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Sonntag, 17. Januar 2021

Netzwerk mobilisiert zur Al-Rahman-Moschee

Von Alexander Böhm

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    Die „Leipziger Initiative gegen Islamismus” will am 21. Dezember um 12 Uhr eine Kundgebung in der Roscherstraße durchführen, um auf die islamistischen Bestrebungen innerhalb der Al-Rahman-Moschee hinzuweisen. Das „Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus” wirft der Initiative Islamfeindlichkeit vor und mobilisiert seinerseits seit Dienstagabend zu einer eigenen Versammlung am gleichen Ort.

    Unter dem Motto „Für Religionsfreiheit und ein fröhliches Miteinander“ möchte das „Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus” eine Kundgebung am Freitag durchführen. Grund für die Versammlung ist eine Protestaktion der „Leipziger Initiative gegen Islamismus“, die am Freitagmittag ebenfalls vor der Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße stattfinden soll. Das parteiunabhängige Bündnis kritisiert die Moschee und dessen Imam, Hassan Dabbagh, aufgrund der wichtigen Rollen in der deutschen Salafistenszene.

    „Der Kundgebungsaufruf der Initiative gegen Islamismus entblößt sich nach einigen richtigen Bekundungen als islamfeindlich“, so das Netzwerk in seinem Aufruf, „wenn darin über „verpasste Islamkritik“, den „Islam als dem größten Integrationshindernis“ und von „Parallelgesellschaften“ fabuliert wird.“

    Als Gegenkundgebung möchte das Netzwerk sich jedoch nicht sehen, vielmehr stelle es sich auf die Seite der Muslime. Religiöser Fanatismus werde in jeglicher Form abgelehnt, so die Gruppe auf Facebook.

    Auch die Mitglieder der linksradikalen Gruppe Prisma veröffentlichten bereits Ende November einen Text, in dem sie der Initiative eine undifferenzierte Durchmischung einer nicht näher geschilderten Bedrohungslage mit dem Islam vorwarf. Die Autoren riefen anstelle der Bildung von Feindbildern zum Dialog mit der muslimischen Community auf, zu einer Kundgebung indes wirbt die Gruppe zurzeit nicht.

    Auf die Vorwürfe der Initiative in Richtung der Al-Rahman-Moschee gehen beide Gruppen nicht weiter ein. Währenddessen versammelt die „Leipziger Initiative gegen Islamismus“ weitere prominente Unterstützer hinter ihrer Aktion, unter anderem die Frauenrechtsorganisation Terre der Femmes (Leipzig), die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime Mina Ahadi oder den Publizisten Alex Feuerherdt.

    Aufruf des Netzwerks

    „Für Religionsfreiheit und ein fröhliches Miteinander“

    Am 21. Dezember 2018 will eine „Initiative gegen Islamismus“ vor der Al-Rahman-Moschee demonstrieren.‎ Auch wir sprechen uns gegen die politische Aufladung von Religionen aus.

    Religiöser Fanatismus führt immer auf den Irrweg! Dies gilt genauso für Christ*innen, die mit Eifer für „Lebensschutz“, also gegen jegliche Form von Abtreibungen und die Moderne insgesamt auftreten, wie auch für Islamist*innen, die unseren Rechts- in einen „Gottesstaat“ umwandeln oder gar „heilige“ Kriege anzetteln wollen.

    Wir stehen ein für Religionsfreiheit und für die Freiheit von Religion. Wir stehen aber auch ein für eine offene Gesellschaft, in der alle Menschen, egal woher sie kommen oder welcher Religion sie anhängen, ohne Einschränkungen leben können.

    Der Islam hat wie alle anderen Religionen in Leipzig seinen Platz.

    Der Kundgebungsaufruf der Initiative gegen Islamismus entblößt sich nach einigen richtigen Bekundungen als islamfeindlich, wenn darin über „verpasste Islamkritik“, den „Islam als dem größten Integrationshindernis“ und von „Parallelgesellschaften“ fabuliert wird.

    Vom wichtigen Zeichen gegen die fundamentalistischen, hassschürenden Ausformungen des Islamismus geht es schnurstracks zur Generalisierung der islamischen Religion an sich. Damit wird eine rassistische Flanke geöffnet. Und das scheint uns kein Zufall.

    Wenn wir uns am 21.12.2018 ebenfalls vor die Al-Rahman-Moschee stellen, heißt das nicht, dass wir jeder Strömung oder Moscheegemeinde unkrititisch gegenüber stehen, genau wie dies im Fall anderer Religionen selbstverständlich ist. Es sind die universellen Menschenrechte und Demokratie, die die Prinzipien unseres Handelns sind.

    Notwendige Religionskritik darf nicht zu Lasten und auf dem Rücken unbeteiligter Betender ausgeübt werden. Wir kündigten – wie bisweilen behauptet wurde – keinerlei „Gegenkundgebung“ an und verwehren uns gegen jegliche Unterstellungen in dieser Art. Wir stellen uns vielmehr an die Seite der Muslim*a, die mit dem Aufruf verunglimpft werden und rufen zum Dialog auf.

    Leipziger Debatte über Islamismus vor Al-Rahman-Moschee

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