Nachdenken über ... Geistesleben

Warum man zur Bewahrung rechten Gedankengutes keine Petitionen schreiben muss

Für alle LeserKommentarEin eigentlich sehr kritischer und nachdenklicher Autor leitete dieser Tage eine Mail weiter an Freunde, Kollegen und auch die L-IZ, eine E-Mail von Schriftstellerkollegen, die Unterschriften sammeln für eine Petition. Die einem doch etwas seltsam vorkommt.

„Ich leite Euch eine Petition weiter, zu der man – nicht nur als Künstler – einfach Stellung beziehen muss. Sonst ist das bisschen Freiheit keinen Pfifferling mehr wert. Ihr werdet selbst entscheiden, ob Ihr Eure Namen druntersetzen wollt“, schrieb er.

Vera Lengsfeld hat die Petition unterschrieben, Hans-Joachim Maaz, Uwe Tellkamp, Matthias Matussek. Irgendwie geht es um die teils recht heftigen Auseinandersetzungen auf der Frankfurter Buchmesse, auf der in diesem Jahr erstmals in diesem Ausmaß die Anwesenheit rechtsradikaler Verlage thematisiert wurde. Was im Vorfeld auch schon den Börsenverein dazu animiert hatte, nicht nur Stellung zu beziehen, sondern auch die „dezidiert rechten Verlage“ mit Standnummer zu benennen.

Und der auch die aktive Auseinandersetzung mit den Rechten empfahl: „Zum einen veranstalten der Börsenverein, die Frankfurter Buchmesse und andere Organisationen eine Reihe von Podiumsdiskussionen zu den Themen Meinungsfreiheit und -vielfalt, Diskussionskultur und Demokratie. Sie sind herzlich dazu eingeladen. Zum anderen werden wir uns auch in geeigneter Weise kritisch gegenüber den Botschaften dieser Verlage äußern und unsere Werte vor Ort vertreten. Wir laden auch Sie dazu ein, die Begegnung mit den Verlagen nicht zu scheuen und für Ihre Meinungen und Werte einzutreten. Meinungsfreiheit heißt auch Haltung zu zeigen. Engagieren Sie sich!“

Was dann die Initiatoren der „Charta 2017“ (was für ein gewaltiger Name!) zu der Meinung brachte: „Wenn ein Branchen-Dachverband wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Buchhandlungen und Verlage vereint, darüber befindet, was als Meinung innerhalb des Gesinnungskorridors akzeptiert wird und was nicht, wenn gar zu ‚aktiver Auseinandersetzung‘ mit missliebigen Verlagen unter Nennung ihrer Standnummer aufgerufen wird und diese dann im ‚Kampf gegen Rechts‘ beschädigt und ausgeräumt werden – dann ist unsere Gesellschaft nicht mehr weit von einer Gesinnungsdiktatur entfernt.“

Weiter heißt es: „Die Vorkommnisse auf der Frankfurter Buchmesse, auf der Stände von Verlagen, deren programmatische Ausrichtung der Börsenverein vorab als nicht gutzuheißendes ‚Gedankengut‘ deklarierte, zerstört wurden, passen nicht zu einer offenen und toleranten Gesellschaft und sind eines freien Geisteslebens unwürdig. Die Erstunterzeichner der Charta 2017 wehren sich entschieden gegen jede ideologische Einflussnahme, mit der die Freiheit der Kunst beschnitten wird. Wehret den Anfängen – für gelebte Meinungsfreiheit, für ein demokratisches Miteinander, für respektvolle Auseinandersetzungen!“

Gesinnungsdiktatur? Freies Geistesleben?

Entweder kamen die UnterzeichnerInnen allesamt direkt aus dem Elfenbeinturm. Oder sie haben wirklich vergessen, dass gelebte Meinungsfreiheit nun einmal nicht bedeutet, dass alle alles unwidersprochen sagen dürfen. Vielleicht war der Vorstoß des Börsenvereins zu mutig – für einige seiner Mitglieder.

Aber deswegen eine Petition schreiben? Gar mit dem hochtrabenden Titel „Charta 2017“, die an die legendäre Charta 77 der Bürgerrechtsbewegung in der CSSR erinnert, obwohl sie das Format nicht hat?

