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Leipziger Debatte über Islamismus vor Al-Rahman-Moschee

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    Am 21. Dezember 2018 möchte die „Leipziger Initiative gegen Islamismus“ vor der Al-Rahman-Moschee demonstrieren. Die Moschee wird als Schwerpunkt des Salafismus von Sicherheitsbehörden eingestuft. Im Vorfeld der Kundgebung kündigt das „Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus Leipzig“ eine Gegenkundgebung an.

    Die „Leipziger Initiative gegen Islamismus“ möchte am 21. Dezember vor der Al-Rahman-Moschee demonstrieren. Hauptkritikpunkt an der Moschee ist deren ideologische Ausrichtung. „Diese Moschee orientiert sich klar am Salafismus und ist die größte ihrer Art in Sachsen“, so die Initiative. „Der Imam der Moschee, Hassan Dabbagh, ist einer der führenden Köpfe der Salafistenszene in Deutschland und bei den deutschen Sicherheitsbehörden einschlägig bekannt.“

    Der Verfassungsschutz Sachsen führt den Verein „Islamische Gemeinde in Sachsen – Al-Rahman-Moschee e. V.“ als Schwerpunkt salafistischer Bestrebungen. Der Iman Hassan Dabbagh wird dabei explizit benannt, weil er eine Schlüsselfigur in der salafistischen Szene sei und seine Einstellungen sowohl bei der Ausbildung von Imamen als auch bei Freitagsgebeten verbreite. „In der Gesamtschau sind seine Aussagen geeignet bei einem bestimmten Personenkreis eine ablehnende Haltung zur Demokratie zu begründen oder zu verfestigen, Integrationsbemühungen zu unterlaufen und somit auch der möglichen Radikalisierung von Personen Vorschub zu leisten“, resümiert der Verfassungsschutz Sachsen.

    Die Einschätzung über die Tätigkeiten von Dabbagh bestätigte der Journalist Sham Ul-Haq. Der aus Pakistan eingewanderte Ul-Haq besuchte als Flüchtling getarnt bundesweit Moscheen. Hinter verschlossenen Türen würden Menschen radikalisiert, so der Journalist in einem LVZ-Interview Anfang Dezember über die Al-Rahman-Moschee.

    Als Reaktion auf die Kundgebung und die geäußerte Kritik an der islamistischen Ausrichtung hat das „Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus Leipzig“ eine Gegenkundgebung angemeldet. Mit Unverständnis reagierte die Initiative auf die Mitteilung: „Die kulturrelativistischen Netzwerker machen sich mit ihrer Gegenkundgebung und dem Islamophobie-Vorwurf zu Verharmlosern, letztlich zu Fürsprechern des legalistischen Islamismus“, so die Initiative in einer Mitteilung am Dienstagabend.

    Über die Beweggründe und Forderungen der Initiative wird in der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 62, am 21.12.2018 ein ausführliches Interview erscheinen.

    Mitteilung der „Leipziger Initiative gegen Islamismus“ zur angekündigten Gegendemo

    „Wie uns die Versammlungsbehörde heute mitteilte, hat das „Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus Leipzig“ in unmittelbarer Nähe zu unserer Kundgebung am 21.12. eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Für Religionsfreiheit, Weltoffenheit und Toleranz“ angemeldet. Laut Eigenaussage ist es das Ziel dieses Netzwerkes, „antimuslimischen Rassismus zu thematisieren und zu bekämpfen“.

    „Islamfeindlichkeit und Antimuslimischer Rassismus“, so erklärt das Netzwerk, „sind Phänomene, die das gesamte gesellschaftliche Spektrum erfassen. Rechtsextremistische Parteien wie die NPD, aber auch Intellektuelle wie Ralph Giordano, Feministinnen wie Alice Schwarzer und Vertreter des Establishments wie das ehemalige Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank Thilo Sarrazin vertreten offen und mehr oder minder rassistisch zugespitzt antimuslimische Ressentiments. Kurz: Islamophobie wird immer akzeptierter und salonfähiger.“

    Schon an dieser Selbstbeschreibung wird deutlich, dass das Netzwerk jede Kritik an Islamismus und Alltagsislam unter Rassismusverdacht stellt und Kritiker wie Ralp Giordano und Alice Schwarzer in die Nähe von Nationalsozialisten rückt. Jeder auch nur zaghaft formulierte Widerspruch gegen die Abscheulichkeiten, die jeden Tag im Namen des Islam verübt werden, ist für diese Leute nur die Unterstützung eines „rassistischen Diskurses“. Ihren ganzen Aktivismus baut diese Gruppe auf dem Begriff der „Islamophobie“ auf, der wiederum von iranischen Islamisten in den 70er und 80er Jahren popularisiert wurde, um ihr fundamentalistisches Weltbild gegen Kritik zu immunisieren.

    Dem Islamophobie-Begriff liegt dabei irrigerweise selbst eine implizite rassistische Annahme zu Grunde: Das Bekenntnis zu einer politisch-religiösen Ideologie erklärt dieser Begriff zu einer Natureigenschaften einer bestimmten Menschengruppe. Ein Glaubensbekenntnis ist aber selbstgewählt, bzw. wurden die Gläubigen zu diesem Glauben erst erzogen. Von einem solchen Bekenntnis kann man sich daher distanzieren und es auch wieder verwerfen, weswegen auch die Kritik an einem solchen Bekenntnis nicht rassistisch sein kann.

