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Was gerade geschieht: Buchmesse erteilt „Volkslehrer“ Hausverbot + Update

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    Seit dem Start der Buchmesse Leipzig ist der Youtuber Nikolai Nerling auf der Messe unterwegs. Erst gemeinsam mit NPD-Deutschland-Chef Frank Franz bei der Eröffnung im Gewandhaus, dann auf dem Messegelände. Immer dabei, seine Kamera und seine fast überfallartigen Fragen auch an oft unbekannte Standmitarbeiter der Verlage. Anfangs besaß er dafür nicht einmal eine Presseakkreditierung, später schon. Nun erteilt ihm die Messeleitung aufgrund vermehrter Beschwerden Hausverbot.

    Nerling ist bereits seit 2018 kein Unbekannter mehr auf der Leipziger Buchmesse. Immer wieder versucht der Youtuber Besucher und teils Unbeteiligte vorzuführen, teilweise geht es ihm ausschließlich um den Nachweis, die Deutschen seien vom Aussterben bedroht. Oft erinnern seine Fragen an ein Verhör – trifft er jedoch zum Beispiel auf NPD-Kader oder Compactmitarbeiter, wird der Ton kollegial. 2019 machte Nerling minutenlang eine Art Vorstellungsblock zur NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ und stellte ausführlich Themen des rechtsradikalen Magazins „Compact“ vor.

    Während seiner Arbeit gerieten auch 2019 offenkundig Unbeteiligte so stark ins Visier des „Volkslehrers“, dass die Messeleitung immer mehr Beschwerden erhielt. Das Ergebnis ist nun ein Hausverbot für ihn.

    Die Antworten der Presseleitung der Buchmesse gegenüber L-IZ.de:

    In der Startszene eines Youtube-Videos von 2019 von der Buchmesse gibt Herr Nerling bekannt, dass er sich eine Eintrittskarte gekauft habe (später im Video wiederholt er diese Aussage nochmals). Ist demnach Nikolai Nerling nicht über das Pressezentrum akkreditiert?

    Herr Nerling war am 21. März nicht für die Leipziger Buchmesse akkreditiert und ist somit mit einer Besucherkarte auf dem Messegelände unterwegs gewesen. Für den 22. März hat sich Herr Nerling als Blogger akkreditieren lassen.

    Da er alle Akkreditierungsbestimmungen erfüllte, konnte ihm dies nicht verweigert werden.

    Wenn nein, wie ist es möglich, dass Herr Nerling von der Buchmesse 2019 in der oben kurz angerissenen Art und Weise berichtet (oder eben Veranstaltungen stört, wie bereits 2018, siehe YT-Channel des „Volkslehrer“)?

    Die Leipziger Messe ist ein öffentlicher Raum. Entsprechend hat jeder die Möglichkeit zu fotografieren und zu filmen, sofern es die Persönlichkeitsrechte nicht verletzt. Aussteller und Besucher, die nicht gefilmt werden wollen, können und sollten dies jederzeit deutlich machen. Zur Unterstützung stehen hier auch die Sicherheitskräfte und Messemitarbeiter bereit.

    Wenn Herr Nerling eine Akkreditierung durch die Buchmesse besitzt, wie ordnet die Buchmesse die Handlungen im Video von Herrn Nerling ein?

    Die Leipziger Buchmesse hat eine klare Haltung: Wir bekennen uns zu einem humanistischen Weltbild und lehnen jede Form von Rassismus, Ausgrenzung von Minderheiten und Gewalt ab. Entsprechend lehnen wir die Ansichten von Herrn Nerling ab.

    Unabhängig davon, gab es vermehrt Beschwerden über das unerlaubte Filmen von Besuchern durch Herrn Nerling. Deshalb werden wir ihm Hausverbot erteilen.

    Einer der Vorfälle, die Nerling selbst im Video festgehalten hat: Auf Nachfrage seitens eines Journalisten am Stand der Wochenzeitschrift „Der Freitag“, ob Herr Nikolai Nerling seine Legitimation (hier also Akkreditierung, Presseausweis) vorweisen könne, um auf der Buchmesse und speziell vom Stand der Zeitschrift berichten zu können, verweigert Herr Nerling diese erst, um anschließend vor herbeigerufenen Securitymitarbeitern zu flüchten. Anschließend amüsiert er sich über die gelungene Flucht und filmt weiter.

    Update: Der „Volkslehrer“ am 23. März 2019, Teil 2

    Noch vor wenigen Stunden, am Abend des 22. März 2019, hatte der Youtubekanal des „Volkslehrers“ dazu aufgerufen am heutigen 23. März 2019 zu einer von ihm angemeldeten Demonstration „Für Deutsche Kultur in Deutschland“ ab 11 Uhr nach Dresden auf den Theaterplatz zu kommen. Nach verschiedenen Medienberichten waren dem Aufruf gerade einmal rund 80 Personen gefolgt.

    Wie der MDR am späten Nachmittag berichtete, sei die Veranstaltung nach einer ersten Unterbrechung um 13:40 Uhr wegen des Verdachtes auf volksverhetzende Redeinhalte gegen 14:30 Uhr endgültig aufgelöst worden.

    Nachdem der Redeinhalt eines 64-Jährigen durch Beamte der Polizei und anschließend auch durch die Staatsanwaltschaft Dresden als volksverhetzend eingestuft wurde, ließ es sich ein weiterer 38-jähriger Mann anschließend laut MDR nicht nehmen, diesen Inhalt zu wiederholen.

    Gegen beide Redner wird nun wegen Volksverhetzung ermittelt.

    Kundgebung gegen rechte Verlage auf der Leipziger Buchmesse

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