumen lassen

Für FreikäuferAm 24. Oktober gab es auch noch eine ganz spezielle Meldung zu einer Studie: einer Vorlesestudie. Man hat mal wieder die Eltern kleiner Kinder gefragt, ob und wann sie den Kindern vorlesen. Das Ergebnis klang dann erst einmal bedrückend: „55 Prozent aller Eltern lesen ihren Kindern in den ersten zwölf Monaten nicht regelmäßig vor. In 28 Prozent der Familien ist das sogar innerhalb der ersten drei Jahre nicht der Fall.“

Das waren die zentralen Ergebnisse der Vorlesestudie 2017 von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung, die erstmals repräsentative Daten zum Vorlesen im Alter von drei Monaten bis drei Jahren erhoben hat.

Und dann ließ ich die Meldung erst einmal liegen. Denn ganz so absichtslos sind Studien nicht. Manchmal wird schon in der Fragestellung deutlich, dass die Auftraggeber bestimmte Ergebnisse haben wollen. Wir leben ja in einer Zeit, in der immer wieder mal über Bildung diskutiert wird.

Nur: Es verstehen viele Leute völlig unterschiedliche Dinge darunter.

Die Studie zeige, so meint die Stiftung Lesen, dass den befragten Eltern eine gute, vielseitige Bildung ihrer Kinder besonders wichtig sei. Diese werde am häufigsten als Erziehungsziel genannt (86 Prozent), noch vor gutem Benehmen und Umgang mit Geld (83 und 79 Prozent).

Es geht auch noch genauer: Gute Lesefähigkeiten sind 71 Prozent der Eltern besonders wichtig, fast ebenso vielen wie eine gesunde Lebensweise (72 Prozent). Und: 91 Prozent der befragten Eltern schreiben dem Vorlesen einen großen bzw. sehr großen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder zu.

Wobei schon diese Aussagen darauf hinweisen, wie stark junge Eltern vom Leistungsdruck in unserer Gesellschaft geprägt sind. Die Stiftung selbst betont an anderer Stelle: „Zu viele unterschätzen die Bedeutung der Lesefreude.“

61 Prozent der Eltern meinten zumindest, „gerne Lesen“ sei ein wichtiges Bildungsziel.

Und dann geht es ins Detail, zum Beispiel: Wann öffnet man den Knirpsen den Blick in die Bücherwelt?

„Ein gutes Drittel der Eltern weiß jedoch nicht genau, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit dem Vorlesen anzufangen. Fast ebenso viele sehen die ausreichende Konzentrationsfähigkeit ihres Kindes als entscheidende Voraussetzung dafür an. Einem Viertel der Eltern, die ihrem Kind bereits im ersten Lebensjahr vorlesen, fällt es schwer, die richtige Buchauswahl zu treffen“, schätzt die Stiftung ein. Die Stiftung Lesen empfiehlt Eltern, so früh wie möglich mit dem gemeinsamen Betrachten und Vorlesen von Büchern zu beginnen. Studien zur Wirksamkeit des Vorlesens zufolge sollte es bereits im ersten Lebensjahr des Kindes zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufs werden.

„Viele Eltern knüpfen das Vorlesen an bestimmte Fähigkeiten der Kinder – dabei stärkt das Vorlesen genau diese Fähigkeiten“, erklärte die Studienleiterin Dr. Simone Ehmig. „Weder muss sich ein Kind bereits länger konzentrieren noch gar sprechen können, damit es vom Vorlesen profitiert.“

Man ahnt schon: Eigentlich geht es um etwas völlig anderes.

Auch wenn Antje Neubauer, die das Fachkuratorium Bildung der Deutsche Bahn Stiftung leitet, erst einmal abgelenkt hat: „Mit dem Vorlesen können Eltern nicht früh genug anfangen. Ohne Lesekompetenz kein Erfolg in der Schule und im Job. Besonders junge Familien sollten daran Spaß haben und die Lesefreude früh an ihre Kinder weitergeben.“

Das klingt ein bisschen falsch, sagt man sich da als Leser. Es geht beim Lesen nicht um den verdammten „Erfolg in der Schule und im Job“.

