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Baptisten: Taufe braucht persönliches Bekenntnis

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    Fünf Jahre gibt es das Gemeindezentrum der Baptisten in der Bernhard-Göring-Straße 18-20. Gebaut wurde es mit viel Engagement und Tatkraft der Mitglieder. Die Taufe wird nur gespendet, wenn man sich bewusst für den Glauben entscheiden kann. Das Gemeindeleben ist vielfältig. Die Gottesdienste im Gemeindesaal sind sehr gut besucht. Viele junge Familien sind mit dabei. Zu den umliegenden Kirchgemeinden gibt es gute Kontakte.

    Mehr als 125 Jahre sind die Baptisten in Leipzig. Bekanntestes Merkmal ist, dass sie keine Säuglinge taufen: „Als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde taufen wir Menschen, die ihren Glauben an Gott persönlich bekennen. Wir glauben, dass der Taufe der persönliche Glaube an Gott vorausgehen soll. Daher taufen wir Menschen, die diesen Glauben persönlich angenommen haben.“ In der Leipziger Gemeinde werden aber die neugeborenen Kinder der Gemeindemitglieder gesegnet. Schließlich wachsen diese in die Gemeinde hinein. Glauben ist ein Prozess. Deshalb gibt es ja auch bei den Großkirchen, die die Säuglingstaufe praktizieren noch Firmung/Konfirmation, wo das bewusste Bekenntnis gefordert ist.

    Historisch und rechtlich möchte man vom Staat unabhängig sein. Daher gibt es auch keine Kirchensteuer. Die Mitglieder tragen die Kosten des Gebäudes und die Finanzierung des Pastors. Dieser ist allerdings in die Gemeinde als einer unter vielen eingebunden: „Bei uns hat niemand ein Amt. Vielmehr betonen wir die Gleichstellung aller Menschen vor Gott. Jeder kann gemäß seiner Gaben und Potentialen mitarbeiten.“ Die Mitgliederversammlung ist das höchste Gremium. Hier kann jeder seine Ideen und Vorstellungen einbringen. Alle vier Jahre wird eine Gemeindeleitung gewählt, die für den Alltag der Gemeinde zuständig ist. Acht Mitglieder hat die Gemeindeleitung in Leipzig derzeit. Die Stelle des Pastors wird gerade neu besetzt. Er wird dann am 4. Oktober eingeführt.

    Die freie evangelische Gemeinde teilt das Glaubensbekenntnis der christlichen Kirchen. Daher ist sie ökumenisch eingebunden. Organisatorisch bilden sie mit den Brüdergemeinden in Deutschland den Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden. 637 Gemeinden zählen die Baptisten in Deutschland. Ein gemeinsamer Kongress traf sich erst im Mai in Kassel. Direkt ans Gemeindezentrum in Leipzig grenzen die Methodisten an, zu denen es gute Kontakte gibt. Auch die Beziehungen zum angrenzenden Kindergarten sind gut. Unter der Woche nutzen die Erzieher das Grundstück der Baptisten mit. Am Wochenende wird der Garten des Kindergartens von der Gemeinde mitverwendet.

    Zum fünften Geburtstag des Gemeindehauses gab es am Sonntag, 17. Mai, ein großes Buffet, zu dem viele Familien beigetragen hatten. Es wurde gesungen, gebetet und Erinnerungen ausgetauscht. Der Kredit läuft über die Spar- und Kreditbank Bad Homburg (SKB). Dabei handelt es sich um die hauseigene Bank der Baptisten. Gemeinden, diakonische Einrichtungen und Werke im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden erhalten hier zu günstigen Konditionen Geld. Gebaut wurde schließlich damals gemeinsam.

