Kirche & Zivilgesellschaft

Ein Umbruch steht bevor: Peterskirch-Pfarrer Andreas Dohrn im Gespräch

Für alle LeserLZ/Ausgabe 47Es dreht sich etwas in Leipzigs Kirchgemeinden, teils dramatisch, aber kaum bemerkt von der Öffentlichkeit. Unmerklich, aber unaufhaltsam sinken die Zahlen der Gemeindemitglieder. Veränderte Aufgaben in der Zivilgesellschaft und eine große Strukturreform der Sächsischen Landeskirche zwingen so zum Umdenken in der christlichen Glaubenslandschaft Leipzigs. Einer der Vordenker dieser Entwicklungen ist Andreas Dohrn, Gemeindepfarrer der Peterskirchgemeine Leipzig.

Für manchen Atheisten ist der Verkleinerungsprozess kirchlicher Gemeinden offenbar Grund zu einer hämischen Begleitung. Dabei wird zu oft übersehen, dass viele Gemeinden längst eine Art „postmodernes Verständnis“ für ihre Arbeit entwickelt haben und in der Stadtgesellschaft weit mehr leisten, als den einfachen Kirchendienst.

Ob Flüchtlingsintegration, neue Wohnprojekte, der Betrieb von Kindergärten und die Friedhofssorge – das Feld ist breit und ragt mitten hinein in die Stadtgesellschaft. Denn wo mancher vielleicht gerade noch sakralen Tourismus vermutet, werden Projekte geplant, Konzerte angeboten, Initiativen gestartet und Leipzig aktiv mitgestaltet.

Die Kirchgemeinde St. Petri rings um den imposanten Bau der Peterskirche an der Riemannstraße ist in den vergangenen Jahren mit Pfarrer Andreas Dohrn zu einem echten Fixpunkt für soziales Engagement und neue Initiativen geworden. Im Gespräch mit dem ruhelosen Kirchenmann geht es um die Folgen der Insolvenz des Flüchtlingsrates, aggressiven Atheismus, die geplante Strukturreform der Sächsischen Landeskirche und die Suche nach neuen Wegen in Leipzigs Kirchgemeinden und Macher in ihren Reihen. Marko Hofmann sprach mit ihm.

Herr Pfarrer Dohrn, ist Leipzig eine Hochburg des Atheismus?

Das ist so. Alle Weltreligionen und alle Konfessionen separat betrachtet, ist man in Leipzig unter 20 Prozent Mitgliedern. Im Jahr 2013 gab es bezogen auf 540.000 Einwohner circa 63.700 Evangelische Christen und circa 23.500 Katholiken. Und das führt zu unklugen Debatten, die teilweise auch unsachlich sind. Denn: Die gesellschaftliche Wirkung dieser Gruppen und Institutionen liegt eher bei 30 bis 40 Prozent.

Das ist den Entwicklungen von ‘89 zu verdanken: Damals waren Pfarrer wesentliche Aktivposten, aber auch die weltweite Bedeutung von Nikolai- und Thomaskirche trägt dazu bei.

Welche Arbeitsfelder und -probleme ergeben sich dadurch für Pfarrer in Leipzig?

Bei einem Großstadtpfarramt gibt es im Gegensatz zu einem Kleinstadt- oder Dorfpfarramt keine konkreten Rollenerwartungen an einen Pfarrer. Man kann hier viel tun und lassen, ohne dass man Anstoß erregt, aber auch Wirkung entfaltet. Das ist einerseits schön, andererseits bitter. Natürlich gibt es in Leipzig auch unterschiedliche Arten von Pfarrämtern: Thomas, Nikolai in der Stadt. Als Ring darum Schleußig, Peters und Co., umringt von einer weiteren Gruppe typischer Großstadtpfarreien gefolgt von Randbezirken. Das bringt natürlich unterschiedliche Anforderungen mit sich.

Für mich gilt die alte Regel: Wenn der Atheismus kommt, musst du kirchliches Gegenpressing spielen. Ich wurde im Bürgeramt mal der Lüge bezichtigt und habe mich anschließend als Pfarrer zu erkennen gegeben. Die Folge war ein aggressiver Atheismus, dem ich schwungvoll entgegentrat. Ich verstehe da die Überheblichkeit der Menschen nicht, denn statistisch gesehen, ist die Chance, dass nach dem Tod was Christliches passiert genauso hoch wie nicht.

