Wie wollen wir feiern?

Die Einladung Gregor Gysis für den 9. Oktober und die Frage nach unserer Erinnerungskultur

Für alle LeserWenn derzeit ein Streit darüber entbrennt, ob es Herrn Gregor Gysi gestattet sein soll, zu einer Festveranstaltung am 9. Oktober eine Rede zu halten, dann geht es doch nicht darum, Herrn Gysi zu verbieten, sich öffentlich zu äußern. Die Möglichkeiten dazu sind für ihn vielfältig und werden von ihm verständlicherweise auch gern wahrgenommen. Sie reichen vom Predigtdienst in der Leipziger Michaeliskirche über Interviews und Veröffentlichung seiner Biographie bis hin zu vielfältigen Auftritten in diversen Talkshows. Und dagegen gibt es auch keinen nennenswerten Widerstand.

Eine ganz andere Sache ist es, Herrn Gysi zu einer Festveranstaltung anlässlich der Erinnerung an die Friedliche Revolution am 9. Oktober 1989 einzuladen. Was eine ganze Reihe von Menschen empört, ist nicht die Person Gregor Gysi. Es empört und verwundert mich, wie ignorant und geschichtsvergessen diejenigen zu sein scheinen, die ihn zu diesem Festakt eingeladen haben.

Eine öffentliche Festveranstaltung, in der an die Ereignisse vom 9. Oktober 1989 erinnert wird, ist nicht irgendein Geschichtssymposium. Auch kein Austausch von Zeitzeugen über ihre z. T. sehr unterschiedlichen Erlebnisse und Erfahrungen. Eine solche Festveranstaltung ist ein Teil unserer „Erinnerungskultur“. Dabei meint „Erinnerungskultur“ im Unterschied zu den Erinnerungen und Erzählungen der unterschiedlichen Zeitzeugen das, an was wir uns als Gesellschaft gemeinsam erinnern wollen. Erinnerungskulturen beinhalten das, was Gemeinschaften gemeinsam als wichtig erachten. Das, was sie weitertragen und weitergeben wollen. Es geht nicht um das Erinnern an sich. Es geht um die Botschaft, die hinter dem gemeinsamen Erinnern steht.

„Erinnerungskultur“ beinhaltet somit weit mehr als reines Erinnern. Zu Jubiläen werden Ereignisse, Personen, Haltungen und Überzeugungen gewürdigt. Durch Ausstellungen, Filme, Romane und Dokumentationen kann Vergangenes spürbar werden. Skulpturen, Plastiken, besonders auch Mahn- und Gedenkzeichen greifen historische Ereignisse auf und vermitteln Botschaften. Und so ereignet sich in vielfältiger Weise und durch vielfältige Kunstformen „Erinnerungskultur“.

Gruppen, Gemeinschaften, Völker und Gesellschaften sind auf solche Erinnerungskultur angewiesen. Einerseits schafft und stärkt sie Identität und Zusammenhalt. Andererseits ist sie in der Lage, Orientierung zu sein in Gegenwart und Zukunft. Und deshalb ist es lohnend, darum zu streiten! Wir müssen darum streiten, welche Ereignisse, welche Haltungen und Überzeugungen auf welche Weise erinnert und gewürdigt werden sollen.

Wenn wir am 9. Oktober unsere Friedliche Revolution von 1989 feiern, dann können wir nicht auf etablierte Rituale zurückgreifen. Wir sind noch dabei, sie zu entwickeln. Die Auseinandersetzung um ein Einheitsdenkmal, das Lichtfest, um die Frage, wie wir den Festtag am 9. Oktober begehen wollen, lassen das spürbar werden. Wir sind immer noch dabei, eine „Erinnerungskultur“ für unsere friedliche Revolution zu etablieren – und das ist ein Prozess. Ein Prozess, zu dem auch Konflikte gehören. Letztendlich ist jede „Erinnerungskultur“ das Resultat einer konfliktreichen Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Anschauungen. Anschauungen, die versuchen, jeweils ihre Version der Vergangenheit durchzusetzen. Und diese Auseinandersetzungen sind notwendig. Immerhin geht es darum, zu bestimmen, welche Lehren für Gegenwart und Zukunft aus der Vergangenheit für uns wert sind, bewahrt zu werden.