Ich fluche jetzt einfach mal, weil es genau diese Haltungen von Möchtegern-Arbeitgebern sind, die Bildungsthemen in Deutschland verformen, in etwas Ungenießbares und Freudloses verwandeln. Weil sie Bildung nicht als Entfaltung ganzer Persönlichkeiten begreifen.

Etwas sinnvoller war dann die Aussage von Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer ZEIT Verlagsgruppe: „Viele Eltern warten länger als nötig mit dem Vorlesen – und hören auch zu früh wieder damit auf. Gerade in den ersten beiden Schuljahren brauchen Kinder die Unterstützung ihrer Eltern, um Freude am Selberlesen zu entwickeln. Beim Vorlesen senden Eltern das Signal: Lesen ist Teil unseres Lebens.“

Die Studie geht nämlich auch darauf ein, welche Rolle Kinderbücher im Haushalt spielen.

Das Fatale ist: In 3 Prozent der befragten Haushalte gibt es überhaupt keine Kinderbücher, in 56 Prozent nur ganz wenige (zwischen 1 bis 10). Da ist man einerseits bei dem, was man so landläufig „bildungsferne Schichten“ nennt. Da ersetzt meist der Fernseher die Begegnung mit Büchern.

Und man ist in einer Welt, in der das Vertrauen in gedruckte Texte nicht wächst. Erstaunlich, dass Rainer Esser nicht deutlicher darauf eingegangen ist. Denn was so gern als Lesekompetenz in eine Schachtel getan wird, ist zuallererst einmal die Fähigkeit, sich gedruckten Texten anvertrauen zu können und die Fähigkeiten zu trainieren, das Gelesene zu verstehen. Und zwar souverän zu verstehen.

Mein Verdacht ist, dass ein Großteil des heutigen Gemosers über „Lügenpresse“ daher kommt, dass vielen Menschen nicht das Vertrauen in Medien verloren gegangen ist, sondern das Vertrauen in die eigene Lesefähigkeiten. Man mosert zwar über die „Presse“, macht aber eigentlich einen riesigen Bogen um Gedrucktes und lässt sich anderweitig „informieren“. Man ist in seiner Informationsbeschaffung nicht mehr souverän – aber statt aus dieser (echten) Unmüdigkeit herauszukommen, unterstellt man der Presse Dinge, die man nicht belegen kann.

Was hat das mit dem Büchererlebnis in der Kindheit zu tun?

Eine Menge.

Denn beim Vorleseerlebnis lernen Kinder, dass Geschichten im Kopf entstehen. Sie lernen, dass es nur ein paar Worte braucht, und ihr Gehirn wird dazu animiert, aus dem Stehgreif ganze Welten zu erzeugen. Und sie lernen, dass Bücher diese Zündkerzen sind. Der Prozess ist jederzeit wiederholbar.

Was auch bedeutet, dass dieses Vorlesen das kleine Gehirn auch dazu animiert, wichtige Denkstrukturen aufzubauen und zu verstärken. Die Kinder, die früh mit Büchern aufwachsen, haben nicht deshalb einen Bildungsvorteil, weil sie schon mehr Dinge kennengelernt haben, sondern weil ihr Gehirn geübt ist, neue und komplexe Dinge besser aufzunehmen und zu verarbeiten.

Was sich schon früh in markanten Unterschieden zwischen Kindern aus Elternhäusern mit Büchern und solchen, wo nur die üblichen Unterhaltungsmaschinen stehen, zeigt. Die einen bewältigen spielend den Stoff der Grundschule, die anderen scheitern hier schon an simplen Kognitionsaufgaben.

Denn wie das so ist mit den modernen Medien: Sie machen bequem. Sie suggerieren, dass Information leicht und mühelos zu erlangen ist. Aber sie verwandeln in Wirklichkeit das Denken in Fastfood. Und sie trainieren den Kindern die falschen Wahrnehmungsmuster an: zerhackt, laut, schrill, in unendlicher Folge, immer unter höchstem Spannungslevel. Ein Ergebnis ist das berühmte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Die Kinder können sich nicht mehr konzentrieren, sie können auch keine komplexen Strukturen erkennen oder gar komplizierte Geschichten begreifen (deswegen sind die erfolgreichsten Computerspiele auch sinnlose Ballerspiele). Und deswegen sind sie in einer Welt, in der Komplexität allgegenwärtig ist, zunehmend überfordert.