Da würde ich nicht so überheblich auf den Platz gehen. In einer Kleinstadt wäre das Thema abgehakt gewesen, spätestens wenn ich gesagt hätte, dass ich hier der neue Pfarrer bin. Durch den Druck auf Kirchgemeinden, der auch durch die Stabilität des Atheismus entsteht, gibt es für die strategische Orientierung von Kirchgemeinden in Leipzig mehrere Verhaltensoptionen. Die Kirchgemeinde konzentriert sich ausschließlich auf Gottesdienst und Seelsorge oder die Kirchgemeinde geht Richtung thematische Champions League, City-Kirche, wie es Nikolai und Thomas tun.

Oder die Kirchgemeinde will eine innovative Mischung aus klassischen gemeindlichen Angeboten und gleichzeitig Teil thematischer Netzwerke werden so wie beim Südcafé und der Kontaktstelle Wohnen im Gemeindegebiet von Peters und Bethlehem. Also man will ganz bewusst kirchgemeindliche Grenzen überschreiten und Themen wie Wohnen entdecken.

Viertens, wie bei Andreas und Nathanael: Das Allianz-Vertreter-Prinzip „Wer hier wohnt, gehört automatisch dazu“ auflösen und sich spezifizieren. In diesem Fall auf die charismatisch-pietätische Richtung. Menschen aus anderen Gebieten kommen dazu, die, denen es nicht gefällt, lassen sich umpfarren. Das ist Teil des Spiels. Fünftens: Wir machen was lutherisch-hochkirchlich. Diese Gemeinden versuchen über Luther 2.0 eine lutherische Kirchgemeinde-Arbeit aufzubauen.

Pfarrer Andreas Dohrn Foto: privat

Pfarrer Andreas Dohrn Foto: privat

Das klingt ziemlich durcheinander oder ist es einfach ein Abbild der vielen verschiedenen Wegmöglichkeiten?

Genau. Bei der Auswertung des Kirchentags saßen alle Leipziger Kirchenakteure in einem Raum und ich dachte mir dann: Oh es wird dünne, wenn es jetzt darum gehen sollte, mal unseren gemeinsamen roten Faden zu erklären. Dazu kommt, dass es mittlerweile einige außerkirchliche Akteure gibt, die an Kirche dranhängen. Die großen Systeme lösen sich auf, wie es in der Psychologie schon vor 30 Jahren angekündigt war und jeder muss sehen wo er bleibt. Das wird die große Herausforderung für die Kirchgemeinden.

Denn jede Kirchgemeinde, also der Kirchvorstand, hat bei Friedhöfen und Kindergärten eine riesige Aufgabe, dazu kommen die Kirchgebäude, Trauung, Gottesdienste, Taufen, natürlich Ostern, Weihnachten, Pfingsten und inzwischen auch der Umgang mit Effekten auf dem Wohnungsmarkt.

Da wird wenig Zeit bleiben, seinen neuen Platz in der Gesellschaft selbständig zu definieren. Nehmen wir nur mal das Beispiel Bethlehemkirchgemeinde. Die hatte bis Mitte der 80er Jahre einen Arbeiteranteil von 50 Prozent und zuletzt bei der letzten soziologischen Erhebung einen Akademikeranteil von 75 Prozent.

Wie geht man damit um? Die Frage muss sich die Gemeinde stellen. Aber ist das nicht zu viel verlangt? Immerhin will die Sächsische Landeskirche auch noch die Strukturen reformieren.

Die Sächsische Landeskirche sagt: Der Gemeindegliederschwund könnte sich von 727.000 Gemeindegliedern aktuell auf 420.000 im Jahre 2040 entwickeln. Wie kann eine Kirchgemeinde auf diese Schrumpfung reagieren?

Die Landeskirche möchte gern, dass wir uns in den großen Städten zu Strukturen á 6.000 Gemeindegliedern zusammenschließen. Im Herbst 2017/Frühjahr 2018 wird das in rechtliche Grundlagen gegossen. Die Frage ist: Welche neuen Spielregeln wird es für Schwesterkirchverhältnisse und Kirchspiele geben?