Die Botschaft, die aus meiner Sicht in unsere „Erinnerungskultur“ vermittelt werden sollte, ist die, dass uns Demokratie und Menschenrechte nicht geschenkt worden sind. Sie sind uns nicht huldreich gewährt worden von irgendwelchen „Übervätern“. Ganz im Gegenteil – sie mussten (und müssen immer wieder neu) von Frauen und Männern erkämpft werden. Demokratie und Menschenrechte sind uns nicht in den Schoß gefallen – sie sind Früchte günstiger Umstände – und auch und vor allem erzwungen von risikobereiten, träumenden und einfallsreichen Menschen.

Mir ist diese Botschaft so wichtig, weil ich meine, dass sie für die Gegenwart und Zukunft so wertvoll ist. Wartet nicht darauf, dass irgendjemand eure Erwartungen erfüllt! „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ – diese Überzeugung des Dichters Stefan Zweig ist für mich am 9. Oktober 1989 Wirklichkeit geworden. Und die sollte auch weitergetragen werden.

Und bei aller Sympathie für Gregor Gysi – für diese Botschaft steht er nun einmal nicht. Nicht mit seiner Person, nicht mit seiner Biographie und nicht mit seinem Handeln zu dieser Zeit. Gregor Gysi gehörte zu den Kräften, die das alte System unterstützt und getragen haben. Seine Ansichten sind wichtig, sein Auftreten ist eloquent und humorvoll – er passt in unsere mediale Unterhaltungskultur. Doch am 9. Oktober, da müssen und sollen jene mutigen Menschen im Mittelpunkt stehen, die gegen das SED-System aufbegehrten, und nicht wie Gregor Gysi dieses System zu erhalten und zu verteidigen suchten. Seine damalige Haltung sollte auf keinen Fall zu einem Teil unserer Erinnerungskultur werden.

Warum ihn die Philharmonie Leipzig zu ihrem Festredner für den 9. Oktober erwählt hat – es ist mir ein Rätsel. Der einzige Grund, der mir plausibel erscheint, ist der, dass sich der Name Gysi und der 9. Oktober gut vermarkten lassen. Das würde dann auch gut zu dem allgemeinen Trend zunehmender Ökonomisierung aller Lebensbereiche passen. Auch das ist nicht neu. Große Teile der Kulturindustrie verarbeiten den Betriebsstoff „Geschichte“ nach den Gesetzen des Markterfolges. D. h. sie bereiten ihn auf, um eine möglichst große Einschaltquote oder Auflage zu erzielen. Geschichte wird so als Infotainment verpackt oder zum bloßen Amüsement angeboten. Das kann schön und vergnüglich sein, aber auch schnell zu Trivialisierung und Banalität führen.

Wenn die Einladung aus monetären Gründen ausgesprochen sein sollte – dann ist die Rechnung wohl aufgegangen. Die Karten verkaufen sich prächtig.

Rolf-Michael Turek war in den 1980er Jahren Pfarrer in Leipzig, lebt heute im Ruhestand. 1991 bis 1994 war er Organisator der Opfer-Täter Gespräche in Leipzig.

9. Oktober 2019 in der Peterskirche: Ein einzigartiger Kampf mit Gregor Gysi

PeterskircheGregor GysiTag der Friedlichen Revolution
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
3 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Fridays for Future lädt am 30. August auch in Leipzig zur großen Klima-Demonstration zur Landtagswahl ein
Genug geredet heißt das Signal von Fridays for Future auch in Leipzig. Die Jugendlichen sind mit der Analyse fertig und kämpfen. Am 21. und 22. dann in Aachen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAuch wenn es kaum eine Partei so plakatiert hat, ist die sächsische Landtagswahl eine Klimawahl. Die Sachsen entscheiden, ob sie eine Regierung bekommen, die kluge Entscheidungen zur Anpassung des Landes an den Klimawandel trifft, oder ob am Ende eine Kohle-Regierung dabei herauskommt, die den notwendigen Richtungswechsel wieder für fünf Jahre blockiert. Deswegen lädt auch „Fridays For Future“ Leipzig extra zur einer Wahl-Demo am 30. August ein.
Thomanerchor Leipzig eröffnet Chorjahr mit Motette am Freitag in der Nikolaikirche
Thomanerchor Leipzig. Foto: Matthias Knoch

