Nachdenken über ... gedruckte Zeitungen

Ein Plädoyer für das Lesen in der Badewanne

Für alle LeserDas ist hübsch. Am Ende stutzte auch Martin Oetting: „Mir fällt beim Lesen mancher Kommentare und beim weiteren Nachdenken über das Thema auf, dass ich in meinem Text spezifisch Nachrichten-Journalismus gemeint habe.“ Das ist schon was. Den meisten Leuten, die „was mit Medien machen“, würde nicht mal mehr der Unterschied auffallen.

Ganz zu schweigen davon, dass sie sich – wie Martin Oetting in seinem Blog – Gedanken darüber machen, warum auf Papier gedruckter Journalismus andere Qualitäten haben könnte als der online praktizierte. Immerhin fand er nach eigener Aussage gedruckten Journalismus irgendwie auch schon überholt. Von der Zeit, der technischen Entwicklung und den rasanten Möglichkeiten des www sowieso. Da geht doch alles viel schneller, erreicht viel mehr Menschen in Blitzeseile. Sorgt schneller für Aufregung, regelrechte Erregungswellen, die die Nachricht und ihre Bewertung ruckzuck in alle Ecken und Winkel trägt.

Dazu musste vielleicht erst das Jahr 2016 kommen mit seinen seltsamen Wahlergebnissen, diesem Stolpern über die Tatsache, dass die schnellsten Meldungen meist gar nicht die besten sind, die wichtigsten oft auch nicht. Und meistens fehlt ihnen das, was Journalismus eigentlich erst ausmacht: Prüfung und Einordnung.

„Fake News“ kommen nämlich von so etwas: von der auf Reichweite zielenden Jagd nach der schnellsten Veröffentlichung und nach dem größtmöglichen Aufreger. Das, was einige wildgewordene Medien seit Jahren mit immer größerem Furor betreiben und mit immer sichtbarerem Verzicht auf Seriosität.

„Dass das zu Lasten der Qualität geht, ist offensichtlich. Und so wird aus jedem Blödsinn und jeder noch so unwichtigen ‚Expertenmeinung‘ mit aller Macht ein neuer Text, ein neuer Newsflash herausgepresst, der absolut irrelevant ist und keinerlei Mehrwert bietet“, schreibt Oetting.

Aber, das stellt er ja dann am Ende noch fest: Das ist ja eigentlich nur der übliche Nachrichtenjournalismus, der alles überschwemmt und dominiert und vor allem die Themenfelder besetzt, die dringend einer journalistischen Aufarbeitung bedürfen. Die eigentlich Zeit braucht.

Fakten und Aussagen müssen abgeklärt und geprüft werden, Vorgänge müssen eingeordnet werden. Meldungen brauchen einen Hintergrund und eine Erklärung.

Das alles passiert auch online.

Aber: Es wird kaum wahrgenommen. Nicht von der Masse der Mediennutzer, die mittlerweile zu News-Junkies geworden sind. Und auch deshalb regelrecht getrieben, gejagt und in Panik, weil die Medien, die sie nutzen, an Kurzatmigkeit nicht mehr zu unterbieten sind. Eine hastig zusammengeschusterte Meldung jagt die nächste, ein Statement übertrumpft das nächste.

Von Filtern hat Oetting gar nicht erst geschrieben. Denn natürlich haben auch die Newsredaktionen Filter, derer sich die meisten der dort Arbeitenden nicht mal mehr bewusst sind. Denn um Aufmerksamkeit in einem überhitzten Affenzirkus zu gewinnen, braucht es Nachrichten, die die letzte Nachricht regelrecht übertrumpfen. Das sorgt ziemlich automatisch zur Fokussierung auf skandalträchtige und „sensationelle“ Themen. Das sorgt dafür, dass schon bei der Auswahl der Nachrichten gnadenlos ausgesiebt wird: Was Herz und Verstand anspricht, fliegt raus. Gemeldet wird nur, was die Herde in Aufregung und Panik versetzt.