Und so recht steht sie auch nicht mit den Regeln bei „Open Petition“ im Einklang. „Diese Petition steht im Konflikt mit unseren Nutzungsbedingungen für zulässige Petitionen“, kann man dort lesen. „Die Petitions-Starterin wurde darüber in Kenntnis gesetzt. Die Petition muss überarbeitet werden, damit sie online bleiben kann. Der Petent/die Petentin hat dafür drei Tage Zeit.“

Deutlichen Widerspruch zu dieser Sammlung meldete schon Sibylle Berg in ihrer SPON-Kolumne an. Sie findet gar nicht, dass man mit rechtsradikalen Scharfmachern respektvoll reden kann. „Für das Recht der Rechten, ungestört Menschenhass zu verbreiten. Für den friedlichen Frieden, den Rechte nicht wollen, aber brauchen, um gegen Menschen zu hetzen, die nicht männlich und biodeutsch sind. Für den Schutzraum, den Rechte brauchen, um Andersdenkende auszubuhen, körperlich anzugreifen, mit Trillerpfeifen und der immer gleichen Verächtlichmachung zum Schweigen zu bringen“, hinterfragt sie den Sinn der Petition.

Denn unübersehbar ist ja, dass Rechtsradikale mit ziemlicher Radikalität genau die Räume der „respektvollen Auseinandersetzung“ besetzen und verlärmen, die ihnen die Meinungsfreiheit gewährt – aber tatsächlich eine Gesellschaft propagieren, in der Meinungsvielfalt nicht akzeptiert wird. Und unübersehbar haben auch die neurechten Vordenker ziemlich viel Raum besetzt, der die Diskussion in unserer Gesellschaft in weiten Teilen demoliert hat.

Was will die Petition eigentlich?

Warum sollten diese Leute, die in ihren Foren und auf Straßenbühnen ja auch nicht leise sind, eigentlich deutlichen Protest nicht aushalten? Nur weil sie den in deutschen Fernseh-Talkshows nicht mehr bekommen? Ganz abgesehen davon, dass ihre ganzen Ideen stinklangweilig, phantasielos und altbacken sind?

Sibylle Berg: „Das ist so unendlich öde. Diese rückwärtsgewandten Links-rechts-Schlachten, es hält von dem ab, was wirklich wichtig wäre – der Kampf gegen die sich selber fressende neoliberale Aushöhlung der Menschlichkeit.“

Das wird oft vergessen, wie sehr die aufkommenden Neurechten und Neorassisten eigentlich die Trittbrettfahrer einer entleerten Politik sind, die über die wirklich brennenden Probleme der Menschen nicht mehr redet. Dafür den menschenfeindlichen Vorschlägen von rechts immer mehr Platz einräumt. Das ist nicht auszuhalten. Und das muss man nicht aushalten wollen.

Und schon gar nicht mit Petitionen unterstützen, die – ja was eigentlich? – dem Börsenverein eine Haltung untersagen wollen? Den Demonstranten gegen rechtsradikale Veranstaltungen den Protest untersagen wollen?

Die Petition ist eine Anmaßung und ein falsches Signal. Auch und gerade die Krachmacher vom rechten Rand müssen Widerspruch und Gegenrede aushalten. Natürlich friedlich. Aber es gibt genug friedliche Formen, den rechten Vor- und Nachdenkern die Meinung zu sagen. Schwierig ist nur, das zu konkretisieren, denn da hat Sibylle Berg Recht: Was diese neurechten Verlage produzieren, ist so unendlich öde wie die ganzen Wortmeldungen, die übers rechte Ufer in unsere Gesellschaft schwappen und immer mehr die lebendige, weil gedankenvolle Diskussion ersticken.

„Freies Geistesleben“? Nein: Ödnis.

Vielleicht muss man dazu in Dresden wohnen, um sich so eine seltsam auf kämpferisch gemachte Petition auszudenken, die eigentlich für nichts kämpft. Nicht mal für eine ordentliche Gegenrede gegen die trübe Gedankenödnis der Rechten. Für „das bisschen Freiheit“ eigentlich auch nicht. Da gab es erstmals seit langem hörbaren Protest gegen die neurechten Vordenker. Und schon gibt es so eine Blümchenpetition. Motto: Benehmt euch.

Das nenne ich Bevormundung. Oder Haltungslosigkeit. Bürgerlich erzieherische Haltungslosigkeit. Da hilft wirklich nur noch Blümchentee.

Die Serie „Nachdenken über …“

Die neue LZ Nr. 48 ist da: Zwischen Weiterso, Mut zum Wolf und der Frage nach der Zukunft der Demokratie

BuchmesseLeipziger BuchmesseNachdenken über ...Buchmesse Frankfurt (a.M.)
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