Diese Umstrukturierung kommt neben dem normalen Geschäft eines ehrenamtlich geführten Kirchenvorstands noch dazu. Es gibt demzufolge von den 44 Kirchgemeinden in Leipzig keine zehn, die noch Zeit und Kraft haben, ein neues Kirchenbild entwickeln können. Stattdessen begeben sich viele in eine passive Rolle: „Wir können das gar nicht leisten“, und ziehen uns zurück oder werden selbstbezogener und meinen: „Daran beteiligen wir uns nicht.“

Und manche warten ab. Das heißt: Für die Gestaltung der Prozesse hat man zu wenige Akteure, die die Aktionen prägen können, also werden die Akteure geprägt. Und die Kirchenvorstände blockieren sich zum Teil gegenseitig, weil sich diese Reaktionen auch innerhalb der Gremien zeigen.

Ich glaube auch, dass viele der Kirchgemeinden völlig die Struktur Kirchspiele unterschätzen. Da wird es viele Domino-Effekte geben: Du kriegst eine reiche Schwester und kannst plötzlich Gebäude sanieren, die du nie sanieren konntest oder du warst eine handlungsfähige Gemeinde mit Überschüssen und plötzlich sind die weg.

Verwaltungsabläufe werden sich auch ändern, weil es pro 6.000 Leute auch ein Verwaltungszentrum geben wird. Die paar Mitarbeiter und die Kirchenvorstände sind dann vielleicht für zehn bis zwölf Gebäude, mehrere Kitas und zwei Friedhöfe zuständig. Herzlichen Glückwunsch!

Das Berufsbild des Pfarrers in Sachsen wird sich dementsprechend auch ändern …

Die Landeskirche weiß jetzt schon, dass sie nicht genügend fitte Pfarrer hat, um sie auf ein Verwaltungszentrum zu setzen. Das wird meines Erachtens bei den Pfarrern zu einer deutlich erhöhten Burnout-Quote führen. Und die Performance der Leute innerhalb der Kirchenspiele wird sich deutlich unterscheiden. Ich habe nicht den Eindruck, dass Leute über diese Effekte strukturiert nachdenken. Dann geht es noch um die Zusammenfassung der 6.000: Was passt räumlich, theologisch? Das wird allein schon schwer genug, dies sinnvoll zusammenzustellen.

Es wird auch dazu führen, dass die Anzahl der Kirchen, die nebenbei noch ein innovatives Projekt nach dem anderen raushauen, zurückgehen wird. Die Anzahl der Stränge und damit auch die Anzahl der Rückkopplungen nehmen zu. Das alles im Blick zu behalten, ist eine enorme Aufgabe für Pfarrer und Kirchgemeinden. Der Effekt von Kirche im öffentlichen Raum wird dadurch insgesamt zurückgehen.

Peterskirche in Leipzig, Innenraum. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Peterskirche in Leipzig, Innenraum. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Was versteckt sich hinter dem Terminus postmodernes Verständnis von Kirchgemeinden, den Sie ins Spiel gebracht haben?

Es gibt innerhalb der praktischen Theologie, als Wissenschaft, die sich damit auseinandersetzt, ein paar Grundspielarten, wie man Gemeinde in der Postmoderne spielen kann. Da gibt es die Möglichkeit, es so zu spielen wie immer: klassisch, mit Gebäuden, Ehrenamtlichen und dem normalen Rollenverständnis.

Das zweite theologische Verständnis sieht Gemeinden als Herbergen: Was habe ich für Kirchglieder und Nachbarn sowie vor Ort Arbeitende und was brauchen sie von mir?

Das dritte Verständnis geht davon aus, dass Kirche viele Gebäude hat und sich an vielen Gebäuden verorten kann – nicht nur in einer Kirche, sondern sie sucht Gebäude auf, wo Kirche Wirksamkeit entfalten kann. Man könnte alternativ Kirche nicht als Ort dauerhafter Angebote sehen, sondern projektartig verstehen.

Mein Favorit ist diese Alternative: Kirchgemeinde als Netzwerkpartner zu verstehen und Wirkungsketten aufzubauen. Die Herausforderung für viele Kirchenvorstände ist, sich mal mit Varianten zu ihrer Kirchenarbeit auseinanderzusetzen. Die Anzahl der Kirchgemeinden, die auf ein anderes Modell als das klassische umschwenken, wird in Leipzig klar erkennbar und zugleich übersichtlich sein. Kirchliche Leitung ist in der Postmoderne deutlich schwieriger geworden, das sagte ich bereits.

