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Conne Island widerspricht Polizei und Presse

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    Das Conne Island stand im vergangenen Jahr wegen seines Umgangs mit Geflüchteten, die Frauen sexuell belästigten, wochenlang im Fokus der Öffentlichkeit. Auch LZ und L-IZ.de berichteten, wenn auch etwas fragender als manch höhnischer Kommentator derzeit. Nun sorgt ein neuer Fall für Aufregung – vor allem deshalb, weil die Polizei in einer polemisch formulierten Mitteilung dem Kulturzentrum rassistische Handlungen vorwirft. Die Verantwortlichen im Conne Island bestreiten das und sehen in den Äußerungen eine Kompetenzüberschreitung.

    Darauf hat die Polizei offenbar lange gewartet: Mitarbeiter des Conne Island schmeißen einen Mann ohne deutschen Pass von ihrem Grundstück. Die Schlussfolgerung der Gesetzeshüter: „Rassismus ist jetzt vielleicht schon weit jenseits der gesellschaftlichen Mitte anzutreffen.“

    Dieses Fazit findet sich in einer Polizeimeldung, die mit dem Titel „Merkwürdiges Connewitzer Inselleben“ überschrieben ist. Wenngleich im folgenden Text lediglich von einer „Connewitzer Lokalität“ die Rede ist, bleiben anhand der Überschrift keine Zweifel, dass es sich um das Conne Island handelt. Spätere Presseberichte bestätigten diese Annahme.

    Laut Polizei hat am Sonntagmorgen ein 31-jähriger Ausländer eine Frau sexuell belästigt. Nachdem er von der Security ein Hausverbot erhalten hatte, soll er Steine und eine Bierflasche geworfen haben. Andere Zeugen hätten gesehen, dass der Verwiesene zuvor angegriffen worden sei. Im Conne Island seien die Beamten dann unfreundlich begrüßt worden. Eine der Äußerungen lautete wohl: „Für die Bullen ist der Saal tabu!“ Diese verzichteten daraufhin auf eine weitere Ortsbegehung und zogen sich zurück.

    Polizei attestiert rechtsfreie Räume und Rassismus

    In der Pressemitteilung der Polizei heißt es dazu: „Es bleibt einmal mehr ein sehr fader Nachgeschmack, allerdings auch eine gewisse Belustigung über die unübersichtlichen Zustände innerhalb sogenannter rechtsfreier Räume. Darin kann es im Jahr 2017 also schon mal vorkommen, dass das klassische Feindbild (Staat/Polizei) des uniformen Linksalternativen dabei behindert wird, wie es sich für einen (zu Unrecht verfolgten?) Ausländer einsetzt, der zudem – zumindest nach Zeugenaussagen – von augenscheinlichen Angehörigen der linken Szene angegriffen wurde. Rassismus ist jetzt vielleicht schon weit jenseits der gesellschaftlichen Mitte anzutreffen.“

    Insbesondere diese Sätze kamen im Conne Island nicht gut an. In einer auf der Homepage veröffentlichten Stellungnahme bestätigte man den Ablauf des Geschehens im Wesentlichen, ohne jedoch auf den angeblichen Angriff auf den Ausländer und mögliche Aggressionen gegenüber den Beamten einzugehen.

    Der zentrale Vorwurf des Conne Island lautet: „Sexualisierte Gewalt wird bagatellisiert.“

    Die Anschuldigung, Rausschmiss und Hausverbot seien rassistisch motiviert gewesen, weisen die Verantwortlichen zurück. „Die Polizei scheint einen Gefallen daran zu finden, einem linken Projekt wie dem Conne Island einen Rassismusvorwurf zu machen, um es zu diffamieren“, schreibt Geschäftsführerin Tanja Rußack. Die Polizei würde zudem mit der Berichterstattung ihre Kompetenzen überschreiten.

    Die Kritik des Conne Island richtet sich auch an Journalisten, die die Polizeimeldung unkritisch übernommen hätten. Damit dürften unter anderem die LVZ und das Boulevardblatt „Tag 24“ (Ex-Mopo24) gemeint sein. Beide berichteten zwar anschließend zwar auch über die Stellungnahme des Conne Island, nicht jedoch über die darin enthaltene Medienschelte für die flotten Zeilen vorher.

    Die verschiedenen Veröffentlichungen riefen in den sozialen Medien unterschiedliche Reaktionen hervor. So kommentierte Felix Krautkrämer, Redakteur der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“, süffisant: „Sexistische Kackscheiße im linken Leipziger Szenetreff“. Auch der „Pick Up Artist“ Kolja Bonke, der auf Twitter fast ununterbrochen über durch Ausländer begangene Straftaten berichtet, griff den Fall auf und teilte ihn mit seinen mehr als 10.000 Followern. Linke-Stadträtin Juliane Nagel schrieb: „Da geht einem Polizei-Schreiber echt einer ab.“

    Am Mittwochabend berichtete auch der MDR über die Auseinandersetzung. Die Polizei hätte sich zu den Vorwürfen des Conne Island nicht äußern wollen, ist dort zu lesen.

    Zur Pressemitteilung des Conne Island

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