    Eine solche Kritik setzt vielmehr die universell-menschliche Fähigkeit zum rechten Gebrauch der Vernunft voraus und verbindet eine bestimmte Kultur nicht unauflöslich mit einer bestimmten Ethnie. Hier trifft sich fatalerweise die Ideologie der kulturrelativistischen Linken mit dem Ethnopluralismus der Neuen Rechten: Individuen werden, wie es der Schriftsteller Sama Maani formuliert, mit der islamischen Kultur „voll identifiziert“. Bei postmodernen Linken führt diese volle Identifikation zu der Annahme, dass die Kritik am Islam rassistisch sei, und bei den neuen Rechten zu der rassistischen Annahme, dass die ethnische Herkunft die Einzelnen auf eine bestimmte Kultur verpflichtet.

    Die kulturrelativistischen Netzwerker machen sich mit ihrer Gegenkundgebung und dem Islamophobie-Vorwurf zu Verharmlosern, letztlich zu Fürsprechern des legalistischen Islamismus, wie er exemplarisch von der Al-Rahman Moschee vertreten wird. Die kulturrelativistische Haltung verunmöglicht schließlich jede Kritik an freiheits- und menschenfeindlichen Ideologien und Praktiken, wenn diese nicht der autochthonen Kultur entsprungen sind. Bestärkt wird dadurch wiederum eine islamische Opfermentalität, die jede Kritik als „Islamophophie“ oder „Rassismus“ delegitimiert. Und auf der anderen Seite wird so auch der Rechtsextremismus gestärkt, da er sich als einzige Stimme einer vermeintlichen „Islamkritik“ aufspielen kann.

    Uns geht es mit unserer Kundgebung um die Frage, wie man die Einzelnen vor der islamischen Zwangskollektivierung schützen kann und welche politischen Maßnahmen dafür notwendig wären. Daher rufen wir an dieser Stellen noch einmal alle diejenigen zu unserer Kundgebung auf, die jenseits fremdenfeindlicher Zuschreibungen oder kultursensibler Verharmlosung den Gefahren des Islamismus und den menschenverachtenden Praktiken des Alltagsislams endlich entgegenwirken wollen.“

    Netzwerk mobilisiert zur Al-Rahman-Moschee

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    1 KOMMENTAR

    1. Es wird Zeit, dass zumindest Teile der Linken bzw. linksliberale Gruppen sich gegen diese Form des Islam wenden. Die Salafistenszene in Leipzig wächst, der Imam predigt seit Jahren die Gegen-Integration – und alle schauen zu, selbst der Verfassungsschutz. Dass einige (vermeintlich) Linke wieder die Rassismuskeule rausholen, kann und muss den Veranstaltern egal sein. Es gibt genug unter ihnen, die sich seit Langem gegen Neonazi-Strukturen in Sachsen und anderso engagieren, die brauchen sich nun wirklich nichts vorwerfen lassen. Aber so ist das nun mal: Für manche Linke ist der Andere / der Fremde / der Mirgant per se der bessere Mensch, ganz egal, was er macht oder predigt, Hauptsache es richtet sich gegen die Mehrheitsgesellschaft oder das eigene Land.
      Aber Fakt ist: Teile des Islam sind homohob, sind frauenfeindlich, wenden sich massiv gegen eine säkulare Gesellschaft und und und… Wie viele das sind, weiß wahrscheinlich keiner so genau, aber fest steht: Wenn man denen, die all unseren Schutz verdienen, weil sie vor Krieg geflohen sind, weil sie aus Gründen ihrer Sexualität oder aus religiösen Gründen geflohen sind, wenn man all denen die notwendigen Schutz geben will, muss man gegen diejenigen vorgehen, die diesen Schutz nicht verdienen, ihm zuwider handeln oder aktiv gegen ihn arbeiten. Die Akzeptanz gegenüber Migranten und Flüchtlingen fördern wir nicht durch Totaltoleranz, sondern durch klare Regeln und einen demokratischen Konsens – und wer dagegen verstößt, muss wissen, dass die Konsequenzen auch Abschiebung bedeuten.
      Und was diejenigen betrifft, die glauben, sie müssten mit einer Gegendemo für „Religionsfreiheit, Weltoffenheit und Toleranz“ werben (wo doch die, die sie damit zu „schützen“ versuchen, alles andere als weltoffen und tolerant sind): Es ist nämlich eine bedenkliche Dialektik, dass manche Deutsche (und zu denen gehören wahrscheinlich auch diese „Supertoleranten“) im Ausland alles Erdenkliche tun, um sich den Sitten und Gebräuchen eines Landes anzupassen (was im Übrigen völlig richtig ist), im eigenen Land aber geradezu zu fordern scheinen, die Migranten und Flüchtlinge mögen sich nun gerade nicht anpassen. (Was alles andere als richtig ist).

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