    Konzeption und Rohbau liefen über einen Kölner Architekten, der Innenausbau war eine gemeinsame Aktion der Gemeindemitglieder. Bis zu 350 Leute passen in den Gottesdienstraum. Gospel „in seiner authentischen und kraftvollen Art nach dem amerikanischen Vorbild“ bietet der Leipzig Gospel Choir, der im Gemeindehaus mittwochs probt und größere Gottesdienste musikalisch prägt. Wie bei vielen anderen Chören gibt es immer wieder Bedarf an neuen Sängern, vor allem bei den Männerstimmen: „Bässe und Tenöre mit Englisch-Grundkenntnissen, die sich musikalisch weiterentwickeln und den Leipzig Gospel Choir unterstützen wollen, sind herzlich willkommen.“

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    7 KOMMENTARE

    1. @ Stefan
      Als eifriger Propagandist allerlei Kirchgemeinden dieser Stadt, ist Herr Ernst-Ulrich Kneitschel sicherlich selbst in der Lage zu erkennen, dass Formulierungen wie: „Gebaut wurde es mit viel Engagement und Tatkraft der Mitglieder. Die Taufe wird nur gespendet, wenn man sich bewusst für den Glauben entscheiden kann. Das Gemeindeleben ist vielfältig. Die Gottesdienste im Gemeindesaal sind sehr gut besucht. Viele junge Familien sind mit dabei. Zu den umliegenden Kirchgemeinden gibt es gute Kontakte.“ das Höchstmaß an Banalität überschritten haben.
      Dieses fügt sich nahtlos in die Textreihe zu Glaubensfragen ein.
      Keine Sorge, dass halbe Prozent der Stadtbevölkerung fällt nicht weiter in Gewicht. Wahrscheinlich gibt es mehr Schwerbehinderte oder Obdachlose und Alkoholiker erst recht, als diese 0,45454545…… %.

    2. Vielen Dank! Aus Ihrer Perspektive haben Sie recht. Ich hatte allerdings diese Perspektive im Blick:

      aus einem Zeit-Artikel:

      „Kirchensteuer für alle?

      In der Praxis hieße das, die Kirche müsste manche Privilegien aufgeben. Oder der Staat müsste sie für andere öffnen.

      Zwei Beispiele: Das Finanzamt sammelt für die großen Kirchen deren Mitgliedsbeiträge (Kirchensteuer genannt) ein und kassiert dafür eine Aufwandsentschädigung. Der Vorteil: Die Kirchen müssen sich nicht darum kümmern, dass jedes Mitglied seinen Beitrag auch pünktlich bezahlt. Warum steht dieser Weg eigentlich anderen landes- oder bundesweit organisierten Gruppen nicht offen, den Gewerkschaften zum Beispiel oder den Sportverbänden?“

      http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-11/kirche-katholisch-evangelisch-staat-trennung/seite-3

    3. Lieber Herr Kneistschel, aus der gewünschten Steilvorlage müssten Sie schon die Kirchensteuer herausnehmen; denn diese ist historisch begründet und geht letztlich auf den Reichsdeputationshauptschluß von 1806 zurück. Hieraus kann man sich schon denken, warum die ganzen Freikirchen und auch andere Religionen gar keine Kirchensteuer eintreiben lassen könnten. Bitte informieren Sie sich, der Wikipedia-Artikel dazu ist allein schon sehr aufschlussreich. Das gehört eigentlich gar nicht in die Ecke „Trennung von Kirche und Staat“, damit ist etwas anderes gemeint. Klar, wir haben hier keine französischen Verhältnisse, aber das liegt nicht an der Existenz der Kirchensteuer.

      Ich verstehe nicht, warum „kleinen“ Gemeinde das Thema Kirchensteuer immer so wichtig ist. Darauf kann man seinen Glauben doch nicht bauen.

    4. Die Baptisten haben keine Kirchensteuer, sie sind nicht staatlich finanziert (also klare Trennung von Kirche und Staat). Getauft wird nur, wer eine selbständige Entscheidung trifft. … eigentlich eine Steilvorlage für Kritik an den etablierten Großkirchen.

    5. Und was meinten Sie, JG, nun mit Ihrem Kommentar?

      Wenn Ihnen die Artikelreihe zum Thema „Glauben“ zu banal ist oder als Abfolge von Märchenerzählungen erscheint, lesen Sie sie halt einfach nicht.

    6. Baptisten sind also anders als die Anderen!

      So wie jeder von uns anders ist als der Andere?

      Aha, na dann hätten wir das mal besprochen.

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