Was dafür sorgt, dass sich emotionsgeladene Meldungen sofort überdrehen. Und zwar nicht nur in den auf News getrimmten Portalen, sondern schon im nächsten Schritt in den sozialen Netzwerken, wo niemand mehr sitzt, der in der Lage ist, Nachrichten auf ihre Stimmigkeit zu prüfen. Da wird nur noch weitergereicht, oft genug noch eins draufgesetzt, weil ja jeder einzelne Nutzer der Netzwerke dort Redakteur sein kann. Jeder darf alles veröffentlichen. Die Panikmeldung wird zur Panikwelle.

Man mag sich all die vielen Nutzer gar nicht vorstellen, die bei jedem dieser Ereignisse von Fluten immer neuer Mutmaßungen, Überspitzungen, Warnungen und Meinungen überrollt werden.

Da ist nirgendwo mehr Platz für ruhiges, sortiertes Lesen.

Da ist kein Platz mehr für das, was Journalisten eigentlich machen. Der Raum ist zugeschwemmt mit der Panik des völlig unreflektierten ersten Moments.

Bei Print, so Oetting, ist es anders. Könnte es anders sein. Es gibt eine Deadline, bis zu der die Texte gesetzt und für den Druck bereit sein müssen. Bis dahin kann der Redakteur im Print noch recherchieren, abchecken, einordnen, den Text so lange feilen, bis er das Gefühl hat: Jetzt stimmt alles. Jetzt ist der Text richtig und das Ereignis wird richtig erzählt.

Die Tragik diese Vorgangs: Der Text kommt erst am nächsten Tag, wenn alle Welt schon durch die Newsmaker nicht nur zugeschüttet, sondern auf einen Interpretationspfad geschickt worden ist. Und was Oetting auch weglässt: Da gibt es noch eine Bande von Medienmachern, die es genauso eilig haben, alles fertig zu interpretieren: die Fernseh- und Radiomeute, die ihre Chance am Abend nutzt, die Themen auf ihre Weise zuzuspitzen und die Deutung zu besetzen. Meistens auf eine gnadenlos platte Weise. Der Zuschauer merkt oft gar nicht mehr, wie dünn die Suppe ist, die ihm da oft in Dauerschleife geboten wird, angereichert durch eingeblendete „Experten“, die zwar auch nicht mehr wissen, aber irgendwie doch eine Meinung dazu haben. Oder durch die Statements von Reportern, die irgendwo draußen in der Nacht stehen und irgendetwas erzählen über Dinge, die sie selbst von dort aus gar nicht sehen können.

Aber Recht hat Oetting: Gedruckte Zeitungen können eine Chance sein, die Ernsthaftigkeit und das Substanzielle am Journalismus wieder zu praktizieren.

Was auch Print-Macher oft vergessen, weil sie sich mittlerweile genauso gejagt fühlen wie die Kollegen aus der Online-Redaktion. Denn irgendwie steht selbst die gedruckte Zeitung am nächsten Tag noch immer oder schon wieder in fieberhafter Konkurrenz zum Hochdruckkessel Online und zum Funk. Weil die Kollegen dort natürlich den gedruckten Stapel Zeitung wieder durchforsten auf Meldungen hin, die sich mit sensationeller Aufmachung unters Volk schleudern lassen. Selbst bei „Bild“ hat man ja mittlerweile das blöde Gefühl, von einer gierigen Konkurrenz einfach ausgeplündert zu werden.

Dabei lassen wir es mal. Das ist ein eigenes Thema. Oder eine Welt von Themen, die sich damit beschäftigen, wie man mit der irren Jagd nach der schnellsten und heißesten Nachricht den Journalismus gründlich zerstören kann.

Das andere Thema hat Oetting ja bedenkenswert in den Mittelpunkt gerückt: Gedruckter Journalismus bietet sich eigentlich geradezu an, den Leser wieder in andere Lese- und Erlebniswelten zu holen, ihn zum wieder nachdenklichen Leser zu machen, der mit gut gearbeiteten Texten wieder in die Tiefe und Vielfalt des Geschehens zurückgeholt wird.