Das alles nur so angerissen, weil es in der Studie gar nicht vorkam, weil es auch vielen Eltern nicht bewusst ist. Sie sind ja auch schon konditioniert, dass Bildung irgendwie was mit „Lesekompetenz“ zu tun hat. Obwohl das in dieser Definition nur der kleinste Teil dessen ist, was Kinder erlernen, wenn sie früh und regelmäßig mit Büchern und Vorlesen zu tun bekommen.

Und gerade wenn Eltern früh beginnen, den Kleinen vorzulesen, lernen diese auch, ihre Phantasie als wertvolle Eigenschaft zu schätzen und zu nutzen. Ihr kleines Gehirn wird leistungsfähiger, was das Verstehen komplexer Zusammenhänge betrifft. Und sie lernen noch etwas: Den Reichtum und die Schönheit unserer Sprache, oft auch viele neue Wörter, die sonst in den üblichen Medien nicht vorkommen.

Den Empfehlungen aufgrund der Studie kann man sich nur anschließen: Lest den Kleinen frühzeitig vor, altersgerechte Bücher natürlich. Und vor allem: Schenkt Kindern Bücher – und auch Eltern, die sich den Kauf von Kinderbüchern nicht leisten können.

***

Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2017 hat das Feld-Institut Iconkids & Youth von 2. Juni bis 6. Juli repräsentativ ausgewählte Eltern in 523 Familien mit Kindern zwischen 3 und 39 Monaten persönlich in ihren Haushalten befragt.

Beim Bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr Zehntausende Menschen ein Zeichen für das Vorlesen. 2017 findet er am 17. November statt.

Die neue LZ Nr. 48 ist da: Zwischen Weiterso, Mut zum Wolf und der Frage nach der Zukunft der Demokratie