NuKLA-Antwort „zerpflückt“ die LVZ-Meldung zum „Offenen Brief“, der die NuKLA-Thesen „zerpflückt“
Pilzberg in zugewachsener Waldlichtung. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWar das wirklich ein Offener Brief, von dem die LVZ am Samstag, 20. Oktober, so vollmundig berichtete, elf Wissenschaftler von UFZ und Uni Leipzig würden darin die Argumente des NuKLA e.V. gegen den vom Leipziger Ordnungsdezernat vorgelegten Forstwirtschaftsplan auseinandernehmen? Den Brief hat die LVZ nicht veröffentlicht. Er ging wohl an die Ratsfraktionen. Und da wird es heikel. Da geben Wissenschaftler ihre Neutralität auf und werden Lobby.
Leipzigs Grüne wollen heute ein Moratorium für das umstrittene WTNK beschließen
Das - noch unverdichtete - Baufeld des Harthkanals. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur über den Forstwirtschaftsplan, den der Stadtrat am 24. Oktober beschließen soll, diskutieren die Grünen in ihrer Mitgliederversammlung am heutigen Montag, 22. Oktober. Auch ein zweites unausgegorenes Thema der Leipziger Politik steht zur Debatte. Der Arbeitskreis Umwelt der Grünen beantragt ein sofortiges Moratorium für das „Wassertouristische Nutzungskonzept“ (WTNK).
In „Nachtflug“ lassen Sofie Cramer und Kati Naumann über den Wolken zwei Welten aufeinanderprallen
Sofie Cramer, Kati Naumann: Nachtflug. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm morgigen 23. Oktober erscheint das Buch ganz offiziell: der mittlerweile fünfte Roman der Leipziger Autorin Kati Naumann und der erste, den sie in echtem Teamwork mit der niedersächsischen Autorin Sofie Cramer geschrieben hat. Und ohne ihre Agentin wären die beiden niemals zusammengekommen. Und hätten auch niemals diese verrückte Buchidee verwirklicht. Die eigentlich noch viel verrückter ist als die herrliche „Nachtflug“-Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry.
Mutmaßungen über das Gespräch zweier Herren in Uniform
Zwei etwas schwergewichtige Männer in Uniform ... Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

LeserclubUnd das war erst der Auftakt für die Verwicklungen, die das kleine Städtchen L. bald noch viel tiefer in Verwirrung stürzen sollten. Denn wie man mit Enthüllungen umgeht in der schmuck gewordenen westlichen Welt, das hatten alle, die auch nur ein bisschen Teil haben konnten an diesem hübschen Aufputschmittel Macht, längst gelernt.
SC DHfK Leipzig vs. Flensburg-Handewitt 20:21 – Der Sensation so nah
Meister und Tabellenführer Flensburg kann die kampfstarken Leipziger nur mit Mühe stoppen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserMit einem begeisternden Auftritt gegen den amtierenden Deutschen Meister und aktuell verlustpunktfreien Tabellenführer aus Flensburg haben sich die Handballer des SC DHfK in die Herzen der Leipziger Handballfans (zurück-)gespielt. Punkte allerdings konnten die Grün-Weißen am Sonntagnachmittag wieder nicht verbuchen und verbleiben mit bisher drei Zählern auf dem drittletzten Tabellenrang.
FC Augsburg vs. RB Leipzig 0:0 – Viele Fouls, wenige Chancen
Ein umkämpftes Spiel endete 0:0. Foto: GEPA Pictures