Foto: Matthias Knoch

Nach dem Ende der Sommerferien eröffnet der Thomanerchor Leipzig das Schul- und Chorjahr 2019/20 am Freitag, 23. August, mit einer Motette (18 Uhr) in der Nikolaikirche. In dem Gotteshaus, das zur Leipziger Amtszeit Johann Sebastian Bachs und noch bis in die 1940er-Jahre zu den Hauptwirkungsstätten der Thomaner zählte, erklingen unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz Werke von E. Fr. Richter, J. Gallus, J. S. Bach / G. Ph. Telemann, D. Buxtehude, M. Reger.
Kandidaten-Check von Abgeordnetenwatch: Lobbyismus, Vermögenssteuer, Landarztquote, Kita …
Wahlplakate an der Petersstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWorum geht es eigentlich bei der Sachsenwahl am 1. September? Geht es wirklich um Migration, wie die einen behaupten, eine Bewahrung von Heimat? Oder geht es um Kohleausstieg und Lösungen für den Klimawandel? Oder geht es gar um die Frage: Wer regiert wirklich – die gewählten Parteien oder die Lobby-Organisationen, die in Hinterzimmern ihre Interessen durchdrücken? Zumindest diese Frage stellte Abgeordnetenwatch den Direktkandidat/-innen der Parteien. Mit erhellendem Ergebnis.
Kanalschwimmer: Ulrike Draesners Roman über die intensive Einsamkeit des Schwimmers im Ärmelkanal
Ulrike Draesner: Kanalschwimmer. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Ende fühlt man sich, als habe man ein ganzes Buch durchschwommen. Und wisse letztendlich selbst nicht: Hat man nun die rettende Küste erreicht? Ist man gescheitert oder aufgefischt worden? War es Charles’ letztes Stündchen, in dem er zumindest für sich sagen konnte: Jetzt weiß er, was Maude meinte? Jetzt könnte er im Reinen sein mit sich, sich quasi entschlüpft?
NPD und AfD eingeladen: Klimadiskussion in Dresden nach Kritik abgesagt
NPD und AfD sollten an einer später abgesagten Klimadiskussion teilnehmen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Klimadiskussion unter dem Titel „Fakten statt Geblubber“, die am Freitagabend, den 23. August, in Dresden stattfinden sollte, ist abgesagt. Die Organisatoren, die Dresdner Gruppen von „Parents for Future“ und „Scientists for Future", reagierten damit auf massive Kritik, nachdem unter anderem die rechtsradikalen Parteien AfD und NPD eingeladen waren.
Von Diktatur halten die Berliner nicht viel
Diskriminierungserfahrungen der Berliner. Grafik: Berlin-Monitor

Grafik: Berlin-Monitor

Für alle LeserBerlin hat jetzt auch einen Monitor. So wie Thüringen einen Thüringen-Monitor hat und Sachsen einen Sachsen-Monitor. Und die ersten Ergebnisse, die am Mittwoch, 21. August, vorgestellt wurden, zeigen etwas, was der Sachsen-Monitor eher verwischt als deutlich macht: In Großstädten ticken die Menschen anders als in ländlichen Regionen. Nicht nur die Lebenswelten driften auseinander, auch die Einstellungen zu Demokratie und Weltoffenheit.
LVB sehen keine Zukunft mehr für die Straßenbahnverbindung zum Völkerschlachtdenkmal
Buslinie 70 auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das so eine gute Idee ist? Leipzig denkt zwar intensiv über den Ausbau des Straßenbahnnetzes nach, um den Anteil des ÖPNV im täglichen Verkehr deutlich zu erhöhen. Aber die bis jetzt noch bestehende Ausweichstrecke über die Richard-Lehmann-Straße soll 2021 im Zuge der Komplettinstandsetzung der Schlachthofbrücke am MDR zurückgebaut werden. Eine notwendige Sanierung der Gleise, so die LVB, sei nicht förderfähig.
Was kann man tun, wenn Vorgesetze kein Vorbild sind und mit den Mitarbeitern nicht kommunizieren?
Treppenhaus im Neuen Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bilanz, die Leipzigs Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning am Dienstag zog, war knapp, aber deutlich: „Stadt-Mitarbeiter sind zufrieden und dennoch kritisch“. Die Stadtverwaltung von Leipzig bietet zwar eine Menge interessanter und abwechslungsreicher Arbeitsplätze. Aber in der Mitarbeiterführung gibt es in einem Viertel der Stadtverwaltung spürbare Probleme.
Dornier 328NEU soll ab 2023 am Flughafen Leipzig/Halle gebaut werden
Wirtschaftsminister und Vize-MP Martin Dulig und Fertigungsleiter Nico Neumann betreten die D328NEU. Foto: SMWA/Bonss