Was man auch online machen kann. Das stellt Oetting auch fest. Zu Recht. Das ist einer der Gründe dafür, warum es die Leipziger Internet Zeitung gibt.  (Und eben KEINE News-Seite für Junkies.)

Wer uns begleitet hat, weiß, dass wir geradezu einladen, ausführliche Artikel zu lesen, in denen wir über Hintergründe und Zusammenhänge berichten. Mit viel Aufwand, auch mit dem Risiko, dass es unsere Texte erst am nächsten Tag zu lesen gibt – und nicht gleich jetzt, wo alle anderen Kanäle Purzelbäume schlagen, weil, „das Thema gerade heiß kocht“.

Und morgen?

Da ist das Thema weg und durch, ausgelutscht. (?) Da sind dann nur noch die Leser dran, die wissen wollen, was wirklich passiert ist. Die wirklich neugierigen, die mittlerweile gelernt haben, dass in der ersten Welle meist nur durchgequirlter Schaum serviert wird. Die handfesten Antworten, die gibt es erst später – von Journalisten, die selbst nachgefragt haben, was wirklich passiert ist. Und was nicht.

Und deswegen lag auch die „Leipziger Zeitung“ so fern  nicht, für die wir uns noch eine Ecke mehr Zeit nehmen. Und mehr Pläne haben als Leute. Wohl wissend, dass es so ein langsameres journalistisches Projekt zwingend braucht – gerade WEIL die News-Maker längst überdreht haben und auch nicht mehr wissen, wie sie noch bremsen wollen, weil hinter ihnen noch viel lautere und schrillere News-Maker mit den Hufen scharren.

Das ist eine Art Journalismus, die wir nie machen wollten, weil diese Hatz nach Reichweite tatsächlich nur das Schrille und Oberflächliche bedient und die Panik der Ahnungslosen anstachelt. Sie hat kein Korrektiv (auch wenn man bei Correctiv glaubt, man könnte Facebook beim  Korrigieren helfen, wenn wieder so ein Fake durch die Lande jagt…). Sie hat nur den eingebauten Mechanismus zum immer Schrilleren, zum Klamauk.

Man darf staunen, aber es ist so: Nicht der, der die Informationen am schnellsten auf seinem Gerät hat, ist besser informiert, sondern der, der sich Zeit lässt. Und Zeit nimmt.

Haben wir die Zeit noch, ist die Frage.

Wo doch alle Welt suggeriert, Zeit sei ein rares Gut geworden und wer nicht mit der rasenden Meute rennt, sei raus. Zeit ist ein besonderes Gut. Und manchmal merkt man auch erst, wie irre man im Kopf schon ist, wenn man sich herausnimmt, aus der Hatz der Hyperaktuellen auszusteigen, all dieser schrillen Nichtsnutze, die die ganze Zeit plappern und zuspitzen und aufdrehen – aber keinen Gedanken mehr ans Nachdenken verschwenden. Ist doch eh alles gleich in dieser brodelnden Suppe.

Ist es das?

Manchmal hilft das Zeitnehmen auch, die Unterschiede wieder wahrzunehmen und die Gewichtungen zu verschieben. Das Unwichtige wegzulassen und mal über das wirklich Wichtige, Nachdenkenswerte zu schreiben. Und Leser dazu einzuladen, sich diese Zeit auch wieder zu nehmen. Sie ist nämlich nicht verloren, sondern gewonnen. Wenn wir gut sind, mit wirklich Nachdenkenswertem gefüllt. Und das – das weiß jeder kluge Mensch – tut dem Kopf gut. Das ist wie ein heißes Wannenbad nach einem anstrengenden Tag.

Und wenn man aufpasst, kann man sogar die gedruckte Zeitung in der Badewanne lesen.

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 40 im Februar 2017

Nachdenken über ...
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