Es braucht daher auch Unterstützung derer, die nicht jede Woche in den Gottesdienst kommen, denen aber die Gemeinde am Herzen liegt und vor allem konzeptionell gut drauf sind. Aber die Frage steht: Wie kriegt man diese Menschen in Kirchenvertretungen? Denn unsere Kirchenvorstände brauchen diesen frischen Wind.

Die Schwesternkirchen Peters und Bethlehem haben sich in den letzten Jahren enorm für Flüchtlinge engagiert. Wie sehen Sie die Insolvenz des Flüchtlingsrats?

Es ist für ein relevantes Politikfeld in der Stadt eine Zäsur. Es gab im Internet hunderte hämische Kommentare. Das ist deplatziert. Was der Flüchtlingsrat inhaltlich und unter höchsten persönlichen Einsatz der Beteiligten geleistet hat, verdient Respekt. Das weiß ich nicht nur von der 13-köpfigen Familie, die bei uns im Pfarrhaus in Frieden und Freiheit und vor allem mit Gestaltungsmöglichkeiten wohnt.

Bei der Beurteilung der Arbeit des Flüchtlingsrats sollte man nicht das alte Schwarz-Weiß-Spiel spielen, sondern differenzieren. Zum Beispiel hat der Flüchtlingsrat auf städtischen Veranstaltungen zu Erstaufnahmeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften eine wichtige Rolle übernommen. Der Flüchtlingsrat war ein Leader und diese Leader-Rolle ist jetzt frei. Wer macht denn jetzt statt des Flüchtlingsrats Erstinformations-Veranstaltungen?

Die haben viele Dinge abgeräumt, damit in der Debatte in der Stadtgesellschaft nichts schiefgeht. Man kann jetzt nicht so tun, als ob dieses Loch, was hinterlassen wurde, nicht da ist. Es gibt schon Anzeichen, dass diese Insolvenz Leuten, die Flüchtlingen gegenüber nicht gerade wohlwollend eingestellt sind, Auftrieb gibt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 48 erscheint am 20.10.2017 (Hier Ausgabe 47, derzeit noch im Handel)

KirchePeterskirche
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Christa Johannsen. Ein erfundenes Leben: Albrecht Franke auf Spurensuche im Leben der Magdeburger Autorin
Albrecht Franke: Christa Johannsen. Ein erfundenes Leben. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWikipedia ist komisch. Da verlinkt man emsig gleich die gerade im Mitteldeutschen Verlag erschienene Spurensuche Albrecht Frankes zum Leben der bekannten Magdeburger Schriftstellerin Christa Johannsen – und korrigiert nicht einmal all die Fehler, von denen der Wikipedia-Eintrag strotzt. Fehler, die dort nicht zufällig stehen. Denn Christa Johannsen war es ja selbst, die dafür gesorgt hat, dass einige Erfindungen über ihr Leben bis heute für bare Münze genommen werden.
„Imprint“ und „Séance“: Dekoltas Handwerk gastiert mit Stücken, die ans Unbewusste rühren

Imprint. Foto: Thilo Neubacher

Für alle LeserAm nächsten Wochenende gibt es ein besonderes Gastspiel im Westflügel Leipzig. Dann präsentieren Dekoltas Handwerk aus Stuttgart zwei ihrer Stücke. Die Produktionen von Dekoltas Handwerk treffen einen Nerv. Wo das Funktionieren, der Erfolg und die Selbstinszenierung vordergründig alles zu beherrschen vermögen, gehen wir uns zunehmend selbst verloren. In die Leerräume dringen die Arbeiten von Dekoltas Handwerk (Jan Jedenak), sie drehen sich auf verschlüsselte Weise um das Verdrängte und Unterdrückte.
Sorgen Sie dafür, dass die Kurze Südabkurvung nicht mehr von schweren Frachtfliegern beflogen wird!
DHL kürzt mal ab. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSo etwas gibt es auch unter Leipziger Bundestagsabgeordneten selten. Aber es gibt zu kaum einem Thema so große Einigkeit wie zur Abschaffung der sogenannten Kurzen Südabkurvung, mit der die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Frachtfliegern vom Flughafen Leipzig/Halle das direkte Abfliegen über den Auenwald und das Leipziger Stadtgebiet erlaubt. Eigentlich hat der Bundestag längst beschlossen, dass diese Flugroute gestrichen wird. Doch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fühlt sich nicht bemüßigt, das so umzusetzen.
Feierliche Eröffnung der neuen Jahresausstellung im Händel-Haus
Händel-Haus © Thomas Ziegler