Foto: GEPA Pictures

Für alle LeserDie Siegesserie der Rasenballer setzt sich nach der Länderspielpause vorerst nicht fort. Beim FC Augsburg, der zuletzt gegen Bayern und Dortmund für Aufsehen gesorgt hatte, reichte es lediglich zu einem 0:0. Mehr als 40 Fouls prägten die Partie – für Torchancen blieb da nur wenig Raum. In der Nachspielzeit hatte Orban dennoch die große Gelegenheit, das späte Siegtor zu erzielen, scheiterte jedoch knapp.
Pegida am 21.10.: Sie sind immer noch da + Videos & Bildergalerien
Rund 13.000 kamen am 21. 10. 2018 zum Gegenprotest unter dem Motto "Herz statt Hetze" und "Dresden. Respekt". Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVideoPegida feiert Geburtstag. Bereits zum vierten Mal werden an diesem Sonntag, den 21. Oktober, voraussichtlich tausende Anhänger mit den bekannten Rufen gegen Migranten, Journalisten und Politiker hetzen. Mehrere bürgerliche und antifaschistische Bündnisse, auch aus Leipzig, wollen lautstark dagegen protestieren. Die L-IZ wird live aus Dresden berichten.
Auch die CDU-Fraktion wünscht sich bürgerfreundliche Lösungen für die Abfallentsorgung
Abfallsammelfahrzeug bei der Arbeit. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicole Bärwald-Wohlfarth aus der SPD-Fraktion bekommt Unterstützung: Auch die CDU-Fraktion bringt jetzt einen Antrag ein, der die Verschlechterung der Abfallentsorgung für Bewohner schmaler Straßen verhindern soll. Denn im Rahmen der beabsichtigten Änderung der Abfallwirtschaftssatzung soll sich ja die Nutzerfreundlichkeit der Abfallentsorgung in schmalen Straßen in Leipzig deutlich verschlechtern.
Kann man im Elsterbecken nicht einen richtigen Flusslauf mit Mäandern schaffen?
Bagger 2012 im Elsterbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit dem Vorstoß zu möglichen Bauflächen am Sportforum hat die Grünen-Fraktion auch das Thema Alte Elster wieder auf den Tisch gebracht. Das dann umgehend die CDU-Fraktion aufgriff: Wenn die Alte Elster wieder geöffnet wird, ist kein Platz mehr für große Bebauung. Und nun springt ihrerseits die Linksfraktion an auf das Thema: Wollte Leipzig nicht auch das Elsterbecken mal ganz anders gestalten? Der Antrag geht jetzt ins Verfahren.
Der Leipziger Forstwirtschaftsplan ist in dieser Form nicht beschlussfähig
Femelloch im Waldgebiet Nonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWährend irgendwelche Wissenschaftler von UFZ und Uni Leipzig an irgendwen irgendwelche Offenen Briefe schicken, haben sich andere tatsächlich mit dem vom Leipziger Ordnungsdezernat vorgelegten Forstwirtschaftsplan der Stadt Leipzig beschäftigt – und können detailliert auflisten, was daran alles nicht stimmt. Das wird jetzt zumindest auf der Mitgliederversammlung der Leipziger Grünen am Montag, 22. Oktober, Thema. „Der Forstwirtschaftsplan ist nicht beschlussfähig.“
Nachtaktion soll aufmerksam machen auf den Verschleiß des wichtigen Pflegepersonals in unseren Krankenhäusern
Herzzentrum Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Deutschland läuft etwas gewaltig schief. Branche um Branche wurde in den vergangenen Jahrzehnten zusammengespart. Das Personal wurde ausgedünnt, die Gehälter wurden gedrosselt. Und das Ergebnis sehen nicht nur Polizisten, die ihre Arbeit nicht mehr schaffen, oder Lehrer, denen die Kollegen fehlen. Noch krasser ist es im Gesundheitswesen, wo das „Kostendämpfen“ sich in Berge von Überstunden beim Pflegepersonal verwandelt hat. Ein Thema, auf das ver.di in der Nacht vom 22. zum 23. Oktober aufmerksam macht.
Ein grünes Heft würdigt den Leipziger Dichter Peter Gosse zu seinem 80. Geburtstag
Poesiealbum neu: Peter Gosse zum Achtzigsten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist die erste „besondere Edition“, die die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik hier als „Poesiealbum neu“ herausgebracht hat. Und auch die Normalausgabe ist limitiert. Also etwas für echte Liebhaber von Lyrik und Verehrer von Lyrikern, die für ganze Dichtergenerationen prägend wurden. Und so eine Rolle spielt der Leipziger Peter Gosse, der jüngst seinen 80. Geburtstag feiert.
Wem gehören die Betongoldminen? Paradoxien des Kapitalismus
Wem gehört die Stadt Leipzig? Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 60Nach fünf Folgen des „Einmaleins“ gibt es schon einiges zu rekapitulieren. Erstens: Die „Kostenmiete“ für eine Wohnung ergibt sich – vor allem durch Rückzahlung und Verzinsung des eingesetzten Kapitals – aus den Grundstücks- und Bau- oder Sanierungskosten. Wenn, wie momentan in Leipzig, die Grundstückspreise steigen, steigen folglich auch die Mieten.
Interview: „Das Landtags-Mandat in Grünau gehört der Linken“
Seit 2017 für die Linke im Bundestag. Sören Pellmann im Gespräch mit der LZ über Grünau und die Sachsenwahl. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 60Ein Platz in der neueren sächsischen Geschichte ist ihm wohl schon sicher. Er war der erste und einzige, dem es 2017 extrem knapp gelang, der CDU bei der Bundestagswahl ein Direktmandat in einem der beiden Wahlkreise Leipzigs abzujagen. Ein Vorgang, der deutschlandweit für Furore sorgte, Direktmandate über die Erststimmen für das höchste Parlament kannte man in seiner Partei sonst nur aus Berlin.
Grüne und Linke fordern Sachsens Regierung auf: Regiert endlich!
Der Mibrag-Tagebau in Deutzen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserEs war die ganze Zeit Theaterpolitik. Statt gemeinsam den absehbaren Strukturwandel in den Braunkohlegebieten anzugehen und die Zukunft vorzubereiten, haben sich die Regierungen aller Braunkohleländer seit Jahren im gemeinsamen Gejammer geübt und mit großen Reden suggeriert, man könne die Kohlekraftwerke auch noch weit nach 2040 laufen lassen. Jetzt versuchen diese Landesregierungen mit demselben Tenor, die Kohleausstiegskommission auf ihren Kurs zu bringen.