Foto: SMWA/Bonss

Für alle LeserSeit ein paar Tagen schon wurde gemunkelt. Seit Mittwoch, 21. August, ist es jetzt offiziell: Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC) und die 328 Support Services GmbH (328SSG) haben am Mittwoch, 21. August, ihre Pläne zur Gründung eines neuen Flugzeugherstellers am Flughafen Leipzig/Halle bekannt gegeben.
Wessen Erbe ist eigentlich die ostdeutsche AfD?
Ein Ei und das andere: AfD und Pegida als Einheit auch in der Optik. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa ackern sich die demokratischen Parteien die ganze Zeit ab, sich in einem relativ fairen politischen Wettbewerb zu behaupten – und dann kommt eine Marketingtruppe in Blau-Rot und beansprucht einfach mal die Wende für sich. Oder doch die Friedliche Revolution? Zahlreiche bekannte Bürgerrechtler verwahren sich gegen den Missbrauch. Aber hat nicht eher Andreas Wassermann recht, der in seinem „Spiegel“-Essay schreibt: „Die AfD gehört zum Erbe von '89“?
Warum kann die SPD ihre Erfolge in der Regierungskoalition nicht in Wählerstimmen ummünzen?
Klare Ansage in Lindenau. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWie macht man eigentlich Wahlkampf als Noch-Regierungspartei, auch wenn man die ganzen fünf Jahre immer nur der kleine Koalitionspartner war wie die SPD in Sachsen? Eine nicht ganz unwichtige Frage in einer Zeit, wo die SPD immer wieder dafür abgestraft wird, weil sie als kleiner Koalitionspartner der CDU das Weiterregieren ermöglicht. Da geht selbst das unter, was die SPD gegen den großen Partner durchgesetzt hat. Wie soll der Wähler das sortieren?
Mehr als 1.000 Menschen protestieren gegen Mini-Poggenburg-Kundgebung + Video
Etwa 1.000 Menschen demonstrierten in Connewitz. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserEtwa 1.000 Menschen beteiligten sich am Mittwochabend, den 21. August, an einer antifaschistischen Demonstration des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ durch Connewitz. Anlass war eine Kundgebung von André Poggenburg auf der Richard-Lehmann-Straße. An dieser beteiligten sich zehn Personen.
Ticketverlosung: Wassertropfen & Seifenblase. Ein Ringelnatz-Abend
Ringelnatz-Lesung im Botanischen Garten. Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

VerlosungAm 13. September gibt es im Botanischen Garten Lesung Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des 4. Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
„Friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen“: 80-Jährige Seniorin soll wegen versuchten Mordes ins Gefängnis
Erika S. nimmt zum Prozessauftakt neben ihrem Verteidiger Hagen Karisch Platz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserÄußerlich gefasst nahm Erika S. am Mittwoch ihr Urteil entgegen: Die 80-Jährige soll wegen versuchten Mordes an ihrem Ehemann ins Gefängnis. Sie hatte versucht, ihn und sich selbst mit Schlaftabletten zu töten, da sie mit der Pflege des schwer Demenzkranken überfordert war. In seiner Urteilsbegründung ging der Richter auch auf die Frage ein, warum die Kammer trotz schwieriger Umstände diese harte Entscheidung traf.
Grüne machen sich Jugendparlaments-Antrag zum Klimanotstand zu eigen und fordern eine Klimaanpassungsstrategie
Gewitterzelle über Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer deutlicher wird, dass die älteren Politiker in einem völlig anderem Verhältnis zur Zeit leben. Sie haben sich augenscheinlich daran gewöhnt, dass alles seinen gemächlichen Gang geht und dass man selbst für wichtige Richtungsentscheidungen jahrelang Zeit hat. Und nur die jungen Leute scheinen zu spüren, dass auch eine Stadt wie Leipzig keine Zeit mehr hat, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Im April stellte das Jugendparlament seinen Antrag zum Klimanotstand.