© Thomas Ziegler

Das Jahr 2020 ist für Händel-Freunde ein Jubiläumsjahr, das wir in Halle und Göttingen gleichermaßen feiern. Nachdem Händels Opernschaffen fast 180 Jahre lang in den Musiktheatern in Vergessenheit geraten war, wagte 1920 der Kunsthistoriker, Dirigent und Musikwissenschaftler Oskar Hagen (1888 – 1957) in Göttingen gemeinsam mit einem Laienorchester das Experiment einer szenischen Aufführung der Händel-Oper „Rodelinda“ – und stieß auf ein begeistertes Publikum.
Der Leipziger OBM-Wahlkampf in Interviews, Analyse und mit Erfurter Begleitmusik
Leipziger Zeitung Nr. 76: Der Unsichtbare. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserVielleicht wird der Leipziger OBM-Wahlkampf ja tatsächlich noch ein bisschen spannend. Und vielleicht taucht der Kandidat der CDU tatsächlich noch auf zum Townhall Meeting am Sonntag, 23. Februar, um 19 Uhr in der Peterskirche. Denn Burkhard Jung und Ute Elisabeth Gabelmann haben zugesagt und werden sich den Fragen des Publikums stellen. Dass der CDU-Kandidat so flüchtig ist – damit beschäftigt sich auch die neue Ausgabe der „Leipziger Zeitung“.
Für 342.000 Euro kann Leipzigs City über 100 neue Sitzgelegenheiten bekommen
Bänke in der Petersstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn der Leipziger Innenstadt gibt es tatsächlich schon über 200 Sitzbänke. Doch sie reichen einfach nicht aus, um den Bedarf zu decken. An vielen entscheidenden Stellen fehlen Sitzbänke sogar ganz, was ja 2018 eine Petition zu Sitzbänken in der Nikolaistraße zum Thema machte. Schon zuvor hatte der Stadtrat über ein neues Sitzbankkonzept für die Stadt diskutiert. Die Verwaltung hat jetzt tatsächlich ihr neues Sitzbankkonzept für die City vorgelegt.
CDU-Fraktion will den Grünen-Antrag zum Sportforum komplett rasieren
Der Parkplatz auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie seltsame Flyer-Aktion der CDU am 15. Februar im Umfeld des Spiels von RB Leipzig gegen Werder Bremen hat auch noch ein Nachspiel im Stadtrat. Nicht weil die Aktion aus dem OBM-Wahlkampf von CDU-Kandidat Sebastian Gemkow bei den Fußballfans ziemlich schlecht ankam. Sondern weil die Leipziger CDU-Fraktion es wirklich ernst meint damit, mit Kopf-durch-die-Wand-Aktionen von sich reden zu machen.
Immer mehr Leipziger brauchen einen Zweitjob, um über die Runden zu kommen
Zapfen im Zweitjob. Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Viele von ihnen arbeiten nach Feierabend in der Gastronomie. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWas passiert eigentlich, wenn das Lohnniveau in einer Region auch weiterhin recht niedrig ist, überall aber Arbeitskräfte gesucht werden? Dann werden immer mehr Menschen zu Zweitjobbern, ziehen auch in Leipzig Verhältnisse ein, die man aus den USA schon lange kennt. Rund 12.200 Menschen in Leipzig haben neben ihrer regulären Stelle noch einen Minijob, kann die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Region Leipzig-Halle-Dessau, jetzt feststellen.
Spaziergänge durch das musikalische Leipzig: Leipzig auf den Spuren der berühmten Musikerinnen und Musiker entdecken
Petra Dießner, Anselm Hartinger (Hrsg.): Spaziergänge durch das musikalische Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls die Edition Leipzig 2005 das Büchlein „Bach, Mendelssohn und Schumann“ herausgab, war das wie ein früher Bote fürs Stadtmarketing. Erst in den Folgejahren wurde das Leipzigmarketing auf die „Musikstadt“ zentriert und die Stadtführer durch die Musikstadt sprossen aus dem Boden. Der Henschel Verlag hat den Frühlingsboten von 2005 komplett überarbeitet und neu aufgelegt.
Leipziger/-innen gedenken der Opfer in Hanau + Videos
Gedenken an die Toten von Hanau am 20. Februar 2020 am Leipziger Runkiplatz (Eisenbahnstraße). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNach dem rassistisch motivierten Terroranschlag in Hanau möchten Menschen in zahlreichen Städten der Opfer gedenken – auch in Leipzig. Hier soll es ab 20 Uhr eine Kundgebung auf dem Otto-Runki-Platz an der Eisenbahnstraße geben. Politiker in Sachsen fordern unterdessen mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden und mehr Engagement gegen Rechtsradikale. Die L-IZ wird den Text im Laufe des Abends aktualisieren.
SC Magdeburg vs. SC DHfK Leipzig 28:26 – Dumme rote Karte bringt Leipziger ins Spiel
Auch im Rückspiel hatte der SC Magdeburg die Nase knapp vorn. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserIn Begleitung von 200 Leipziger Fans gelangen dem SC DHfK in Magdeburg in der ersten Halbzeit zu wenige Offensivaktionen. Dreimal Holz und zwei technische Fehler waren zusammen mit einem gehaltenen Siebenmeter zu viele vergebene Chancen. Die zweite Halbzeit bot eine rote Karte und eine Aufholjagd.
Porsche eröffnet am Standort Leipzig einen Schnellladepark, der auch anderen E-Autos offensteht
Ladepark „Porsche Turbo Charging“ in Leipzig. Foto: Porsche