Stiftung Lesen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Leipziger Lichtfest am 9. Oktober 2020: Zu Hause dabei sein und ein Licht ins Fenster stellen
Vorstellung Lichtfest 2020 mit Bernhard Stief, Marit Schulz, Burkhard Jung und Michael Koelsch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserCorona verändert alles – auch das Lichtfest. Seit 20 Jahren wurde es in Leipzig an jedem 9. Oktober gefeiert. Es fällt 2020 nicht aus. Aber 25.000 bis 30.000 Menschen auf dem Augustusplatz, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit, so Oberbürgermeister Burkhard Jung. Aber ganz fällt es nicht aus. Die drei zentralen Ereignisse werden alle im Livestream gezeigt. Wir sind also alle zu Hause und zumindest virtuell dabei.
Kirschen essen: Wenn man nur genau hinschaut, ist die Bibel voller lebendiger Liebesgeschichten
Susanne Niemeyer: Kirschen essen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon mit ihrem Buch „Fliegen lernen“ hatte Susanne Niemeyer gezeigt, dass man die weltberühmten Geschichten aus der Bibel auch völlig anders lesen kann. Nämlich mit den Augen einer modernen, emanzipierten Frau. Mit „Kirschen essen“ zeigt sie erst recht, wie sehr die Bibelgeschichten immer noch aus Männer- und Machoperspektive interpretiert werden. 3.000 Jahre Männerignoranz sind einfach so zählebig, dass man das eigentliche Leben vor lauter Brettern nicht mehr sieht.
Donnerstag, der 17. September 2020: Abgespecktes Lichtfest und eine Entscheidung des EU-Parlaments
Auch in diesem Jahr wird das Leipziger Lichtfest stattfinden, allerdings unter Corona-Bedingungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Stadtverwaltung gab am heutigen Donnerstag die Pläne für das diesjährige Leipziger Lichtfest bekannt. Auch in diesem Jahr soll an die Friedliche Revolution erinnert werden – allerdings sehen die Festivitäten unter Corona-Bedingungen etwas anders aus als gewohnt. Statt sich auf dem Augustusplatz und den Straßen in der Innenstadt zu begegnen, kommt das Lichtfest im Vorfeld „zu Besuch“. Außerdem können die Leipziger/-innen online an der Veranstaltung teilhaben. Die L-IZ fasst zusammen, was sonst noch wichtig war in Leipzig und Sachsen und weltweit.
Die LVB setzen bei Fahrausweiskontrollen auch künftig auf Deeskalation
Wenn alles nichts hilft, wird die Polizei gerufen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Juli sorgte ja bekanntlich die rabiate Vorgehensweise von Fahrkartenkontrolleuren der LVB für Schlagzeilen. Indem sie einen Fahrgast ohne Fahrschein zu Boden drückten, überschritten sie eindeutig ihre Kompetenzen. Und während sich die einen über die Gewalt in dem Vorgang aufregten, sah die CDU-Fraktion eher wieder das Problem der aggressiven Schwarzfahrer, die sich gegen eine Kontrolle wehren. Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat jetzt auf die CDU-Anfrage geantwortet.
Leipziger FKK gibt es nur am Kulkwitzer See
Am Kulkwitzer See. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserCorona hat auch viele Leipziger/-innen gezwungen, ihren Urlaub daheim zu verbringen. War ja eigentlich nicht so schlimm: Badestrände gibt es direkt vor den Toren der Stadt. Und heiß war es auch. Und wenn es richtig knackig heiß wird, zieht der Mensch natürlich am liebsten alles aus. Was die Linksfraktion im Stadtrat auf die Idee brachte, mal wieder nach den FKK-Stränden in der Stadt zu fragen. Gibt es überhaupt welche?
Sumpfwald-Biotop in der Rietzschke-Aue soll erhalten bleiben, Wiesen werden extensiv gepflegt
Blühende Landschaft östlich der neuen Schule an der Ihmelsstraße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserAm 20. Juli berichteten wir über das blühende Biotop, das nach dem Auflösen der Kleingartenanlage in der Rietzschke-Aue in Sellerhausen entstanden ist. Die Frage dabei stand im Raum, ob bei der von der Stadt geplanten Grünflächengestaltung dieser Artenreichtum wieder verloren geht. Die Frage bewegte auch Tobias Peter, der die Stadtverwaltung deshalb anfragte. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer erklärt jetzt, wie man sich die Umgestaltung genauer vorstellt.
Am 19. September belebt sich der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz: Dürremonitor, Umwelttracker und der Sound von Tschernobyl
Der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit dem 5. September laufen die Menschen am Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz direkt durch einen geheimnisvollen Kubus aus schwarzem Gitter – das „Sperrgebiet“. Es ist eine Installation der Schaubühne über Umweltzerstörung, Klimawandel und menschengemachte Sperrgebiete in Natur und Gesellschaft. Am Samstag, 19. September, laden die Schaubühne, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung nun ein zum Forschungstag im „Sperrgebiet“.
Ökolöwe mahnt: Das Verkehrsdezernat verbaut die Zukunft der Luppe-Aue
Nahlebrücke. Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Es war zu erwarten, dass def Stadtrat diese Vorlage am Mittwoch, 16. September nicht mehr schaffen würde: "Ersatzneubau Leutzsch-Wahrener Brücke (II/5) im Zuge der Gustav-Esche-Straße über die Nahle - Bestätigung der Vorzugsvariante". Die Vorlage kam knapp vor den Sommerferien erst ins Verfahren. Und erst am Mittwoch konnte auch der Ökolöwe seine Position formulieren.
Linke Antrag abgelehnt: Regierungskoalition findet keine Position zu Mühlrose
Mühlrose am Tagebau Nochten in der Oberlausitz. Bild: Google Maps

