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Tanners Interview mit dem Projektleiter von selbst & ständig Frank Lemloh

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    Selbstständig sein, eigenverantwortlich leben, gestalten, handeln, miteinander agieren. Diese Schlagbegriffe klingen doch erst einmal richtig gut, sagt der Tanner in uns allen - doch um die Inhalte auf den Weg zu bringen, braucht es hin und wieder Hilfe. So einer wie der Frank Lemloh kann da die Steigbügel halten, wenn es ins wahre Leben geht. Tanner fragte nach.

    Hallo Frank Lemloh. Fein, Dich zu treffen. Du bist ja der Orga-Män von selbst & ständig Leipzig – innerhalb des Universums vom Social Impact Lab. Was ist das denn, dieses selbst & ständig?

    Hallo Volly Tanner. Ja, selbst & ständig ist das neue kostenfreie Programm vom Social Impact Lab Leipzig, das allen jungen Menschen aus Leipzig und Umgebung, die eine Geschäftsidee mitbringen, eine fundierte und intensive Unterstützung bis zur Gründung und auch noch danach bietet. Wir sprechen 18-27-Jährige an, die arbeitslos sind oder in prekären Verhältnissen leben und mit ihrer Selbstständigkeit eine neue Perspektive für sich selbst schaffen möchten. Diese Geschäftsideen müssen nicht im Bereich Social Business angesiedelt sein, wie man das vielleicht aus unserem Hause erwarten würde. Jungen Menschen, die mit ihrer Idee etwas Konkretes aufbauen möchten, helfen wir mit einer Prozessbegleitung, Fachberatungen, spannenden Workshops und unserem Netzwerk weiter. Die TeilnehmerInnen können während ihrer Förderzeit, die insgesamt 12 Monate andauert (6-9 Monate in der Gründungsphase und 3-6 Monate in der Nachgründungsphase) auch den Co-Working-Bereich des Labs kostenfrei nutzen.

    Für uns ist es wichtig, dass wir gleich zu Beginn mit allen Interessenten des Programms prüfen, inwiefern eine gemeinsame Zusammenarbeit Sinn macht. Wir möchten niemanden in die Selbstständigkeit treiben, deshalb bieten wir regelmäßig Orientierungsgespräche an. Hier können die Geschäftsideen auch gemeinsam mit mir weiterentwickelt werden. In unserem Workshop „Bist Du selbst & ständig?“, der jeden 4. Montag im Monat stattfindet, sprechen wir über die Motivationen und Bedenken einer Gründung und üben ganz praktisch in Teams die Ideenentwicklung und Präsentationen. Nächster Termin ist am 26. Oktober.

    Und was für Typen sprichst Du mit Deinem Angebot an? All die marodierenden Kultur-Hipster? Echte Genies? Erzähl mal bitte.

    Es geht nicht um Hipstertum, sondern um Unternehmergeist und Selbstverwirklichung. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen, die es ernst meinen mit ihrer eigenen Idee. Das Spektrum kann sehr groß sein. Vom ehrlichen Handwerker-Typ über den jungdynamischen Dienstleister bis hin zur Grafikdesignerin. Alle Branchen, alle Menschentypen – nur eben bis 27 Jahre jung. In Ausnahmefällen lassen wir mit uns sprechen und nehmen noch BewerberInnen bis 30 auf.

    Was sind das denn für Inhalte in Deinen Beratungen? Kannst Du da bitte etwas konkreter werden?

    Sicher. Die meisten Bewerber werden wenig bis gar keine Erfahrungen im Bereich Buchhaltung und betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen haben. Hier und auch in Finanzierungsfragen, bei rechtlichen und steuerlichen Fragen, sowie bei Marketing und Vertrieb helfen wir mit Fachberatungen. Die Prozessbegleitung, die überwiegend von mir persönlich durchgeführt wird, spiegelt permanent dem Programmteilnehmer die Idee und das Handeln wider. Ich gebe hilfreiche Tipps, um die Geschäftsidee auf den sicheren und erfolgreichen Weg zu bringen. Hierbei helfen die Workshops, Einzel- und Gruppenberatungen sowie Pitchtrainings.

    Und wie kommen Interessierte eigentlich an Dich ran?

    Anrufen: 0341 49566661 oder mir schreiben unter lemloh@socialimpact.eu. Im Web findet man unser Angebot unter http://www.selbst-staendig.eu und auf unserer Facebookseite oder ganz einfach und real im Social Impact Lab im Stelzenhaus (Plagwitz) vorbeischauen.

    Wie wird das Projekt eigentlich finanziert? Solch ein Gründermensch ist ja meist nicht bei dicker Brieftasche, wenn’s nicht die Brieftasche von Mama und Papa ist.

    Die Teilnahme an dem Programm ist kostenfrei. Unser Haus und auch dieses Programm werden von der Schweizer drosos Stiftung gefördert, die sich mitunter in Ostdeutschland vor allem für Menschen in schwierigen Situationen einsetzt.

    Und Du selber? Welcher Weg war der Deine hierher zu selbst & ständig?

    Rein physisch von Hamburg, wo ich zwanzig Jahre lebte, über Basel nach Leipzig. Von Haus aus bin ich Großhandelskaufmann und studierter Kulturwissenschaftler. Vor über zehn Jahren gründete ich meine erste Unternehmung Artist Team, die als Internetdienstleister in der Musikwirtschaft aktiv ist. Dann baute ich in Hamburg eine Interessenvertretung der lokalen Musikbranche mit auf, bevor ich drei Jahre für ein Projekt der Deutschen Bundesregierung, in dem ich rund 1.000 UnternehmerInnen in der Kultur- und Kreativwirtschaft beraten und vernetzt habe, arbeitete. In Basel leitete ich ein Gründerzentrum für Kreativwirtschaft, bevor ich aus privaten Gründen nach Leipzig ging. Hier finde ich eine lebendige Stadt und mit dem Social Impact Lab einen schönen Ort mit dem richtigen Team und sinnvollen Themen vor. Ich freue mich, meine Erfahrungen an Menschen weiterzugeben, die jung und interessiert sind, etwas zu bewegen.

    Danke, Frank, auf dass uns gute Ideen für eine wundervoll bunte mitmenschliche Zukunft umschwärmen.

    Gerne, Volly. Um die bunte mitmenschliche Zukunft mitzugestalten, bedarf es nicht nur gute und engagierte Menschen, sondern auch die Medien, die sinnvolle Projekte dieser Art transportieren.

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