Foto: Porsche

Für alle LeserDa dürfen nicht nur Porsches tanken. Unter dem Namen „Porsche Turbo Charging“ bringt Porsche an seinem sächsischen Produktionsstandort jetzt einen neuen Ladepark für E-Autos ans Netz. Im Kundenzentrum nahe der Messestadt sind ab sofort zwölf Schnellladesäulen mit 350 kW (Gleichstrom) und vier Ladepunkte mit 22 kW (Wechselstrom) in Betrieb – an sieben Tagen die Woche, rund um die Uhr und für Kunden aller Fahrzeugmarken.
Sanierung der Musikalischen Komödie wird 1,2 Millionen Euro teurer als geplant
Das Haus Dreilinden in Lindenau. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserÜberall steigen die Baupreise. Das bekommt jetzt auch die Musikalische Komödie zu spüren, deren Spielstätte im Haus Dreilinden seit 2019 endlich saniert wird. Bis dahin war es ja schon ein langer Weg. Einige Ratsfraktionen hatten ja schon emsig überlegt, die Spielstätte ganz aufzugeben. Doch 2019 begann endlich die Haussanierung für 7,6 Millionen Euro. Und es wird auch emsig gebaut. Nur die Rechnungen werden höher als geplant.
Hat Leipzigs Bauordnungsamt bei den Genehmigungen fürs Hotel Astoria zu viele Augen zugedrückt?
Sanierte Fassade des Hotel "Astoria". Visualisierung: wolff architekten

Visualisierung: wolff architekten

Für alle LeserIm Sommer 2019 sorgte ein besonders spektakulärer Baustopp für Furore: Da mussten die Arbeiten an der Baustelle des Hotels Astoria kurzzeitig eingestellt werden, weil das direkt angrenzende Best Western „Hotel zum Löwen“ Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingereicht hatte. Ein Streitpunkt konnte dann relativ schnell ausgeräumt werden: die sichere Baustellenzufahrt. Doch bei zwei wichtigen Punkten gab es jetzt einen deutlichen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts.
Verkehrs- und Tiefbauamt will 2020 endlich mit der Vorplanung für den Elster-Saale-Radweg beginnen
Lausner Weg (rechts) und ehemalige Bahnstrecke (links). Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich ist es kein Riesen-Investitionsprojekt, auch wenn 250.000 Euro vielleicht nicht reichen, um den Elster-Saale-Radweg, den die Nachbarstadt Markranstädt schon bis zum Südufer des Kulkwitzer Sees ausgebaut hat, einfach entlang des Lausener Wegs bis Kleinzschocher auszubauen. Denn gekauft hat ja die Stadt die alte Bahnstrecke, wenn auch sehr widerwillig. Aber beim Bauen lässt man sich lieber Zeit. Vielleicht irgendwann nach 2024. Den Grünen im Stadtrat platzt fast die Hutschnur.