Bild: Google Maps

Für alle LeserEs war eigentlich zu erwarten, dass Antonia Mertsching und Marco Böhme am Dienstag enttäuscht sein würden. Am Dienstag, 15. September, hat der Wirtschaftsausschuss des Sächsischen Landtages den Antrag der Linksfraktion „Klarheit herstellen: Kohle-Kompromiss entsprechend den Empfehlungen der Kommission einhalten bedeutet Erhalt von Mühlrose, Pödelwitz und Obertitz“ (Drucksache 7/2099) abgelehnt. Ein Schicksal, das schon hunderte Anträge der Opposition erlebten.
Der Stadtrat tagt(e): Eine kleine Debatte über die jüngsten Leipziger Gewaltnächte + Video
Mal ab und zu die Richtung angeben - Burkhard Jung im Stadtrat Leipzig führte die Debatte um die Gewalt in Leipzig ein. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAuf Initiative des Oberbürgermeisters Burkhard Jung (SPD) hat der Stadtrat am Mittwoch, den 16. September, rund eine halbe Stunde über die gewalttätigen Konflikte in der vorletzten Woche im Leipziger Osten und in Connewitz diskutiert. Während einige Stadträte eine Mitschuld bei Linken sahen, thematisierten andere das Phänomen der Hausbesetzungen und inwiefern solche gerechtfertigt sein könnten.
Die Kunst im Gewandhaus: Der große Bildband, der erklärt, was im Gewandhaus alles an Kunst zu sehen ist
Die Kunst im Gewandhaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBeinah hätte es noch eine Galerie gegeben, in der wechselnde Ausstellungen Arbeiten von bildenden Künstlern zur Musik gezeigt hätten. Aber den Gedanken ließen die Planer irgendwann fallen, als das neue Leipziger Gewandhaus am Augustusplatz nach und nach Gestalt annahm. Kunst ist trotzdem drin, sogar mehr, als der Betrachter von außen sehen kann, wo ihm das riesige Deckengemälde „Gesang vom Leben“ von Sighard Gille entgegenleuchtet.
„Wutschweiger“ feiert am 24. September Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Seit Jahren ist Kinderarmut eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland, die Corona-Krise droht diese noch zu verschärfen. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist aktuellen Studien zufolge von Armut betroffen – ein zumeist unsichtbares, aber akutes Problem inmitten der Gesellschaft. Das Stück „Wutschweiger“, ausgezeichnet mit dem niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis Kaas&Kappes, dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg und nominiert für den deutschen Kindertheaterpreis stellt sich diesem.
Der Stadtrat tagt: Keine Umbenennung der Arndtstraße + Video
Thomas Kuno Kumbernuß (Die PARTEI) hatte vor Monaten den erfolgreichen Vorschlag zur Umbenennung der Arndtstraße in Hanna-Arendt-Straße eingebracht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nachdem der Stadtrat am 22. Januar 2020 beschlossen hatte die Arndtstraße in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen, wurde dieser Entschluss nun in der Sitzung am 16. September aufgehoben. Vorerst wird die Straße in der Südvorstadt also nicht in Hannah-Arendt-Straße umbenannt und behält ihren Namen.
Der Stadtrat tagt: Paternoster, es wird teuer! + Video
Oliver Gebhardt (Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEr ruckelt, er zuckelt, er bleibt gern mal stehen: Der Paternoster im Neuen Rathaus soll von Grund auf saniert werden, damit er in Zukunft zuverlässiger funktioniert. Bisher hat er das nicht getan, denn er wurde immer nur dann repariert, wenn es akut notwendig war. Bereits im Februar hat die Linksfraktion im Stadtrat auf das Problem aufmerksam gemacht und dazu aufgefordert, das launige 80er-Jahre-Schmuckstück zu retten, unter anderem mit Einnahmen aus der Gästetaxe.
Der Stadtrat tagt: Kein guter Tag für Raucher/-innen + Video

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWer Zigarettenreste in die Umwelt wirft, muss künftig mit höheren Bußgeldern rechnen, und wer in bestimmten öffentlichen Gebieten rauchen möchte, wird dies möglicherweise bald nicht mehr tun dürfen. Das hat die Ratsversammlung am Mittwoch, den 16. September, beschlossen. Das Bußgeld soll in der Regel 50 Euro betragen und von Verboten wären unter anderem Spielplätze und Wartehäuschen an Haltestellen betroffen.