Wenn Leipziger träumen: Roman Knoblauch „Träume sind Schäume? Nicht unbedingt!“

Für alle LeserJeder Weg beginnt mit einem Traum, und bei Träumen sind keinen Grenzen gesetzt. Der eine träumt vom Haus, Auto oder Boot. Der andere träumt von Karriere, Familie und noch mehr Geld. Für mich sind Träume immer Ziele. Und egal wie diese auch aussehen, man muss dafür meist hart arbeiten und manchmal auch darum kämpfen.

Bei meinem ersten wirklich großen beruflichen Traum sollte es der Job als Unterhaltungsmoderator beim Fernsehen sein. Deshalb habe ich mich auch nach dem Studium der Sportwissenschaften gleich beim ZDF als Moderator von „Wetten, dass…?“ beworben. Man kann es ja mal probieren. Zwei Wochen später bekam ich auch Post – und zwar direkt vom Unterhaltungschef – mit dem Hinweis, dass man doch schon einen sehr talentierten Moderator namens Thomas Gottschalk hat. Okay, dann also doch nicht „Wetten, dass…?“.

Ich merkte schnell, dass der Weg zum Fernsehen doch nicht so einfach war und heuerte erst mal als Praktikant bei Radio Leipzig an. Dort nervte ich die Verantwortlichen so lange, bis diese mich dann doch mal ans Mikro ließen. Zwei Jahre später durfte ich dann auch endlich vor die TV-Kameras dieser Welt – und zwar als erster Moderator der Drehscheibe Leipzig. Was für ein Gefühl! Es gab zwar wenig Kohle, dafür hatten wir aber jede Menge Spaß.

Fünf Jahre später folgte endlich das erste richtige Casting beim MDR. Tele-Bingo, eine neue Unterhaltungsshow, und ich war einer der Favoriten als Moderator. Am Ende gab es doch eine Absage, aber durch einen dummen Zufall landete mein Casting-Material in der Redaktion des neuen „Mittagsmagazins“. Nach einem erneuten Casting hatte ich endlich den Job beim „großen“ Fernsehen. Okay – es war noch nicht die Unterhaltungsshow, von der ich geträumt habe, aber ich war ja noch jung und so träumte ich weiter. Bis eines Tages mein Handy klingelte und ein Redakteur der Unterhaltungsredaktion fragte, ob ich nicht Lust hätte, bei einer Samstagabendshow einen kleinen Part zu übernehmen.

Endlich sollte sich mein Traum erfüllen. Die Sendung brachte gute Quoten, und ich war als Hauptmoderator für die nächsten Sendungen gesetzt. Endlich! Und nun träumte ich vom ganz großen Ding. Wenn mich schon das ZDF nicht wollte, dann probiere ich es eben bei der Konkurrenz – zwar vorerst nur als Warm-Upper von Florian Silbereisen, aber immerhin ARD, am Samstagabend um 20:15 Uhr. Und endlich kam mein Tag, von dem ich so lange geträumt hatte: Ich bekam vor einem Millionenpublikum meinen ersten Auftritt als Überraschungsreporter in Florians Sendung und durfte live Helene Fischer auf der Autobahn 4 nachts um 21:15 Uhr überraschen.

Der Rest ist schnell erzählt: Ich hatte irgendwann mal keine Lust mehr auf die Oberflächlichkeiten beim Fernsehen, auf die Leute, die immer alles besser wussten und dieses ewige Genörgel: „Du bist zu jung, du bist zu dynamisch…“. Also kündigte ich und ging zurück zum Anfang, zurück zu Radio Leipzig. Und auch wenn es fast 15 Jahre gebraucht hat, aber jetzt habe ich meinen wirklichen Traumjob gefunden.

Heute haben sich meine Träume verändert. Ich träume von mehr Menschlichkeit, mehr Ehrlichkeit. Ich träume davon, dass all jene Menschen, die ich mag und liebe, glücklich sind und dass sich ihre Träume auch erfüllen – egal wie auch immer diese aussehen. Denn Träume sind keine Schäume. Man muss nur manchmal ein wenig Geduld haben, um seinen richtigen Traum zu finden.

Roman Knoblauch ist Radio- und Fernsehmoderator und moderiert zudem zahlreiche Veranstaltungen, zuletzt z. B. die Handball-WM der Frauen in Leipzig.

Alle Träume, welch bereits veröffentlich sind, finden Sie ab sofort hier in steigender Anzahl unter dem Tag l-iz.de/tag/traeume.

Eine Reihe kehrt zurück: Wenn Leipziger träumen

Träume
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